Joseph-Samuel-Bloch-Park neugestaltet

Rechtzeitig zum Jahresende 2018 wurde die Neugestaltung des – nach dem ersten Rabbiner der Floridsdorfer Jüdischen Gemeinde benannten – Joseph Samuel Bloch-Parks auf dem Hoßplatz beendet.

Es war dies eines der sogenannten 21 Projekte für den 21. Bezirk – Beispiele, durch die das Bezirksbudget erlebbar und die Verwendung der der Bezirksvertretung Floridsdorf zur Verfügung stehenden Gelder nachvollziehbar gemacht werden sollten.


Der Bloch-Park während der Umgestaltung, im September 2018  (Fotos: G. Jordan).

Die dreieckige Parkanlage zwischen Patrizigasse und Schlosshofer Straße war in die Jahre gekommen.  Mit einer budgetierten Summe von 630.000 € wurde sie für die NutzerInnen attraktiver gestaltet.

Es entstand eine offene und transparente Parkanlage mit Neupflanzungen, einladenden Aufenthaltsbereichen und barrierefreien Querungsmöglichkeiten. Zusätzlich wurden auch der Kinderspielplatz erneuert und den heutigen Ansprüchen angepasst und der Bereich der Straßenbahnstationen umgebaut.


Kindergerechte Umgestaltung:  Ringschaukel, Sandkiste mit Wasserspiel oder Kletterturm mit Rutsche machen den Park auch für die Jüngsten interessant.

Die bei der Parkbenennung am 5. Mai 2002 enthüllte Tafel mit dem Hinweis auf Bloch wurde durch eine Tafel im neuen, hellgrünen Design ersetzt und selbstverständlich wurde auch die 2013 eröffnete „Station der Erinnerung“ – vier in den Boden eingelassene Tafeln, die auf die jüdischen Opfer aus Floridsdorf, die dem nationalsozialistischen Terror zum Opfer fielen, hinweisen – nach der Umgestaltung wieder angebracht.

Gerhard Jordan

Sowohl die Tafel mit dem Hinweis auf Joseph Samuel Bloch (oben) als auch die „Station der Erinnerung“ (unten) geben der Parkanlage eine überregionale Bedeutung.

 


Aufenthaltsqualität durch Trinkbrunnen, Bank-Tisch-Kombinationen, alte (Platanen) und neu gepflanzte Bäume, sowie durch Sitzgelegenheiten entlang der Wege.


Beiderseits des Wartehäuschens bei der Doppelhaltestelle der Straßenbahnlinien 25 und 26 befinden sich Bepflanzungen mit Stauden und Gräsern.

 

 

Advertisements

Eindrucksvolles Kunstprojekt in Donaufeld

Bereits im Oktober fand die erste Sitzung des „Parlaments der Organismen“, einer innovativen Performance der internationalen KünstlerInnengruppe „Club Real“ in einem leer stehenden ehemaligen Gewächshaus an der Nordmanngasse statt. Das von „Kunst im öffentlichen Raum“ (KÖR) geförderte Projekt „Jenseits der Natur – Volksherrschaft im Garten“ im Überschneidungsbereich von Kunst, Politik, Natur und Landwirtschaft läuft bis Herbst 2019.

Am 6. Oktober 2018 startete die international besetzte Performance von „Club Real“ mit der Eröffnung der ersten Sitzung des „Parlaments der Organismen“ im ehemaligen Gewächshaus in der Nordmanngasse 60. Zum Geleit sprachen Martina Taig von der Geschäftsführung von „Kunst im öffentlichen Raum“ (KÖR), Bezirksrätin Astrid Pany in Vertretung von Bezirksvorsteher Georg Papai und Hannes Anbelang (Georg Reinhardt) von der Universität Helsinki, wobei letztere Rede bereits Teil der Performance war.

Das Team von „Club Real“ inszeniert gemeinsam mit ExpertInnen, Profi- und Laiendarstellerlnnen im Stadtentwicklungsgebiet Donaufeld die Auseinandersetzung der Lebewesen – die sich im Rahmen der Performance zu Parteien formieren – um den umkämpften Naturraum. In einer vielschichtigen Darstellung wird nicht nur der Kampf der Pflanzen und Tiere um ihren Platz in der sich stark wandelnden Umwelt auf der einen Ebene dargestellt, sondern als metaphorische Überlagerung auch auf Verdrängungsprozesse in der menschlichen Gesellschaft, insbesondere im Zusammenhang mit der Mobilität von Menschen hingewiesen: Lebewesen versuchen die politische Macht über ihren Lebensraum zu erlangen und verteidigen diese gegen andere. Es wurden Konflikte zwischen alteingesessenen und neu angesiedelten Pflanzen abgehandelt, und das Recht auf Asyl von Organismen, die in Wien oder Niederösterreich vom Aussterben bedroht sind, wurde diskutiert und entschieden.


Die Angelobung der „ParlamentarierInnen“ im „Parlament der Organismen“  (Fotos: Heinz Berger).

Am 26. Oktober fand dann als zweite öffentliche Performance der „Tag der Gartenexekutive“ statt, und am 14. Dezember als Weihnachtsfeier ein Treffen mit den „ParlamentarierInnen“ zu einem „Volksentscheid über die Entwürfe zum geplanten Denkmal für die 200 Salatköpfe“ bei Glühwein im ehemaligen Glashaus.

Die zweite Sitzung des „Gartenparlaments“, wird am 11. Mai 2019 um 16:30 Uhr wieder im Gewächshaus der „Volksherrschaft im Garten“ in der Nordmanngasse 60 stattfinden. Der Eintritt ist frei.

Heinz Berger

 

Brombeeren im Herzen von Donaufeld – Porträt

Gerhard Jordan besuchte die Brombeerplantage An der Schanze und stellt den Donaufelder Gärtner Martin Freimüller vor.

Neu zugezogenen DonaufelderInnen, die ihr Grätzl „erkunden“ (besonders zu empfehlen: per Fahrrad!), oder BesucherInnen wird es schon aufgefallen sein: Wer durch die „Leopoldauer Haide“ auf der kleinen Straße „An der Schanze“ Richtung Donaustadt fährt, an der Gärtnerei „Bioschanze“ vorbei, kommt zu einem Knick im Straßenverlauf, bei dem links hinter einem Zaun ein „Wald“ aus Brombeerstauden grün leuchtet. Hier, auf Nr. 23, befindet sich die Brombeerplantage von „Stadtgärtner“ Ing. Martin Freimüller.


Martin Freimüller beim Eingang der „Brombeerplantage“  (Fotos: Gerhard Jordan).

Die Form des Grundstückes ist übrigens eine historische: Die rund 7.500 Quadratmeter große Plantage liegt genau an jener Stelle, wo im Jahr 1866, als preußische Truppen im Krieg mit Österreich Richtung Wien vorrückten, zur Verteidigung eine der zahlreichen Schanzenanlagen (deren Standorte heute an einigen Stellen des 21. Bezirks noch im Gelände zu erkennen sind) errichtet wurde. Daher auch der Name der Verkehrsfläche.

Hinter dem Eingang, neben der hölzernen Verkaufshütte, sind rechts Selbsternte-Beete mit Gemüse und Obst zu sehen, dahinter ein Holzbaldachin und ein Brunnen, links davon mehrere Reihen mit Brombeerstauden.

Wir befinden uns in einer Oase – viel Grün, reine Luft, verschiedene Arten von Schmetterlingen die um Lavendelbüsche kreisen, manchmal ein Fuchs der sich blicken lässt… – wenn nicht die nur wenige Kilometer entfernte Skyline der „Donaucity“ und der Donauturm zu sehen wären, würde man sich irgendwo auf dem Land wähnen. Und heuer, nach einigen heißen Frühlingswochen 2018, sind bereits Mitte Juni reife Himbeeren, Pfirsiche und einige Brombeeren zu entdecken!

Warum Brombeeren?

Wieso ausgerechnet Brombeeren? Martin, der am 12. Juli 40 Jahre alt wird und Vater von zwei Kindern (1 und 3 Jahre alt) ist, erzählt: „Ich stamme aus einer alteingesessenen Gärtnerfamilie. Mein Großvater hatte eine Gemüsegärtnerei an der Josef-Baumann-Gasse, wo heute die Veterinärmedizinische Universität steht, und meine Großmutter war Gärtnerin An der Schanze, auf Höhe Nr. 24. Ich habe nach dem Gymnasium in der Franklinstraße 21 die HBLFA für Gartenbau in Schönbrunn absolviert und anschließend, 1997/98, ein Jahr beim Stadtgartenamt gearbeitet. Danach habe ich eine Gartengestaltungsfirma auf dem Grundstück meiner Großmutter übernommen, die ich bis heute mit einem Partner führe. Ich wollte aber auch als ‚zweites Standbein‘ etwas machen, das mit echter landwirtschaftlicher Produktion zu tun hat, saisonal ist und außerdem originell. Da mir Brombeeren immer gut schmeckten, habe ich es einfach damit probiert.“.

Auf dem Grundstück, wo sich heute die Plantage befindet und das in Familienbesitz war, wurde bis Mitte der 1990er-Jahre Getreide angebaut, danach war es „Grünbrache“. Martin übernahm es 2013 und machte es im darauf folgenden Jahr urbar. Auch die Genehmigung für einen Brunnen erhielt er, was für die Bewässerung unabdingbar war. Grundwasser ist, dank der Donau-Nähe, ausreichend vorhanden.


Für den Anbau von Brombeeren entschied sich Martin ohne vorherige Markt-Analyse, das Risiko hat sich aber gelohnt. Heute bringen die rund 6.000 Pflanzen (neben den Brombeeren wachsen auch noch Himbeeren und verschiedene Streuobst-Sorten auf der Plantage) rund 4 bis 5 Tonnen Ertrag pro Jahr. Eine Hälfte der Brombeer-Flächen wird für Selbsternte zur Verfügung gestellt, die andere liefert die Früchte die im Verkauf an der Gasse angeboten werden.

Fixpunkt im Grätzl

KundInnen der Plantage sind inzwischen nicht nur BewohnerInnen aus Donaufeld und Umgebung, die meist auch Gemüse bei der  Gärtnerei „Bioschanze“  einkaufen, sondern sie kommen auch aus anderen Wiener Bezirken, ja sogar aus Städten wie Mödling und Krems. Um die Pflanzen vor dem Haupt-Schädling, der Brombeergallmilbe, zu schützen, verwendet Martin keine giftigen Spritzmittel, sondern behilft sich lediglich mit Netzschwefel und mit dem Entfernen alter Triebe (um neue vor Ansteckung zu bewahren). Am 4. August 2018 wird die Brombeerplantage die Bio-Zertifizierung erhalten.

In der Erntesaison, die normalerweise von Juli bis August dauert, herrscht Hochbetrieb. Auch Kindergartengruppen und Schulklassen machen manchmal Exkursionen hierher, um städtische Bio-Landwirtschaft vor Ort kennenzulernen – Interessierte können sich gerne bei Martin melden und einen Termin vereinbaren.

Was bringt die Zukunft?

„Ich hoffe natürlich, dass das Donaufeld möglichst wenig verbaut wird“, gibt Martin zu, auch wenn die Kräne östlich der Plantage immer näher rücken.

Es wird eine Aufgabe der Stadtplanung sein, zumindest Teile der landwirtschaftlichen Identität des Donaufeldes auch für die Zukunft zu erhalten – sei es durch ein Einbeziehen der bestehenden Gärtnerei „Bioschanze“ in künftige Planungen für den Westen des Stadterweiterungsgebietes, sei es durch Nachbarschaftsgärten (auch als Teile neuer Wohnanlagen), sei es durch Selbsternte-Parzellen, Streuobstwiesen etc. im Bereich des zentralen Grünzuges.
Dieser im Dezember 2017 gewidmete Grünzug ist auch ein Hoffnungsschimmer: Fast die ganze Brombeerplantage befindet sich darin – der größte Teil, im Süden, mit der Widmung „Schutzgebiet Wald- und Wiesengürtel“ („Sww“), ein kleinerer, im Norden, mit der Widmung „Erholungsgebiet-Park“ („Epk“). Und nachdem eine Umwidmung und Verbauung im Westen des Stadtentwicklungsgebiets, von wo meistens der Wind weht, in den nächsten Jahren noch nicht ansteht, weil zunächst der Bereich zwischen Dückegasse und Grünzug an der Reihe ist, wird die „grüne Brombeer-Oase“ wohl noch länger ihre wichtige und sympathische Nahversorger-Funktion erfüllen können.

KONTAKT:  Ing. Martin Freimüller,  E-Mail:  office@stadtgaertner.at .
Die Erntesaison – für Selbsternte und Gassenverkauf – in der Brombeerplantage (An der Schanze 23) wird 2018 bereits am 28. Juni ab 14 Uhr eröffnet!
An Dienstagen, Donnerstagen und Freitagen ist von 14-19 Uhr geöffnet, an Samstagen und Sonntagen von 9-19 Uhr. Nähere Info unter 
www.stadtgaertner.at .

Hans-Czermak-Gasse: Beton im Landschaftsschutzgebiet

Als Anfang Mai 2018 westlich der Hans-Czermak-Gasse, gegenüber den „Schicht-Gründen“, plötzlich Straßenwalzen und Betonmischwagen auffuhren, um ein großes Stück des dort befindlichen Feldes zu versiegeln, kam bei AnrainerInnen Befremden auf.


Anfang Mai 2018:  Walzen und Betonmischwagen beginnen mit dem Versiegeln im Landschaftsschutzgebiet  (Fotos: Heinz Berger, Gerhard Jordan).

Liegt das Gebiet doch im Landschaftsschutzgebiet (Teil des Grünzugs vom Rendezvousberg zur Alten Donau) und hat die Widmung „SWW“, also Schutzgebiet Wald- und Wiesengürtel!

Nach einigen Tagen kam vom Floridsdorfer Bezirksvorsteher Georg Papai die Information, dass laut Auskunft der ÖVW Bauträger GmbH von der von ihr beauftragten Firma Gerstl im Bereich der besagten „SWW“-Flächen, gegenüber den geplanten Bauplätzen auf den „Schicht-Gründen“, in Abstimmung mit dem Grundeigentümer ein temporäres Containerdorf errichtet werde, das bis ins Jahr 2020 (!) bestehen soll.


Blick von der (in die „Schicht-Gründe“ führenden) Adrienne-Gessner-Gasse zur Hans-Czermak-Gasse mit Betonmischwagen, Mai 2018.

Da ein solches Vorhaben auch von der MA 22-Umweltschutz bewilligt werden müsste, brachten wir für die Bezirksvertretungssitzung am 13. Juni 2018 eine Anfrage ein, in der wir wissen wollen, ob für die großflächige Entfernung des Oberbodens und für die Errichtung einer ebenso großen Schotterfläche (teilweise betoniert) für das Baucontainerdorf eine naturschutzrechtliche Genehmigung eingeholt worden ist, und ob es keinen alternativen Standort außerhalb des Landschaftsschutzgebietes gab.

Die westliche Seite der Hans-Czermak-Gasse im Juni 2018:  Der Boden ist abgetragen, ein Baucontainerdorf für die nächsten zwei Jahre bewilligt.

In der Anfragebeantwortung von Frau Stadträtin Ulli Sima wurde uns mitgeteilt, dass von der MA 22 eine (zeitlich befristete) Bewilligung erteilt wurde. Zur Frage allfälliger Alternativen merkte sie an, dass „die Naturschutzbehörde das vom Projektwerber eingereichte Vorhaben zu beurteilen hat“ – also dass z.B. Alternativstandorte NICHT geprüft oder vorgeschlagen werden.

Wir finden es sehr bedauernswert, dass damit nicht nur die konkrete Fläche auf Jahre hinaus entwertet wird, sondern auch der Idee des Landschaftsschutzes kein guter Dienst erwiesen wird.

Bezirksrat Heinz Berger, Klubvorsitzender der Grünen Floridsdorf

Donaufeld-Widmung beschlossen – Grünzug gesichert!

Mit dem Beschluss des Gemeinderats über das Plandokument Nr. 8130 am 15. Dezember 2017, das die Umwidmung des Stadterweiterungsgebietes westlich der Dückegasse beinhaltet, trat eines der größten Planungs-Projekte links der Donau in eine entscheidende Phase ein. Mehrere Jahre hindurch wurden Leitbilder und Konzepte diskutiert, und hunderte BürgerInnen brachten sich bei einem Beteiligungsverfahren ein.

Die nunmehrige Widmung ermöglicht vorerst den Bau von rund 1.300 Wohnungen nördlich des Drygalskiwegs.


Der Bereich zwischen An der Schanze, Dückegasse, Drygalskiweg und Grünzug wird zuerst entwickelt  (Fotos: G. Jordan).

Was aber das Entscheidende ist:  Ein rund 14 Hektar großer zentraler Grünzug zwischen Donaufelder Straße und Alter Donau wird ebenfalls gewidmet, und zwar großteils als „Schutzgebiet Wald- und Wiesengürtel“!
Damit geht eine der zentralen Forderungen von BürgerInneninitiativen und Grünen in Erfüllung.

Die GEMEINDERATS-DEBATTE , kurz zusammengefasst von Gerhard Jordan

Zeitpunkt:  Freitag, 15.12.2017,  ab ca. 23:30 Uhr.

ZuhörerInnen:  (fast) keine.

Wortmeldungen:  Gemeinderat Stefan Gara (NEOS), GR Christoph Chorherr (GRÜNE), GR Michael Niegl (FPÖ), GR Rüdiger Maresch (GRÜNE).

Kritik von NEOS und FPÖ:  u.a. zu wenige Schulplätze und Gesundheitsversorgung, zu dichte Bebauung, zu wenige Parkplätze, keine Beachtung des Zustandes der Alten Donau, die Straßenbahnlinie 25 kommt zu spät.

FPÖ-Sager:  Autofreie Siedlungen sind Leitbilder einer linksideologischen Hippiebewegung; der Zuzug bringt keinen Wert, er erfolgt ausschließlich ins Sozialsystem.

Chorherr/GRÜNE:   Der bereits eröffnete Schulcampus Attemsgasse deckt die Bildungs-Infrastruktur ab. Zentral ist der Grünzug, doppelt so groß wie der Stadtpark.  Das Mobilitätskonzept ist zukunftsweisend, es soll urbane Qualitäten geben, auch ein Baugruppenprojekt. Die Mitwirkung der BürgerInnen war wichtig.

Maresch/GRÜNE:   Die FPÖ war bei den Beteiligungs-Angeboten nicht anwesend. Die Förderung von Gemeinschaftsgärten ist wichtig, positive Beispiele in der Umgebung sind das Paradeisgartl“, und auch die Gärtnerei Bioschanze. Im ÖV neue Wege gehen, Services wie die Mobilitätsmappe anbieten.

Beschlussantrag von Grün-Rot:  u.a. abgestufte Höhenentwicklung zu den bestehenden Siedlungen, ein Bauplatz für ein Baugruppenprojekt, Einrichtung eines Quartiersmanagements, Berücksichtigung eines Gewässerbiotops im Grünzug, öffentliche Zugänglichkeit nicht genutzter Grünflächen des Wohnfonds Wien.
Mehrheitlich angenommen (SPÖ, GRÜNE dafür; FPÖ, ÖVP, NEOS dagegen).

Zusätzliches Grün

In einem Abänderungsantrag zum Plandokument wurde außerdem (mit rot-grüner Mehrheit) beschlossen, in einem kleinen Bereich An der Schanze, in der Nähe der Brombeerplantage, ein Strukturgebiet einzurichten, das nur gemeinsam entwickelt werden kann. Sollten sich die GrundbesitzerInnen also nicht auf eine gemeinsame Vorgangsweise einigen, so bleibt der Status Quo – ohne neue Verbauung – bestehen.

Gegenüber dem in der Öffentlichen Auflage (27. April bis 8. Juni 2017) präsentierten Entwurf des Plandokuments wird in einem Bereich, der dort mit Bauklasse III festgelegt war, nunmehr eine gärtnerisch auszugestaltende Fläche festgelegt.
Dem Beschlussantrag (Faksimile oben) folgend, wird der Wohnfonds Wien den ihm gehörenden Teil – der derzeit weder landwirtschaftlich genutzt noch in nächster Zeit für einen Wohnbau benötigt wird – öffentlich zugänglich belassen.


Diese außerhalb des neu gewidmeten Grünzugs (an dessen Ostgrenze) liegende Grünfläche, im Besitz des Wohnfonds, wird bis auf Weiteres unbebaut und öffentlich zugänglich bleiben.

Kleingartenanlage An der Schanze erhält Ganzjähriges Wohnen

Die Kleingartenanlage zwischen Drygalskiweg und An der Schanze, eine Gruppe des Vereins „Donaufelder Kleingärtner“, wird von „Ekl“ auf „Eklw“ umgewidmet, also für ganzjähriges Wohnen. Diesem Wunsch war schon im Planungsausschuss des Gemeinderats am 29. November 2017 entgegengekommen worden – was der FPÖ entgangen sein dürfte, weil sie in einem eigenen Beschlussantrag (der gegen die Stimmen von FPÖ und NEOS abgelehnt wurde) u.a. genau dies forderte.


Die Kleingartenanlage im Bereich An der Schanze erhielt eine „Eklw“-Widmung.

Abgestufte Höhenentwicklung

Gegenüber, also östlich des Weges der Kleingartenanlage, wird die unmittelbar angrenzende Bebauung mit 9,5 Meter Traufenhöhe beschränkt. Der im Beteiligungsverfahren mehrfach geäußerte Wunsch nach einer abgestuften Höhenentwicklung zu den Siedlungsgebieten hin wird auch am Drygalskiweg berücksichtigt:  Gegenüber der GESIBA-Reihenhausanlage Weinwurmweg 1 beträgt die Traufenhöhe 7,5 Meter (was einer beschränkten Bauklasse I entspricht), im östlichsten Abschnitt, gegenüber Nr. 22, also der Nordseite der „Glorit“-Wohnanlage Siebeckstraße 2a, wurde Bauklasse II festgelegt (in der öffentlichen Auflage war es noch Bauklasse III gewesen).


Gewässerbiotop und Baugruppenprojekt

Die im Beschlussantrag enthaltene Berücksichtigung eines Gewässerbiotops im nördlichen Teil des künftigen Grünzugs zur Entlastung des Nutzungsdruckes auf die Alte Donau ging auf einen Grün-Antrag zurück, der in der Bezirksvertretungssitzung Floridsdorf am 14. September 2016 mehrheitlich beschlossen wurde (übrigens gegen die Stimmen der FPÖ, der die Alte Donau angeblich am Herzen liegt).

Der Wunsch nach Baugruppenprojekten kam aus der Bevölkerung und wird von zahlreichen interessierten DonaufelderInnen geteilt, es gab dazu bereits am 20. Februar 2015 eine gut besuchte Informationsveranstaltung in der „Autofreien Mustersiedlung“.
Mehr Infos unter  http://baugruppen-donaufeld.at/ .


Schul-Standorte

In der Diskussion im Gemeinderat wurde auch die mangelnde Schul-Versorgung des Gebietes kritisiert. Doch die Widmung erfolgte bewusst erst nach der Fertigstellung des von „querkraft architekten“ konzipierten Bildungscampus Attemsgasse 22, der mit Beginn des Schuljahres 2017/18 seinen Betrieb aufnahm. Er deckt die Versorgung des östlichen Teiles des Stadtentwicklungsgebietes ab. Im Norden – Donaufelder Straße 77 – gibt es bereits seit 2013 den Campus Donaufeld.  Ein weiterer Bildungscampus ist mittelfristig im sogenannten „Ereignisband“ des Stadterweiterungsgebietes vorgesehen, und zwar westlich des Grünzugs (in jenem Gebiet, das als nächster Schritt in den kommenden Jahren umgewidmet werden soll).


Der Bildungscampus Attemsgasse wurde im September 2017 eröffnet.

Beteiligung

Viele der nunmehrigen Verbesserungen wurden im Rahmen des mehrjährigen Beteiligungsprozesses von aktiven BürgerInnen vorgeschlagen und führten zur Erarbeitung eines Mobilitäts- und eines Freiraumkonzeptes, sowie zur Sammlung der Ideen in der „Charta Donaufeld“.

 

 

Wem gehört der Kirschblütenpark?

Kommentar von Bezirksrätin Barbara Boll, Planungssprecherin der Grünen Donaustadt

Es ist schon ein „Klassiker“: ein Bauwerber kauft ein Grundstück, lobbyiert bei der Stadt Wien um eine kräftige Erhöhung der Bauklasse, kriegt diese bewilligt, streicht saftige Gewinne ein und zeigt sich bei der Allgemeinheit erkenntlich, indem er sich an der Errichtung eines Spielplatzes beteiligt oder einen Durchgang baut.
S
o auch beim Kirschblütenpark, nur diesmal besonders unverschämt.

Zwar wird im vorliegenden Plandokument Nr. 7749E überwiegend moderat erhöht – nämlich von Bauklasse III auf die in der Umgebung des Parks großteils verwendete Bauklasse IV -, aber just jenes Baufeld an der verlängerten Nippongasse, für das bisher Bauklasse I galt, soll nun eine Bauklasse VI erhalten – also eine Verdreifachung der Gebäudehöhe!


Ausschnitt aus dem Plandokument Nr. 7749E, Entwurf 2 (öffentliche Auflage, 2017).

Die Immobilien-Firma wirbt schon mit der Lage am Park und dem unverbaubaren Blick ins Grüne. Zahlen wird sie dafür aber genau nichts, denn der Park wird von der Stadt finanziert und instand gehalten. Die Allgemeinheit stellt also finanzielle Mittel zur Verfügung, der Profit bleibt aber beim Bauträger. Natürlich abzüglich der großzügig gewährten Durchwegung des Parks.

Wir Grünen sagen da:  NEIN DANKE, und haben deswegen sowohl unseren Planungssprecher im Rathaus, Christoph Chorherr, eingeschaltet als auch in der Bezirksvertretung dagegen gestimmt. Wir setzen uns dafür ein, dass die Umwidmung bei der endgültigen Beschlussfassung im Gemeinderat verträglicher gestaltet wird, denn der Bezirk hat dem Vorschlag mit den Stimmen der „Betonier-Fraktionen“ SPÖ und ÖVP zugestimmt.

 

Kirschblütenpark – die „letzte Etappe“
HINTERGRUND-INFOS

Vom 2. November bis 14. Dezember 2017 fand die Öffentliche Auflage des Plandokuments Nr. 7749E statt. Mit diesem Entwurf soll die Bebauung um den Kirschblütenpark, für dessen Erweiterung sich die Donaustädter Grünen jahrelang aktiv eingesetzt haben, „arrondiert“ werden.
Ursprünglich war der zwischen der Tokiostraße und Attemsgasse gelegene Park viel kleiner, 2014/15 wurde er auf nunmehr rund 2 Hektar erweitert.

Unmittelbar nördlich an den Park angrenzend, in der Donaufelder Straße 164, befand sich die seit 1898 hier ansässige Gemüsegärtnerei Holzhacker (zuletzt auf Kräuter spezialisiert), die 2016 nach Essling übersiedelt ist. Die Glashäuser werden gerade abgebrochen und sollen teilweise durch Wohnbauten ersetzt werden.


Die Glashäuser der Gärtnerei am Rande des Kirschblütenparks – oben im April 2015, unten im Dezember 2017  (Fotos: G. Jordan).


Die bisher von Norden nicht gegebene öffentliche Zugänglichkeit zum Park wird künftig von der Donaufelder Straße her an zwei Stellen möglich sein – bei den Ordnungsnummern 164 und 170.


Der Eingang des ehemaligen Gärtnereibetriebs in der Donaufelder Straße 164, künftig Durchgang zum Park. Rechts im Hintergrund Wohnanlagen in Bauklasse IV (Tokiostraße 10 bis 14).

Am 13. Dezember 2017 beschloss die Bezirksvertretung Donaustadt mehrheitlich – mit den Stimmen der SPÖ und ÖVP, gegen FPÖ, GRÜNE und NEOS -, KEINE Stellungnahme zum Entwurf des Plandokuments Nr. 7749E abzugeben, was bedeutet, dass auch die in einem Teilbereich vorgesehene Erhöhung von Bauklasse I (bis Traufenhöhe 9 Meter) auf Bauklasse VI (26-35 Meter) vom Bezirk akzeptiert wird.
Die endgültige Beschlussfassung erfolgt jedoch im Wiener Gemeinderat, der auch Stellungnahmen aus der Bevölkerung, die im Zuge der Öffentlichen Auflage abgegeben wurden, berücksichtigen kann.


Das derzeit höchste Gebäude in der Umgebung ist Attemsgasse 45/Stiege 2, ein Wohnblock der „wvg“ in Bauklasse V, errichtet 2007-2009 (Blick von Westen).

Fußweg durch’s Donaufeld!

Eines der Anliegen, das im Zuge des Partizipationsprozesses Donaufeld immer wieder geäußert wurde, ist die (Wieder-)Herstellung eines Verbindungsweges von der Nordmanngasse zu An der Schanze.

Vor einigen Jahren gab es bereits so eine Fuß-Verbindung der beiden Straßen. Da das aber nur ein Trampelpfad auf einem privat genützten Grundstück war, ist dieser im Zuge der Änderung der Pachtverhältnisse vor wenigen Jahren unterbunden worden. AnrainerInnen drängten seither immer wieder auf eine legale Wiederherstellung des Weges, insbesondere auch im Zuge des Beteiligungsverfahrens zum Stadtentwicklungsgebiet.

Bisher ist dieses Anliegen zwar breit unterstützt worden, aber leider an den Kosten gescheitert.
Inzwischen haben alle beteiligten Entscheidungsträger versichert, dass sie sich dafür einsetzen, zu einer positiven Lösung zu kommen, damit man bereits 2018 das Donaufeld auch von Norden nach Süden durchqueren kann.

Damit hätte das Beteiligungsverfahren bereits jetzt positive Auswirkungen für die AnrainerInnen.

Bezirksrat Heinz Berger


Am Rand des Feldes könnte ein Verbindungsweg von Norden nach Süden angelegt werden  (Foto: Heinz Berger).

Kündigung von Kleingärten am Satzingerweg angekündigt

KleingärtnerInnen am Satzingerweg bangen um ihre schönen Erholungsoasen. Wohnbaustadtrat Ludwig kündigt ihren Rauswurf an.
Von Bezirksrat Heinz Berger

Im Frühjahr 2017 wurden die Grundstücke der Kleingartensiedlung zwischen Satzingerweg, Siegfriedgasse, Karl-Nieschlag-Gasse und Karl-Humenberger-Gasse neu parzelliert. Leider haben die meisten NutzerInnen nur Prekariatsvereinbarungen mit der Stadt Wien, die jederzeit kündbar sind. Bei einer Parzelle ist schon im Grundbuch die Anmerkung  „Änderung in Vorbereitung“ eingetragen und ein Grundstück gehört bereits seit 2015 einer Immobiliengesellschaft. Derzeit hat das Gebiet aber noch eine Widmung als Gartensiedlungsgebiet.

Auf eine Anfrage der Grünen in der Bezirksvertretungssitzung am 13. September 2017 antwortete Wohnbaustadtrat Michael Ludwig dahin gehend, dass von der Stadt Wien „die Baureifgestaltung der städtischen Bereiche in Angriff genommen“ wurde. Andererseits stellte er aber auch fest, die „MA 69 – Immobilienmanagement beabsichtigt zurzeit keine Umwidmung zu beantragen„.

In diesem Gartensiedlungsgebiet gibt es sehr schöne Gärten, die nicht nur für die NutzerInnen, sondern auch für die AnrainerInnen und das lokale Mikroklima ein echter Gewinn sind.


Kleingärten beim Satzingerweg, nördlich der Bombardier-Gründe  (Foto: Heinz Berger).

Da in der unmittelbaren Umgebung ohnehin schon sehr intensiv gebaut wurde und wird, sollten diese wertvollen Grünflächen nicht ohne öffentliche Diskussion eliminiert werden. Es wäre ewig schade, wenn auch diese Kleingärten Wohnbauten weichen müssten, aber noch viel unverständlicher ist es, eine Baureifgestaltung vorzunehmen, wenn die Flächen gar nicht umgewidmet werden sollen. Warum wirft man dann die derzeitigen NutzerInnen überhaupt hinaus?

Man darf gespannt sein, wie die Geschichte weitergeht!  Wir Grüne stehen jedenfalls auch nach der Wahl nicht für eine Gefälligkeitswidmung für Immobilieninvestoren zur Verfügung, sondern hoffen mit den KleingärtnerInnen auf den Erhalt des Gartensiedlungsgebietes.