Baugruppen-Initiativen in Donaufeld

Bei der Umwidmung des östlichen Teils des Stadterweiterungsgebiets Donaufeld – westlich der Dückegasse, bis einschließlich des Grünzug-Abschnittes zwischen Donaufelder Straße und Alter Donau – im Wiener Gemeinderat wurde am 15. Dezember 2017 (gegen die Stimmen von FPÖ, ÖVP und NEOS) ein Beschlussantrag angenommen, der die Reservierung eines Bauplatzes im sogenannten „Ereignisband“ für ein Baugruppen-Projekt vorsieht.


Im Bereich des Straßenzugs An der Schanze soll das künftige „Ereignisband“ liegen  (Foto: Gerhard Jordan).

Derzeit gibt es zwei Baugruppen-Initiativen, die sich für das Stadtentwicklungsgebiet Donaufeld bewerben wollen:

„TREIBHAUS DONAUFELD“

Das Donaufeld zeichnet sich durch seine Nähe zur Stadt und zur Natur aus. Besonders die in Fußwegdistanz gelegene Alte Donau bietet Erholungsraum zum Entdecken in unmittelbarer Nachbarschaft.
Hier plant das „Treibhaus Donaufeld“ – eine Baugemeinschaft – ein offenes und ökologisches Haus, mit dem Ziel ein Stück Heimat in der Stadt zu schaffen. Denn Heimat bedeutet für sie Verbundenheit mit den Menschen in der Umgebung, mit der Stadt mit der Natur.


Grafik: Sandbichler Architekten.

Die zukünftigen Bewohner*innen des Treibhauses suchen noch Mitgestalter*innen die offen für ökologische und kreative Ideen bei der Umsetzung des Hauses sind, eine Hausgemeinschaft schätzen und zu dieser aktiv beitragen möchten.

Der nächste Kennenlern- und Infoabend findet am 13. September 2018 um 18:30 Uhr im „realitylab“, Ernst-Melchior-Gasse 11/1/G1 (Eingang: Jakov-Lind-Straße), 1020 Wien, statt.

Um Anmeldung unter  info@treibhausdonaufeld.at  wird gebeten!
Mehr Informationen zum Projekt unter  www.treibhausdonaufeld.at .

 

„ZUSAMMEN_BAUEN“

Inspiriert von „Que[e]rbau“ in der Seestadt Aspern, hat sich die Initiative für Baugruppen im Donaufeld im Februar 2015 vor Ort vorgestellt, um ihre Gedanken zu einem künftigen Gemeinschaftshaus zu formulieren. Ihr Motto lautet: „Jede_r für sich und manches zusammen…“ –  Que[e]rbau steht für Vielfalt und Offenheit: d.h. diverse Formen des Zusammenlebens, individuelles Mitgestalten bei der eigenen Wohnung und gemeinsame Erarbeitung der gemeinschaftlich genutzten Räume. Mit dem Augenmerk auf die Leistbarkeit der Wohnform, soll möglichst jede_r mitmachen können.

Wohnen in einer guten Nachbarschaft fördert im Alltag das Tauschen und Teilen. Wieviel jede_r zu gemeinschaftlichen Themen beitragen kann, ist aufgrund der privaten bzw. familiären Situation unterschiedlich. Es werden Methoden gefunden, wie Entscheidungen getroffen werden und welches Engagement jede_r aufbringen kann. In den gemeinsamen Treffen spielen neben den Gemeinschaftsthemen und der Diversität auch die Architektur, die Mobilität und der Freiraum im Donaufeld eine Rolle.

Ein wichtiges Ziel ist, mit Aktivitäten nach außen in die Nachbarschaft zu wirken und bestehende Initiativen im Donaufeld einzuladen. Dazu soll ein Nachbarschaftscafé als zentraler Ort für Kommunikation und Veranstaltungen im neuen Wohnprojekt errichtet werden.

„Que[e]rbau Wien“ unterstützt die Baugruppe bei der Gruppenbildung und beim Planen. Der Verein baut dabei auf die Erfahrung vorheriger Projekte auf und möchte damit zu einem vielfältigen Angebot für gemeinschaftliche Wohnformen beitragen.


Der „Yella Yella!“ Nachbar_innentreff als Beispiel für eine aktive Gemeinschaft  (Foto: „Que[e]rbau“).

Ein nächstes Gruppen- und Info-Treffen im „Que[e]rbau Seestadt“ (inkl. Besichtigung im Rahmen des Open-House Wien) findet am 15. September 2018 zwischen 14:00 und 17:00 Uhr, Eingang:  „Yella Yella!“ Nachbar_innentreff, Maria-Tusch-Straße 2/1, 1220 Wien, statt.

Anmeldung und Kontakt:  E-Mail  donaufeld@queerbau.at
Website:  www.queerbau.at

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Tolle Stimmung beim Siedlungsfest in der „Autofreien“

„Für jede/n etwas“ gab es beim Fest der „Autofreien Siedlung“ in der Nordmanngasse am 26. Mai 2018.


Tanzen: Beliebt bei Groß und Klein  (Fotos: G. Jordan).

Ein Kinderprogramm mit Kasperl, Bastelstation und Spielbus sprach die Kleinsten an, „Bewegungs-Hungrige“ konnten sich bei israelischen Tänzen oder Gesellschaftstänzen austoben und Musik-Interessierte konnten sich Floridsdorf-spezifische Wienerlieder vom traditionsreichen „Nordbahnbund-Chor“ oder Hits aus den letzten Jahrzehnten von der „Siedlungsband“ zu Gemüte führen.


Wienerlied bis Rock: Musikalische Beiträge von Nordbahnbundchor und Siedlungsband.

Diesmal gab es auch Information „aus erster Hand“ von der „Gebietsbetreuung Wien-Nord“, die Anfang 2018 das Stadtteilmanagement Donaufeld übernommen hat und ihre Angebote – z.B. die Präsenz bei der „Infobox“ Ecke Dückegasse/An der Schanze an jedem Dienstag von 16-18 Uhr – vorstellte.


Das Stadtteilmanagement Donaufeld der Gebietsbetreuung stellt sich vor:  Magdalena Hubauer und Angela Salchegger mit Bewohner Stephan Fickl (v.l.).

Und natürlich gab es auch kulinarische Angebote und viel Vernetzung – das Siedlungsfest ist immer auch ein Anziehungspunkt für Interessierte aus anderen Bezirken sowie für FreundInnen und Bekannte von BewohnerInnen, durch die der sogenannte „Versunkene Platz“ alljährlich zu einem belebten und beliebten Treffpunkt wird.

20 Jahre „FrauenWerkStadt“

In den 1990er-Jahren wurden im 21. Bezirk einige Innovationen im Wohnbau ausprobiert. Vor allem Donaufeld war hier ein Brennpunkt.
Eines der bekanntesten damals realisierten Pilotprojekte war die sogenannte „FrauenWerkStadt“, die später offiziell Schütte-Lihotzky-Hof benannt wurde – nach der Ehrenvorsitzenden der Jury, der damals fast 100-jährigen Architektin Margarete Schütte-Lihotzky (1897-2000).


„FrauenWerkStadt“ bzw. Margarete-Schütte-Lihotzky-Hof,  Bauteil der Wohnbauvereinigung der Privatangestellten, Carminweg 6  (Fotos: Gerhard Jordan).

Das Besondere an der ab 1992 geplanten und 1995-1997 errichteten Wohnanlage im Bereich Donaufelder Straße 99/Carminweg 6 und 8 mit 357 Wohnungen (ein Bauteil von der Gemeinde Wien und einer von der Wohnbauvereinigung der Privatangestellten):  die Planung erfolgte durch vier Frauen – die Architektinnen Liselotte Peretti, Gisela Podreka, Elsa Prochazka und Franziska Ullmann. Weitere an der Umsetzung beteiligte Frauen waren die Landschaftsarchitektin Maria Auböck (zuständig für die Freiraumgestaltung), die damalige Direktorin der WBV-GPA Elisabeth Weihsmann und als Initiatorin die damalige Leiterin der MA 57 (Frauenförderung) Eva Kail.


MieterInnen-Vertreter Alois Seiz (rechts) mit beteiligten Frauen aus der Entstehungszeit des Wohnprojekts:  v.l.n.r. Elsa Prochazka, Gisela Podreka, Franziska Ullmann und Eva Kail.

Das Konzept der „Frauen-Werk-Stadt“ besteht in der Planung einer Anlage unter besonderer Berücksichtigung der Anforderungen von Haus- und Familienarbeit, einer angstfreien Ausgestaltung sowohl der Innen- als auch der Außenräume, der MieterInnenmitbestimmung in der Planungsphase sowie der Schaffung vielfältiger Kommunikationsmöglichkeiten aufgrund der Infrastruktur. Bei der Lage der „Hausnebenräume“ (Kinderwagenabstellraum, Waschküche, etc.), der Hauseingänge, der Wegeführung (z.B. zu den Kleinkinderspielflächen), der Orientierung der Aufenthaltsräume, der Beleuchtung und bei vielen anderen Details wurde auf dieses Konzept Rücksicht genommen.


„FrauenWerkStadt“, Bauteil der Gemeinde Wien, Ecke Donaufelder Straße 99 (oben) und Carminweg 8 (unten).

In der Anlage befinden sich u.a. ein Kindergarten, Wohnungen für Menschen mit besonderen Bedürfnissen, Geschäftslokale, Arztpraxen, eine Apotheke und ein Polizeiwachzimmer.

Am 1. Dezember 2017 wurde das 20jährige Bestehen der Wohnanlage gefeiert.

Alois Seiz, der Vorsitzende des Mieterbeirates, organisierte aus diesem Anlass ein kleines Fest im Innenhof, mit Punsch, Maroni und selbst gemachten Köstlichkeiten.

Zahlreiche damals Beteiligte kamen und berichteten aus ihren Erinnerungen. Wohnbaustadtrat Michael Ludwig und Bezirksvorsteher Georg Papai betonten die Wichtigkeit des sozialen Wohnbaus und wiesen darauf hin, was sich in den letzten zwei Jahrzehnten zum Positiven verändert hat.


Wohnbaustadtrat Michael Ludwig hob die Bedeutung des Projektes „FrauenWerkStadt“ hervor.

Zum Abschluss sprach auch ein „Bewohner der ersten Stunde“, der grüne Bezirksrat Heinz Berger. Er informierte über die bevorstehende Widmung des ersten Teils des Stadterweiterungsgebietes Donaufeld und über die Chancen, die sich aus dieser neuen Nachbarschaft ergeben können.


Bezirksrat und Bewohner Heinz Berger bei seiner Ansprache.

Die Floridsdorfer Grünen gratulierten den BewohnerInnen mit einer feministischen Geburtstags-Torte, die Bezirksrätin Gabriele Tupy besorgt hatte.

 


Alois Seiz und Bezirksvorsteher Georg Papai (Mitte) mit Festgästen.

Aus grüner Sicht noch eine kleine Fußnote:
Bei der Europaparlamentswahl am 13. Juni 1999 umfasste der Wahlsprengel 177 die 12 Stiegen der Anlage Carminweg 6. Die Grünen erhielten dort sensationelle 43,27% der Stimmen. Dies war damals der zweithöchste Grün-Anteil aller Wahlsprengel Wiens!  Auch in Floridsdorf wurde er seither nicht mehr übertroffen. Der Widerstand gegen die damals hinter der Wohnanlage errichtete Bundesstraße B3 mag zu diesem Ergebnis beigetragen haben.


Heinz Berger mit einem historischen Foto, das die Architektinnen mit der Jury-Ehrenvorsitzenden Margarete Schütte-Lihotzky zeigt.

 

Imame verurteilen Extremismus, Gewalt und Terror

Ein erfreuliches Zeichen für Toleranz in einer Welt der Gewalt ist am 14. Juni 2017 von Floridsdorf ausgegangen: Im Islamischen Zentrum der Moschee auf dem Bruckhaufen trafen sich über 150 österreichische Imame und präsentierten eine von insgesamt mehr als 300 Imamen unterzeichnete Deklaration gegen Extremismus, Gewalt und Terror, in der unterstrichen wird, dass der Islam die Menschenwürde als einen unverzichtbaren Wert betrachtet, und in der das Festhalten an verfassungsrechtlichen Prinzipien der Republik Österreich betont wird. Diese wurde auch auf der Website der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) veröffentlicht.

Auch wenn es vielleicht einzelne Radikalisierte gibt, die sich davon nicht beeindrucken lassen, so ist dieses Auftreten (und die Klarstellung, dass Morden im Namen der Religion unzulässig ist) dennoch ein wichtiger und begrüßenswerter Beitrag in Richtung Integration und für gesellschaftlichen Frieden.

 


Die Moschee im 21. Bezirk, Am Bruckhaufen 3, wurde 1977-79 als erste in Österreich errichtet  (Foto: G. Jordan).

Franklinstraße – Umgestaltung als Sozialprojekt

Die Franklinstraße ist eine beliebte FußgängerInnenzone mit unterschiedlichen öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, dem Hallenbad oder medizinischen Einrichtungen.
Nun wurde hier ein arbeitsmarktpolitisches Projekt ins Leben gerufen. Arbeitssuchende Jugendliche aus Floridsdorf im Alter von 18 bis 25 Jahren, denen der Übergang von der Schule in einen Arbeitsplatz oder in eine Lehrausbildung noch nicht gelungen ist, gestalten von Anfang Mai bis Ende November 2017 eine neue Aufenthaltsqualität für Jung und Alt.


Bezirksrat Heinz Berger testet eines der ersten Sitzmöbel, vor dem Gymnasium Franklinstraße 21  (Foto: Susi Dietl).

Susanne Dietl, Klubobfrau der Grünen, freut sich: „Die Franklin-Promenade bekommt nun mit zusätzlicher Begrünung, neuen Wegestrukturen und individuellem Stadtmobiliar eine persönliche Note. Gleichzeitig bekommen junge FloridsdorferInnen mit Hilfe dieses arbeitsmarktpolitischen Projekts die Chance, sich erstmals in der Berufswelt zu fairen Bedingungen zu beweisen, und erfahren oft erstmals in ihrem Leben Wertschätzung für ihre Leistung in der Arbeitswelt. Viele davon schaffen nach einem derartigen Projekt den Einstieg in die Berufswelt!“

Die Durchführung erfolgt durch den sozialökonomischen Betrieb „greenlab“ in Zusammenarbeit mit dem Arbeitsmarktservice Wien.
Die Finanzierung des Projekts wurde auch mit den Stimmen der Floridsdorfer Grünen unterstützt.


 

Baugruppen-Projekte boomen – auch in Transdanubien

Bei einer  Exkursion in die Seestadt Aspern im Oktober 2014  konnten sich Interessierte aus Donaufeld ein Bild von den ersten dort fertiggestellten Baugruppenprojekten machen.


Exkursion der Grünen in die Seestadt Aspern, 2014.  Blick in die Maria-Tusch-Straße (Foto: Ingrid Rapf).

Inzwischen hat sich viel getan:  Im  Que[e]rbau  werden im Frühsommer 2017 die Schlüsseln übergeben. Es ist das sechste realisierte Baugruppenprojekt in diesem neuen Stadtteil und befindet sich im Südwesten der Seestadt, am Beginn von Maria-Tusch-Straße und Yella-Hertzka-Park. Aktuell (März 2017) wird auf der Baustelle fleißig gearbeitet, der Rohbau ist fertig, der Innausbau voll in Gang, die Fassade musste aufgrund des Dauerfrostes noch etwas warten. Die 40 Personen umfassende Baugruppe hat mit Roland Hampl ihren eigenen Planer, der auch mit einzieht: „5 Jahre sind seit den ersten Planungen in der queeren Gruppe vergangen und wir haben einiges an Energie und Überlegungen in das Projekt hineingesteckt. Wir wollten nicht nur ein tolles Wohnhaus errichten, sondern eines in dem Offenheit und Toleranz gelebt wird. Deshalb freuen wir uns, wenn unser Nachbarschaftslokal von vielen SeestäderInnen besucht werden wird.“
Der Mitinitiator und Vereinsobmann von Que[e]rbau, Andreas Konecny:  „Wir haben uns die Aufgabe gestellt, die Que[e]rbau-Wohnungen so zu errichten, dass Wohnen für alle leistbar ist und im Alltag einige Annehmlichkeiten bietet: Wellness, Seminar- und Yogaraum, Co-Office, Lagerraum für Lebensmittel (Food-Coop) und Nachbarschaftslokal. In Kooperation mit der Diakonie wird in dem Projekt auch an Wohnraum für geflüchtete Menschen gedacht.“
Das Wohnprojekt umfasst insgesamt 33 individuell geplante Wohnungen, davon sind 2/3 geförderte Mietwohnungen und 1/3 besonders leistbare „Smart“-Wohnungen.


Der Rohbau des Projekts „Que[e]rbau“ im Jänner 2017  (Foto: Que[e]rbau).

Schon vor einiger Zeit hat sich die  Initiative „ZUSAMMEN_BAUEN“  gebildet, die im Stadterweiterungsgebiet Donaufeld ein Baugruppenprojekt realisieren möchte.
Ein solches wäre zweifellos Teil einer nachhaltigen Beteiligungskultur, da Baugruppen über den eigenen Bauplatzrand hinaus denken, die Nachbarschaft einbeziehen und die Kommunikation mit Angeboten im „Grätzl“ fördern.
Bei einer  Informationsveranstaltung am 20. Februar 2015  im Gemeinschaftsraum der „Autofreien Mustersiedlung“ wurden erste Ideen vorgestellt.


Baugruppen-Infoveranstaltung im Februar 2015 in Donaufeld  (Foto: Gerhard Jordan).

Während in anderen Bezirken bereits erfolgreiche Projekte be- bzw. entstehen (etwa das  Wohnprojekt Wien  beim Bednar-Park im 2. Bezirk oder die Initiativen „Grätzelmixer“, „bikes & rails“ und „Gleis 21“ im Sonnwendviertel beim Hauptbahnhof), tut sich nun auch in Floridsdorf einiges:
So ist im südwestlichen Teil des Areals des Gaswerks Leopoldau, an der Marischkapromenade, das  Baugruppenprojekt „Pegasus 21“  geplant, und im Rahmen der Bebauung der „Siemensäcker“ (zwischen Leopoldine-Padaurek-Straße und Steinheilgasse) entsteht eine Wohngruppe.  Mehr Informationen unter  hallo@wohnsyn21.at  oder Tel. 01/522 01 19.


Auch auf dem Areal der „Siemensäcker“ ist ein Projekt geplant:  die Wohngruppe „wohn.syn.21“ (Foto: G. Jordan).

Gerade das Stadterweiterungsgebiet Donaufeld, wo neue Wege der Planung gegangen werden können, bietet ideale Voraussetzungen für ein neues Baugruppen-Projekt!

Interessierte können sich unter  info@baugruppen-donaufeld.at  melden.

 

 

Nein zu TTIP, CETA und TiSA!

Das Ergebnis: 562.552 Stimmen österreichweit!  –  das sind  8,88% der Stimmberechtigten.

21. und 22. Bezirk: jeweils 6,13% der Stimmberechtigten (insgesamt 14.119 Stimmen).

Nein zu TTIP, CETA und TiSA –  Grüne unterstützen Volksbegehren

Die Handelsabkommen TTIP und CETA sowie das Dienstleistungsabkommen TiSA sollen verhindert werden. Unterzeichnen Sie zwischen 23. und 30. Jänner 2017 auf Ihrem Gemeindeamt!

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Widerstand gegen Handels-, Investitionsschutz- und Deregulierungsabkommen

Das Volksbegehren gegen TTIP, CETA und TiSA ist ein weiterer Schritt im Widerstand gegen unfaire Handelsabkommen. Über 400 Gemeinden in Österreich haben sich bereits „TTIP-CETA-TiSA-frei“ erklärt. In allen neun Bundesländern, vom Nationalrat, dem Bundesrat und den Landeshauptleuten gibt es Resolutionen gegen die Handelsabkommen. Die von NGOs mit Unterstützung der Grünen selbstorganisierte europäische Bürgerinitiative „Stopp TTIP“ brachte es 2015 auf mehr als 3 Millionen Unterschriften und gilt damit als bisher erfolgreichste. In Österreich beteiligten sich ca. 100.000 Menschen. Jetzt soll der Nationalrat dem Wunsch der BürgerInnen entsprechend handeln und die Handelsabkommen ablehnen. Unterstützen Sie daher das Volksbegehren!

Falsche Versprechen

Die Handelsabkommen TTIP und CETA sowie das Dienstleistungsabkommen TiSA befördern angeblich  die Wirtschaft  und geben vor Arbeitsplätze zu schaffen. So lautet zumindest das Credo der BefürworterInnen. Die Wachstumsprognosen  sind mit etwa 0,4 Prozent auf 10 Jahre äußerst  bescheiden. Der Preis, der dafür bezahlt werden soll – die Aushöhlung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit – ist demgegenüber hoch. Auch das Absenken von Lebensmittelstandards, Umwelt-, VerbraucherInnen- und ArbeitnehmerInnenschutz steht zu befürchten.

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Entscheidend ist der grenzüberschreitende zivilgesellschaftliche Widerstand gegen die Freihandelsabkommen.

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CETA, TTIP und TiSA stoppen!

CETA  (Comprehensive Economic and Trade Agreement)
CETA, das Handelsabkommen der EU mit Kanada, braucht nur noch eine Hürde, damit es vorläufig in Kraft treten kann. Mitte Februar steht die Entscheidung im Europäischen Parlament an. Sollte dieses dem Abkommen grünes Licht geben, liegt es in der Hand des Nationalrats, CETA doch noch zu stoppen. Denn damit der gesamte Vertrag in Kraft treten kann, müssen auch die Abgeordneten im österreichischen Parlament zustimmen.

TTIP  (Transatlantic Trade and Investment Partnership)
Die Verhandlungen zum Handelsabkommen der EU mit den USA liegen aufgrund des Präsidentenwechsels in den USA zwar derzeit auf Eis. Das heißt aber nicht, dass TTIP damit tot ist. Denn die EU hält nach wie vor am Verhandlungsmandat, das von allen Regierungen der EU-Mitgliedstaaten erteilt wurde, und an einem zügigen Abschluss fest.

TiSA  (Trade in Services Agreement)
Das Dienstleistungsabkommen TiSA, das die EU derzeit mit 22 anderen Ländern (*) verhandelt, steht nach Aussagen der Verhandlungsführer knapp vor dem Abschluss. TiSA zielt darauf ab, öffentliche Dienstleistungen für ausländische Konzerne der Vertragspartner zu öffnen. Derartige Schritte  führten in vielen Ländern zu gestiegenen Preisen, Verlust der Versorgungssicherheit der Bevölkerung, mangelnde Wartung der Infrastruktur etc. Die Auswirkungen der Liberalisierung und Privatisierung waren bei der britischen Eisenbahn, der Wasserversorgung in Paris oder dem öffentlichen Verkehr in Stockholm so fatal, dass diese Dienstleistungen wieder in die öffentliche Hand zurückgeführt wurden. Mit TISA wäre das nicht mehr möglich. Im Vertrag soll nämlich das einmal erreichte Liberalisierungsniveau festgeschrieben werden. Die BürgerInnen hätten dann das Nachsehen.

Wir können TTIP, CETA und TiSA noch verhindern. Unterzeichnen Sie das Volksbegehren 23.-30. Jänner!

Materialien dazu auf der Homepage:  http://www.volksbegehren.jetzt/

(*)  Australien, Chile, Taiwan, Costa Rica, EU, Hongkong, Island, Israel, Japan, Kanada, Kolumbien, Korea, Liechtenstein, Mauritius, Mexiko, Neuseeland, Norwegen, Pakistan, Panama, Peru, Schweiz, Türkei und Vereinigte Staaten von Amerika.

Junge Wohnideen fürs Alter – auch in Donaufeld

Neue Stadtteile in Floridsdorf brauchen junge Wohnideen fürs Alter, denn die demografische Entwicklung unserer Gesellschaft macht auch vor Floridsdorf nicht Halt.
Die Grünen Floridsdorf treten für intergenerationelles Wohnen und zukunftsorientierte, gemeinschaftliche Wohnmodelle mit inkludierten Pflegeangeboten ein.
In Donaufeld gibt es erfreulicherweise erste alternative Projekte.

Geburtenplus und Zuwanderung: Wien wie auch Floridsdorf werden jünger. Das darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass unsere Gesellschaft insgesamt altert – so auch Floridsdorf. Bis 2034 werden laut VIE-Bevölkerungsprognose der MA 23 alle Altersgruppen wie folgt zunehmen: +10,6% bis 24 Jahre, +8% zwischen 25 und 59 Jahren und +38,8% über 60 Jahre. Am stärksten wächst die Altersgruppe der Über 75-Jährigen: +65,4%. 2034 wird unser Bezirk rund 47.200 Menschen über 60 Jahre beheimaten, davon werden 16.776 über 75 Jahre alt sein. Die Grünen Floridsdorf setzen auf intergenerationelles Wohnen und neue Wohnmodelle mit inkludierten Pflegeangeboten.

Wohnprojekt „ICH-DU-WIRplus“ in der Viehtriftgasse 3 (Leopoldau)

Dieses Wohnprojekt der Genossenschaft Altmannsdorf-Hetzendorf, das Anfang 2017 fertiggestellt wird, liegt gegenüber der markanten Wohnanlage aus den 1990er-Jahren von Jean Nouvel. Es zeichnet sich besonders durch sein gemeinschaftliches Wohnen von verschiedenen Generationen aus und entspricht daher ganz dem Zukunftstrend. Neben geförderten Wohnungen bietet es auch 2er-Wohngemeinschaften und zwei Wohngemeinschaften mit je 150 für jeweils 4 WahlfreundInnen ab 55plus. Die individuell anmietbaren 4 Mini-Apartments verfügen jeweils über eine eigene Sanitäreinheit (Dusche, WC, Waschbecken), eine kleine Kochnische und eine private Terrasse. Jede der beiden WGs besitzt darüber hinaus als DU-WIR-Bereich eine große gemeinschaftliche Wohnküche und eine Gemeinschaftsterrasse. Unterstützung beim Zusammenfinden der WGs und in der Einzugsphase wird durch die begleitende Moderation geboten. Die m²-Preise sind besonders günstig (7,67 € Miete + 60 € Finanzierungsbeitrag).

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Johanniter-Residenz Schichtgründe (Donaufeld)

Immer mehr ältere Menschen wollen in den eigenen vier Wänden, mit befreundeten Nachbarn, so lange wie möglich selbstbestimmt leben. Das gelingt dann besonders gut, wenn entsprechende Unterstützungsleistungen angeboten werden –  das WohNfühlprojekt: „Johanniter Residenz Schichtgründe“ ist solch ein Wohnprojekt. Auf dem historischen Gelände der Schicht-Werke, am Satzingerweg 62, entstehen aktuell 53 barrierefreie Wohnungen mit Balkon, Loggia oder Terrasse sowie mit Sicherheitsnetz und Conciergeservice mit Unterstützung bei Essenszustellung, Einkaufs- und Reinigungsdienst, Reparaturservice, Putzerei- und Wäschedienst, Pflege- und Betreuungsdienst, Krankentransport und Fahrdienst, Besuchsdienst, Begleitung bei Behördenwegen, Physiotherapie und Massagen, Friseur und Fußpflege und vielem mehr. Alle Wohnungen sind mit dem Johanniter-Hausnotruf ausgestattet, der ein besonderes Sicherheitsnetz für den Notfall bietet. Als Rettungsorganisation können die Johanniter binnen kürzester Zeit qualifizierte medizinische Hilfe schicken.

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johanniterresidenzsuedseite
Die „Johanniter-Residenz“ auf dem Satzingerweg 62 – Südseite an der neuen Erna-Musik-Gasse (Foto: Klaus Pahlich).

Ziele einer altersgerechten Bezirksentwicklung

Möglichst lange selbstbestimmt und gesund in vertrauter Umgebung leben zu können – gemeinsam statt einsam – entspricht dem neuen Zeitgeist. Fragt man Menschen heute, wie sie alt werden wollen, antworten sie oftmals „mit Freunden“. Damit das gelingen kann, suchen sie die Sicherheit, sich im Bedarfsfall auf ein ausreichendes und qualitativ gutes Netz von objektiver Beratung, Unterstützung und Pflege verlassen zu können.
Darauf und auf die Möglichkeiten sozialer und kultureller Teilhabe sowie intergenerationeller Begegnungsräume sollten wir bei der Planung neuer Stadtteile und Wohnprojekte in Floridsdorf daher besonders achten. Sie sind die beste Vorsorge gegen Isolation und für ein gesundes Altern und steigern die Lebensqualität im Grätzel.

Ebenso braucht es Präventions- und Dienstleistungsangebote sowie unterstützende NachbarInnen. Vieles kann in Eigenregie in gemeinschaftlichen Wohnprojekten geschehen. Wir sollten deshalb in allen neuen Stadtteilen solche Wohnprojekte vorsehen (Donaufeld, Gaswerk Leopoldau, …). Dafür kann sich der Bezirk einsetzen. Unsere Aufgabe ist es, Rahmenbedingungen zu schaffen, die den Ansprüchen des Alterns auch in Zukunft gerecht werden – ein möglicher Weg zu einer generationenfreundlichen Bezirksentwicklung Floridsdorfs.

Bezirksrätin Gabriele Tupy