Achtungserfolg für Grüne Bäuerinnen und Bauern in Floridsdorf

Bei der Wiener Landwirtschaftskammerwahl am 11. März 2018 gelang erstmals der Liste „Unabhängige und Grüne Bäuerinnen und Bauern“ (GBB) die Kandidatur.

Leider fehlten für den Einzug in die Kammer-Vollversammlung ganze 9 Stimmen – bei einem Ergebnis von wienweit 3,41% der Stimmen.

Der ÖVP-Bauernbund erhielt 79,69% und erreichte 17 der 20 Mandate (+1 gegenüber 2013), die SPÖ-Bauern sanken auf 16,90% und 3 Mandate (-1).

Ein grüner Achtungserfolg konnte jedoch im Wahlsprengel 5, der vor allem den 21. Bezirk umfasst, erzielt werden:  die GBB erreichten mit 9,68% der Stimmen Platz 2 und überholten damit die SPÖ-Bauern, die auf 8,06% kamen!

Der Spitzenkandidat, Florian Kothny, kommt aus dem Donaufeld – von der bei AnrainerInnen als Nahversorger sehr beliebten Gärtnerei „Bioschanze“.

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Erstmals Grüne Kandidatur bei Landwirtschaftskammerwahl in Wien!

Am 11. März: Frischer Wind (auch aus Donaufeld) in die Landwirtschafts-Kammer!

Am 11. März 2018 wird es erstmals eine Kandidatur der  Unabhängigen und Grünen Bäuerinnen und Bauern (GBB)  für die Wiener Landwirtschaftskammer geben.

20 Mandate werden direkt für die Vollversammlung gewählt. Bisher herrscht dort wenig Vielfalt:  2013 kandidierten nur der ÖVP-Bauernbund (16 Mandate mit 76,5% der Stimmen) und die SPÖ-Bauern (4 Mandate mit 23,5%).

Mit der Liste 3 und deren folgenden KandidatInnen – davon zwei aus dem Donaufeld! – gibt es jetzt eine Alternative:

1.  Florian Kothny, Gärtner
2.  Adi Hasch, Winzer
3.  Galina Hagn, Gärtnerin

Mehr zu den KandidatInnen und ihren Zielen – die nicht nur für LK-Wahlberechtigte, sondern auch für KonsumentInnen nachhaltig produzierter Lebensmittel interessant sind – weiter unten.

Veränderung wird es aber nur geben, wenn alle, die diese wollen auch zur Wahl gehen!

Wien-weit gibt es 1.206 Wahlberechtigte, die je nach Wohnsitz (Personen mit Wohnsitz außerhalb Wiens sind dann wahlberechtigt, wenn sie in Wien einen Betrieb bewirtschaften) in einem der 6 Lokale wählen können.

WAHLTAG:  Sonntag, 11. März 2018,  von 8:00 bis 15:00 Uhr.

WAHLLOKALE:
Sprengel I (10. Bezirk):  Volksschule Oberlaaer Platz 1 (neben der Pfarrkirche), 1100 Wien.
Sprengel II (2., 3. und 11. Bezirk sowie Politischer Bezirk Bruck/Leitha):  Volksschule Münnichplatz 6 (bei der Kaiserebersdorfer Kirche), 1110 Wien.
Sprengel III (12., 13. und 23. Bezirk sowie Bezirk Mödling):  Volksschule Bendagasse 1-2, beim Maurer Hauptplatz, 1230 Wien.
Sprengel IV (1., 4.-9. und 14.-19. Bezirk sowie Teile des Wiener Umlands und restliches Österreich):  Amtshaus Gatterburggasse 14, 1190 Wien.
Sprengel V (20. und 21. Bezirk sowie Bezirke Korneuburg und Mistelbach):  Volksschule Stammersdorf, Dr.-Skala-Straße 43-45. 1210 Wien.
Sprengel VI (22. Bezirk sowie Bezirk Gänserndorf):  Volksschule Schukowitzgasse 89 (Breitenlee), 1220 Wien.

In der Natur geht es um die Erhaltung der Bio-Diversität – schaffen Sie mit Ihrer Stimme auch Diversität in der Landwirtschaftskammer!

Zeitschrift „Grünes Land“:  Sondernummer zur Wiener Landwirtschaftskammer-Wahl 2018


FORDERUNGEN und ZIELE  der Liste 3 – Unabhängige und Grüne Bäuerinnen und Bauern (GBB)

Wir Unabhängige und Grüne Bäuerinnen und Bauern wollen einen Beitrag dazu leisten, dass die Landwirtschaft in Wien erhalten und weiterentwickelt wird. Wir wollen eine ökologisch nachhaltige Bewirtschaftung und vielfältige Betriebe fördern, die in engem Kontakt mit den Bürgerinnen und Bürgern hochwertige Lebensmittel produzieren.

Dafür werden wir uns konkret einsetzen:

  • Langfristige Sicherstellung der Flächenwidmungen für die Wiener Landwirtschaft; Maßnahmen gegen Grundstücksspekulation.
  • Unterstützung von Direktvermarktung durch Entbürokratisierung und Ausnahmeregelungen für kleine Betriebe.
  • Evaluierung der Bewirtschaftungsverpflichtung im Weinbau wie gesetzlich vorgeschrieben.
  • Landwirtschaft muss wirtschaften können – Akzeptanz durch AnrainerInnen fördern und fordern.
  • Keine Ausnahmeregelungen für die, die „es sich richten können“.
  • Förderung alternativer und innovativer (Stadt)Landwirtschaftsprojekte inkl. Entwicklung eines Stadtlandwirtschafts-Projekts Donaufeld.
  • Nachhaltiges Beschaffungswesen: mehr Wiener Agrarprodukte auf Wiener Märkte; bio UND regional in die Küchen von Wiens öffentlichen Einrichtungen.
  • Gastronomie in die Pflicht nehmen: mehr Wiener Produkte auf Wiener Teller.
  • Ausbau und Unterstützung von pädagogischen Programmen, die Einblick in Landwirtschaft und Gartenbau ermöglichen.
  • Praxisgerechte Anpassung der Teilnahmebedingungen für „Schule am Bauernhof“.
  • Bewusstsein für Leistungen der GärtnerInnen und LandwirtInnen schaffen.
  • Mehr Transparenz in der Landwirtschaftskammer.

    PORTRÄTS DER KANDIDAT/INN/EN:

    Florian Kothny und Galina Hagn
    Die Gärtnerei „Bioschanze“ auf der Leopoldauer Haide nördlich der Alten Donau (An der Schanze 17) ist seit 2010 biozertifiziert.
    Florian Kothny (41) und Galina Hagn (31) haben 2012 den Betrieb in Pacht übernommen und erweitert. Derzeit bewirtschaften sie zwei Hektar Land – sowohl mit Glashäusern als auch mit Gemüsefeldern. Rund 50 verschiedene Gemüsesorten und Sorten diverser Kräuter wachsen hier.
    Galina stammt aus Vorarlberg, studierte an der BOKU und arbeitete als Hauptschullehrerin. Florian ist Gärtnermeister und landwirtschaftlicher Facharbeiter. Beide engagierten sich vor dem Aufbau der Bioschanze-Gärtnerei in einem Projekt der „Sozialen Landwirtschaft“ auf dem Marchfeld. Dort betreuten sie auf einem Bauernhof Jugendliche mit besonderen Bedürfnissen.
    Galina und Florian arbeiten heute Vollzeit in der Gärtnerei „Bioschanze“, die durch den Ab-Hof-Verkauf eine wichtige Nahversorgerin für die Wohnanlagen im Donaufeld ist und die Produkte auch auf dem Kutschkermarkt in Währíng und dem Naschmarkt anbietet. Zusätzlich geht ein Teil der Produkte auch an Wiederverkäufer.  In der Bevölkerung besteht der Wunsch, die Gärtnerei bei den künftigen Schritten der Stadtentwicklung einzubeziehen.  MEHR INFOS


    Der grüne Europaparlamentsabgeordnete und Biobauer Thomas Waitz (links) mit den KandidatInnen Florian Kothny und Galina Hagn  (Foto: GBB/Paul Schwarzl).

    Adi Hasch
    Geboren 1957 in Kärnten, gelernter Offsetdrucker, derzeit Bezirksvorsteher-Stellvertreter in Wien Leopoldstadt.
    Bei Wanderungen auf den Bisamberg entstand in ihm schon früh der Wunsch nach einem eigenen Weingarten. Dieser wurde wahr, als sich im Jahr 2011 die Gelegenheit zur Pacht eines 4.000 m² großen verwilderten Weingartens beim Kallusweg in Stammersdorf, Wien 21, ergab. Nach der Sanierung wirft dieser einen jährlichen Ertrag von ein paar hundert Litern Wein ab – gemischter Satz und Blauburger/Zweigelt.
    Stammersdorf als traditionelles Weinbaugebiet zu erhalten, und der Schutz der historischen Kellergasse ist Adi Hasch ein besonderes Anliegen.


    GBB-Kandidat Adi Hasch in seinem Weingarten auf dem Bisamberg (Foto: Gerhard Jordan).


    Mit-GründerInnen der Liste 3:  Alexandra und Oliver Kaminek, „Biohof No.5“

    2010 übernahm Oliver Kaminek, ausgebildeter Musiker, den Stammersdorfer Hof und Weinbaubetrieb von seiner Großmutter. Nachdem der Hof längere Zeit still lag, begann er gemeinsam mit seiner Frau Alexandra, eine biologische Kreislaufwirtschaft aufzubauen – mit Weinbau, Gemüseanbau im Freiland, Ackerbau hauptsächlich für Futteranbau und artgerechte Nutztierhaltung insbesondere von Schweinen. Der Hof der Kamineks ist biozertifiziert, bietet Ab-Hof-Verkauf und „Schule am Bauernhof“ an. Und im Seminarraum oberhalb des Weinkellers schlug 2017 die „Geburtsstunde“ der Liste „Unabhängige und Grüne Bäuerinnen und Bauern“. Alexandra und Oliver unterstützen die Liste natürlich weiterhin aktiv.   MEHR zum „Biohof No. 5“


    Alexandra und Oliver Kaminek vor dem Eingang ihres Hofes in der Stammersdorfer Straße 5  (Foto: GBB/Paul Schwarzl).


    Die Wiener Stadtlandwirtschaft

    von Gemeinderat Rüdiger Maresch, Landwirtschaftssprecher der Grünen Wien

    In Wien gibt es über 600 landwirtschaftliche Betriebe, die ein breites Spektrum abdecken – von Weingärten über Felder bis Gemüsegärtnereien. Bei der Gemüseproduktion liegt Wien sogar an führender Stelle, was einzigartig unter den Großstädten Europas ist. Immer wichtiger wird erfreulicherweise die biologische Bewirtschaftung, und auch gemeinsame und „alternative“ Landwirtschaftsprojekte boomen. Wien fördert diese Entwicklung durch die Schaffung eines Kompetenzzentrums für biologisches Garteln, durch die Schaffung des „Bio-Cluster“ und durch andere Maßnahmen. Mit dem 2014 beschlossenen Agrarstrukturellen Entwicklungsplan wurde auch die nachhaltige Sicherung und Zukunft der Stadtlandwirtschaft in einem urbanen Umfeld gesichert.

    Doch es braucht die Grünen nicht nur in der Stadtregierung, sondern auch in der Landwirtschaftskammer.
    Weil mit uns geht was weiter, wir verändern die Stadt!

    Präsentation von Rüdiger Maresch:  Landwirtschaft in Wien – ein Überblick


    Gemeinderat Rüdiger Maresch  (Foto: Die Grünen).

„Transdanubische Power“ für die Wiener Grünen

Auch bei den Grünen Wiens ist nach der Nationalratswahl-Niederlage vom 15. Oktober 2017 eine Neuaufstellung angesagt.
Erfreulich ist, dass dabei auch „TransdanubierInnen“ kräftig mitmischen werden:

Neben der Landesgeschäftsführerin Angela Stoytchev, einer Donaufelderin, wird künftig auch Heidi Sequenz, die Klubobfrau der Donaustädter Grünen, im Landesvorstand vertreten sein, und der langjährige Floridsdorfer Bezirksrat Alexander Polansky wurde ins Präsidium der Landeskonferenz gewählt.


Der bei der Landesversammlung der Grünen Wien am 25. November 2017 gewählte neue Landesvorstand, v.l.n.r.:
Joachim Kovacs, Angela Stoytchev, Ewa Dziedzic, Georg Prack, Heidi Sequenz, Martin Margulies, Waltraut Antonov und Maxie Klein  (Fotos: Die Grünen).


Landesgeschäftsführerin Angela Stoytchev und Landeskonferenz-Präsidiumsmitglied Alexander Polansky.

Auch in Donaufeld: Wahlkampf-Endspurt!

AKTUELL

Das Ergebnis in FLORIDSDORF:   3,13%  GRÜNE (inkl. Wahlkarten).

Teil-Ergebnisse der GRÜNEN (ohne Wahlkarten):
Stadterweiterungsgebiet Donaufeld (Leopoldauer Haide) und Umgebung zwischen Fultonstraße, Bessemerstraße, Siegfriedgasse, Satzingerweg, B3, Bezirksgrenze und Alter Donau – Sprengel 18, 21, 25, 26 und 84:  7,06%
Mühlschüttel zwischen Broßmannplatz, Freytaggasse, Schlosshofer Straße-Donaufelder Straße, Fultonstraße und Alter Donau – Sprengel 10, 11, 17, 19 und 20:  4,13%
„Mengerviertel“ und Umgebung zwischen Angererstraße-Patrizigasse-Donaufelder Straße, Bessemerstraße, Steinheilgasse und Schnellbahn – Sprengel 14, 15, 22-24 und 27:  3,72%
Satzingerweg-Ost und Umgebung
zwischen B3, Ichagasse, Leopoldauer Straße, Eipeldauer Straße und Bezirksgrenze – Sprengel 96-98:  4,74%
Siedlung Bruckhaufen – Sprengel 16 und 125:  3,05%

Das Ergebnis in der DONAUSTADT:   3,21%  GRÜNE (inkl. Wahlkarten).

Teil-Ergebnisse der GRÜNEN (ohne Wahlkarten):
Tokiostraße/Attemsgasse und Umgebung – Sprengel 33-36 und 148:  4,30%
„Sun City“ und Umgebung – Sprengel 48-50 und 52:  3,18%
„Kagraner Spange“ und Umgebung – Sprengel 32:  4,90%

Die Ursachen für das schwache Ergebnis werden aufgearbeitet werden.

Allen, die diesmal trotzdem die Grünen unterstützt haben, ein

Und ein Danke auch an Ulrike Lunacek für ihren Einsatz unter schwierigsten Bedingungen!

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Eines der  Themen, bei dem die Grünen „Flagge zeigen“, ist  Umwelt- und Klimaschutz.  Die Auswirkungen des Klimawandels sind von Jahr zu Jahr stärker zu spüren, aber wenn es um den Bau von Flughafenpisten, Autobahnen usw. geht, leisten meist nur Grüne Widerstand.

Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek steht außerdem für eine Politik des Zusammenhalts, der sozialen Gerechtigkeit und für eine Europapolitik, die sich aktiv in Brüssel einbringt anstatt auf das „Feindbild EU“ zu schimpfen.  Jüngstes Beispiel ist der Beschluss im Nationalrat gegen das Pflanzengift Glyphosat.


Eines der  Themen, bei dem die Grünen „Flagge zeigen“, ist  Umwelt- und Klimaschutz.  Die Auswirkungen des Klimawandels sind von Jahr zu Jahr stärker zu spüren, aber wenn es um den Bau von Flughafenpisten, Autobahnen usw. geht, leisten meist nur Grüne Widerstand.

Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek steht außerdem für eine Politik des Zusammenhalts, der sozialen Gerechtigkeit und für eine Europapolitik, die sich aktiv in Brüssel einbringt anstatt auf das „Feindbild EU“ zu schimpfen.  Jüngstes Beispiel ist der Beschluss im Nationalrat gegen das Pflanzengift Glyphosat.

 

WER KANDIDIERT IN TRANSDANUBIEN?

Die Bezirke 21 und 22 bilden den Regionalwahlkreis Wien-Nord.  In diesem Wahlkreis stellen die Grünen 12 KandidatInnen, denen Sie durch Ankreuzen des Namens eine Vorzugsstimme geben können.

Wir stellen sie vor – für nähere Infos die Namen anklicken:

Die GRÜNEN im Regionalwahlkreis WIEN NORD:

1:   Dipl.-Ing. Wolfgang Orgler

2:   Mag. Susanne Dietl

3:   Mag. Heidi Sequenz

4:   Mag. Heinz Berger

5:   Dr. Christina Kastner-Frank

6:   Gabriele Tupy

7:   Dipl.-Päd. Julia Sachs

8:   Mag. Gerhard Jordan

9:   Dr. Barbara Boll

10:   Molly Wurth

11:   Johannes Lager

12:   Dipl.-Ing. Angelika Pauer

Auch in Donaufeld und Umgebung sind die Grünen auf der Straße zu finden und kämpfen um jede Stimme – ob in der Franklinstraße, auf dem Hoßplatz oder beim „City Gate“ in Leopoldau, zumeist auf dem „Drahtesel“.


Grüne unterwegs in Transdanubien (Fotos: G. Jordan).

Eine Premiere war der sogenannte „Barrierarme Infostand“ (BIS) am 4. Oktober auf dem Franz-Jonas-Platz:  Eine Gebärdendolmetscherin, ein „Scout“ für blinde Menschen und rollstuhlgerechte Tische sorgten dafür, dass auch Menschen mit Behinderung angesprochen werden konnten.


Der „barrierearme Infostand“ der Floridsdorfer Grünen (Foto: Birgit Meinhard-Schiebel).

 

GEGEN  RECHTSRUCK

Und noch etwas:  Für die Zeit nach dem 15. Oktober hat keine der beiden Regierungsparteien eine Koalition mit der FPÖ ausgeschlossen.
Die Grünen haben sich in dieser Frage klar und eindeutig positioniert!

 

Regionalwahlkreis Wien-Nord: Wolfgang Orgler im Gespräch

Die KandidatInnenliste der GRÜNEN für die Nationalratswahl 2017 im Regionalwahlkreis Wien-Nord (Bezirke 21 und 22) umfasst 12 Personen. Der Spitzenkandidat kommt aus Donaufeld – Dipl.-Ing. Wolfgang Orgler. Er steht auch auf Platz 10 der Liste im Landeswahlkreis Wien, die von Ulrike Lunacek vor dem Klubobmann im Parlament Albert Steinhauser angeführt wird.
W
ir stellen Wolfgang Orgler vor. Das Gespräch mit ihm führte Gerhard Jordan.

Wolfgang Orgler  wurde 1964 in Wien geboren. Aufgewachsen in Essen (Deutschland) und Maria Enzersdorf, 1982-1986 Studium der Informatik an der Technischen Universität Wien. Danach selbständig als Softwareentwickler, u.a. für Programme zur Kundendatenverwaltung (CRM-Customer Relationship Management). Seit 2013 wohnt er in der Donaustadt, an der Grenze zum 21. Bezirk.


Woher stammt Dein politisches Interesse?

W.O.:  Als Jugendlicher habe ich Politik – zumindest Kommunalpolitik – aus erster Hand mitbekommen, weil meine Mutter Erika Orgler – sie war Lehrerin – Ende der 1970er-Jahre die „Südstadtliste“ gegründet hat, um die absolute Mehrheit der ÖVP im Gemeinderat von Maria Enzersdorf zu brechen. Damals gab es ja noch keine Grünen. Wir haben auch mitbekommen, was „dirty campaigning“ heißt, aber meine Mutter ließ sich davon nicht beeindrucken. Beim ersten Antreten 1980 gelang der Einzug in den Gemeinderat, 1985 kam es zu weiteren Gewinnen und sie wurde für zweieinhalb Jahre Vizebürgermeisterin. Fast jeden Samstag stand sie mit einem Stand vor dem Supermarkt und sprach mit den Menschen, sammelte Unterschriften oder verteilte Infomaterial. Auch Hausbesuche wurden manchmal gemacht. Das hat sich auch ausgezahlt. Eine Nachfolge-Liste, „Die Aktiven“, die sie 1990 mitbegründete, legte von Wahl zu Wahl zu – von 3 Mandaten auf 11 im Jahr 2010. Im Jahr 2014 zog sich meine Mutter nach über 30 Jahren aus der Politik zurück.

Wie kamst Du nach Donaufeld?

W.O.:  Ich bin zwar in Wien geboren, ging aber auch einige Jahre im Ruhrgebiet zur Schule, weil mein Vater, der bei einem internationalen Getränkekonzern tätig war, zu der Zeit in Essen arbeitete. 1976 zogen wir wieder nach Österreich, in die Südstadt. 1999 übersiedelte ich nach Wien, wo ich zuerst in Liesing wohnte.
Auf den Drygalskiweg zogen wir, weil meine Frau, die an einem Fluss aufgewachsen ist, gerne in der Nähe eines Gewässers wohnen wollte. 2008 hatten wir geheiratet. Die Alte Donau gefiel uns, und so landeten wir im 22. Bezirk.


Wolfgang Orgler im Donaufeld  (Fotos: G. Jordan).

Welche Qualitäten schätzt Du an Deiner Wohnumgebung?

W.O.:  Natürlich die Alte Donau, wo ich gerne mit meinen beiden Kindern – 6 und 9 Jahre alt –  schwimmen und tauchen gehe. Es gibt dort Platz, und es ist nicht notwendig, mit einem Handtuch Liegestühle zu reservieren, wie dies auf anderen Stränden der Fall ist. Und auch die Landwirtschaft ist eine Qualität, z.B. die Gärtnerei „Bioschanze“ oder die Blumenhandlung „Rosengarten“ an der Dückegasse.

Was wünschst Du Dir für die Entwicklung des Donaufeldes?

W.O.:  Natürlich ist es schade, dass auch hier gebaut werden muss. Aber mir ist wichtig, dass eine sozial verträgliche Wohnstruktur entsteht, sozial durchmischt, also mit leistbaren und frei finanzierten Wohnungen. Baugruppenprojekte sollten auf jeden Fall Platz finden, weil das das Zusammenleben dynamischer und abwechslungsreich macht. Es soll viele Bereiche für FußgängerInnen geben, möglichst ohne Konsumzwang, und der freie Zugang zur Alten Donau muss unbedingt erhalten bleiben.

Du bist auch Mandatar der „Grünen Wirtschaft“. Was wäre für die Betriebe in und um Donaufeld wichtig?

W.O.:  Ich bin Mandatar in der Fachgruppe UBIT (Unternehmensberatung, Buchhaltung und Informationstechnologie) der Wiener Wirtschaftskammer, das ist die größte Fachgruppe Österreichs, mit rund 20.000 Mitgliedern. Es gibt da immer wieder interessante Veranstaltungen, aber wir kritisieren, dass zu viel Geld für Eigenwerbung ausgegeben wird. Deshalb hat die „Grüne Wirtschaft“ auch dem Budget der Fachgruppe für 2018 nicht zugestimmt. Was das Stadterweiterungsgebiet Donaufeld betrifft, so hoffe ich auf das sogenannte „Ereignisband“, das ja auch Teil des derzeit laufenden Widmungsverfahrens ist. Dort muss Platz sein für kleine, lokale Betriebe, z.B. in den Erdgeschoßzonen. Ich habe Unternehmen in der Seestadt Aspern besucht, da können wir von dem was dort gut läuft, lernen. Betriebe, die es vor Ort gibt, sollen stärker bekannt gemacht und den alten und neuen BewohnerInnen näher gebracht werden. Die BewohnerInnen sollten auch befragt werden, welche Betriebe sie brauchen. Eine Fahrradwerkstatt würde sicher gut gehen, auch Dienstleistungsbetriebe. Der Stadtteil soll lebendig sein, auch außerhalb der Arbeitszeiten. In dem künftigen Grünzug sollten neben kindergerechten Bereichen wie Spielplätzen auch Fitnessgeräte für alle Generationen bereitgestellt werden.

Was wünschst Du Dir im Verkehrs-Bereich?

W.O.:  Im Donaufeld hat eine „Wirtschaft der kurzen Wege“ gute Chancen, also fußläufige Erreichbarkeit und Durchgänglichkeit. Eine gute Straßenbahnverbindung, so früh als möglich, ist auch wichtig. Hier sollte ein Rasengleis kommen, allerdings nicht so wie in der Tokiostraße – wo die Grünen dies gefordert haben, aber die Umsetzung nicht optimal war. Sondern eines, wo die Trasse zur Gänze auf einer Ebene begrünt ist.


Rasengleise in der Tokiostraße (oben) und in Straßburg/Frankreich (unten).

Und Deine Erwartungen für die Nationalratswahl am 15. Oktober?

W.O. (lacht):  Dass die Konkurrenz sehr groß ist, ist natürlich eine große Herausforderung. Trotzdem freue ich mich über jede Vorzugsstimme. Sogar Peter Pilz hat mir seine bei der Bezirksvertretungswahl 2015 gegeben, wie er mir gesagt hat.

Das Ergebnis der Bundespräsidenten-Wahl in und um Donaufeld

Der 4. Dezember 2016 wird wohl in die Geschichte eingehen:  Nach dem längsten Wahlkampf den Österreich je gesehen hat, wird im dritten (eigentlich sogar vierten, weil ursprünglich der 2. Oktober als Wahltag vorgesehen war) Anlauf Alexander Van der Bellen zum Bundespräsidenten gewählt. Gegenüber dem Ergebnis der vom Verfassungsgerichtshof nach einer Anfechtung durch die FPÖ aufgehobenen Stichwahl vom 22. Mai gelingt ihm eine Verelffachung (!) des Vorsprungs zu Norbert Hofer auf über 348.000 Stimmen.

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Das österreichweite Endergebnis lautet 2,472.892 Stimmen und 53,79%.

Platz 1 erreichte „VdB“ in 6 von 9 Bundesländern (diesmal auch in Niederösterreich und Salzburg), in allen Städten mit mehr als 30.000 EinwohnerInnen mit Ausnahme Villachs und in allen Wiener Bezirken – sogar das „blau regierte“ Simmering konnte „umgedreht“ werden. In Wien wurde mit 65,68% der Stimmen fast eine Zweidrittelmehrheit erreicht. Die Sprengel-Karte auf „wien.gv.at“ zeigt das Ergebnis auf Sprengelebene:

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Was sich schon in der ersten Stichwahl gezeigt hatte, verstärkte sich noch:  Es kam zu einer breiten, überparteilich getragenen Wahlbewegung, an der sich zahlreiche junge Menschen beteiligten – auch in Floridsdorf, was sich z.B. an den vielen engagierten Freiwilligen bei den VdB-Infoständen bei den Stammersdorfer Weinfesten zeigte.
Aktivitäten in den „social media“ stiegen sprunghaft an, Videos wurden gedreht, „Flashmobs“ veranstaltet, musiziert, Tausende Menschen spendeten für die VdB-Kampagne, im Freundes- und Bekanntenkreis wurden Gespräche geführt (über die Generationen hinweg), zahlreiche Unterstützungskomitees bildeten sich, Persönlichkeiten aus allen Parteien außer der FPÖ gaben Empfehlungen für Van der Bellen ab, unter ihnen zahlreiche BürgermeisterInnen wie etwa Michael Häupl aus Wien. Auch Beiträge wie das Interview mit Frau Gertrude, der 89jährigen Holocaust-Überlebenden, und die „Lied-Spende“ von Rainhard Fendrich („I am from Austria“) spielten wohl eine Rolle.

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Überparteiliche Unterstützung:  Der Schlüssel zum Erfolg  (Foto: G. Jordan)

Unter den Motiven, Van der Bellen zu wählen, spielten die explizit pro-europäische Haltung, das Ansehen im Ausland und die Betonung des Gemeinsamen und Verbindenden im Inland eine Rolle – und selbstverständlich auch die Verhinderung eines politischen Rechtsrucks.

Letzteres wurde, nach „Brexit“ in Großbritannien, nach der Trump-Wahl in den USA und nach dem Vormarsch rechtspopulistischer Parteien und autoritärer Herrschaftsformen in einigen europäischen Ländern weltweit registriert und als Signal der Hoffnung interpretiert.

Dass dieses von der österreichischen Bevölkerung ausging, ist ein Grund, stolz zu sein!

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Europäische Solidarität für Van der Bellen noch am Tag vor der Wahl (Foto: European Green Party).

Doch zum Ergebnis in Transdanubien, das mit seinen 230.935 Wahlberechtigten die mit Abstand zweitgrößte Stadt Österreichs wäre:

In den beiden Bezirken nördlich der Donau wählten 89.174 Menschen Van der Bellen (55,79%), das sind um 6.192 mehr als bei der aufgehobenen Stichwahl vom 22. Mai, die, nachdem es in Wien keinerlei Unregelmäßigkeiten gegeben hatte, durchaus für einen Vergleich herangezogen werden kann.

In der Donaustadt waren es  57,19%  und in  Floridsdorf  54,07%.  In Floridsdorf lag VdB diesmal schon vor der Auszählung der Wahlkarten an der Spitze, und mit einem Plus von 2,94 Prozentpunkten verzeichnete Floridsdorf nach Wieden (3,97) den zweithöchsten Zugewinn aller Wiener Bezirke.

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VdB-UnterstützerInnen in Stammersdorf während des „längsten Wahlkampfs aller Zeiten“.

Donaufeld und Umgebung war auch diesmal wieder eine der hervorstechenden Hochburgen – auf der Sprengelkarte der Stadt Wien gut erkennbar (die gelbe Farbe weist jene Wahlsprengel aus, in denen Van der Bellen vorne lag, die blaue jene wo Norbert Hofer gewann):

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Im „Kernbereich“ des Stadterweiterungsgebiets, zwischen Fultonstraße, Bessemerstraße, Siegfriedgasse, Satzingerweg, B3, Donaufelder Straße, östlicher Attemsgasse, U1-Trasse und Alter Donau – das ist die sogenannte „Leopoldauer Haide“, das Stadterweiterungsgebiet Tokiostraße und die Siedlung im Bereich des einstigen „Ziegelhäufls“ (8.720 Wahlberechtigte) – erhielt Van der Bellen 63,66% der Stimmen (+ 2,92 Prozentpunkte im Vergleich zum 22. Mai), davon 61,64% im Floridsdorfer und 65,96% im Donaustädter Teil.  Hochburg war diesmal der Wahlsprengel um den Kirschblütenpark mit 71,89% vor jenem mit der „Autofreien Mustersiedlung“ mit 69,86%.

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VdB-Hochburg:  Die Umgebung des Kirschblütenparks, östlich der Tokiostraße (Foto: G. Jordan).

In der weiteren Umgebung von Donaufeld – ungefähr dem Gebiet zwischen Neuer Donau, S-Bahn, Siemensstraße, Eipeldauer Straße, Wagramer Straße, Schrickgasse, etwa U1-Trasse, Alter Donau, Bezirksgrenze 22./21. Bezirk und Neuer Donau, mit knapp 32.000 Wahlberechtigten in 37 Wahlsprengeln – wählten fast 11.000 Menschen VdB, das sind  57,86% und damit 2,46 Prozentpunkte mehr als bei der aufgehobenen Stichwahl (damals waren es 55,40%).

Die Ergebnisse einiger Teilbereiche in diesem Gebiet:

Bruckhaufen (1.175 Wahlberechtigte):  55,53%, plus 3,44 Prozentpunkte. Der nördliche Teil der Siedlung, in dem am 22. Mai noch Norbert Hofer geführt hatte, konnte „umgedreht“ werden.

Mühlschüttel (Gebiet zwischen Freytaggasse, Schlosshofer Straße-Donaufelder Straße, Fultonstraße und Alter Donau;  4.939 Wahlberechtigte):  57,02%, plus 2,66 Prozentpunkte.

„Mengergassen-Viertel“ und Pilzgasse (zwischen Angererstraße, S-Bahn, Umgebung B3, Bessemerstraße, Donaufelder Straße, Patrizigasse und Angererstraße;  4.967 Wahlberechtigte):  55,44%, plus 2,41 Prozentpunkte. Diesmal gingen alle Sprengel an VdB, in einem war am 22. Mai noch Hofer vorne gelegen.

Östlicher Satzingerweg und Umgebung (zwischen Ichagasse, Leopoldauer Straße, Eipeldauer Straße, Bezirksgrenze zum 22. Bezirk, B3 und An der Töllerschanze;  2.668 Wahlberechtigte):  58,20%, plus 1,88 Prozentpunkte.

Im dem betrachteten Stadtteil liegt im 21. Bezirk lediglich ein Gebiet, in dem der FPÖ-Kandidat Norbert Hofer führt:  die Umgebung der „Siemensäcker“ (3 Wahlsprengel mit insgesamt 2.829 Wahlberechtigten, südlich der Siemensstraße und um einen Abschnitt der Leopoldauer Straße). Dort gab es Diskussionen über eine umstrittene Umwidmung, und auch ein nahe gelegenes Flüchtlingsheim erhitzte die Gemüter. Hofer erhielt hier 52,05%, Van der Bellen kam nur auf 47,95% (wenn auch mit einem Plus von 2,82 Prozentpunkten gegenüber der ersten Stichwahl).

Im 22. Bezirk erwähnenswert ist auch noch die „Sun City“ und Umgebung, zwischen der Bezirksgrenze zu Floridsdorf, der Eipeldauer Straße, der Saikogasse und der Donaufelder Straße (3.254 Wahlberechtigte):  Dort kam Van der Bellen auf 57,19%, ein Plus von 1,62 Prozentpunkten.

Im Rudolf-Köppl-Hof, einer östlich angrenzenden Gemeindewohnanlage aus den 1960er-Jahren mit über 1.300 Wohnungen, blieb VdB diesmal knapp vorne, wobei ein Wahlsprengel „blau“ blieb und einer „gedreht“ werden konnte. Und im Donaustädter Sprengel 32, der u.a. die Anlagen der „Kagraner Spange“ und den „Johanna-Dohnal-Hof“ in der Anton-Sattler-Gasse 100 umfasst, steigerte sich Van der Bellen um 3,12 Prozentpunkte auf 62,46%.

Insgesamt gesehen lag VdB in 33 der 37 Wahlsprengel des weiteren Betrachtungsgebiets vorne – gegenüber dem Ergebnis vom 22. Mai wurden drei „umgedreht“ und kein einziger ging verloren.

Der Erfolg des unabhängigen Kandidaten Van der Bellen war, wie schon erwähnt, einer Mobilisierung über die Parteigrenzen hinaus zu verdanken – SozialdemokratInnen, Bürgerliche, Liberale, Linke, Grüne und Parteilose setzen sich für eine Alternative zu einem Rechtsruck, für ein weltoffenes Österreich und für eine Politik des Miteinander statt der Ausgrenzung ein.

Ein vor-weihnachtlicher Wunsch zum Abschluss:
Möge dieser „Geist des Miteinander“ auch nach dem 4. Dezember 2016 noch oft in der Politik zum Tragen kommen!

Das „GrünRaum Donaufeld“-Team

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4. Dezember: Wir wollen uns nicht wundern!

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VIDEO   I am from Austria

STIMMEN für Van der Bellen

UNTERSTÜTZUNGSPLATTFORM für Van der Bellen

Heinz Fischer und Irmgard Griss unterstützen Van der Bellen:   orf.at

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Liebe Österreicherinnen und Österreicher,
ich bitte Sie noch einmal um Ihre Stimme und Ihr Vertrauen. Ich verspreche Ihnen, sorgsam damit umzugehen.

Mein größtes Anliegen ist es, der Bundespräsident für alle Österreicherinnen und Österreicher zu sein. Ich werde immer nach bestem Wissen und Gewissen für das Ansehen unserer Heimat handeln.

Denn Österreich muss ein starkes Land im Herzen Europas bleiben. Und dafür braucht es jetzt vor allem Zusammenhalt, Vernunft und Mut.

Lassen Sie uns gemeinsam an einer guten Zukunft für Österreich arbeiten.

Ich bin bereit. Mehr denn je.
Danke für Ihre Unterstützung,

Ihr Alexander Van der Bellen

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(Sujets: Verein „Gemeinsam für Van der Bellen“)

 

Donaufeld ist „VdB“!

Die Stichwahl für das Amt des Bundespräsidenten am 22. Mai 2016 wird wohl als eine der spannendsten Wahlgänge der 2. Republik in die Geschichte eingehen.

Mit einem Tag Verspätung, nach Auszählung der Wahlkarten, stand fest, dass Alexander Van der Bellen, unabhängiger – von den GRÜNEN, deren Bundessprecher er von 1997 bis 2008 war, unterstützter – Kandidat mit 50,35% der Stimmen zum Präsidenten Österreichs gewählt wurde.

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Alexander Van der Bellen am Wahlabend (Foto: Brigitte Parnigoni).

Im Wahlkampf hatte er vor allem die positive Einstellung zu Europa und das Verbindende betont.  Hier ein Auszug aus seiner  REDE am Abend des 23. Mai:

„In sechs Jahren sollen möglichst alle Menschen in Österreich sagen: Meine Kinder haben eine gute Zukunft. In sechs Jahren sollen möglichst alle Menschen in Österreich sagen können: Ja, mein Blick in die Zukunft ist voller Zuversicht, voller Hoffnung.

Zu meinem Amtsverständnis: Wenn Sie die letzten fünf Monate mitverfolgt haben, werden Sie ja wissen, dass ich immer betont habe, behutsam und bedachtsam mit den Rechten und Pflichten des Bundespräsidenten umzugehen, im Sinne der Republik. Ich werde Österreich nach außen gegenüber Europa, gegenüber der Welt, bestmöglich vertreten und nach innen versuchen, das Verbindende und das Verbindliche nach vorne zu stellen.

Und natürlich will ich auch eine Art Türöffner sein, wie es schon Heinz Fischer getan hat, für die Wirtschaft im Ausland und im Interesse der Arbeitsplätze hier im Inland.

Und ich werde selbstverständlich ein überparteilicher Bundespräsident für alle Österreicherinnen und Österreicher sein. Diese Überparteilichkeit erfordert, dass ich mit heutigem Tag meine Mitgliedschaft bei den Grünen ruhend stelle. Ich möchte auch ab heute daran arbeiten, das Vertrauen der Wähler von Norbert Hofer zu gewinnen, weil es eben meine Überzeugung ist, dass gute Lösungen nur gemeinsam erarbeitet werden können.

Ich möchte dem Land und seinen Menschen dienen. Dafür wird man in der Demokratie schließlich gewählt. Und ich werde ausschließlich nach bestem Wissen und Gewissen handeln und das Wohlergehen Österreichs als oberste Handlungsmaxime betrachten. Ein Land, das viel geleistet hat in der Vergangenheit und Großartiges in der Zukunft leisten wird.

Ich glaube auch an die Zusammenarbeit aller Menschen in diesem Land.“

Der Erfolg in der Stichwahl ist einer einzigartigen Mobilisierung über Parteigrenzen hinweg zu verdanken:  Neben den Grünen engagierten sich Bürgerliche, SozialdemokratInnen, Liberale, Parteiunabhängige und zahlreiche junge Menschen aktiv für ein Österreich des Zusammenhalts und gegen einen „Rechtsruck“.

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Spontane Wahlfeier im Museumsquartier am Abend des 23. Mai 2016  (Foto: Gerhard Jordan).

Das ERGEBNIS im Detail

Die Mehrheit für Van der Bellen kam vor allem durch das sensationelle Abschneiden in Wien zu Stande:  63,32% der Stimmen, und Platz 1 in 22 der 23 Bezirke!  Lediglich in Simmering lag FPÖ-Kandidat Norbert Hofer mit einem Vorsprung von 245 Stimmen an der Spitze.

In Transdanubien, wo Hofer im 1. Wahlgang klar vorne gelegen war, wurde die „Wende“ geschafft:  In der Donaustadt gab es am Ende 54,74% VdB-WählerInnen, in Floridsdorf waren es nach Auszählung der Wahlkarten 51,13%.

In der Umgebung des Stadterweiterungsgebiets Donaufeld lag Alexander Van der Bellen klar über dem transdanubischen Durchschnitt, wie der Sprengelplan auf der Website der Stadt Wien zeigt (Gelb: Van der Bellen;  Blau: Hofer).  Im Gebiet zwischen Fultonstraße, Bessemerstraße, Siegfriedgasse, Satzingerweg, B3, Donaufelder Straße, östlicher Attemsgasse, U1-Trasse und Alter Donau, beiderseits der Bezirksgrenze (10 Wahlsprengel mit insgesamt 8.665 Wahlberechtigten), wählten 60,74% Van der Bellen – 59,37% auf der Floridsdorfer und 62,35% auf der Donaustädter Seite.

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TEILERGEBNISSE in der Umgebung
Auch in den umliegenden „Grätzln“ lag „VdB“ vorne:

Siedlung Bruckhaufen (2 Wahlsprengel mit 1.170 Wahlberechtigten):  52,09%.
Norbert Hofer gewann den Sprengel 125, nördlich der Kugelfanggasse, mit 54,18%.

Mühlschüttel (Gebiet zwischen Freytaggasse, Schlosshofer Straße-Donaufelder Straße, Fultonstraße und Alter Donau;  5 Wahlsprengel mit 4.891 Wahlberechtigten):  54,36%.

„Mengergassen-Viertel“ und Pilzgasse (zwischen Angererstraße, S-Bahn, Umgebung B3, Bessemerstraße, Donaufelder Straße, Patrizigasse und Angererstraße;  6 Wahlsprengel mit 5.004 Wahlberechtigten):  53,03%.
Nur im Wahlsprengel 14 (zwischen Andreas-Hofer-Straße, Siegfriedgasse, Plankenbüchlergasse und Donaufelder Straße) lag FPÖ-Kandidat Hofer mit 50,96% an der Spitze.

Östlicher Satzingerweg und Umgebung (zwischen Ichagasse, Leopoldauer Straße, Eipeldauer Straße, Bezirksgrenze zum 22. Bezirk, B3 und An der Töllerschanze;  3 Wahlsprengel mit 2.639 Wahlberechtigten):  56,32%.

„Sun City“ und Umgebung (22. Bezirk, zwischen der Bezirksgrenze zu Floridsdorf, Eipeldauer Straße, Saikogasse und Donaufelder Straße;  4 Wahlsprengel mit 3.268 Wahlberechtigten):  55,57%.

Jetzt geht es darum, die positive Stimmung des Wahlkampfes, zu der auch der Wechsel im Bundeskanzleramt beigetragen hat, „mitzunehmen“ und die Lösung der drängenden Probleme des Landes konstruktiv anzugehen.

Wir gratulieren unserem neuen Bundespräsidenten herzlich zu seiner Wahl und wünschen ihm viel Erfolg für die kommenden 6 Jahre!

Das Team des GrünRaum Donaufeld

 

NACHTRAG:
Am 1. 7. 2016 hob der Verfassungsgerichtshof das Ergebnis auf Grund formaler Fehler (v.a. Schlampigkeiten bei der Abwicklung der Auszählung der Briefwahlstimmen) auf.
Dabei stellte es jedoch explizit fest, dass keine  Manipulationen stattgefunden hatten!
Dennoch muss die Stichwahl am 4. Dezember 2016 (zunächst war der 2. Oktober geplant) wiederholt werden.