Schulwegsicherheit muss Priorität haben!

Tragische Verkehrsunfälle der letzten Monate haben das Thema „Schulwegsicherheit“ wieder zu einem wienweiten Thema gemacht.
Die Grünen setzen sich schon lange auf allen Ebenen für Verbesserungen ein.
Das Beispiel der unerlaubten KFZ-Fahrten in der Franklinstraße – die seit fast 50 Jahren eine „Schul-Meile“ mit zahlreichen Bildungseinrichtungen ist! – zeigt den Handlungsbedarf auch im 21. Bezirk auf.

Beim monatlichen „Gesprächsforum“ der Grünen Floridsdorf am 7. März 2019 (18:30 Uhr, Salon „Aquarium“ im Hof der „Autofreien Mustersiedlung“, Nordmanngasse 25/1) geht es um Vorschläge und Ideen für sicherere Schulwege, und was konkret getan werden könnte.

EINLADUNG:

Joseph-Samuel-Bloch-Park neugestaltet

Rechtzeitig zum Jahresende 2018 wurde die Neugestaltung des – nach dem ersten Rabbiner der Floridsdorfer Jüdischen Gemeinde benannten – Joseph Samuel Bloch-Parks auf dem Hoßplatz beendet.

Es war dies eines der sogenannten 21 Projekte für den 21. Bezirk – Beispiele, durch die das Bezirksbudget erlebbar und die Verwendung der der Bezirksvertretung Floridsdorf zur Verfügung stehenden Gelder nachvollziehbar gemacht werden sollten.


Der Bloch-Park während der Umgestaltung, im September 2018  (Fotos: G. Jordan).

Die dreieckige Parkanlage zwischen Patrizigasse und Schlosshofer Straße war in die Jahre gekommen.  Mit einer budgetierten Summe von 630.000 € wurde sie für die NutzerInnen attraktiver gestaltet.

Es entstand eine offene und transparente Parkanlage mit Neupflanzungen, einladenden Aufenthaltsbereichen und barrierefreien Querungsmöglichkeiten. Zusätzlich wurden auch der Kinderspielplatz erneuert und den heutigen Ansprüchen angepasst und der Bereich der Straßenbahnstationen umgebaut.


Kindergerechte Umgestaltung:  Ringschaukel, Sandkiste mit Wasserspiel oder Kletterturm mit Rutsche machen den Park auch für die Jüngsten interessant.

Die bei der Parkbenennung am 5. Mai 2002 enthüllte Tafel mit dem Hinweis auf Bloch wurde durch eine Tafel im neuen, hellgrünen Design ersetzt und selbstverständlich wurde auch die 2013 eröffnete „Station der Erinnerung“ – vier in den Boden eingelassene Tafeln, die auf die jüdischen Opfer aus Floridsdorf, die dem nationalsozialistischen Terror zum Opfer fielen, hinweisen – nach der Umgestaltung wieder angebracht.

Gerhard Jordan

Sowohl die Tafel mit dem Hinweis auf Joseph Samuel Bloch (oben) als auch die „Station der Erinnerung“ (unten) geben der Parkanlage eine überregionale Bedeutung.

 


Aufenthaltsqualität durch Trinkbrunnen, Bank-Tisch-Kombinationen, alte (Platanen) und neu gepflanzte Bäume, sowie durch Sitzgelegenheiten entlang der Wege.


Beiderseits des Wartehäuschens bei der Doppelhaltestelle der Straßenbahnlinien 25 und 26 befinden sich Bepflanzungen mit Stauden und Gräsern.

 

 

Birgit Hebein im Portrait

Ende November 2018 wurde Birgit Hebein in einem neu entwickelten Spitzenwahlprozess, an dem sich auch grün-interessierte Nicht-Mitglieder beteiligen konnten, zur Nachfolgerin von Maria Vassilakou als Vizebürgermeisterin sowie als Spitzenkandidatin der Grünen für die Wiener Gemeinderatswahl 2020 designiert. In Donaufeld – im „Colosseum XXI“ in der Sebastian-Kohl-Gasse – hatte sie am 1. Dezember den ersten Auftritt bei einer Landesversammlung der Wiener Grünen.


Birgit Hebein (Mitte) mit Grünen aus Transdanubien vor dem „Colosseum XXI“ in Donaufeld am 1. Dezember 2018.  (Fotos: Hans Arsenovic, Brigitte Parnigoni, Die Grünen WIen)

Birgit Hebein wurde 1967 in Villach geboren und ist diplomierte Sozialarbeiterin, als die sie u.a. beim Bahnhofsozialdienst der Caritas Wien arbeitete. Sie war in zahlreichen zivilgesellschaftlichen Bewegungen und NGOs aktiv, so etwa bei der Arbeitsgemeinschaft Wehrdienstverweigerung, bei der Österreichischen HochschülerInnenschaft und bei den Alternativen und Grünen GewerkschafterInnen.

Von 2005 bis 2010 war sie Bezirksrätin in Rudolfsheim-Fünfhaus und seit 2010 ist sie Gemeinderätin und Landtagsabgeordnete. Als solche ist sie für die Themenbereiche Soziales und Sicherheit zuständig.

Ihr persönliches Credo ist: „Jeder Mensch ist gleich viel wert.“
Birgit Hebein steht also
für linke Politik und will Soziales, Umweltpolitik und Ökologie zu einer umfassenden grünen Politik verbinden. Ihre Botschaft für Wien heißt: „Ich möchte, dass in Wien alle Menschen ohne Ängste und Sorgen einschlafen und auch ohne Ängste und Sorgen wieder aufwachen können.“

Wir haben mit Birgit Hebein gesprochen und sie zu einigen ihrer Positionen und Anliegen befragt.

 

GrünRaum Donaufeld (DF): Liebe Birgit, wir gratulieren dir herzlich zur Wahl zur grünen Spitze für Wien! Was bedeutet dieser Erfolg für dich?

Birgit (B): Vor allem freut mich die breite Zustimmung. Beinahe 2.000 interessierte WienerInnen haben sich – weit über unsere Mitglieder hinaus – engagiert und mitgewählt. Die Öffnung der Grünen nach außen ist also gelungen! Diesen Weg der Öffnung möchte ich fortsetzen, mit den Menschen in Dialog treten, ich möchte das Potential an Grün-Ideen bergen und das Gemeinsame vor das Trennende stellen.

DF: Wie siehst du die Zusammenarbeit mit der SPÖ?

B: Wir haben gemeinsam eine Menge auf den Weg gebracht – ich erinnere nur an das 365 Euro-Öffiticket oder die Neugestaltung der Mariahilfer Straße, an das Wiener Modell für eine gerechte und soziale Mindestsicherung oder zuletzt an die neue Bauordnung. Es gibt daher keinen Grund, die Koalition nicht bis zum letzten Tag mit vollem Einsatz fortzusetzen.

Ich bin überzeugt davon, dass wir eine rot-grüne Wiener Stadtregierung als Gegenentwurf zur schwarz-blauen Bundesregierung notwendiger denn je brauchen, weil deren gewissenloser Sozialabbau ist beispiellos in den letzten 20 Jahren.

DF: Du betonst immer wieder die Verbindung der sozialen und ökologischen Frage. Wie sehen deine Ideen für eine Umsetzung aus?

B: Um es an einem Beispiel deutlich zu machen: Im vergangenen Hitze-Sommer haben vor allem alte und kranke Menschen gelitten. Die Auswirkungen der Klimakrise betreffen offensichtlich viel stärker ärmere Menschen, die sich keine Häuser im Grünen und Klimaanlagen leisten können. Soziale Gerechtigkeit bedeutet daher auch, Klimaschutzmaßnahmen zu setzen, die für alle, auch für sozial Ärmere, Abhilfe schaffen.

Als kommunale Beispiele nenne ich Verweilplätze, Fassadenbegrünungen, grüne und einladende Begegnungszonen, vermehrte Baumpflanzungen und ähnliche Maßnahmen im öffentlichen Raum. Mit längerfristigen Maßnahmen wollen wir die ökologischen Schwerpunkte in unserer Politik fortsetzen: Die neue Bauordnung ist ein Meilenstein, insofern sie fossile Brennstoffe in neuen Gebäuden ausschließt und zentrale Gasanlagen nur mehr hocheffizient und in Kombination mit Solarenergie angewendet werden dürfen.

DF: In einer stark wachsenden Stadt wie Wien ist die Schaffung von leistbarem Wohnraum eines der zentralen Themen.

B: Ja natürlich, und auch dafür werden wir konsequent weiter arbeiten. Früher wurden wir belächelt, als wir 7 Euro Miete pro Quadratmeter forderten. Nun ist das erreicht und sorgt sogar international für Aufsehen als großartiges Positivbeispiel für Großstädte!

Die bereits erwähnte neue Bauordnung ist die bedeutendste wohnpolitische Reform der letzten Jahrzehnte: Sie beugt Bodenspekulationen vor und sie schafft – nicht zuletzt mit einer neuen Widmungskategorie „Geförderter Wohnbau“ – ausreichend leistbaren sozialen Wohnraum. In Zukunft müssen auf jeder dem Wohnbau neu gewidmeten Fläche in Wien zwei Drittel leistbarer Wohnraum geschaffen werden. Ich sehe das als Meilenstein für ökologisches, klimagerechtes und soziales Bauen. Weiters möchte ich vermehrt den Holzbau als ökologische Alternative thematisieren.

DF: Als Nachfolgerin von Maria Vassilakou wirst du auch das Ressort für Stadtplanung übernehmen. Was bedeutet das für deine politische Arbeit?

B: Maria Vassilakou und ich arbeiten gemeinsam an einer nahtlosen Übergabe des Ressorts. Ich nütze die Zeit bis zum Frühling 2019, um mich in Stadtplanungs-Themen weiter zu vertiefen. Bis dahin arbeitet Mary selbst mit vollem Einsatz an laufenden Projekten weiter.

Auf mich warten u.a. große Herausforderungen wie die Neugestaltung des Schwedenplatzes oder des Reumannplatzes, das Parkpickerl für weitere Bezirke wie z.B. Döbling, die Standortsuche für einen neuen zentralen Busbahnhof und Vieles mehr. Ich freue mich auf all die neuen Herausforderungen und die Verantwortung, die damit verbunden ist. Mir geht es vor allem um eine menschen- und klimafreundliche Politik, die die Lebensqualität für alle WienerInnen verbessert.

Gemeinsam werden wir Grüne in Wien eine Politik machen, die gegen Sozialkürzungen und für soziale Gerechtigkeit eintritt. Zuoberst gilt für mich: „Menschenrechte sind nicht diskutierbar!“

DF: Welchen Bezug hast du zu den „transdanubischen“ Bezirken?

B: Einerseits sind Floridsdorf und Donaustadt ehemalige ArbeiterInnenbezirke, in denen soziale Probleme immer wieder eine Rolle spielten und spielen – das zeigt sich an „Brennpunkten“ wie dem Franz-Jonas-Platz, wo ich mich stets für einen Ausbau der Sozialarbeit ausgesprochen habe, ebenso wie in den Gemeindebau-Gebieten, wo wir Grüne „viel Luft nach oben“ haben. Hier möchte ich vermehrt den Dialog mit den BewohnerInnen suchen.

Andererseits befindet sich in Donaufeld – nach der Seestadt Aspern – eines der wichtigsten Stadterweiterungsgebiete Wiens, und Transdanubien bietet dadurch auch Chancen für neue Formen des urbanen Zusammenlebens – partizipativ, und mit nachhaltigen Lösungen in der Verkehrs-, Umwelt- und Sozialpolitik.
I
m Übrigen habe ich einen besonderen persönlichen Bezug zu Transdanubien: Ich bin ein großer Fan des Gänsehäufels und der Alten Donau, die ich früher noch viel öfter mit meinen Kindern gerne zum Baden besuchte!

DF: Liebe Birgit, danke für das Gespräch! Wir wünschen dir viel Erfolg für deine Arbeit.

Das Gespräch führte Brigitte Parnigoni

Baugruppen-Initiativen in Donaufeld

Bei der Umwidmung des östlichen Teils des Stadterweiterungsgebiets Donaufeld – westlich der Dückegasse, bis einschließlich des Grünzug-Abschnittes zwischen Donaufelder Straße und Alter Donau – im Wiener Gemeinderat wurde am 15. Dezember 2017 (gegen die Stimmen von FPÖ, ÖVP und NEOS) ein Beschlussantrag angenommen, der die Reservierung eines Bauplatzes im sogenannten „Ereignisband“ für ein Baugruppen-Projekt vorsieht.


Im Bereich des Straßenzugs An der Schanze soll das künftige „Ereignisband“ liegen  (Foto: Gerhard Jordan).

Derzeit gibt es zwei Baugruppen-Initiativen, die sich für das Stadtentwicklungsgebiet Donaufeld bewerben wollen:

„TREIBHAUS DONAUFELD“

Das Donaufeld zeichnet sich durch seine Nähe zur Stadt und zur Natur aus. Besonders die in Fußwegdistanz gelegene Alte Donau bietet Erholungsraum zum Entdecken in unmittelbarer Nachbarschaft.
Hier plant das „Treibhaus Donaufeld“ – eine Baugemeinschaft – ein offenes und ökologisches Haus, mit dem Ziel ein Stück Heimat in der Stadt zu schaffen. Denn Heimat bedeutet für sie Verbundenheit mit den Menschen in der Umgebung, mit der Stadt mit der Natur.


Grafik: Sandbichler Architekten.

Die zukünftigen Bewohner*innen des Treibhauses suchen noch Mitgestalter*innen die offen für ökologische und kreative Ideen bei der Umsetzung des Hauses sind, eine Hausgemeinschaft schätzen und zu dieser aktiv beitragen möchten.

Der nächste Kennenlern- und Infoabend findet am 13. September 2018 um 18:30 Uhr im „realitylab“, Ernst-Melchior-Gasse 11/1/G1 (Eingang: Jakov-Lind-Straße), 1020 Wien, statt.

Um Anmeldung unter  info@treibhausdonaufeld.at  wird gebeten!
Mehr Informationen zum Projekt unter  www.treibhausdonaufeld.at .

 

„ZUSAMMEN_BAUEN“

Inspiriert von „Que[e]rbau“ in der Seestadt Aspern, hat sich die Initiative für Baugruppen im Donaufeld im Februar 2015 vor Ort vorgestellt, um ihre Gedanken zu einem künftigen Gemeinschaftshaus zu formulieren. Ihr Motto lautet: „Jede_r für sich und manches zusammen…“ –  Que[e]rbau steht für Vielfalt und Offenheit: d.h. diverse Formen des Zusammenlebens, individuelles Mitgestalten bei der eigenen Wohnung und gemeinsame Erarbeitung der gemeinschaftlich genutzten Räume. Mit dem Augenmerk auf die Leistbarkeit der Wohnform, soll möglichst jede_r mitmachen können.

Wohnen in einer guten Nachbarschaft fördert im Alltag das Tauschen und Teilen. Wieviel jede_r zu gemeinschaftlichen Themen beitragen kann, ist aufgrund der privaten bzw. familiären Situation unterschiedlich. Es werden Methoden gefunden, wie Entscheidungen getroffen werden und welches Engagement jede_r aufbringen kann. In den gemeinsamen Treffen spielen neben den Gemeinschaftsthemen und der Diversität auch die Architektur, die Mobilität und der Freiraum im Donaufeld eine Rolle.

Ein wichtiges Ziel ist, mit Aktivitäten nach außen in die Nachbarschaft zu wirken und bestehende Initiativen im Donaufeld einzuladen. Dazu soll ein Nachbarschaftscafé als zentraler Ort für Kommunikation und Veranstaltungen im neuen Wohnprojekt errichtet werden.

„Que[e]rbau Wien“ unterstützt die Baugruppe bei der Gruppenbildung und beim Planen. Der Verein baut dabei auf die Erfahrung vorheriger Projekte auf und möchte damit zu einem vielfältigen Angebot für gemeinschaftliche Wohnformen beitragen.


Der „Yella Yella!“ Nachbar_innentreff als Beispiel für eine aktive Gemeinschaft  (Foto: „Que[e]rbau“).

Ein nächstes Gruppen- und Info-Treffen im „Que[e]rbau Seestadt“ (inkl. Besichtigung im Rahmen des Open-House Wien) findet am 15. September 2018 zwischen 14:00 und 17:00 Uhr, Eingang:  „Yella Yella!“ Nachbar_innentreff, Maria-Tusch-Straße 2/1, 1220 Wien, statt.

Anmeldung und Kontakt:  E-Mail  donaufeld@queerbau.at
Website:  www.queerbau.at

Tolle Stimmung beim Siedlungsfest in der „Autofreien“

„Für jede/n etwas“ gab es beim Fest der „Autofreien Siedlung“ in der Nordmanngasse am 26. Mai 2018.


Tanzen: Beliebt bei Groß und Klein  (Fotos: G. Jordan).

Ein Kinderprogramm mit Kasperl, Bastelstation und Spielbus sprach die Kleinsten an, „Bewegungs-Hungrige“ konnten sich bei israelischen Tänzen oder Gesellschaftstänzen austoben und Musik-Interessierte konnten sich Floridsdorf-spezifische Wienerlieder vom traditionsreichen „Nordbahnbund-Chor“ oder Hits aus den letzten Jahrzehnten von der „Siedlungsband“ zu Gemüte führen.


Wienerlied bis Rock: Musikalische Beiträge von Nordbahnbundchor und Siedlungsband.

Diesmal gab es auch Information „aus erster Hand“ von der „Gebietsbetreuung Wien-Nord“, die Anfang 2018 das Stadtteilmanagement Donaufeld übernommen hat und ihre Angebote – z.B. die Präsenz bei der „Infobox“ Ecke Dückegasse/An der Schanze an jedem Dienstag von 16-18 Uhr – vorstellte.


Das Stadtteilmanagement Donaufeld der Gebietsbetreuung stellt sich vor:  Magdalena Hubauer und Angela Salchegger mit Bewohner Stephan Fickl (v.l.).

Und natürlich gab es auch kulinarische Angebote und viel Vernetzung – das Siedlungsfest ist immer auch ein Anziehungspunkt für Interessierte aus anderen Bezirken sowie für FreundInnen und Bekannte von BewohnerInnen, durch die der sogenannte „Versunkene Platz“ alljährlich zu einem belebten und beliebten Treffpunkt wird.

20 Jahre „FrauenWerkStadt“

In den 1990er-Jahren wurden im 21. Bezirk einige Innovationen im Wohnbau ausprobiert. Vor allem Donaufeld war hier ein Brennpunkt.
Eines der bekanntesten damals realisierten Pilotprojekte war die sogenannte „FrauenWerkStadt“, die später offiziell Schütte-Lihotzky-Hof benannt wurde – nach der Ehrenvorsitzenden der Jury, der damals fast 100-jährigen Architektin Margarete Schütte-Lihotzky (1897-2000).


„FrauenWerkStadt“ bzw. Margarete-Schütte-Lihotzky-Hof,  Bauteil der Wohnbauvereinigung der Privatangestellten, Carminweg 6  (Fotos: Gerhard Jordan).

Das Besondere an der ab 1992 geplanten und 1995-1997 errichteten Wohnanlage im Bereich Donaufelder Straße 99/Carminweg 6 und 8 mit 357 Wohnungen (ein Bauteil von der Gemeinde Wien und einer von der Wohnbauvereinigung der Privatangestellten):  die Planung erfolgte durch vier Frauen – die Architektinnen Liselotte Peretti, Gisela Podreka, Elsa Prochazka und Franziska Ullmann. Weitere an der Umsetzung beteiligte Frauen waren die Landschaftsarchitektin Maria Auböck (zuständig für die Freiraumgestaltung), die damalige Direktorin der WBV-GPA Elisabeth Weihsmann und als Initiatorin die damalige Leiterin der MA 57 (Frauenförderung) Eva Kail.


MieterInnen-Vertreter Alois Seiz (rechts) mit beteiligten Frauen aus der Entstehungszeit des Wohnprojekts:  v.l.n.r. Elsa Prochazka, Gisela Podreka, Franziska Ullmann und Eva Kail.

Das Konzept der „Frauen-Werk-Stadt“ besteht in der Planung einer Anlage unter besonderer Berücksichtigung der Anforderungen von Haus- und Familienarbeit, einer angstfreien Ausgestaltung sowohl der Innen- als auch der Außenräume, der MieterInnenmitbestimmung in der Planungsphase sowie der Schaffung vielfältiger Kommunikationsmöglichkeiten aufgrund der Infrastruktur. Bei der Lage der „Hausnebenräume“ (Kinderwagenabstellraum, Waschküche, etc.), der Hauseingänge, der Wegeführung (z.B. zu den Kleinkinderspielflächen), der Orientierung der Aufenthaltsräume, der Beleuchtung und bei vielen anderen Details wurde auf dieses Konzept Rücksicht genommen.


„FrauenWerkStadt“, Bauteil der Gemeinde Wien, Ecke Donaufelder Straße 99 (oben) und Carminweg 8 (unten).

In der Anlage befinden sich u.a. ein Kindergarten, Wohnungen für Menschen mit besonderen Bedürfnissen, Geschäftslokale, Arztpraxen, eine Apotheke und ein Polizeiwachzimmer.

Am 1. Dezember 2017 wurde das 20jährige Bestehen der Wohnanlage gefeiert.

Alois Seiz, der Vorsitzende des Mieterbeirates, organisierte aus diesem Anlass ein kleines Fest im Innenhof, mit Punsch, Maroni und selbst gemachten Köstlichkeiten.

Zahlreiche damals Beteiligte kamen und berichteten aus ihren Erinnerungen. Wohnbaustadtrat Michael Ludwig und Bezirksvorsteher Georg Papai betonten die Wichtigkeit des sozialen Wohnbaus und wiesen darauf hin, was sich in den letzten zwei Jahrzehnten zum Positiven verändert hat.


Wohnbaustadtrat Michael Ludwig hob die Bedeutung des Projektes „FrauenWerkStadt“ hervor.

Zum Abschluss sprach auch ein „Bewohner der ersten Stunde“, der grüne Bezirksrat Heinz Berger. Er informierte über die bevorstehende Widmung des ersten Teils des Stadterweiterungsgebietes Donaufeld und über die Chancen, die sich aus dieser neuen Nachbarschaft ergeben können.


Bezirksrat und Bewohner Heinz Berger bei seiner Ansprache.

Die Floridsdorfer Grünen gratulierten den BewohnerInnen mit einer feministischen Geburtstags-Torte, die Bezirksrätin Gabriele Tupy besorgt hatte.

 


Alois Seiz und Bezirksvorsteher Georg Papai (Mitte) mit Festgästen.

Aus grüner Sicht noch eine kleine Fußnote:
Bei der Europaparlamentswahl am 13. Juni 1999 umfasste der Wahlsprengel 177 die 12 Stiegen der Anlage Carminweg 6. Die Grünen erhielten dort sensationelle 43,27% der Stimmen. Dies war damals der zweithöchste Grün-Anteil aller Wahlsprengel Wiens!  Auch in Floridsdorf wurde er seither nicht mehr übertroffen. Der Widerstand gegen die damals hinter der Wohnanlage errichtete Bundesstraße B3 mag zu diesem Ergebnis beigetragen haben.


Heinz Berger mit einem historischen Foto, das die Architektinnen mit der Jury-Ehrenvorsitzenden Margarete Schütte-Lihotzky zeigt.

 

Imame verurteilen Extremismus, Gewalt und Terror

Ein erfreuliches Zeichen für Toleranz in einer Welt der Gewalt ist am 14. Juni 2017 von Floridsdorf ausgegangen: Im Islamischen Zentrum der Moschee auf dem Bruckhaufen trafen sich über 150 österreichische Imame und präsentierten eine von insgesamt mehr als 300 Imamen unterzeichnete Deklaration gegen Extremismus, Gewalt und Terror, in der unterstrichen wird, dass der Islam die Menschenwürde als einen unverzichtbaren Wert betrachtet, und in der das Festhalten an verfassungsrechtlichen Prinzipien der Republik Österreich betont wird. Diese wurde auch auf der Website der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) veröffentlicht.

Auch wenn es vielleicht einzelne Radikalisierte gibt, die sich davon nicht beeindrucken lassen, so ist dieses Auftreten (und die Klarstellung, dass Morden im Namen der Religion unzulässig ist) dennoch ein wichtiger und begrüßenswerter Beitrag in Richtung Integration und für gesellschaftlichen Frieden.

 


Die Moschee im 21. Bezirk, Am Bruckhaufen 3, wurde 1977-79 als erste in Österreich errichtet  (Foto: G. Jordan).

Franklinstraße – Umgestaltung als Sozialprojekt

Die Franklinstraße ist eine beliebte FußgängerInnenzone mit unterschiedlichen öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, dem Hallenbad oder medizinischen Einrichtungen.
Nun wurde hier ein arbeitsmarktpolitisches Projekt ins Leben gerufen. Arbeitssuchende Jugendliche aus Floridsdorf im Alter von 18 bis 25 Jahren, denen der Übergang von der Schule in einen Arbeitsplatz oder in eine Lehrausbildung noch nicht gelungen ist, gestalten von Anfang Mai bis Ende November 2017 eine neue Aufenthaltsqualität für Jung und Alt.


Bezirksrat Heinz Berger testet eines der ersten Sitzmöbel, vor dem Gymnasium Franklinstraße 21  (Foto: Susi Dietl).

Susanne Dietl, Klubobfrau der Grünen, freut sich: „Die Franklin-Promenade bekommt nun mit zusätzlicher Begrünung, neuen Wegestrukturen und individuellem Stadtmobiliar eine persönliche Note. Gleichzeitig bekommen junge FloridsdorferInnen mit Hilfe dieses arbeitsmarktpolitischen Projekts die Chance, sich erstmals in der Berufswelt zu fairen Bedingungen zu beweisen, und erfahren oft erstmals in ihrem Leben Wertschätzung für ihre Leistung in der Arbeitswelt. Viele davon schaffen nach einem derartigen Projekt den Einstieg in die Berufswelt!“

Die Durchführung erfolgt durch den sozialökonomischen Betrieb „greenlab“ in Zusammenarbeit mit dem Arbeitsmarktservice Wien.
Die Finanzierung des Projekts wurde auch mit den Stimmen der Floridsdorfer Grünen unterstützt.