Geschichte des Verbindungsbaches

Seit rund zwanzig Jahren gibt es das Konzept, einen knapp 7 Kilometer langen Verbindungsbach zwischen dem Marchfeldkanal (abzweigend nahe des Heeresspitals in Stammersdorf) im Norden und der Alten Donau (nahe des Drygalskiwegs) im Süden zu errichten.

Ursprünglich war dieses Gewässer zur Verbesserung der Wasserqualität der Alten Donau gedacht, aus heutiger Sicht wäre vor allem die Erholungsfunktion ein Mehrwert für die Bevölkerung des Donaufelds und des Bereichs an der Grenze der Bezirke 21 und 22.

Zwar taucht das Projekt in „Sonntagsreden“ gelegentlich auf, doch an eine ernsthafte Verwirklichung (mit Budgetierung, Zeitplan usw.) scheint nicht gedacht zu sein.

Hier eine kurze CHRONOLOGIE, zusammengestellt aus diversen Unterlagen der Stadt Wien:

Planungsbeginn 1990

Der ca. 6,9 km lange Verbindungsbach wurde als nachhaltiges Element eines in das städtebauliche Umfeld integrierten Fließgewässers mit guter Wasserqualität zwischen Marchfeldkanal und Alter Donau entwickelt.

Planerischer Auftakt war die Generelle Landschaftsplanung 1990 „GRÜNKEIL DONAUFELD – NORDRANDSIEDLUNG“, von Wilfried Kirchner im Auftrag der MA 18.  Seit 1994 taucht das Projekt immer wieder in Beschlüssen auf, es gab und gibt jedoch keine konkreten Umsetzungsschritte.

Leitprogramm Donaufeld-Kagran (1994)

Variante A:  … ist charakterisiert durch eine zentrale Erschließungsachse in Nord/Süd-Richtung in Form einer mehrreihigen Allee mit breitem Weg für Fußgänger und Radfahrer. Auf diese ‚Donaufelder Hauptallee‘ gründen sich Funktion und Gestaltung des Grünzugs. (…) Das Vorhandensein des Bachlaufes ist ein wichtiges Element, jedoch kein bestimmendes.“

Variante B:  „Der Grünzug schiebt sich als trennender Landschaftsteil zwischen die Stadtteile Floridsdorf und Kagran. Das landschaftliche ‚Rückgrat‘ bildet ein Wasserlauf (Dotationsgerinne vom Marchfeldkanal zur Alten Donau) mit Begleitflächen überwiegend ökologischer Funktion. (…) Die Erholungsnutzung findet weitgehend parallel zur ökologischen Funktion statt.“

1.000 Hektar-Plan

„Realisierung eines übergeordneten Landschafts- und Freiraumkonzeptes für den Nordosten Wiens“, erstellt 1994 von der Magistratsabteilung 18 und am 29. November 1995 vom Wiener Gemeinderat beschlossen:
Auf der Karte 26-3 ist der Grünzug Donaufeld eingezeichnet, wobei der größere Teil zwischen Satzingerweg im Norden und Drygalskiweg im Süden ausgewiesen ist als „Fläche im Fremdbesitz / Erwerb der Fläche kurzfristig erforderlich, Ausgestaltung im Sinne des Landschaftsrahmenplanes Wien-Nordost bzw. bestehender Landschaftspläne“.
Der Bach ist nicht explizit erwähnt.

Der Grünzug Donaufeld im "1.000 Hektar-Plan" aus 1995.

Der Grünzug Donaufeld im  „1.000 Hektar-Plan“  aus 1995.


Agrarstruktureller Entwicklungsplan für Wien

Abschlussbericht 2004, Seite 30 („Weitere landwirtschaftliche Flächen“):  „Weitere Projekte in diesem Teilgebiet die landwirtschaftlich genutzte Flächen betreffen, sind die Errichtung des Donaufeldbaches, das Betriebsgebiet Allissen (nördlich des Gaswerkes Leopoldau), die Verlängerungstrasse der U6, Projekte im Zusammenhang mit dem Landschaftsplan Rendezvousberg sowie Stadterweiterungsprojekte (…)“.

Auf der Karte „BISAMBERG 21. Bezirk Vorranggebiet Landwirtschaft“ ist der Donaufeldbach mit genauer Trasse vom Schönungsteich östlich des Heeresspitals bis zur Einmündung in die Alte Donau eingezeichnet!

 

Der Verlauf des Donaufeldbaches im "Agrarstrukturellen Entwicklungsbericht".

Der Verlauf des Donaufeldbaches im „Agrarstrukturellen Entwicklungsbericht“.

Stadtentwicklungsplan (STEP) 2005, beschlossen vom Wiener Gemeinderat am 24. Mai 2005

Aus dem Kapitel DONAUFELD:

„Geplanter Grünzug großteils noch im Privatbesitz (erwerbsgärtnerisch genutzt), derzeit keine Nord-Süd Durchgängigkeit.“
„Eine zusätzliche Aufwertung wäre mit der Ausgestaltung von gewidmeten und im Besitz der Stadt Wien befindlichen Epk-Flächen (entlang der Straße ‚An der Oberen Alten Donau‘) sowie von der Realisierung des durch das Gebiet führenden Grünkeils Donaufeld (‚Rendezvousberg-Alte Donau‘) mit einem Bachlauf gegeben.“ (Seite 288)

„Zielgebiet Donaufeld“, Folder der MA 18

„Langfristig soll im Donaufeld ein lebendiger Stadtteil mit hoher Lebensqualität entstehen. Um dieses Ziel zu erreichen, sind unter anderem folgende Maßnahmen zu setzen: Die Errichtung einer zusätzlichen Straßenbahnlinie, die Bereitstellung der erforderlichen sozialen und technischen Infrastruktur und die Realisierung eines großen Grünraumes im Zentrum des Gebietes, der bis zur Alten Donau reicht.“   Keine explizite Erwähnung des Donaufeldbachs!

In der öffentlichen Präsentation (durch MA 18 und MA 21B) in der „Planungswerkstatt“ am 12. Februar 2009 wurde zwar gesagt, dass im Grünkeil zwischen Stadtgrenze und Alter Donau die Errichtung eines Verbindungsbachs geplant sei, dass jedoch weder ein Zeithorizont noch eine Budgetierung vorhanden seien. Allerdings sei der Großteil der dafür vorgesehenen Flächen als „Schutzgebiet Wald- und Wiesengürtel“ gewidmet.

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Ein Kommentar zu “Geschichte des Verbindungsbaches

  1. Genial, das wär doch einmal eine Abwechslung zum SPÖ-diktierten Bauwahnsinn rund um das Heeresspital. Im Angesicht der unzähligen Wohnungen die hier errichtet werden sollen wäre das mal eine Aufwertung der Lebensqualität der Anrainer.

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