Die Baugruppe „Treibhaus Donaufeld“ stellt sich vor

Im Mai 2019 überzeugte die Baugruppe in der Ausschreibung für das Stadterweiterungsgebiet Donaufeld. Bis 2023 entsteht ein 9-stöckiges, fassadenbegrüntes Haus. Die Historie des Donaufelds lebt in der Architektur weiter: Im Winterfeld laden Gemeinschaftsflächen zu gemeinsamen Aktivitäten (Kochen, Veranstaltungen etc.) auch Bewohner_innen des gesamten Grätzls ein.

Das Sommerfeld beherbergt eine Werkstatt, einen Fahrradkeller, die „Lenkerbande“  sowie einen Bewegungsraum. Ganz oben befindet sich das Ruhefeld des Hauses: eine Bibliothek mit Teeküche und ein Balkon als Orte der Ruhe und des Verweilens. Wir wollen das Wohn-Umfeld gemeinsam gestalten, und das auf eine ressourcenschonende Art und Weise: wir teilen, reparieren und bewegen uns bevorzugt nicht-motorisiert. Die zukünftigen Bewohner_innen des Hauses sind Menschen in unterschiedlichen Lebensformen und Altersstufen. Die nächste Möglichkeit sich über das Projekt zu informieren und der Gruppe beizutreten, gibt es voraussichtlich im April 2020.

Kontakt und Info:  www.treibhausdonaufeld.at  und  https://www.facebook.com/Treibhaus.Donaufeld/


Die „Pionier_innen“ der Baugruppe „Treibhaus Donaufeld“ auf dem zukünftigen Baufeld  (Foto: „Treibhaus Donaufeld“).

„Bretteldorf“-Film

2018 befasste sich ein von der Stadt Wien gefördertes Forschungsprojekt namens „Bretteldorf revisited“ mit der Geschichte von Wiens „wilden“ Siedlungen. Zu diesem Thema entstand auch ein 39-minütiger Dokumentarfilm mit dem Titel „VERBAUT“ von Regisseurin Melanie Hollaus, den die Floridsdorfer Grünen am 5. September 2019 zeigten.

Rund 100 Interessierte drängten sich in dem 1926 erbauten Haus der Chorvereinigung Nordbahnbund, An der Oberen Alten Donau 96 – in Sichtweite der am Ufer gegenüber liegenden Siedlung Bruckhaufen, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts selbst als „informelle“ Siedlung entstanden war.


Der Veranstaltungsort an der Alten Donau, gegenüber dem Bruckhaufen. (Fotos: Brigitte Parnigoni, Gerhard Jordan)


Nur noch wenige ältere Siedlungshäuser sind auf dem Bruckhaufen zu finden, wie z.B. in der Walkergasse 10.

Der Film zeigt, auch unter Verwendung historischer Aufnahmen, die Anfänge der SiedlerInnenbewegung in Wien nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, als rückkehrende Soldaten, Obdachlose und hungernde ArbeiterInnen durch die Besetzung von Land ihre Not zu lindern versuchten. Mit primitiven Mitteln wurden Hütten errichtet, Gemüse angebaut, Kleintiere gezüchtet.

Die zu Beginn „informellen“ bis „anarchistischen“ Ansätze wichen mit der Zeit Strukturen, Genossenschaften und Vereine entstanden. Der 1918 gesetzlich verankerte Acht-Stunden-Tag ermöglichte es auch im Arbeitsprozess Stehenden, in ihrer Freizeit durch Eigenleistung am Bau von Siedlungshäusern mitzuwirken. An den Rändern Wiens entstanden Tausende Kleingärten. Im Zuge der Weltwirtschaftskrise Anfang der 1930er-Jahre entstanden weitere Stadtrandsiedlungen, zum Teil der Selbstversorgung von Arbeitslosen und Ausgesteuerten dienend.

Nach der Vereinnahmung bzw. Zerstörung der Strukturen durch den Nationalsozialismus erreichte das Gemeinschaftsleben nach 1945 nicht mehr die Stärke der Zeit vor 1934. Schon ab etwa 1923 hatte auch die Sozialdemokratie mehr auf Gemeindebau-Großwohnanlagen („Superblocks“) gesetzt als auf Siedlungen. Der Genossenschaftsgedanke wich mehr und mehr jenem des „Eigenheim-Besitzes“.

In dem Film wandert der Schauspieler Walter Ludwig durch einige Wiener Siedlungen – Bruckhaufen (21. Bezirk), Biberhaufen (22. Bezirk), Wolfersberg und Kordonsiedlung (14. Bezirk) – und macht sich „philosophische Gedanken“, etwa über den „Emanzipationscharakter des Wilden, Informellen“. Kann dieser im Siedlungshaus und trotz „Vereinsmeierei“ überleben? Und wird aus der stolzen „Arbeiterin“ wieder die „Hausfrau“? Wie ist die „Neue Dörflichkeit“ von heute zu bewerten?

Interessant für DonaufelderInnen ist vor allem ein längeres Interview mit dem auf dem Bruckhaufen lebenden Bildhauer Leopold Draxler (geboren 1939), der sein Atelier in der Wildbadgasse 1 hat und von den Anfängen der Siedlung als sogenannte „Glasscherbeninsel“ ohne Wasser und Strom erzählt. Der Bruckhaufen, heute ein gefragtes Wohngebiet, in dem kaum noch alte Siedlungshäuser zu finden sind, lag ursprünglich in der Nachbarschaft einer Mülldeponie – ebenso wie das „Bretteldorf“ auf der Seite des 22. Bezirks, dessen BewohnerInnen allerdings „aufmüpfiger“ waren und das deswegen der Errichtung des Donauparks im Rahmen der „WIG 1964“ weichen musste.


Das Atelier des Bildhauers Leopold Draxler in der Wildbadgasse 1, Ecke Arbeiterstrandbadstraße.

Inhaltlich höchst interessant war die an den Film anschließende Diskussion, an der zahlreiche ExpertInnen und an der Entstehung des Werkes Beteiligte teilnahmen – unter ihnen die Filmemacherin Melanie Hollaus, der Kameramann (und Architekt) Christoph Lammerhuber, der Schauspieler Walter Ludwig (im Film der „kommentierende Spaziergänger“), die am Forschungsprojekt „Bretteldorf revisited“ beteiligten Urbanisten Andre Klammer und Friedrich Hauer, der Kurator am „Wien Museum“ Werner-Michael Schwarz und andere.

Angesprochen wurden u.a. der Verlust des emanzipativen Charakters der einstigen Landbesetzungen, der Prozess der „Legalisierung“ der „wilden“ Siedlungen (der in der Regel zu einem Verlust an Autonomie führte), die Instrumentalisierung einiger Siedlervereine über den „bürgerlichen Eigenheim-Gedanken“ durch die Nazis schon vor 1938, und auch die Rolle heutiger Initiativen wie etwa der „Wagenplätze“ oder von „SoliLa!“ („Solidarisch Landwirtschaften“;  hatte im  Mai 2013  für kurze Zeit ein Grundstück auf dem Drygalskiweg in Donaufeld besetzt, das schließlich polizeilich geräumt wurde). Einerseits, so wurde festgestellt, gehe es um emanzipative Ziele, doch andererseits handle es sich heute zum Teil um „bürgerliche AussteigerInnen“, während die „wilden“ und „informellen“ Landbeschaffungen um 1919 großteils von Notleidenden getragen wurden, die so ihrem Elend zu entgehen versuchten.

Jedenfalls dürfte dieser Filmabend viele TeilnehmerInnen angeregt haben, sich eingehender mit dem interessanten Thema der Siedlungsentwicklung in Wien zu beschäftigen.

Gerhard Jordan

„Autofreies Siedlungsfest“ auf „Klimakurs“

Ein alljährliches „Highlight“ in der Wohnanlage Nordmanngasse 25-27 ist das Siedlungsfest der „Autofreien Mustersiedlung“. 2019 fand es am 15. Juni statt und bot neben Tänzen, Ausstellung, Kinderprogramm usw. wieder den Auftritt der „Chorvereinigung Nordbahnbund“, die zu einem wesentlichen Teil von BewohnerInnen der Anlage getragen wird.

„Fixpunkt“ Nordbahnbund-Chor  (Fotos: G. Jordan).

Neu war diesmal, dass auch dem Thema „Klimaschutz“ ausreichend Platz eingeräumt wurde, indem junge AktivistInnen der Bewegung „Fridays for Future“ zu Wort kamen und ihre Vorstellungen und Ideen präsentierten. Die Anliegen dürften an diesem Tag jedenfalls auf breite generationenübergreifende Zustimmung gestoßen sein.

Klimaschutz auch in Donaufeld „Thema Nummer 1“.

Schulwegsicherheit muss Priorität haben!

Tragische Verkehrsunfälle der letzten Monate haben das Thema „Schulwegsicherheit“ wieder zu einem wienweiten Thema gemacht.
Die Grünen setzen sich schon lange auf allen Ebenen für Verbesserungen ein.
Das Beispiel der unerlaubten KFZ-Fahrten in der Franklinstraße – die seit fast 50 Jahren eine „Schul-Meile“ mit zahlreichen Bildungseinrichtungen ist! – zeigt den Handlungsbedarf auch im 21. Bezirk auf.

Beim monatlichen „Gesprächsforum“ der Grünen Floridsdorf am 7. März 2019 (18:30 Uhr, Salon „Aquarium“ im Hof der „Autofreien Mustersiedlung“, Nordmanngasse 25/1) geht es um Vorschläge und Ideen für sicherere Schulwege, und was konkret getan werden könnte.

EINLADUNG:

Joseph-Samuel-Bloch-Park neugestaltet

Rechtzeitig zum Jahresende 2018 wurde die Neugestaltung des – nach dem ersten Rabbiner der Floridsdorfer Jüdischen Gemeinde benannten – Joseph Samuel Bloch-Parks auf dem Hoßplatz beendet.

Es war dies eines der sogenannten 21 Projekte für den 21. Bezirk – Beispiele, durch die das Bezirksbudget erlebbar und die Verwendung der der Bezirksvertretung Floridsdorf zur Verfügung stehenden Gelder nachvollziehbar gemacht werden sollten.


Der Bloch-Park während der Umgestaltung, im September 2018  (Fotos: G. Jordan).

Die dreieckige Parkanlage zwischen Patrizigasse und Schlosshofer Straße war in die Jahre gekommen.  Mit einer budgetierten Summe von 630.000 € wurde sie für die NutzerInnen attraktiver gestaltet.

Es entstand eine offene und transparente Parkanlage mit Neupflanzungen, einladenden Aufenthaltsbereichen und barrierefreien Querungsmöglichkeiten. Zusätzlich wurden auch der Kinderspielplatz erneuert und den heutigen Ansprüchen angepasst und der Bereich der Straßenbahnstationen umgebaut.


Kindergerechte Umgestaltung:  Ringschaukel, Sandkiste mit Wasserspiel oder Kletterturm mit Rutsche machen den Park auch für die Jüngsten interessant.

Die bei der Parkbenennung am 5. Mai 2002 enthüllte Tafel mit dem Hinweis auf Bloch wurde durch eine Tafel im neuen, hellgrünen Design ersetzt und selbstverständlich wurde auch die 2013 eröffnete „Station der Erinnerung“ – vier in den Boden eingelassene Tafeln, die auf die jüdischen Opfer aus Floridsdorf, die dem nationalsozialistischen Terror zum Opfer fielen, hinweisen – nach der Umgestaltung wieder angebracht.

Gerhard Jordan

Sowohl die Tafel mit dem Hinweis auf Joseph Samuel Bloch (oben) als auch die „Station der Erinnerung“ (unten) geben der Parkanlage eine überregionale Bedeutung.

 


Aufenthaltsqualität durch Trinkbrunnen, Bank-Tisch-Kombinationen, alte (Platanen) und neu gepflanzte Bäume, sowie durch Sitzgelegenheiten entlang der Wege.


Beiderseits des Wartehäuschens bei der Doppelhaltestelle der Straßenbahnlinien 25 und 26 befinden sich Bepflanzungen mit Stauden und Gräsern.

 

 

Birgit Hebein im Portrait

Ende November 2018 wurde Birgit Hebein in einem neu entwickelten Spitzenwahlprozess, an dem sich auch grün-interessierte Nicht-Mitglieder beteiligen konnten, zur Nachfolgerin von Maria Vassilakou als Vizebürgermeisterin sowie als Spitzenkandidatin der Grünen für die Wiener Gemeinderatswahl 2020 designiert. In Donaufeld – im „Colosseum XXI“ in der Sebastian-Kohl-Gasse – hatte sie am 1. Dezember den ersten Auftritt bei einer Landesversammlung der Wiener Grünen.


Birgit Hebein (Mitte) mit Grünen aus Transdanubien vor dem „Colosseum XXI“ in Donaufeld am 1. Dezember 2018.  (Fotos: Hans Arsenovic, Brigitte Parnigoni, Die Grünen WIen)

Birgit Hebein wurde 1967 in Villach geboren und ist diplomierte Sozialarbeiterin, als die sie u.a. beim Bahnhofsozialdienst der Caritas Wien arbeitete. Sie war in zahlreichen zivilgesellschaftlichen Bewegungen und NGOs aktiv, so etwa bei der Arbeitsgemeinschaft Wehrdienstverweigerung, bei der Österreichischen HochschülerInnenschaft und bei den Alternativen und Grünen GewerkschafterInnen.

Von 2005 bis 2010 war sie Bezirksrätin in Rudolfsheim-Fünfhaus und seit 2010 ist sie Gemeinderätin und Landtagsabgeordnete. Als solche ist sie für die Themenbereiche Soziales und Sicherheit zuständig.

Ihr persönliches Credo ist: „Jeder Mensch ist gleich viel wert.“
Birgit Hebein steht also
für linke Politik und will Soziales, Umweltpolitik und Ökologie zu einer umfassenden grünen Politik verbinden. Ihre Botschaft für Wien heißt: „Ich möchte, dass in Wien alle Menschen ohne Ängste und Sorgen einschlafen und auch ohne Ängste und Sorgen wieder aufwachen können.“

Wir haben mit Birgit Hebein gesprochen und sie zu einigen ihrer Positionen und Anliegen befragt.

 

GrünRaum Donaufeld (DF): Liebe Birgit, wir gratulieren dir herzlich zur Wahl zur grünen Spitze für Wien! Was bedeutet dieser Erfolg für dich?

Birgit (B): Vor allem freut mich die breite Zustimmung. Beinahe 2.000 interessierte WienerInnen haben sich – weit über unsere Mitglieder hinaus – engagiert und mitgewählt. Die Öffnung der Grünen nach außen ist also gelungen! Diesen Weg der Öffnung möchte ich fortsetzen, mit den Menschen in Dialog treten, ich möchte das Potential an Grün-Ideen bergen und das Gemeinsame vor das Trennende stellen.

DF: Wie siehst du die Zusammenarbeit mit der SPÖ?

B: Wir haben gemeinsam eine Menge auf den Weg gebracht – ich erinnere nur an das 365 Euro-Öffiticket oder die Neugestaltung der Mariahilfer Straße, an das Wiener Modell für eine gerechte und soziale Mindestsicherung oder zuletzt an die neue Bauordnung. Es gibt daher keinen Grund, die Koalition nicht bis zum letzten Tag mit vollem Einsatz fortzusetzen.

Ich bin überzeugt davon, dass wir eine rot-grüne Wiener Stadtregierung als Gegenentwurf zur schwarz-blauen Bundesregierung notwendiger denn je brauchen, weil deren gewissenloser Sozialabbau ist beispiellos in den letzten 20 Jahren.

DF: Du betonst immer wieder die Verbindung der sozialen und ökologischen Frage. Wie sehen deine Ideen für eine Umsetzung aus?

B: Um es an einem Beispiel deutlich zu machen: Im vergangenen Hitze-Sommer haben vor allem alte und kranke Menschen gelitten. Die Auswirkungen der Klimakrise betreffen offensichtlich viel stärker ärmere Menschen, die sich keine Häuser im Grünen und Klimaanlagen leisten können. Soziale Gerechtigkeit bedeutet daher auch, Klimaschutzmaßnahmen zu setzen, die für alle, auch für sozial Ärmere, Abhilfe schaffen.

Als kommunale Beispiele nenne ich Verweilplätze, Fassadenbegrünungen, grüne und einladende Begegnungszonen, vermehrte Baumpflanzungen und ähnliche Maßnahmen im öffentlichen Raum. Mit längerfristigen Maßnahmen wollen wir die ökologischen Schwerpunkte in unserer Politik fortsetzen: Die neue Bauordnung ist ein Meilenstein, insofern sie fossile Brennstoffe in neuen Gebäuden ausschließt und zentrale Gasanlagen nur mehr hocheffizient und in Kombination mit Solarenergie angewendet werden dürfen.

DF: In einer stark wachsenden Stadt wie Wien ist die Schaffung von leistbarem Wohnraum eines der zentralen Themen.

B: Ja natürlich, und auch dafür werden wir konsequent weiter arbeiten. Früher wurden wir belächelt, als wir 7 Euro Miete pro Quadratmeter forderten. Nun ist das erreicht und sorgt sogar international für Aufsehen als großartiges Positivbeispiel für Großstädte!

Die bereits erwähnte neue Bauordnung ist die bedeutendste wohnpolitische Reform der letzten Jahrzehnte: Sie beugt Bodenspekulationen vor und sie schafft – nicht zuletzt mit einer neuen Widmungskategorie „Geförderter Wohnbau“ – ausreichend leistbaren sozialen Wohnraum. In Zukunft müssen auf jeder dem Wohnbau neu gewidmeten Fläche in Wien zwei Drittel leistbarer Wohnraum geschaffen werden. Ich sehe das als Meilenstein für ökologisches, klimagerechtes und soziales Bauen. Weiters möchte ich vermehrt den Holzbau als ökologische Alternative thematisieren.

DF: Als Nachfolgerin von Maria Vassilakou wirst du auch das Ressort für Stadtplanung übernehmen. Was bedeutet das für deine politische Arbeit?

B: Maria Vassilakou und ich arbeiten gemeinsam an einer nahtlosen Übergabe des Ressorts. Ich nütze die Zeit bis zum Frühling 2019, um mich in Stadtplanungs-Themen weiter zu vertiefen. Bis dahin arbeitet Mary selbst mit vollem Einsatz an laufenden Projekten weiter.

Auf mich warten u.a. große Herausforderungen wie die Neugestaltung des Schwedenplatzes oder des Reumannplatzes, das Parkpickerl für weitere Bezirke wie z.B. Döbling, die Standortsuche für einen neuen zentralen Busbahnhof und Vieles mehr. Ich freue mich auf all die neuen Herausforderungen und die Verantwortung, die damit verbunden ist. Mir geht es vor allem um eine menschen- und klimafreundliche Politik, die die Lebensqualität für alle WienerInnen verbessert.

Gemeinsam werden wir Grüne in Wien eine Politik machen, die gegen Sozialkürzungen und für soziale Gerechtigkeit eintritt. Zuoberst gilt für mich: „Menschenrechte sind nicht diskutierbar!“

DF: Welchen Bezug hast du zu den „transdanubischen“ Bezirken?

B: Einerseits sind Floridsdorf und Donaustadt ehemalige ArbeiterInnenbezirke, in denen soziale Probleme immer wieder eine Rolle spielten und spielen – das zeigt sich an „Brennpunkten“ wie dem Franz-Jonas-Platz, wo ich mich stets für einen Ausbau der Sozialarbeit ausgesprochen habe, ebenso wie in den Gemeindebau-Gebieten, wo wir Grüne „viel Luft nach oben“ haben. Hier möchte ich vermehrt den Dialog mit den BewohnerInnen suchen.

Andererseits befindet sich in Donaufeld – nach der Seestadt Aspern – eines der wichtigsten Stadterweiterungsgebiete Wiens, und Transdanubien bietet dadurch auch Chancen für neue Formen des urbanen Zusammenlebens – partizipativ, und mit nachhaltigen Lösungen in der Verkehrs-, Umwelt- und Sozialpolitik.
I
m Übrigen habe ich einen besonderen persönlichen Bezug zu Transdanubien: Ich bin ein großer Fan des Gänsehäufels und der Alten Donau, die ich früher noch viel öfter mit meinen Kindern gerne zum Baden besuchte!

DF: Liebe Birgit, danke für das Gespräch! Wir wünschen dir viel Erfolg für deine Arbeit.

Das Gespräch führte Brigitte Parnigoni

Baugruppen-Initiativen in Donaufeld

Bei der Umwidmung des östlichen Teils des Stadterweiterungsgebiets Donaufeld – westlich der Dückegasse, bis einschließlich des Grünzug-Abschnittes zwischen Donaufelder Straße und Alter Donau – im Wiener Gemeinderat wurde am 15. Dezember 2017 (gegen die Stimmen von FPÖ, ÖVP und NEOS) ein Beschlussantrag angenommen, der die Reservierung eines Bauplatzes im sogenannten „Ereignisband“ für ein Baugruppen-Projekt vorsieht.


Im Bereich des Straßenzugs An der Schanze soll das künftige „Ereignisband“ liegen  (Foto: Gerhard Jordan).

Derzeit gibt es zwei Baugruppen-Initiativen, die sich für das Stadtentwicklungsgebiet Donaufeld bewerben wollen:

„TREIBHAUS DONAUFELD“

Das Donaufeld zeichnet sich durch seine Nähe zur Stadt und zur Natur aus. Besonders die in Fußwegdistanz gelegene Alte Donau bietet Erholungsraum zum Entdecken in unmittelbarer Nachbarschaft.
Hier plant das „Treibhaus Donaufeld“ – eine Baugemeinschaft – ein offenes und ökologisches Haus, mit dem Ziel ein Stück Heimat in der Stadt zu schaffen. Denn Heimat bedeutet für sie Verbundenheit mit den Menschen in der Umgebung, mit der Stadt mit der Natur.


Grafik: Sandbichler Architekten.

Die zukünftigen Bewohner*innen des Treibhauses suchen noch Mitgestalter*innen die offen für ökologische und kreative Ideen bei der Umsetzung des Hauses sind, eine Hausgemeinschaft schätzen und zu dieser aktiv beitragen möchten.

Der nächste Kennenlern- und Infoabend findet am 13. September 2018 um 18:30 Uhr im „realitylab“, Ernst-Melchior-Gasse 11/1/G1 (Eingang: Jakov-Lind-Straße), 1020 Wien, statt.

Um Anmeldung unter  info@treibhausdonaufeld.at  wird gebeten!
Mehr Informationen zum Projekt unter  www.treibhausdonaufeld.at .

 

„ZUSAMMEN_BAUEN“

Inspiriert von „Que[e]rbau“ in der Seestadt Aspern, hat sich die Initiative für Baugruppen im Donaufeld im Februar 2015 vor Ort vorgestellt, um ihre Gedanken zu einem künftigen Gemeinschaftshaus zu formulieren. Ihr Motto lautet: „Jede_r für sich und manches zusammen…“ –  Que[e]rbau steht für Vielfalt und Offenheit: d.h. diverse Formen des Zusammenlebens, individuelles Mitgestalten bei der eigenen Wohnung und gemeinsame Erarbeitung der gemeinschaftlich genutzten Räume. Mit dem Augenmerk auf die Leistbarkeit der Wohnform, soll möglichst jede_r mitmachen können.

Wohnen in einer guten Nachbarschaft fördert im Alltag das Tauschen und Teilen. Wieviel jede_r zu gemeinschaftlichen Themen beitragen kann, ist aufgrund der privaten bzw. familiären Situation unterschiedlich. Es werden Methoden gefunden, wie Entscheidungen getroffen werden und welches Engagement jede_r aufbringen kann. In den gemeinsamen Treffen spielen neben den Gemeinschaftsthemen und der Diversität auch die Architektur, die Mobilität und der Freiraum im Donaufeld eine Rolle.

Ein wichtiges Ziel ist, mit Aktivitäten nach außen in die Nachbarschaft zu wirken und bestehende Initiativen im Donaufeld einzuladen. Dazu soll ein Nachbarschaftscafé als zentraler Ort für Kommunikation und Veranstaltungen im neuen Wohnprojekt errichtet werden.

„Que[e]rbau Wien“ unterstützt die Baugruppe bei der Gruppenbildung und beim Planen. Der Verein baut dabei auf die Erfahrung vorheriger Projekte auf und möchte damit zu einem vielfältigen Angebot für gemeinschaftliche Wohnformen beitragen.


Der „Yella Yella!“ Nachbar_innentreff als Beispiel für eine aktive Gemeinschaft  (Foto: „Que[e]rbau“).

Ein nächstes Gruppen- und Info-Treffen im „Que[e]rbau Seestadt“ (inkl. Besichtigung im Rahmen des Open-House Wien) findet am 15. September 2018 zwischen 14:00 und 17:00 Uhr, Eingang:  „Yella Yella!“ Nachbar_innentreff, Maria-Tusch-Straße 2/1, 1220 Wien, statt.

Anmeldung und Kontakt:  E-Mail  donaufeld@queerbau.at
Website:  www.queerbau.at

Tolle Stimmung beim Siedlungsfest in der „Autofreien“

„Für jede/n etwas“ gab es beim Fest der „Autofreien Siedlung“ in der Nordmanngasse am 26. Mai 2018.


Tanzen: Beliebt bei Groß und Klein  (Fotos: G. Jordan).

Ein Kinderprogramm mit Kasperl, Bastelstation und Spielbus sprach die Kleinsten an, „Bewegungs-Hungrige“ konnten sich bei israelischen Tänzen oder Gesellschaftstänzen austoben und Musik-Interessierte konnten sich Floridsdorf-spezifische Wienerlieder vom traditionsreichen „Nordbahnbund-Chor“ oder Hits aus den letzten Jahrzehnten von der „Siedlungsband“ zu Gemüte führen.


Wienerlied bis Rock: Musikalische Beiträge von Nordbahnbundchor und Siedlungsband.

Diesmal gab es auch Information „aus erster Hand“ von der „Gebietsbetreuung Wien-Nord“, die Anfang 2018 das Stadtteilmanagement Donaufeld übernommen hat und ihre Angebote – z.B. die Präsenz bei der „Infobox“ Ecke Dückegasse/An der Schanze an jedem Dienstag von 16-18 Uhr – vorstellte.


Das Stadtteilmanagement Donaufeld der Gebietsbetreuung stellt sich vor:  Magdalena Hubauer und Angela Salchegger mit Bewohner Stephan Fickl (v.l.).

Und natürlich gab es auch kulinarische Angebote und viel Vernetzung – das Siedlungsfest ist immer auch ein Anziehungspunkt für Interessierte aus anderen Bezirken sowie für FreundInnen und Bekannte von BewohnerInnen, durch die der sogenannte „Versunkene Platz“ alljährlich zu einem belebten und beliebten Treffpunkt wird.