Das war die Wahl 2020 in Donaufeld

Die Wahlen zum Gemeinderat und zu den Bezirksvertretungen Wien am 11. Oktober 2020 brachten Zuwächse der Grünen in Transdanubien:

Auf Gemeinderats-Ebene legten die Grünen in Floridsdorf um 1,68 Prozentpunkte auf 7,99% zu, in der Donaustadt um 1,90 Prozentpunkte auf 9,11%, womit die bisherige Klubvorsitzende der Grünen in der Bezirksvertretung, Heidi Sequenz, ein Grundmandat errang und somit direkt in den Gemeinderat einzog. Die Wahlbeteiligung betrug diesmal – corona-bedingt – nur knapp über 61 bzw. 64% und war durch einen Rekord-Anteil an Wahlkarten-Stimmen (Briefwahl) gekennzeichnet.

Für die Bezirksvertretungen (die auch in Wien lebende EU-BürgerInnen wählen durften) waren 121.675 (21. Bezirk) bzw. 143.548 (22.Bezirk) Personen wahlberechtigt. Inklusive der Briefwahl-Stimmen kamen die Grünen in Floridsdorf auf 9,19% (6.065 Stimmen und ein Plus von 1,89 Prozentpunkten) und in der Donaustadt auf 10,99% (9.152 Stimmen, + 2,45 Prozentpunkte). Damit wurden 5 Mandate im 21. Bezirk (plus 1) und 7 Mandate im 22. Bezirk (plus 2) erreicht.

Beide Klubvorsitzenden der Grünen – Heinz Berger in Floridsdorf und Wolfgang Orgler in der Donaustadt – wohnen im Donaufeld.

 

BLICK AUF DONAUFELD

Die Bezirksvertretungs-Ergebnisse für das Gebiet Donaufeld und Umgebung sollen hier etwas genauer betrachtet werden.

Das „Kerngebiet“ der seit ca. Ende der 1990er-Jahre laufenden Stadtentwicklung zwischen der Fultonstraße, dem nördlichen Bereich der Donaufelder Straße (bis ca. Satzingerweg/B3), ca. der östlichen Attemsgasse und U1-Trasse und der Alten Donau besteht aus insgesamt 11 Wahlsprengeln in beiden Bezirken und hatte 10.782 Wahlberechtigte (ein Plus von 984 gegenüber 2015).  Bei der Urnenwahl abgegeben wurden diesmal jedoch nur 3.399 Stimmen (31,5%), davon 3.322 gültige.

Das Ergebnis:

SPÖ:  43,38%  (2015: 38,21%)

GRÜNE:  15,71%  (2015: 15,44%)

ÖVP:  15,26%  (2015: 6,00%)

FPÖ:  8,52%  (2015: 31,05%)

NEOS:  6,89%  (2015: 5,36%)

Team HC:  3,58%  (2015: n.k.)

BIER:  2,29%  (2015: n.k.)

WIFF:  1,48%  (2015: 1,99%)

SÖZ:  1,41%  (2015: n.k.)

LINKS:  1,26%  (2015: 0,90%)

Andere:  0,21%  (2015: 1,05%)

Wegen der geringen (Urnen-)Wahlbeteiligung erhielten mit Ausnahme der ÖVP alle Parteien, die auch schon 2015 kandidiert hatten, weniger absolute Stimmen als damals.


„Enges Zielgebiet“ Donaufeld:  Leopoldauer Haide (Blick Richtung Mühlschüttel) oben, Attemsgasse (vom Kirschblütenpark gesehen) unten  (Fotos: G. Jordan).

Die größten Verluste erlitt die FPÖ mit einem Minus von 22,53 Prozentpunkten, davon profitieren konnten vor allem die ÖVP (+9,26), die SPÖ (+5,17) und das von den Freiheitlichen abgespaltene Team HC Strache (3,58%).

Die Grünen legten – wohl auch wegen der kontroversen Diskussionen rund um die geplante Verbauung des Donaufelds („Quartier An der Schanze“) – nur leicht um 0,27 Prozentpunkte zu, konnten jedoch Platz 2 hinter der SPÖ erringen, weil die FPÖ auf Platz 4 abrutschte und die ÖVP knapp „auf Distanz gehalten“ werden konnte.

Der „Rekord-Sprengel“ war einmal mehr jener mit der „Autofreien Mustersiedlung“, wo die Grünen mit 27,88% zwar wie 2015 hinter der SPÖ lagen, aber laut Berechnungen des Institutes SORA unter Zurechnung der Wahlkarten (28,9% der Wahlberechtigten im Sprengel hatten eine solche beantragt) vermutlich knapp den Platz 1 errungen hätten. Auch im Donaustädter Sprengel 20, der das Gebiet zwischen Kirschblütenpark und Attemsgasse umfasst, wurde mit 20,13% ein überdurchschnittliches Ergebnis erreicht.

GRÄTZL IN DER UMGEBUNG

In den Bezirksteilen rund um das „Kerngebiet“ wurden die folgenden Ergebnisse erzielt:

Siedlung Bruckhaufen (2 Sprengel mit insgesamt 1.291 Wahlberechtigten):  12,63% bei einem Zuwachs von 1,75 Prozentpunkten gegenüber der Bezirksvertretungswahl 2015. Nur in diesem der untersuchten Teilgebiete lag die SPÖ unter der 40%-Marke (35,64%), die FPÖ verlor 28,47 Prozentpunkte und fiel hinter die Grünen zurück. Die ÖVP schnitt mit 24,64% sehr gut ab, auch das NEOS-Ergebnis (6,72%) liegt über dem Durchschnitt.


Blick auf die Siedlung Bruckhaufen (vorne) und den Mühlschüttel (nördlich der Alten Donau).

Mühlschüttel und Umgebung (6 Sprengel mit 6.587 Wahlberechtigten):  Die 8,35% waren ein Rückgang von 2,06 Prozentpunkten gegenüber 2015. Der „grünste“ Sprengel in diesem Grätzl ist das Gebiet um den Kinzerplatz mit 11,39%. Eines ihrer relativ „besten“ Ergebnisse – dennoch aber mit einem Minus von 22,79 Prozentpunkten auf 10,57% – hatte hier die FPÖ, auch die Liste WIFF („Wir für Floridsdorf“) schnitt mit 4,42% weniger schlecht ab als in den Nachbar-Grätzln.

Mengergassen-Viertel und Umgebung der Pilzgasse (6 Sprengel mit 5.890 Wahlberechtigten):  Hier gelang den Grünen, die sich u.a. für Baumpflanzungen im Straßenraum dieses Grätzls einsetzen, ein Zuwachs um 2,27 Prozentpunkte auf 10,17%. Ihren größten Zuwachs im untersuchten Gebiet hatte hier auch die SPÖ mit + 8,15 Punkten auf 45,99%.

Im Gebiet um die Mengergasse gab es Zuwächse der Grünen.

Donaufeld-Nordost und Umgebung (7 Sprengel mit 8.135 Wahlberechtigten):  Die 8,64% Grün-Stimmen bedeuten einen Zuwachs von 0,69 Prozentpunkten. Dieser Bezirksteil ist flächenmäßig relativ groß und heterogen:  Er umfasst die Einfamilienhaus-Siedlung Steinheilgasse, das wegen der Wohnungs-Neubauten umstrittene Gebiet der „Siemensäcker“, mehrere Gemeinde- und Genossenschaftswohnanlagen entlang der Leopoldauer Straße, die sogenannte „Edelstein-Siedlung“, das 90er-Jahre-Neubaugebiet zwischen Kefedergrundgasse und Josef-Baumann-Gasse, die seit 2016 bebauten „Schicht-Gründe“ zwischen Satzingerweg und B3 und die VetMed.


Teil des Gebiets nordöstlich von Donaufeld:  Neue Wohnanlagen am Georg-Schicht-Platz.

Die besten Grün-Sprengel sind das Gebiet um die Viehtriftgasse (12,96%), die Umgebung der „Edelstein-Siedlung“ (12,10%) und die Wohnanlagen um den Georg-Schicht-Platz (10,42%). Während die FPÖ fast 29 (!) Prozentpunkte verlor (auf 10,34%), kam das Team Strache hier auf 5,82% der Stimmen.

Im 22. Bezirk sei noch das Gebiet um die „Sun-City“ östlich der VetMed – zwischen Donaufelder Straße und Eipeldauer Straße – erwähnt (4 Sprengel mit 3.676 Wahlberechtigten):  Die Grünen kamen dort auf 9,53%, dies ist ein Minus von 1,05 Prozentpunkten gegenüber 2015. Im Vergleich zu den anderen erwähnten Grätzln schnitten hier die ÖVP (21,45%), die FPÖ (12,89%) und die Bierpartei (3,11%) relativ gut ab.


Die „Sun City“ im 22. Bezirk, errichtet ab Mitte der 1990er-Jahre, u.a. mit Solaranlagen auf den Dächern der Wohnanlagen.

Und im Bereich der sogenannten „Kagraner Spange“ mit dem östlichsten Teil der Donaufelder Straße um den St. Wendelin-Platz (der Sprengel 32 mit 1.215 Wahlberechtigten) erreichten die Grünen 16,10% (+0,53 Prozentpunkte), was Platz 2 hinter der SPÖ bedeutete.

AUSBLICK

Wie bereits erwähnt, lässt sich ein Vergleich mit der Wahl 2015 nur sehr bedingt ziehen, weil die Anzahl der (NICHT den Sprengelergebnissen zugeordneten!) Wahlkarten extrem gestiegen ist. Vermutlich wäre der Anteil der Grünen in den Grätzln etwas besser, weil er bei den Briefwahl-Stimmen deutlich höher ist als bei der Urnenwahl.

Dass die Frage der Stadterweiterung eine Rolle beim Wahlverhalten gespielt hat, lässt sich wohl annehmen. Von „politischen Mitbewerbern“ wurde massiv versucht, die Grünen als „Betonierer“ hinzustellen – teilweise sogar von der Mehrheitspartei, obwohl zahlreiche ihr nahe stehende Bauträger am „Quartier An der Schanze“ beteiligt sind. Von den Grünen wurde schon lange vor der Wahl, nicht zuletzt angesichts der Corona-Krise, ein Umdenken bei der weiteren Entwicklung des westlichen Teils des Stadterweiterungsgebiets Donaufeld gefordert („Donaufeld neu denken“). Auch aus der Zivilgesellschaft kommen ähnliche – noch weiter gehende – Forderungen.

An diesem Konzept werden die Floridsdorfer und Donaustädter Grünen weiterarbeiten, und einige „schön klingende“ Aussagen im Rot-Pinken Regierungsprogramm (z.B. „Weniger Beton und Asphalt, mehr Grünraum“, „maßvollere Dichte bei Stadterweiterungen“, etc.) immer wieder einfordern – gerade auch im Bezug auf die Zukunft des Donaufelds!

Dass die Freigabe der Mittel für die Stadtstraße Aspern, durch die gewaltige Flächen für eine 4spurige, Stadtautobahn-artige Schneise durch die Donaustadt versiegelt werden, einer der ersten Akte der „Punschkrapferl-Koalition“ war, lässt bereits die Kluft zwischen Ankündigung und realer Politik erahnen…

Donaufeld vor Ort und im Gespräch

Die Grünen Floridsdorf luden zu zwei Veranstaltungen, die sich mit der Zukunft des Donaufelds beschäftigen:

Beim DONAUFELD WALK am 25. September 2020 – Treffpunkt: 16 Uhr, Ecke Fultonstraße/Donaufelder Straße – können bei einem Spaziergang die Vielfalt des Donaufelds und seine Qualitäten erfahren werden. Wir werden dabei sowohl den künftigen Teil des Stadtentwicklungsgebiets besichtigen als auch den Grünzug sowie das bereits gewidmete Gebiet „An der Schanze“.

In der Woche darauf, am 1. Oktober 2020 um 18:30 Uhr, gibt es Gelegenheit, mit den Grünen und mit Interessierten über Strategien für das Donaufeld zu sprechen.  Ort:  Raum „Aquarium“ im Hof der „Autofreien Mustersiedlung“, Nordmanngasse 25-27, 1210 Wien.

Das Freiraumkonzept Donaufeld ist vielen AnrainerInnen nicht egal

Heftige Diskussionen beim „Stadttratsch“ An der Schanze

Am 26. August 2020 nutzten viele Interessierte die Einladung des Stadtteilmanagement Donaufeld, um ihrem Unmut über die geplante Bebauung im östlichen Teil des Stadtentwicklungsgebiets Donaufeld Ausdruck zu verleihen.

Die beiden Landschaftsplaner Joachim Kräftiger und Samuel Bucher kamen kaum dazu, wie geplant das „Freiraumkonzept für das Quartier An der Schanze“ vorzustellen, da die von den Organisatoren René Ziegler und Denis Witzke von der Gebietsbetreuung gestellte Eingangsfrage „Wie grün bleibt das Donaufeld?“ eine Grundsatzdiskussion auslöste.


Kontroverse Diskussionen beim „Stadttratsch“ (Fotos: Heinz Berger).

Als jemand der Anwesenden vorschlug, lieber bereits versiegelte Flächen (Parkplätze und Supermärkte) zu überbauen, griff die grüne Bezirksrätin Gabriele Tupy den Hinweis auf, um eine Liste von über hundert Supermärkten in Floridsdorf, die überbaut werden könnten, an SPÖ-Bezirksrat Dieter Preinerstorfer zu übergeben, der in Vertretung des Bezirksvorstehers an der Veranstaltung teilnahm.

Bezirksrätin Gabriele Tupy überreicht ihre Recherchen zu möglichen Supermarkt-Überbauungen in Floridsdorf.

In der Folge entspann sich eine sehr angeregte Diskussion über eine veröffentlichte Interview-Aussage von Bezirksvorsteher Papai zum Donaufeld: „Wenn man die Wohnungen nicht braucht, hat man mit mir den ersten Kämpfer dafür, dass man dort nicht baut.“

Da bisher die Anzahl der 6.000 hier geplanten Wohnungen absolut nicht diskutierbar war, freuen wir uns sehr über diesen Schwenk des Bezirksvorstehers und treten gerne in Verhandlungen über den Erhalt von mehr Grünflächen für die lokale Nahversorgung mit frischem Gemüse ein!

Bezirksrat Heinz Berger

Leistbarer Wohnraum im Donaufeld

Am 29. Juli 2020 fand ein sogenannter „Stadttratsch“ zum Thema „Leistbarer Wohnraum im Donaufeld“ statt, in dem über den aktuellen Stand der Entwicklung im Quartier „An der Schanze“ berichtet wurde.

Ungefähr 25 Personen fanden sich ein und wurden von zwei VertreterInnen des Stadtteil-Managements der Gebietsbetreuung sowie von zwei ExpertInnen der Internationalen Bauausstellung (IBA) Wien 2022 an Hand von Plänen und Unterlagen informiert. Baubeginn soll Frühjahr/Sommer 2021 sein, wobei auf ein übergreifendes Management verwiesen wurde, damit die Bau-Belastung für alle AnrainerInnen nur möglichst kurz erfolgt.


Die erste von vier sommerlichen „Stadttratsch“-Veranstaltungen des „Stadtteilmanagement Donaufeld“  (Fotos: Molly Wurth).

Die vorliegenden Pläne aus dem Bauträgerwettbewerb lassen durchaus soliden sozialen Wohnbau erwarten. Neben den Anforderungen an leistbaren Wohnraum, speziell für Alleinerziehende, steht für uns natürlich auch der Freiraum zwischen den einzelnen Bauprojekten im Fokus. Hier wünschen wir uns zugängliche Grünflächen, Möglichkeiten für Urban Gardening, Spiel- und Ereignisplätze für Jung und Alt und schattige Aufenthaltsmöglichkeiten. Generell wurde von mehreren AnrainerInnen gefordert, die Versiegelung des besonders fruchtbaren Schwemmlandbodens so gering wie möglich zu halten.

Weiters ist uns sehr wichtig, dass auch die in der Flächenwidmung festgelegten Qualitäten, wie eine nachhaltige Energieversorgung, flexible und umweltfreundliche Mobilität, Begrünung der Gebäude realisiert werden. Hier würde man bei einem Projekt der IBA durchaus ambitioniertere Pläne erwarten, als bisher vorliegen.

Im zentralen Ereignisband sind in der Erdgeschoßzone Geschäfte und Dienstleistungs-Unternehmen und soziale Einrichtungen geplant, um eine gute Versorgung und einen lebendigen Stadtteil zu gewährleisten. Wünschenswert sind auch Gastronomie und natürlich attraktive Aufenthaltsorte ohne Konsumzwang.

ExpertInnen standen für Auskünfte zur Verfügung.

Diskussionen gab es auch über die Zugänglichkeit des westlich des Quartiers gelegenen Grünzugs Donaufeld. Wir bemühen uns darum, dass die Flächen schrittweise von der Stadt erworben bzw. auf andere Weise der Nutzung durch die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Ein erster Schritt auf diesem Weg ist eine möglichst durchgehende Durchwegung des Grünzugs.
Dieses Thema wird beim nächsten Stadttratsch am 26. August im Zentrum der Gespräche stehen.

Wolfgang Orgler/Grüne Donaustadt und Heinz Berger/Grüne Floridsdorf

Bezirksvertretungswahlen 2020: Grüne KandidatInnen aus dem Donaufeld

So viele grüne Donaufelder KandidatInnen wie noch nie werden in Transdanubien für die Bezirkvertretungswahlen am 11. Oktober 2020 an wählbarer Stelle stehen. Wir stellen einige von ihnen vor.
Im 21. Bezirk treten neben Spitzenkandidat Heinz Berger u.a. Gerda Daniel (Platz 2), Molly Wurth (7.) und Jürgen Habringer (11.) an, im 22. Bezirk als Spitzenkandidat Bezirksrat Wolfgang Orgler.

Und Heidi Sequenz, bisher Klubvorsitzende der Grünen im 22. Bezirk und als Kaisermühlnerin immer wieder auch am „anderen Ufer der Alten Donau“ engagiert, hat beste Chancen, die erste grüne Frau aus Transdanubien zu werden, die den Einzug in den Wiener Gemeinderat schafft.


Heinz Berger
Seit 2015 Bezirksrat, seit Frühjahr 2018 auch Klubvorsitzender. Spitzenkandidat der Grünen Floridsdorf für die Bezirksvertretungswahl 2020.
Er wohnt im Margarete-Schütte-Lihotzky-Hof und war Mitbegründer und langjähriger Sprecher der Donaufelder BürgerInneninitiative, wo er sich für Verkehrsberuhigung, umweltfreundliche Mobilität und nachhaltige Stadtentwicklung einsetzte. Seine politischen Schwerpunkte sind Klimaschutz, Stadtentwicklung, Mobilität und ein menschliches Miteinander.

Gerda Daniel
Lebt seit 20 Jahren in der „Autofreien Mustersiedlung“.
Landete über ihre berufliche Tätigkeit als selbständige Moderatorin und Organisationsberaterin bei den Floridsdorfer Grünen. Darüber hinaus arbeitet sie als Geschäftsführerin bei der „arge region kultur“ und ist ehrenamtlich als Obfrau der im Donaufeld seit 1875 (!) ansässigen Chorvereinigung Nordbahnbund tätig.
Besonders am Herzen liegen ihr die Erhaltung von zugänglichem Grünraum und möglichst vieler fruchtbarer landwirtschaftlicher Flächen im Donaufeld sowie ein vielfältiges und lebendiges Kulturangebot im Bezirk. Floridsdorf ist für Gerda Daniel die ideale Mischung aus Stadt und Dorf – deshalb liebt sie es, hier zu wohnen und sich zu engagieren.


Donaufelder KandidatInnen für die Bezirksvertretungswahl Floridsdorf,  v.l.n.r.:  Molly Wurth, Jürgen Habringer, Gerda Daniel, Heinz Berger  (Foto: Klaus Pahlich).

Molly Wurth
Bewohnerin des „Kluger-Hof“ auf dem Kinzerplatz.
„Ganzjahres-Radlerin“, gerechtigkeitssüchtig, frech & grün.
Gemeinsam mit den Floridsdorfer Grünen bemüht sie sich als Aktivistin, Mentorin und Mitglied der Bezirks-Wohnungskommission, ihrem Ziel ein Stück näher zu kommen: dem GUTEN LEBEN FÜR ALLE.

Jürgen Habringer
Tätig im Bereich Marketing und Kommunikation.
Da er auch mit dem Mobilitätsbereich beruflich zu tun hat, liegen ihm vor allem die Themen Erneuerbare Energie, E-Mobilität und nachhaltiger Stadtverkehr am Herzen. Als „Neo-Donaufelder“- er wohnt in der Anlage Scheffelstraße auf dem Mühlschüttel – setzt er sich dafür ein, den Menschen wieder in den Mittelpunkt der Politik zu stellen.

 

Wolfgang Orgler
Selbstständiger Unternehmensberater im Bereich IT, wohnt seit 2013 in Kagran, gleich neben dem Donaufeld. Seit Anfang 2019 Bezirksrat der Grünen Donaustadt, Spitzenkandidat für die Bezirksvertretungswahl 2020.


Wolfgang Orgler, Spitzenkandidat der Grünen Donaustadt  (Foto: Grüne Wien).

Er ist Mitglied im Finanzausschuss, der laufend über die notwendigen Finanzierungen in der Donaustadt berät und die entsprechenden Gelder freigibt. Eine verantwortungsvolle Aufgabe, beträgt doch das Bezirksbudget mehr als 25 Millionen Euro jährlich. Ein besonderes Anliegen ist Wolfgang Orgler der Kirschblütenpark, denn viele Wünsche und Ideen der AnwohnerInnen kennt er von Hausbesuchen und direkten Gesprächen.

Im 22. Bezirk kandidiert auf Platz 11 auch noch Marion Mihatsch, die in der Nähe des Kirschblütenparks (Nippongasse) wohnt.

Gemeinderats-Kandidatin Heidi Sequenz im Gespräch

Mag.a Heidi Sequenz, Lehrerin für Englisch, Geschichte und Sport an einer AHS in Kagran, lebt seit 1999 im „Wohnpark Donaucity“, wo sie sich seit Anbeginn für die Anliegen der BewohnerInnen engagiert und u.a. ein Nachbarschaftsgarten-Projekt initiiert hat. 2010 kandidierte sie für die Donaustädter Grünen bei der Bezirksvertretungswahl und wurde Bezirksrätin, 2013 auch Klubvorsitzende. Am 15. Februar 2020 wurde sie bei der Landesversammlung der Wiener Grünen auf Platz 10 der Liste für die kommende Gemeinderatswahl gewählt. Sie ist auch Spitzenkandidatin der Gemeinderats-Regionalwahlkreisliste in der Donaustadt und steht auf Platz 3 in Floridsdorf. Das „GrünRaum Donaufeld“-Team interviewte sie.

Welchen Bezug hast du zum Donaufeld?

Als „zugezogene“ Donaustädterin war mein erster Blick auf das Donaufeld vom Donauturm aus. Ich wohnte ja vorher im 4. und 8. Bezirk und kannte die Landwirtschaft über der Donau nur von Erzählungen. Eine diese Geschichten war, „Transdanubien kann die ganze Stadt mit Gemüse versorgen“. Ich weiß nicht ob das stimmt, aber als ich damals auf diese riesige Fläche blickte, konnte ich es mir ein wenig besser vorstellen. Als Gründerin einer BewohnerInnen-Initiative in der „Donaucity“ kam ich früh mit anderen BürgerInneninitiativen in Kontakt – darunter jener im Donaufeld, wo sich Heinz Berger für nachhaltigen Verkehr einsetzte. Ab 2009 war ich auch immer wieder bei Veranstaltungen im damaligen „GrünRaum Donaufeld“-Lokal in der Tokiostraße dabei.


Das Donaufeld mit der Leopoldauer Haide vom Donauturm gesehen  (Foto: Heidi Sequenz).


Was waren da deine Hauptanliegen?

Wir haben uns für ein Rasengleis in der Tokiostraße eingesetzt, später war ich bei Kundgebungen zur Erhaltung des „Hopf-Hauses“ in der Donaufelder Straße dabei. Leider wurde es trotz aller Proteste abgerissen. Heute wäre das nicht mehr so leicht möglich, denn nun ist auch der Abbruch aller Gebäude, die vor 1945 errichtet wurden, genehmigungspflichtig. Vor allem die Erweiterung des Kirschblütenparks war mir wichtig, und dessen Gestaltung. Im Sommer 2015 organisierten wir Grüne dort ein wunderbares Fest und feierten mit den AnrainerInnen.

Was nimmst du dir als Gemeinderätin vor?

Ein zentrales Thema wird die Mobilität sein und eine bessere Versorgung Transdanubiens mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Genauso wichtig ist mir qualitative Stadtentwicklung. In das neue „Leitbild Grünräume“ wurde auch der Grünzug Donaufeld aufgenommen. Wie schon erwähnt, beeindruckte mich gleich beim ersten Blick auf das Donaufeld die Stadtlandwirtschaft. Diese soll nach Möglichkeit erhalten bleiben – ich teile da nicht die Meinung eines gewissen Bezirkspolitikers der meinte, er „brauche keine Radieschen mit U-Bahn-Anschluss“. Für den öffentlichen Raum braucht es Aufenthaltsqualitäten – für Menschen, nicht für parkende Autos.

Welche Herausforderungen für Transdanubien siehst du?

Die Einzigartigkeit der Gegend – ein Blick über die Alte Donau sagt alles – soll bewahrt werden, die Stadtentwicklung muss nachhaltig sein: die Nahversorgung erhalten, z.B. durch belebte Erdgeschoßzonen mit Geschäften bei Neubauten. Ich werde mich dafür einsetzen, dass Transdanubien stärker in den Focus der Stadtpolitik rückt. Dieser wunderbare Teil von Wien hat Besseres verdient. Als Gratisparkplatz für Autos aus aller Herren Länder hat es lange genug herhalten müssen. Mein Traum wäre, dass alle diese jetzt verstellten Plätze entsiegelt und begrünt werden, mit Bankerln wo die Leute wieder zusammenkommen können.

Danke für das Gespräch.

„Treibhaus Donaufeld“ – die umtriebige Baugruppe

Die umtriebige Baugruppe „Treibhaus Donaufeld“, die derzeit aus 35 Mitgliedern mit 18 Kindern besteht, hat nun schon die erste Wohnungsvergabe hinter sich.

Etwa 50% der verfügbaren Wohnungen sind reserviert und es wird in Zusammenarbeit mit den Sandbichler Architekten eifrig an individuellen Grundrissoptimierungen getüftelt. Die zweite Gruppenerweiterungsphase hat im Mai 2020 begonnen und die Neuinteressent*innen werden bei ihrem Schnupper-Weg durch den Verein intensiv betreut. Es gibt viel Neues zu entdecken.

Das Wachstum des Vereins und der Pläne des Hauses zu begleiten, ist spannend und fordernd. Die Vereinsmitglieder sind gerne und mit Eifer bei der Sache.

Info:  www.treibhausdonaufeld.at

 

Infotafeln über die Baugruppe „Treibhaus Donaufeld“ bei der Ausstellung „Quartier An der Schanze“ des Wohnfonds Wien Anfang März 2020. (Fotos: G.J.)

„Leitbild Grünräume“ beschlossen!

Das „Leitbild Grünräume neu“ ist ein Meilenstein in der Wiener Grünraumplanung.  Damit sichert und erweitert Wien nachhaltig Grün- und Freiräume für die Stadt.

Grünräume leisten einen wesentlichen Beitrag zur Anpassung an den Klimawandel und indirekt auch zum Klimaschutz. Wien setzt mit dem „Leitbild Grünräume neu“, das am 24. Juni 2020 von Rot-Grün im Gemeinderat beschlossen wurde, einen wichtigen Schritt zur langfristigen Sicherung und Weiterentwicklung der vielfältigen und wertvollen Grünräume und Wasserflächen in der Stadt. Das Leitbild, das federführend von der Abteilung für Stadtentwicklung und Stadtplanung (MA 18) erstellt wurde, schafft Planungssicherheit für das gesamte Stadtgebiet, in dem unterschiedliche Grünraumkategorien definiert und festgeschrieben werden.

Wien hat mit über 50 Prozent bereits jetzt einen sehr hohen Grünanteil. Mit dem neuen Leitbild stellen wir sicher, dass auch in Zukunft Wälder, Wiesen und Parks erhalten und neu geschaffen werden. Mit dem Konzept, das heute im Ausschuss beschlossen wird, können wir den Wohnraum besser und im Einklang mit den Bedürfnissen der BewohnerInnen unserer Stadt planen. So werden wir auch in Zukunft die grünste Stadt der Welt bleiben.

Konkret werden Bereiche gekennzeichnet, in denen in alle Zukunft keine Siedlungsentwicklung stattfinden darf und solche, die langfristig von der Siedlungsentwicklung ausgenommen sind. Dadurch schafft es planerische Grundlagen für die Stadtteilplanung und die Erstellung von Flächenwidmungs- und Bebauungsplänen. Die als „Wiener Immergrün“ bezeichneten Flächen sind für immer als hochwertige Grünräume geschützt. Sie sind prinzipiell frei von Bebauung; ausgenommen bauliche Einrichtungen für Erholung oder Forst- und Landwirtschaft.

Aber es werden auch Flächen, die zu Grünräumen entwickelt werden, wenn sich die derzeitige Nutzung ändert („Zukunftsgrün“) ausgewiesen, das Wiener Freiraumnetz und andere Kategorien.

Der zentrale Donaufeld-Grünzug ist übrigens als „Immergrün“ ausgewiesen und damit nach der Widmung vom Dezember 2017 noch durch einen weiteren Beschluss in seinem Bestand gesichert.

Gemeinderat Peter Kraus, Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung  (Foto: Grüne Wien)