Die Baugruppe „Treibhaus Donaufeld“ stellt sich vor

Im Mai 2019 überzeugte die Baugruppe in der Ausschreibung für das Stadterweiterungsgebiet Donaufeld. Bis 2023 entsteht ein 9-stöckiges, fassadenbegrüntes Haus. Die Historie des Donaufelds lebt in der Architektur weiter: Im Winterfeld laden Gemeinschaftsflächen zu gemeinsamen Aktivitäten (Kochen, Veranstaltungen etc.) auch Bewohner_innen des gesamten Grätzls ein.

Das Sommerfeld beherbergt eine Werkstatt, einen Fahrradkeller, die „Lenkerbande“  sowie einen Bewegungsraum. Ganz oben befindet sich das Ruhefeld des Hauses: eine Bibliothek mit Teeküche und ein Balkon als Orte der Ruhe und des Verweilens. Wir wollen das Wohn-Umfeld gemeinsam gestalten, und das auf eine ressourcenschonende Art und Weise: wir teilen, reparieren und bewegen uns bevorzugt nicht-motorisiert. Die zukünftigen Bewohner_innen des Hauses sind Menschen in unterschiedlichen Lebensformen und Altersstufen. Die nächste Möglichkeit sich über das Projekt zu informieren und der Gruppe beizutreten, gibt es voraussichtlich im April 2020.

Kontakt und Info:  www.treibhausdonaufeld.at  und  https://www.facebook.com/Treibhaus.Donaufeld/


Die „Pionier_innen“ der Baugruppe „Treibhaus Donaufeld“ auf dem zukünftigen Baufeld  (Foto: „Treibhaus Donaufeld“).

Ein Buch erinnert an die „Donauwiese“

Allen, die sich noch an das Überschwemmungsgebiet erinnern können, aber auch all jenen, die wissen wollen, was „vor der Donauinsel war“, sei ein Buch empfohlen, das 2019 im Verlag Winkler-Hermaden erschienen ist:

„Die Donauwiese. Das Inundationsgebiet – Ein verschwundenes Wahrzeichen“ von Matthias Marschik.

Dr. Matthias Marschik, Historiker und Kulturwissenschaftler, Lehrbeauftragter an mehreren Universitäten und im 21. Bezirk wohnend, zeigte bei der Buchpräsentation am 6. Mai 2019 im Bezirksmuseum Floridsdorf, wie er sich dem Phänomen „Donauwiese“, das er bereits in seiner Kindheit als „Abenteuerspielplatz“ kennengelernt hatte, von verschiedensten Seiten angenähert hat.


Dr. Matthias Marschik (l.) bei der Präsentation seines Buches im Bezirksmuseum Floridsdorf am 6. Mai 2019 (Fotos: G. Jordan).

Entstanden im Zuge der Donauregulierung 1870-75, sollte der 475 Meter breite Wiesenstreifen am linken Ufer des neuen Strombettes die Stadt Wien vor Überschwemmungen schützen, indem er die Wassermassen bis zum Hubertusdamm aufnehmen sollte. Dies gelang zwar nur zum Teil – es kam auch danach noch zu legendären Hochwässern wie jenem im Jahr 1954 -, doch in den rund 100 Jahren ihres Bestehens wurde die über sechs Quadratkilometer große Fläche zu einem (nicht kommerziellen) Erholungsgebiet, welches sich die Bevölkerung auf verschiedenste Weise „aneignete“.

Der Autor schildert die Landschaft, die weit über ein bloße Wiese hinausging, und behandelt zahlreiche Aspekte wie Brücken, Verkehr (vom Dampfschiff bis zum Segelflugzeug), Auswirkungen der Hochwässer, Planungen (inklusive nicht realisierter) usw. bis zu den vielfältigen Arten der Freizeitgestaltung und der Donauwiese als Treffpunkt unterschiedlichster „Kulturen“.

Das „Ende“ des Inundationsgebiets kam mit der Schaffung der heutigen „Neuen Donau“ und Donauinsel in den Jahren 1973-87;  nur „an einem nebeligen Novembernachmittag auf der fast menschenleeren Insel“, so schreibt Marschik, könne man „noch ein wenig von der damaligen Atmosphäre erschnuppern“…

Das Buch – mit zahlreichen historischen Fotos aus unterschiedlichen Quellen – eignet sich auch gut als Weihnachtsgeschenk.

Gerhard Jordan

 

Frisches Grün im Mengergassen-Viertel

Noch 2019 wurden die ersten neuen Bäume gepflanzt, und im neuen Jahr geht es dann mit vollem Einsatz für das Mikroklima weiter.

Aufgrund einer Förderung durch das Büro von Vizebürgermeisterin Birgit Hebein konnten noch im Jahr 2019 zehn neue Bäume in der Ostmarkgasse gepflanzt werden.

Neu gesetzter Baum in der Ostmarkgasse 10, Ecke Bertlgasse  (Fotos: Heinz Berger).

Bei den Verhandlungen für das Bezirksbudget 2020 haben sich die Floridsdorfer Grünen – wie schon im Vorjahr – für verstärkte Klimaschutzmaßnahmen eingesetzt. Die Bezirksvertretung hat erfreulicherweise beschlossen, dass 2020 das Budget für Maßnahmen gegen die Hitzeinseln im Mengergassen-Viertel verdoppelt wird.


Auch vor der Ostmarkgasse 11 wurde begrünt.

Auch wenn das im Bezirk erst ein Anfang ist:  Für die betroffenen Gassen sind das wichtige Maßnahmen für das Mikroklima vor der Haustüre, die außerdem zur Verschönerung der Umgebung beitragen.

Bezirksrat und Klubobmann Heinz Berger

Gutes Klima in Donaufeld

Donaufeld könnte ein Pilotprojekt für klimafreundlichen Wohnbau werden.

Das Stadtwachstum ist eine große klimapolitische Herausforderung. Einerseits belastet der Bodenverbrauch das Klima, aber andererseits kann der Neubau aufgrund von gezielten Klimaschutzmaßnahmen auch zu einer klimatischen Entlastung beitragen.

„Neu-Donaufeld“ könnte aufgrund der vorgeschriebenen Dachbegrünungen, der nachhaltigen Energieversorgung und auch aufgrund des über 12 Hektar großen Grünzugs mit dem darin vorgesehenen Gewässer zu einem Klima-Vorzeigeprojekt werden!

Heinz Berger

Begrünte Idylle in Donaufeld  (Foto: Heinz Berger).

Neuer Verbindungsweg in Donaufeld

Im Sommer 2019 ist endlich der lange geforderte Verbindungsweg als Nord-Süd-Verbindung zwischen der Nordmanngasse (bei Nr. 66) und der Gasse An der Schanze (zwischen den Nummern 17 und 21) für den Geh- und Radverkehr realisiert worden.

Wir freuen uns, dass gerade in Zeiten des Klimawandels dieses besonders zukunftweisende Signal als erste erlebbare Maßnahme im Stadtentwicklungsgebiet schon vor Baubeginn gesetzt wurde und der Weg bereits seit dem Sommer viel genützt wird!

Bezirksrat Heinz Berger, Klubobmann Grüne Floridsdorf

Der neue Verbindungsweg wird bereits gut genützt  (Blick von Höhe Nordmanngasse nach Süden,  Foto: Grüne Floridsdorf).

Blick von An der Schanze, neben der Gärtnerei „Bioschanze“, nach Norden zur Nordmanngasse. Dahinter, in der Bildmitte, der Margarete-Schütte-Lihotzky-Hof, Donaufelder Straße 99  (Foto: Gerhard Jordan).

Natur erhalten – B 232 verhindern!

Am 7. September 2019 machten wieder viele AnrainerInnen und verkehrspolitisch Interessierte trotz Schlechtwetters bei der Radfahrt gegen die B 232 auf den wertvollen Grünraum aufmerksam, der durch diese sinnlose Straße zerstört würde. Angesichts der Klimakrise wirken die veralteten Straßenbaupläne geradezu zynisch. Der Bau der B 232 würde noch mehr Verkehr auf die bereits heute völlig überlasteten Straßen bringen!

Am 11. September 2019 beantragten daher die Floridsdorfer Grünen in der Bezirksvertretung, eine Umwidmung der Trasse von der Widmungskategorie „Verkehrsband“ (VB) in die Widmungskategorie „Schutzgebiet Wald- und Wiesengürtel“ (SWW) in die Wege zu leiten.
Leider wurde dieser Antrag von SPÖ, FPÖ, ÖVP und WIFF abgelehnt.

Es ist höchste Zeit, dass wir auch in Floridsdorf die Warnsignale des Klimas wirklich ernst nehmen, Konsequenzen ziehen und die Verkehrswende einleiten!

Gegen B232 unterschreiben

Bezirksrat Heinz Berger, Klubobmann Grüne Floridsdorf

Trotz Schlechtwetters beteiligten sich auch 2019 viele AnrainerInnen an der Radfahrt gegen die B 232  (Foto: Heinz Berger).

 

„Autofreies Siedlungsfest“ auf „Klimakurs“

Ein alljährliches „Highlight“ in der Wohnanlage Nordmanngasse 25-27 ist das Siedlungsfest der „Autofreien Mustersiedlung“. 2019 fand es am 15. Juni statt und bot neben Tänzen, Ausstellung, Kinderprogramm usw. wieder den Auftritt der „Chorvereinigung Nordbahnbund“, die zu einem wesentlichen Teil von BewohnerInnen der Anlage getragen wird.

„Fixpunkt“ Nordbahnbund-Chor  (Fotos: G. Jordan).

Neu war diesmal, dass auch dem Thema „Klimaschutz“ ausreichend Platz eingeräumt wurde, indem junge AktivistInnen der Bewegung „Fridays for Future“ zu Wort kamen und ihre Vorstellungen und Ideen präsentierten. Die Anliegen dürften an diesem Tag jedenfalls auf breite generationenübergreifende Zustimmung gestoßen sein.

Klimaschutz auch in Donaufeld „Thema Nummer 1“.

Für eine Neugestaltung und Belebung des Kinzerplatzes!

Der Kinzerplatz ist zweifellos eines der kulturhistorischen Juwele von Floridsdorf und von ganz Wien. Und das nicht nur wegen der einst als Dom von Niederösterreich von Franz Ritter von Neumann kurz vor seinem Tod 1905 geplanten und vor Kriegsbeginn im Jahr 1914 fertiggestellten Kirche, sondern auch wegen mehreren weiteren bedeutenden Gebäuden und natürlich auch wegen der Grünflächen und dem alten Baumbestand.

Die Kirche St. Leopold ist ein Kulturschatz von überregionaler Bedeutung;  der von Adolf Stöckl 1927 fertiggestellte Bieler Hof, ein typischer Gemeindebau des Roten Wien, und der 1931/32 von Franz Amlacher für das Stift Klosterneuburg erbaute Klugerhof sind wichtige Baudenkmäler der Zwischenkriegszeit; hinzu kommen eine Reihe gründerzeitlicher Gebäude rund um den Platz, wie etwa der Pfarrhof.


Die Kirche St. Leopold auf dem Kinzerplatz, von Nordosten gesehen  (Fotos: G. Jordan).


„Rote Burg“ Bieler Hof, Kinzerplatz 10 (oben) und Stift-Klosterneuburg-Bau Klugerhof, Kinzerplatz 24 (unten).

Angesichts der Klimaerwärmung sind aber auch der hohe Grünflächenanteil und der alte Baumbestand von außerordentlichem Wert und machen den Platz in den Hitzemonaten nicht nur für die AnrainerInnen zu einer schattigen Oase in der dicht verbauten Umgebung.

Das große Problem des Platzes ist jedoch, dass er derzeit hauptsächlich als Parkplatz für rund 300 Autos dient, was einer guten Entwicklung leider entgegensteht. Daher stimmen wir dem in den regionalen Medien veröffentlichten Vorschlag von Bezirksvorsteher Papai natürlich zu, die Oberflächenparkplätze zu entfernen, den Platz noch attraktiver zu gestalten und damit möglichst auch zu beleben.


Kinzerplatz:  Parkende Autos rund um die Kirche  (Foto: Wolfgang Parnigoni).

Dabei ist uns aber besonders wichtig, dass im Zuge der Neugestaltung keiner der Bäume weg kommt. Sollten während der Arbeiten einzelne Fällungen unumgänglich sein, so müssen die Bäume nach Abschluss in mindestens der gleichen Anzahl und Qualität wieder gepflanzt werden.

Weiters darf eine allfällig zu errichtende Parkgarage keinesfalls aus dem Bezirksbudget finanziert werden; und nach Abschluss der Bauarbeiten muss die Oberfläche wieder begrünt und der ganze Platz frei von abgestellten Autos sein. Im lokalen Umfeld Parkraumbewirtschaftung einzuführen wird es ermöglichen, dem Stellplatz-Druck insbesondere der AnrainerInnen entgegen zu treten.

Die Neugestaltung des Platzes als barrierefreie Begegnungszone mit noch mehr Grün, Schanigärten, Spielplätzen, Wasser- und Ruheinseln sollte die Aufenthaltsqualität für die Menschen jeden Alters erhöhen und den Kinzerplatz auch als Schulstandort zu einem kleinen „Garten Eden“ machen.

Heinz Berger, Klubvorsitzender Die Grünen Floridsdorf