Meilenstein „Leitbild Grünräume“

1905 wurde der sogenannte „Wiener Wald- und Wiesengürtel“ vom damaligen Gemeinderat einstimmig beschlossen. Damals sicherte die schnell wachsende Stadt im Westen den Wienerwald.

Zum einen weil er als Naherholungsgebiet dienen sollte, zum anderen aber auch für die „Durchlüftung“ der Stadt – in Wien kommt der Wind meist aus dem Westen, was bis heute an heißen Sommertagen für eine Abkühlung mit frischer Luft aus dem Wienerwald sorgt.

Knapp 115 Jahre später treffen wir eine historische Entscheidung und legen für das gesamte Stadtgebiet Zonen fest, in denen zukünftig eine Siedlungsentwicklung ausgeschlossen ist. Dort wird Grünraum für die nächsten Generationen erhalten und in manchen Gebieten sogar ausgebaut (beispielsweise wenn Gärtnereien oder Glashäuser einmal nicht mehr gebraucht werden sollten.)

Das Leitbild Grünräume beinhaltet auch das Wiener Freiraumnetz. Ein engmaschiges Netz, das sich durch die Gassen und Straßen der Stadt zieht und von jedem Wiener, von jeder Wienerin in maximal 250 Metern erreichbar sein soll. Das kann von begrünten Straßen bis zu über 100 Meter breiten Landschaftsräumen gehen. Dieses Freiraumnetz stellt sicher, dass es begrünte Verbindungen zu den großen Grünräumen der Stadt gibt.

In neuen Stadtentwicklungsgebieten sollen darüber hinaus große Stadtparks mit über 10 Hektar Fläche entstehen.

Gegen den Flächenfraß

Der Wildwuchs an Bodenversiegelung ist eine große Herausforderung. Täglich wird in Österreich eine Fläche von 20 (!) Fußballfeldern verbaut – für Gebäude, Gewerbegebiete und Verkehrsflächen. Wien ist hier eine Ausnahme in Österreich. Nicht nur haben die Wienerinnen und Wiener den niedrigsten Bodenverbrauch pro Kopf, er nimmt auch ab – und zwar um 15% zwischen den Jahren 2005 und 2017.

Wenn wir verhindern wollen, dass die Bodenversiegelung ungesteuert weitergeht, dann müssen wir auf zwei wichtige Säulen setzen: Zum einen weiterhin eine urbane, dichte Bauweise in Wien verfolgen. Die städtische Bauweise in Wien ist in Sachen Energie, Bodenverbrauch, Klimaverträglichkeit, usw. um ein Vielfaches besser als ein Wildwuchs an Reihenhaussiedlungen im Speckgürtel. Zum anderen der langfristige Schutz von Grünräumen, welchen wir mit dem Leitbild Grünräume nun sicherstellen.

Die nächsten Schritte

Das „Leitbild Grünräume“ wurde in der nächsten Stadtentwicklungskommission am 10. Dezember 2019 beschlossen. Der finalisierte Plan wird 2020 den Gremien zum politischen Beschluss vorgelegt. Das detaillierte Leitbild wird nach dem Beschluss veröffentlicht und gilt dann als Grundlage für alle weiteren Planungen und Projekte in Wien.

Gemeinderat Peter Kraus,  Planungssprecher der Wiener Grünen und Vorsitzender des Gemeinderatsausschusses für Stadtentwicklung, Verkehr, Energieplanung und BürgerInnenbeteiligung

 

Das Donaufeld-Stadtteilmanagement geht in die „Winterpause“

Am 29. Oktober 2019 verabschiedete sich das „Stadtteilmanagement Donaufeld“ in die „Winterpause“:  Beim Infopoint Ecke An der Schanze/Dückegasse konnten Interessierte bei Maroni und Tee zum „Saisonabschluss“ Gespräche führen und erhielten die 20-seitige Publikation „Das Donaufeld machen. Perspektiven einer Stadtentwicklung“, die einige Grundlagen der Planungen zusammenfasst.


Tee und Maroni zum „Saisonausklang“ des Stadtteilmanagements Donaufeld  (Fotos: G. Jordan).

Derzeit wird ja das Quartier „An der Schanze“ zwischen der Dückegasse (Bezirksgrenze Floridsdorf-Donaustadt) und dem Grünzug Donaufeld entwickelt. Beides wurde vom Wiener Gemeinderat am 15. Dezember 2017 gewidmet.

Auf 10 Bauplätzen entstehen ca. 1.500 großteils geförderte Wohnungen für rund 3.300 Menschen. Im Mai 2019 hat eine Jury die GewinnerInnen des Bauträgerwettbewerbs ermittelt, danach folgte die „dialogische Phase“.  Im Frühjahr 2020 soll die Wettbewerbsentscheidung im Rahmen einer Ausstellung (möglicherweise vor Ort, also beim Info-Container) präsentiert werden. Der Baubeginn ist für Mitte 2021 vorgesehen, die Fertigstellung im Jahr 2023.

Die „Gebietsbetreuung Stadterneuerung“ für die Bezirke 21 und 22 (GB*nord), die 2018 das seit 2013 bzw. 2014 laufende Beteiligungsverfahren übernahm, hatte im Jahr 2019 mehrere Veranstaltungen zur Information und Beteiligung im Donaufeld angeboten, so z.B. eine  Erkundungstour im Rahmen der „Architekturtage 2019“  am 25. Mai, eine Bestandsaufnahme mit ExpertInnen unter dem Titel „Donaufeld – quo vadis?“ am 25. Juni, einen kostenlosen Fahrrad-Check am 9. Juli und eine naturkundliche Führung „Expedition Donaufeld“ durch die lokale Flora und Fauna am 17. September mit dem Wildbiologen Marcus Zuba.

Bei den meisten Veranstaltungen standen kompetente Fachleute vom Büro „raumposition“, vom Wohnfonds Wien, von der IBA_Wien 2022 (Internationale Bauausstellung), von Dienststellen der Stadt Wien usw. für Auskünfte zur Verfügung.

Interessant ist, dass die angebotenen Termine zunehmend auch von Menschen wahrgenommen werden, die sich für die neuen Wohnungen im künftigen „Neu-Donaufeld“ interessieren – sowohl solche, die bereits im 21. oder 22. Bezirk wohnen, als auch solche vom „anderen Ufer der Donau“.

Der Infopoint Ecke An der Schanze/Dückegasse wird auch 2020 wieder eine Anlaufstelle vor Ort sein, und das Stadtteilmanagement Donaufeld begleitet weiterhin das „Zusammenwachsen“ des bestehenden und des neuen Stadtteils, sammelt Ideen und Anregungen und lädt zu unterschiedlichen Aktionen ein.

Kontakt:  E-Mail  nord@gbstern.at , Tel. 01/270 60 43 (Stadtteilbüro für die Bezirke 21 und 22 am Floridsdorfer Markt),  Web:  https://www.gbstern.at/themen-projekte/stadtteilmanagement-in-neubaugebieten/stadtteilmanagement-donaufeld/ .

Gerhard Jordan

„Expedition“ zur Flora und Fauna des Donaufelds

Organisiert von der „Gebietsbetreuung Stadterneuerung“ für den 21. und 22. Bezirk (GB*nord), fand am 17. September 2019 ein „Impulstag“ statt, bei dem die Pflanzen- und Tierwelt des Donaufelds erkundet werden konnte.

Start der „Expedition“ beim Infopoint Donaufeld  (Fotos: Gerhard Jordan).

Rund ein Dutzend Interessierte begaben sich – ausgerüstet mit „Insektenbechern“ – auf die naturkundliche Expedition mit dem Wildbiologen und Waldpädagogen Marcus Zuber und der bei zahlreichen Nachbarschaftsgarten-Projekten helfend beteiligten Landschaftsplanerin Susanne Staller.


Wildbiologe Marcus Zuber mit einem „Insektenbecher“.

Obwohl im Donaufeld keine Wildschweine vorkommen, war eine der ersten Fragen an den Wild-Experten, wie man/frau sich bei der Sichtung eines solchen Tiers verhalten solle. In der Regel sind sie friedlich, so Zuber, aber sollte es sich um eine Bache mit Frischlingen handeln, denen man zu nahe kommt, besser nicht in Panik davonlaufen (denn das Schwein ist schneller), sondern stehen bleiben und dann ruhig nach rückwärts weichen.

Nach dieser theoretischen Einleitung folgte die Praxis in Form eines Rundgangs durch die Vegetation in der Nähe des Infopoints Dückegasse/An der Schanze. Schon die Brennnesselstauden erwiesen sich als vielfältiger Lebensraum, von Käfern bis Raupen.

„Inspizierung“ der Brennnesselstauden und ihrer „Bewohner“.

Es dauerte nur wenige Minuten, bis sich ein schwarzer, langgestreckter Laufkäfer in einem Insektenbecher fand und nach Betrachtung durch die Vergrößerungs-Linse wieder freigelassen wurde. Auch verschiedene Arten von Marienkäfern wurden registriert. Schlangen wurden diesmal nicht gesichtet, obwohl einige, laut Marcus Zuber, nicht nur die Sonne lieben, sondern auch Feuchtigkeit – z.B. die ungiftige Äskulapnatter, die auch in Auwäldern anzutreffen ist und gerne Mäuse jagt.

Bei den Pflanzen ragt vor allem die Kanadische Goldrute im wahrsten Sinne des Wortes heraus, wegen ihres hohen Wuchses. Als Ruderalpflanze ist sie (mit ihren buschigen, gelben Blüten) häufig anzutreffen, obwohl sie erst relativ spät aus Nordamerika nach Europa kam.  Ebenfalls gelb ist der wilde Lein, der in Teilen des Donaufelds ebenso anzutreffen ist wie der zu den Fuchsschwanzgewächsen gehörende Amaranth.

Wilder Lein und Amaranth gedeihen auf nicht bewirtschafteten Flächen.

Viele der in unserer Umgebung zu findenden Gewächse sind auch Heilpflanzen, so etwa der essbare Wiesenbocksbart oder die Ringelblume, deren Salbe schon Hildegard von Bingen im 12. Jahrhundert kannte.

Marcus Zuber mit einem Wiesenbocksbart, rechts Susanne Staller.

Es ist sicher wünschenswert, dass bei der Entwicklung des Donaufelds – sowohl bei der Ausgestaltung des zentralen „Grünzugs“ als auch beim wohnanlagen-bezogenen Grün – darauf geachtet wird, dass auch naturnahe Flächen bestehen bleiben. Naturwiesen, die nicht ständig gemäht werden, wegbegleitende Grünstreifen oder sogenannte „Gstettn“ können mit dazu beitragen, die Artenvielfalt wie sie jetzt im Donaufeld besteht, auch in Zukunft nach Möglichkeit zu erhalten.

G. Jordan

„Bretteldorf“-Film

2018 befasste sich ein von der Stadt Wien gefördertes Forschungsprojekt namens „Bretteldorf revisited“ mit der Geschichte von Wiens „wilden“ Siedlungen. Zu diesem Thema entstand auch ein 39-minütiger Dokumentarfilm mit dem Titel „VERBAUT“ von Regisseurin Melanie Hollaus, den die Floridsdorfer Grünen am 5. September 2019 zeigten.

Rund 100 Interessierte drängten sich in dem 1926 erbauten Haus der Chorvereinigung Nordbahnbund, An der Oberen Alten Donau 96 – in Sichtweite der am Ufer gegenüber liegenden Siedlung Bruckhaufen, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts selbst als „informelle“ Siedlung entstanden war.


Der Veranstaltungsort an der Alten Donau, gegenüber dem Bruckhaufen. (Fotos: Brigitte Parnigoni, Gerhard Jordan)


Nur noch wenige ältere Siedlungshäuser sind auf dem Bruckhaufen zu finden, wie z.B. in der Walkergasse 10.

Der Film zeigt, auch unter Verwendung historischer Aufnahmen, die Anfänge der SiedlerInnenbewegung in Wien nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, als rückkehrende Soldaten, Obdachlose und hungernde ArbeiterInnen durch die Besetzung von Land ihre Not zu lindern versuchten. Mit primitiven Mitteln wurden Hütten errichtet, Gemüse angebaut, Kleintiere gezüchtet.

Die zu Beginn „informellen“ bis „anarchistischen“ Ansätze wichen mit der Zeit Strukturen, Genossenschaften und Vereine entstanden. Der 1918 gesetzlich verankerte Acht-Stunden-Tag ermöglichte es auch im Arbeitsprozess Stehenden, in ihrer Freizeit durch Eigenleistung am Bau von Siedlungshäusern mitzuwirken. An den Rändern Wiens entstanden Tausende Kleingärten. Im Zuge der Weltwirtschaftskrise Anfang der 1930er-Jahre entstanden weitere Stadtrandsiedlungen, zum Teil der Selbstversorgung von Arbeitslosen und Ausgesteuerten dienend.

Nach der Vereinnahmung bzw. Zerstörung der Strukturen durch den Nationalsozialismus erreichte das Gemeinschaftsleben nach 1945 nicht mehr die Stärke der Zeit vor 1934. Schon ab etwa 1923 hatte auch die Sozialdemokratie mehr auf Gemeindebau-Großwohnanlagen („Superblocks“) gesetzt als auf Siedlungen. Der Genossenschaftsgedanke wich mehr und mehr jenem des „Eigenheim-Besitzes“.

In dem Film wandert der Schauspieler Walter Ludwig durch einige Wiener Siedlungen – Bruckhaufen (21. Bezirk), Biberhaufen (22. Bezirk), Wolfersberg und Kordonsiedlung (14. Bezirk) – und macht sich „philosophische Gedanken“, etwa über den „Emanzipationscharakter des Wilden, Informellen“. Kann dieser im Siedlungshaus und trotz „Vereinsmeierei“ überleben? Und wird aus der stolzen „Arbeiterin“ wieder die „Hausfrau“? Wie ist die „Neue Dörflichkeit“ von heute zu bewerten?

Interessant für DonaufelderInnen ist vor allem ein längeres Interview mit dem auf dem Bruckhaufen lebenden Bildhauer Leopold Draxler (geboren 1939), der sein Atelier in der Wildbadgasse 1 hat und von den Anfängen der Siedlung als sogenannte „Glasscherbeninsel“ ohne Wasser und Strom erzählt. Der Bruckhaufen, heute ein gefragtes Wohngebiet, in dem kaum noch alte Siedlungshäuser zu finden sind, lag ursprünglich in der Nachbarschaft einer Mülldeponie – ebenso wie das „Bretteldorf“ auf der Seite des 22. Bezirks, dessen BewohnerInnen allerdings „aufmüpfiger“ waren und das deswegen der Errichtung des Donauparks im Rahmen der „WIG 1964“ weichen musste.


Das Atelier des Bildhauers Leopold Draxler in der Wildbadgasse 1, Ecke Arbeiterstrandbadstraße.

Inhaltlich höchst interessant war die an den Film anschließende Diskussion, an der zahlreiche ExpertInnen und an der Entstehung des Werkes Beteiligte teilnahmen – unter ihnen die Filmemacherin Melanie Hollaus, der Kameramann (und Architekt) Christoph Lammerhuber, der Schauspieler Walter Ludwig (im Film der „kommentierende Spaziergänger“), die am Forschungsprojekt „Bretteldorf revisited“ beteiligten Urbanisten Andre Klammer und Friedrich Hauer, der Kurator am „Wien Museum“ Werner-Michael Schwarz und andere.

Angesprochen wurden u.a. der Verlust des emanzipativen Charakters der einstigen Landbesetzungen, der Prozess der „Legalisierung“ der „wilden“ Siedlungen (der in der Regel zu einem Verlust an Autonomie führte), die Instrumentalisierung einiger Siedlervereine über den „bürgerlichen Eigenheim-Gedanken“ durch die Nazis schon vor 1938, und auch die Rolle heutiger Initiativen wie etwa der „Wagenplätze“ oder von „SoliLa!“ („Solidarisch Landwirtschaften“;  hatte im  Mai 2013  für kurze Zeit ein Grundstück auf dem Drygalskiweg in Donaufeld besetzt, das schließlich polizeilich geräumt wurde). Einerseits, so wurde festgestellt, gehe es um emanzipative Ziele, doch andererseits handle es sich heute zum Teil um „bürgerliche AussteigerInnen“, während die „wilden“ und „informellen“ Landbeschaffungen um 1919 großteils von Notleidenden getragen wurden, die so ihrem Elend zu entgehen versuchten.

Jedenfalls dürfte dieser Filmabend viele TeilnehmerInnen angeregt haben, sich eingehender mit dem interessanten Thema der Siedlungsentwicklung in Wien zu beschäftigen.

Gerhard Jordan

Donaufeld – Quo vadis?

Am 25. Juni 2019 lud das  „Stadtteilmanagement Donaufeld“  wieder zu einer interessanten Veranstaltung beim Container an der Ecke Dückegasse/An der Schanze. Unter dem Titel „Donaufeld – Quo vadis?“ wurde über den Stand der Planungen im Stadtentwicklungsgebiet „Quartier an der Schanze“ informiert.


Der „Infopoint“ bei der Dückegasse fungierte auch am 25. Juni 2019 wieder als Treffpunkt für Interessierte  (Fotos: Gerhard Jordan).

Zwar konnten wegen des noch laufenden Bauträgerverfahrens nicht alle Detailfragen beantwortet werden, aber durch die anwesenden VertreterInnen des „Wohnfonds Wien“, des Büros „Raumposition“ und der „IBA_Wien 2022“ konnten immerhin einige Einblicke vermittelt werden.

Dass durch das künftige „Neu-Donaufeld“ eine Straßenbahnlinie (in West-Ost-Richtung) führen soll, ist fix in den Planungen enthalten. Heute kann jedoch noch nicht der genaue Zeitpunkt angegeben werden, und es wird auch auf die Finanzierung durch die „Wiener Linen“ ankommen, die jedenfalls bei den Abstimmungsgesprächen mit MA 28 etc. eingebunden sind. Für BesucherInnen werden ca. 10% der Stellplätze reserviert sein, jedoch nicht „outdoor“, sondern in Sammelgaragen – und mit Ladestationen für E-Autos.

Auf Info-Tafeln wurde die Lage der 10 Bauplätze des „Quartier An der Schanze“ (das ist der im Dezember 2017 gewidmete Bereich zwischen dem Grünzug und der Dückegasse) vorgestellt. So soll z.B. lediglich auf einem Teil des Feldes „G“ frei finanziert gebaut werden, rund 90% der Wohnungen werden gefördert. Auf den Bauplätzen „H“ und „I“ ist die Vergabe eines Baurechts vorgesehen, d.h. der Grund bleibt im Besitz der Öffentlichen Hand (in Form des „Wohnfonds“). Das – leider ziemlich kleine – Baufeld „C“ ist einer Baugruppe vorbehalten, dort können rund 60 Wohneinheiten entstehen.


Die bei der Veranstaltung präsentierte Infotafel mit der Lage der Baufelder, die vom „wohnfonds_wien ausgeschrieben wurden:  Links der künftige Grünzug, ganz rechts die Tokiostraße (schon im 22. Bezirk).

Es ist also mit einer Vielfalt und einer sozialen Durchmischung zu rechnen. Baubeginn wird voraussichtlich 2021 sein, 2023 könnte schon ein großer Teil der Wohnungen bezogen werden.

G.J.

Fachexkursion im Donaufeld

Anlässlich der „Architekturtage 2019“ der Österreichischen Gesellschaft für Architektur (ÖGFA) fand am 25. Mai 2019 auch eine geführte Tour zum Thema „Wie wird aus einem Feld eine Stadt?“ statt. Treffpunkt war der „Infopoint“ der „Gebietsbetreuung Stadterneuerung“ (GB*nord) Ecke Dückegasse/An der Schanze.
Zahlreiche ExpertInnen standen zur Verfügung, um Fragen über das Stadtentwicklungsgebiet Donaufeld zu beantworten. René Ziegler vom Büro „RAUMPOSITION“, das an den Planungen beteiligt ist, sprach über den Beginn des Bauträgerverfahrens und die bevor stehende „dialogische Phase“.

René Ziegler (links, mit Mikrofon) und ExpertInnen informieren über den Stand der Planungen (Fotos: G. Jordan).

Heinz Berger (l). bei seinem Diskussionsbeitrag.

Bei den Fragen und Anregungen in der anschließenden Diskussion wurden u.a. der Wunsch nach einem zusätzlichen Gewässer im gewidmeten Grünzug (durch Grün-Bezirksrat Heinz Berger), die Wichtigkeit von Bäumen und die Vorteile von Hochgaragen (die, wenn sie nicht mehr benötigt werden sollten, rückgebaut werden können) zur Sprache gebracht.

Erkundungsgang am Straßenzug An der Schanze.

Anschließend wanderten die TeilnehmerInnen durch die Leopoldauer Haide bis zur ehemaligen Gärtnerei in der Nordmanngasse 60, wo dem  Kunstprojekt „Volksherrschaft im Garten“  des Kollektivs „Club Real“ ein Besuch abgestattet wurde.

Die dort abgehaltenen Performances nennen sich „Parlament der Organismen“ und sollen Bewusstsein für die Interessen der Lebewesen in der Umgebung schaffen.
An der Stelle des 80 Meter langen (leer stehenden) Gewächshauses und seiner Umgebung soll in Zukunft ein Bildungscampus errichtet werden.

Eine weitere Station der Erkundungstour war die 1997-99 errichtete „Autofreie Mustersiedlung“ in der Nordmanngasse 25-27, wo zunächst unter der Leitung der Architektin und Stadtplanerin Gabu Heindl über Stadtlandwirtschaft und Ernährungssouveränität diskutiert wurde.

Gabu Heindl (r.) bei der Diskussion in der „Autofreien Mustersiedlung“.

Anschließend sprachen die für die Grünraumplanung der Wohnanlage zuständigen LandschaftsarchitektInnen Maria Auböck und János Kárász über ihre damalige Tätigkeit. Sie waren beispielsweise gegen die Umzäunung des zentralen Biotops im Hof gewesen, konnten sich aber in dieser Frage gegen den Wunsch eines Bauträgers nicht durchsetzen.

Maria Auböck, Stephan Lanner und János Kárász vor dem Biotop im Hof der „Autofreien Siedlung“ (dazwischen der „ungeliebte Zaun“).

Stephan Lanner, ein Bewohner der Anlage, nannte drei Erfolgsfaktoren des Projektes – die engagierten ArchitektInnen, die Mitbestimmung der künftigen BewohnerInnen und das Thema „Autofreiheit“. Bis heute ist rund ein Viertel der Haushalte aktiv in der Gestaltung des Lebens der Community involviert.

Gerhard Jordan

Was bringt die EU uns im Bezirk?

Am 26. Mai 2019 findet wieder eine  Wahl zum Europaparlament statt.
Und besonders zu Wahlzeiten muss„Brüssel“ als Sündenbock – vor allem für PolitikerInnen, die ihre „Hausaufgaben“ nicht gemacht haben.
Doch nur wenige wissen, dass die angeblich so „abgehobene, bürokratische EU“ durchaus auch positiven Einfluss auf unser tägliches Leben hat – bis hin zur Bezirksebene.

Zahlreiche Verbesserungen der Lebensqualität in Wien wurden mit EU-Mitteln gefördert, auch in „Transdanubien“.
In ganz Wien werden Forschungsprojekte unterstützt, so etwa auch eines der VetMed gemeinsam mit Ungarn. Der Europäische Sozialfonds (ESF) trägt mit zahlreichen Projekten zur Qualifizierung Arbeitsloser und Jobsuchender am Arbeitsmarkt zur Verbesserung der Beschäftigungslage bei. Die Planung und Umsetzung des Stadtentwicklungsgebiets Seestadt Aspern im 22. Bezirk (Infopoint, Technologiezentrum, etc.) wurde mit mehreren Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.


EU-Mittel trugen zur Entwicklung der „Seestadt Aspern“ bei  (Fotos: G. Jordan).

Und das Projekt „PlaceCity“, das im März 2019 gestartet wurde und die Aufwertung des Floridsdorfer Bezirkszentrums rund um den Franz-Jonas-Platz/Am Spitz zum Ziel hat, wird die EU den Menschen vor Ort noch um ein Stück näher bringen.

Zwei weitere Beispiele seien noch erwähnt:

„Standpunkt Floridsdorf“ Quartiersmangement
Dieses Projekt hat 2015 begonnen und läuft noch bis Ende 2019. Getragen wird es von Wirtschaftskammer, Wirtschaftsagentur und MA 21. Die Förderhöhe beträgt rund 746.000 Euro. Ein Quartiersmanagement bietet Beratung zu Standortfragen, Unterstützung bei Betriebsansiedlungen, Informationen zu Fördermöglichkeiten, Unterstützung bei der Verwertung frei werdender Flächen, Informationsveranstaltungen sowie Beratung zu ressourcenschonendem Wirtschaften an. Auf diese Weise trägt sie zur Vernetzung lokaler Betriebe bei und stärkt Kooperationen, was in der Folge mehr Arbeitsplätze im Bezirk schafft.

„LIFE+ Alte Donau“
Von 2013 bis 2018 lief dieses Projekt der MA 45-Wiener Gewässer, das mit rund 1,8 Millionen Euro (das sind 50% der Gesamtkosten) von der EU gefördert wurde.
Zu den umgesetzten Maßnahmen gehören:  Renaturierung und Neu-Bepflanzung von Uferabschnitten, Öffnung eines Badeplatzes an der Arbeiterstrandbadstraße für die Öffentlichkeit, Einbau eines biologischen Bodenfilters im Wasserpark zur Verbesserung der Wasserqualität, Schaffung eines Leitsystems (Info-Stelen) und der App „Wiener Wasserweg“, etc.


Auch der Erholungsraum Alte Donau und seine Wasserqualität haben mit EU-Projekten zu tun.

Es zeigt sich also, dass wir auch im Donaufeld auf „Spuren von EU-Aktivität“ stoßen.
Deshalb ist es erfreulich, dass der Vorschlag der Grünen, zwei neu entstehende Gassen im Stadterweiterungsgebiet westlich der Dückegasse nach den bisher einzigen beiden Europaparlaments-Präsidentinnen Simone Veil (Amtszeit 1979-1982) und Nicole Fontaine (1999-2002) zu benennen, von der Floridsdorfer Bezirksvertretung am 7. November 2018 beschlossen wurde.

Gerhard Jordan

Stadterweiterung Donaufeld: Stand der Planungen

Am 25. September 2018 fand beim Info-Container des Stadtteilmanagement Donaufeld der Gebietsbetreuung Wien-Nord eine Info-Veranstaltung statt, bei der DI René Ziegler vom Büro „raumposition“, ein Mitarbeiter des Stadtplaners Prof. Rudolf Scheuvens, über die nächsten Schritte berichtete.

Der Großteil des in der ersten Etappe (die Widmung wurde am 15. Dezember 2017 vom Gemeinderat beschlossen) zu entwickelnden Gebietes gehört dem Wohnfonds. Zu Beginn des Jahres 2019 erfolgt die Ausschreibung eines Bauträgerwettbewerbs, die eingereichten Projekte werden – anonymisiert – im Herbst von einer 14-köpfigen Jury, in der u.a. auch der Vorsitzende des Fachbeirats der IBA_2022 (Internationale Bauausstellung) vertreten sein wird, bewertet. Die Ergebnisse werden dann von der Gebietsbetreuung auch vor Ort ausgestellt werden.

Danach werden Bauplätze (10 bis 12) den einzelnen Bauträgern, die jeweils mit Architekturbüros zusammenarbeiten, zugeteilt bzw. an diese verkauft.

In einer zweiten, „dialogischen“ Stufe des Verfahrens werden die GewinnerInnen sowie einzelne Bauträger die bereits jetzt Grundstücke im Zielgebiet besitzen, eingeladen und deren Planungen und Konzepte aufeinander abgestimmt, damit bei Aspekten wie Beschattung, Durchlässigkeit usw. die Qualität gewährleitstet bleibt.

Für einzelne Zonen innerhalb der Bauplätze können sich auch Baugruppen bewerben.

Die „Charta Donaufeld“, entstanden aus den im Beteiligungsverfahren von 2014 bis 2018 eingebrachten Anregungen der BürgerInnen, wird den Unterlagen der Ausschreibung als Beilage mitgegeben – wobei hier durchaus etwas mehr Verbindlichkeit wünschenswert wäre!

Die meisten der entstehenden Wohnungen werden gefördert sein (Förderungen erhalten nur jene Bauträger, die sich am Wettbewerb beteiligen). Die ersten neuen Wohnungen dürften, so der Zeitplan eingehalten werden kann, ab 2020 errichtet und ca. 2022 bezogen werden.

Ab Frühjahr 2019 wird der Infopoint der Gebietsbetreuung GB*nord wieder an jedem Dienstag von 16 bis 18 Uhr besetzt sein. Bei dem Container Ecke An der Schanze/Dückegasse können dann Anliegen und Anregungen direkt eingebracht werden.  E-Mail:  nord@gbstern.at .

Gerhard Jordan

 


Interessierte BürgerInnen beim „Impulstag“ der Gebietsbetreuung mit René Ziegler am 25. September 2018.  (Fotos: G.J.)