Joseph-Samuel-Bloch-Park neugestaltet

Rechtzeitig zum Jahresende 2018 wurde die Neugestaltung des – nach dem ersten Rabbiner der Floridsdorfer Jüdischen Gemeinde benannten – Joseph Samuel Bloch-Parks auf dem Hoßplatz beendet.

Es war dies eines der sogenannten 21 Projekte für den 21. Bezirk – Beispiele, durch die das Bezirksbudget erlebbar und die Verwendung der der Bezirksvertretung Floridsdorf zur Verfügung stehenden Gelder nachvollziehbar gemacht werden sollten.


Der Bloch-Park während der Umgestaltung, im September 2018  (Fotos: G. Jordan).

Die dreieckige Parkanlage zwischen Patrizigasse und Schlosshofer Straße war in die Jahre gekommen.  Mit einer budgetierten Summe von 630.000 € wurde sie für die NutzerInnen attraktiver gestaltet.

Es entstand eine offene und transparente Parkanlage mit Neupflanzungen, einladenden Aufenthaltsbereichen und barrierefreien Querungsmöglichkeiten. Zusätzlich wurden auch der Kinderspielplatz erneuert und den heutigen Ansprüchen angepasst und der Bereich der Straßenbahnstationen umgebaut.


Kindergerechte Umgestaltung:  Ringschaukel, Sandkiste mit Wasserspiel oder Kletterturm mit Rutsche machen den Park auch für die Jüngsten interessant.

Die bei der Parkbenennung am 5. Mai 2002 enthüllte Tafel mit dem Hinweis auf Bloch wurde durch eine Tafel im neuen, hellgrünen Design ersetzt und selbstverständlich wurde auch die 2013 eröffnete „Station der Erinnerung“ – vier in den Boden eingelassene Tafeln, die auf die jüdischen Opfer aus Floridsdorf, die dem nationalsozialistischen Terror zum Opfer fielen, hinweisen – nach der Umgestaltung wieder angebracht.

Gerhard Jordan

Sowohl die Tafel mit dem Hinweis auf Joseph Samuel Bloch (oben) als auch die „Station der Erinnerung“ (unten) geben der Parkanlage eine überregionale Bedeutung.

 


Aufenthaltsqualität durch Trinkbrunnen, Bank-Tisch-Kombinationen, alte (Platanen) und neu gepflanzte Bäume, sowie durch Sitzgelegenheiten entlang der Wege.


Beiderseits des Wartehäuschens bei der Doppelhaltestelle der Straßenbahnlinien 25 und 26 befinden sich Bepflanzungen mit Stauden und Gräsern.

 

 

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Pius-Parsch-Platz NEU

Zwischen April und November 2018 wurde der Pius-Parsch-Platz umgestaltet.
Anlässlich der Fertigstellung wurde am 22. November der symbolische Schlussstein durch Bürgermeister Michael Ludwig, die grüne Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou und Bezirksvorsteher Georg Papai gesetzt und der Platz feierlich eröffnet.
Statt einer unattraktiven PKW-Abstellfläche (für die Autos wurde eine Tiefgarage errichtet) gibt es nunmehr einen Aufenthaltsbereich mit Begrünung, Sitzgelegenheiten und einem Wasserspiel.


Planungsstadträtin und Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou mit Bürgermeister Ludwig und Bezirksvorsteher Papai bei der „Eröffnung“ des umgestalteten Pius-Parsch-Platzes. (Foto: Brigitte Parnigoni)

 

Stadterweiterung Donaufeld: Stand der Planungen

Am 25. September 2018 fand beim Info-Container des Stadtteilmanagement Donaufeld der Gebietsbetreuung Wien-Nord eine Info-Veranstaltung statt, bei der DI René Ziegler vom Büro „raumposition“, ein Mitarbeiter des Stadtplaners Prof. Rudolf Scheuvens, über die nächsten Schritte berichtete.

Der Großteil des in der ersten Etappe (die Widmung wurde am 15. Dezember 2017 vom Gemeinderat beschlossen) zu entwickelnden Gebietes gehört dem Wohnfonds. Zu Beginn des Jahres 2019 erfolgt die Ausschreibung eines Bauträgerwettbewerbs, die eingereichten Projekte werden – anonymisiert – im Herbst von einer 14-köpfigen Jury, in der u.a. auch der Vorsitzende des Fachbeirats der IBA 2022 (Internationale Bauausstellung) vertreten sein wird, bewertet. Die Ergebnisse werden dann von der Gebietsbetreuung auch vor Ort ausgestellt werden.

Danach werden Bauplätze (10 bis 12) den einzelnen Bauträgern, die jeweils mit Architekturbüros zusammenarbeiten, zugeteilt bzw. an diese verkauft.

In einer zweiten, „dialogischen“ Stufe des Verfahrens werden die GewinnerInnen sowie einzelne Bauträger die bereits jetzt Grundstücke im Zielgebiet besitzen, eingeladen und deren Planungen und Konzepte aufeinander abgestimmt, damit bei Aspekten wie Beschattung, Durchlässigkeit usw. die Qualität gewährleitstet bleibt.

Für einzelne Zonen innerhalb der Bauplätze können sich auch Baugruppen bewerben.

Die „Charta Donaufeld“, entstanden aus den im Beteiligungsverfahren von 2014 bis 2018 eingebrachten Anregungen der BürgerInnen, wird den Unterlagen der Ausschreibung als Beilage mitgegeben – wobei hier durchaus etwas mehr Verbindlichkeit wünschenswert wäre!

Die meisten der entstehenden Wohnungen werden gefördert sein (Förderungen erhalten nur jene Bauträger, die sich am Wettbewerb beteiligen). Die ersten neuen Wohnungen dürften, so der Zeitplan eingehalten werden kann, ab 2020 errichtet und Ende 2021/Anfang 2022 bezogen werden.

Ab Frühjahr 2019 wird der Infopoint der Gebietsbetreuung GB*nord wieder an jedem Dienstag von 16 bis 18 Uhr besetzt sein. Bei dem Container Ecke An der Schanze/Dückegasse können dann Anliegen und Anregungen direkt eingebracht werden.  E-Mail:  nord@gbstern.at .

Gerhard Jordan

 


Interessierte BürgerInnen beim „Impulstag“ der Gebietsbetreuung mit René Ziegler am 25. September 2018.  (Fotos: G.J.)

 

Gute Nachrichten für das Stadtbild: Schutzzone Am Spitz beschlossen; Bauordnungs-Novelle stoppt Abrisse auch in Transdanubien

Zwei positive Entwicklungen im Bereich Stadtbildschutz waren in den letzten  Monaten in Wien zu verzeichnen.

1.)  Schutzzone im Zentrum Floridsdorf

Am 27. September 2018 beschloss der Wiener Gemeinderat einstimmig das Plandokument Nr. 8216 und damit die Schaffung der Ortsbild-Schutzzone rund um das Amtshaus am Floridsdorfer Spitz.
Damit wurde ein Prozess, der sich seit der ersten Antragstellung und Diskussion im Bezirk 2010/11  über den nach dem Abriss des Donaustädter Hopf-Hauses 2014  gestarteten neuerlichen Anlauf mit der 2015 verhängten Bausperre bis zur öffentlichen Auflage des Plandokuments vom 12. März bis 24. Mai 2018 (inklusive begleitender Informations-Ausstellung im Haus der Begegnung Floridsdorf am 3. Mai) und zur positiven Stellungnahme der Bezirksvertretung Floridsdorf am 13. Juni über acht Jahre hinzog, abgeschlossen.


Am 3. Mai 2018 fand im Haus der Begegnung eine Informations-Ausstellung statt.  (Fotos: Gerhard Jordan)

Gemeinderat Christoph Chorherr hielt bei der Sitzung, in der der Beschluss gefasst wurde, eine Rede, in der er auch auf die Entwicklung des Bereiches um den Spitz als repräsentatives Zentrum einging und dessen Bedeutung, die bis auf die Zeit vor der Eingemeindung nach Wien zurück geht, hervorhob. Bis jetzt waren es ja hauptsächlich gründerzeitliche Viertel im innerstädtischen Bereich gewesen, denen größere Aufmerksamkeit zu Teil wurde.


Die Häuser Am Spitz 11 (ehemalige Gemeinde-Sparkasse aus 1894/95), 12 und 13 („Sild-Haus“, errichtet 1905 vom Otto Wagner-Schüler Friedrich Dietz von Weidenberg) sowie Prager Straße 1 (v.l.n.r.) liegen nun in der Ortsbild-Schutzzone im Zentrum Floridsdorfs. (Foto: Molly Wurth)

Zwar kam leider für die Gebäude der Pferdefleischerei Schuller in der Schwaigergasse 29-31 die am 23. September 2015 vom Wiener Gemeinderat beschlossene Bausperre zu spät, aber in der nördlichen Floridsdorfer Hauptstraße wurden die teilweise auf die Zeit des Vormärz zurück gehenden Häuser nicht nur in die Schutzzone einbezogen, sondern auch deren Bauhöhe (großteils Bauklasse III mit 13,5 m) wurde reduziert (auf Bauklasse I mit 8,5 m), was Abrisse auch wirtschaftlich weniger lukrativ macht und somit der Erhaltung schützenswerter Bausubstanz dient.


Die Häuser Schwaigergasse 29 und 31, Teil des Ensembles Schwaigergasse, wurden leider kurz vor der Verhängung der Bausperre abgerissen (Fotos aus 2009).


Die Schwaigergasse 29-33 heute.


Teil der Schutzzone, auch mit Reduktion der gewidmeten Bauhöhe auf 8,5 Meter:  Floridsdorfer Hauptstraße 41 bis 45.

2.)  Bauordnungs-Novelle zum Schutz der gründerzeitlichen Bausubstanz

Am 28. Juni 2018 beschloss der Wiener Landtag mit den Stimmen von SPÖ, GRÜNEN und FPÖ eine Novelle zur Bauordnung, die einen stärkeren Schutz für gründerzeitliche Gebäude die bisher NICHT in Ortsbild-Schutzzonen lagen, vorsieht und Schutzzonen nach § 7 (1) BO auch nicht mehr auf ein „in sich geschlossenes Ganzes“ beschränkt.

Im § 60 (1) ist nun festgelegt, dass nicht nur der Abbruch von Bauwerken in Schutzzonen und Gebieten mit Bausperre bewilligungspflichtig ist, sondern auch „der Abbruch von Gebäuden, die vor dem 1.1.1945 errichtet wurden, wenn der Anzeige des Abbruchs gemäß § 62a Abs. 5a keine Bestätigung des Magistrats angeschlossen ist, dass an der Erhaltung des Bauwerkes infolge seiner Wirkung auf das örtliche Stadtbild kein öffentliches Interesse besteht“.
Spätestens 4 Wochen vor dem geplanten Beginn der Arbeiten ist vom Bauherrn der Abbruch schriftlich der Behörde anzuzeigen. Erst wenn eine Bestätigung der MA 19 (Architektur und Stadtgestaltung) vorgelegt wird, dass an der Erhaltung des Bauwerkes infolge seiner Wirkung auf das örtliche Stadtbild kein öffentliches Interesse besteht, kann mit einem Abbruch begonnen werden.

Dieser wichtige und von zivilgesellschaftlichen Initiativen seit langem geforderte Schritt hatte zur Folge, dass es in den Tagen vor dem Inkrafttreten Ende Juni 2018 zu einer Häufung von Abrissen vor allem gründerzeitlicher Gebäude kam – teilweise wohl auch mit Spekulations-Absicht, um sich eine Prüfung der Erhaltungswürdigkeit der Objekte zu ersparen und nach Abrissen Platz für größere und gewinnbringende Neubauten zu schaffen. Teilweise wurden Abbrüche über Nacht sogar von Häusern begonnen, in denen noch MieterInnen wohnten.
Laut Medienberichten hat die Wiener Baupolizei in den ersten Juli-Tagen wienweit rund 70-80 Baustopp-Bescheide erlassen.

Ein Beispiel dafür ist im Donaustädter Abschnitt der Donaufelder Straße zu sehen:
Bei dem 1913 von Karl Amlacher und Hans Sauer (für einen Oberlehrer aus Stadlau) errichteten Mehrfamilienhaus in der Donaufelder Straße 193, dessen Mittelrisalit spätsecessionistischen Dekor aufweist, wurde die Demolierung von der Rückseite her begonnen. AnrainerInnen und die grüne Donaustädter Klubobfrau Heidi Sequenz verständigten die MA 37, und so konnte auch dieses Juwel vorerst gerettet werden.

Der Abriss des spätgründerzeitlichen Hauses Donaufelder Straße 193 (errichtet 1913 von Karl Amlacher und Hans Sauer) wurde im Juli 2018 von der Baupolizei gestoppt.

Was den 21. Bezirks betrifft, so wollten die Grünen wissen, bei welchen Objekten in Floridsdorf Abrisse gestoppt wurden, und brachten für die Bezirksvertretungssitzung am 12. September 2018 eine Anfrage ein.
In seiner Antwort nannte Bezirksvorsteher Papai 6 Gebäude im 21. Bezirk, bei denen die Baupolizei Anfang Juli die Einstellung eines Abbruchs verfügte.
4 dieser Objekte – auf dem Jedlersdorfer Platz 20, in der Prießnitzgasse 19, in der Rußbergstraße 60 und in der Theodor-Körner-Gasse 14 – waren zwar vor 1945 errichtet, es handelte sich jedoch nicht um Bauten aus der Gründerzeit, sondern zumeist aus den 1930er-Jahren. Daher wurden von der Behörde Bescheide ausgestellt, dass an der Erhaltung kein öffentliches Interesse besteht, und die Abrisse konnten schließlich fortgesetzt werden.

Anders war die Lage in den restlichen beiden Fällen, wo die Erhaltung der Objekte verfügt und der Abbruch gestoppt wurde. In der Anton-Störck-Gasse 83, nahe der Prager Straße, war bei einem wahrscheinlich gegen Ende des 19. Jahrhunderts errichteten Gebäude der historistische Fassadenschmuck bereits teilweise abgeschlagen worden, und auch im Erdgeschoß sind die Spuren der Demolierungsarbeiten zu sehen.


Abrisse verhindert:  Die Gründerzeithäuser Anton-Störck-Gasse 83 (oben) und Gerstlgasse 7 (unten) im 21. Bezirk.

In der Gerstlgasse 7 handelt es sich um ein Wohnhaus mit spätsecessionistischem Dekor, das laut Friedrich Achleitner („Österreichische Architektur im 20. Jahrhundert“, Band III/3, Seite 191) im Jahr 1912 von Franz Palisek errichtet wurde. Vor allem im obersten Geschoß lässt sich der begonnene und gestoppte Abriss feststellen. Die Entscheidung der Baupolizei war in diesem Fall absolut richtig, denn das Objekt steht in einem Grätzl von Jedlesee/Neujedlersdorf, welches zu einem maßgeblichen Teil von spätgründerzeitlicher Bebauung aus den Jahren 1910 bis 1914 geprägt ist (auch das Hotel Karolinenhof gehörte zu diesem Ortsbild).

Es ist zu hoffen, dass die beiden Objekte wiederhergestellt werden, und dass es mittelfristig dem Gesetzgeber gelingt, Bedingungen zu schaffen die die Sanierung von Altbauten wirtschaftlich attraktiver machen als einen Abriss, der oft in „gesichtslose Investoren-Architektur“ und in die Zerstörung bestehender Ensembles mündet.

Bezirksrat Gerhard Jordan 

Widerstand gegen die Hochleistungsstraße B 232

Seit vielen Jahren wehren sich engagierte AnrainerInnen und verkehrspolitisch Aktive in Floridsdorf gegen den Bau der B 232 – ein völlig veraltetes Straßenbauprojekt, das völlig unnötigerweise eine neue Verkehrslawine für Donaufeld bedeuten würde.
Am 8. September 2018 fand eine Familien-Radfahrt gegen die B232 statt.

Ausgehend von der Angyalföldstraße/Ecke Hans-Czermak-Gasse fuhren die rund 100 TeilnehmerInnen entlang der geplanten Trasse nach Norden – durch den Teresa-Tauscher-Park, die Richard-Neutra-Gasse entlang und beim Gaswerk Leopoldau vorbei bis zum Kreisverkehr Gerasdorfer Straße. Bei der 1989/90 errichteten Reihenhaussiedlung Gerasdorfer Straße 153/Draugasse, in der unter BewohnerInnen schon lange Skepsis dem Straßenprojekt gegenüber herrscht, fand die Abschlusskundgebung statt.


Start an der Ecke Angyalföldstraße (B3)/Hans-Czermak-Gasse  (Fotos: G. Jordan).


Herbert Loder (r.), einer der Sprecher der BürgerInneninitiative, in der Hans-Czermak-Gasse vor der „Schicht-Villa“.


Im Teresa-Tauscher-Park, entlang dessen Westseite eines der wenigen noch nicht errichteten B232-Teilstücke gebaut würde.


Bei der Unterführung Richard-Neutra-Gasse.


TeilnehmerInnen der Radfahrt auf einer Wiese östlich des Gaswerks Leopoldau.


Auf dem Weg nach Norden zur Gerasdorfer Straße.

Beim Kreisverkehr Gerasdorfer Straße/Draugasse.


Abschlusskundgebung bei der Siedlung Draugasse.

Auch andere BürgerInnengruppen wie die „Initiative Donaufeld treten konsequent gegen die Errichtung der B232 auf. Denn diese Nord-Süd-Einfallsschneise ins Donaufeld würde den ohnehin schon überbordenden Verkehr und damit noch mehr Lärm und Schadstoffbelastung in die Wohngebiete an der Leopoldauer Haide bringen.

Nach diversen Medienberichten um die Jahreswende („Kronenzeitung“ vom 12. Dezember 2017, „Wiener Bezirksblatt“ vom 19. Dezember 2017, „Die Floridsdorfer Zeitung“ vom 26. Jänner 2018) und Anträgen von FPÖ und SPÖ in der Bezirksvertretung vom 4. April 2018 konstituierte sich im Frühling eine neue BürgerInneninitiative gegen die B 232.

Website:  https://b232.at/

Unterschreiben gegen die B 232:  https://b232.at/unterschreiben/

Bezirksrat Heinz Berger

Baugruppen-Initiativen in Donaufeld

Bei der Umwidmung des östlichen Teils des Stadterweiterungsgebiets Donaufeld – westlich der Dückegasse, bis einschließlich des Grünzug-Abschnittes zwischen Donaufelder Straße und Alter Donau – im Wiener Gemeinderat wurde am 15. Dezember 2017 (gegen die Stimmen von FPÖ, ÖVP und NEOS) ein Beschlussantrag angenommen, der die Reservierung eines Bauplatzes im sogenannten „Ereignisband“ für ein Baugruppen-Projekt vorsieht.


Im Bereich des Straßenzugs An der Schanze soll das künftige „Ereignisband“ liegen  (Foto: Gerhard Jordan).

Derzeit gibt es zwei Baugruppen-Initiativen, die sich für das Stadtentwicklungsgebiet Donaufeld bewerben wollen:

„TREIBHAUS DONAUFELD“

Das Donaufeld zeichnet sich durch seine Nähe zur Stadt und zur Natur aus. Besonders die in Fußwegdistanz gelegene Alte Donau bietet Erholungsraum zum Entdecken in unmittelbarer Nachbarschaft.
Hier plant das „Treibhaus Donaufeld“ – eine Baugemeinschaft – ein offenes und ökologisches Haus, mit dem Ziel ein Stück Heimat in der Stadt zu schaffen. Denn Heimat bedeutet für sie Verbundenheit mit den Menschen in der Umgebung, mit der Stadt mit der Natur.


Grafik: Sandbichler Architekten.

Die zukünftigen Bewohner*innen des Treibhauses suchen noch Mitgestalter*innen die offen für ökologische und kreative Ideen bei der Umsetzung des Hauses sind, eine Hausgemeinschaft schätzen und zu dieser aktiv beitragen möchten.

Der nächste Kennenlern- und Infoabend findet am 13. September 2018 um 18:30 Uhr im „realitylab“, Ernst-Melchior-Gasse 11/1/G1 (Eingang: Jakov-Lind-Straße), 1020 Wien, statt.

Um Anmeldung unter  info@treibhausdonaufeld.at  wird gebeten!
Mehr Informationen zum Projekt unter  www.treibhausdonaufeld.at .

 

„ZUSAMMEN_BAUEN“

Inspiriert von „Que[e]rbau“ in der Seestadt Aspern, hat sich die Initiative für Baugruppen im Donaufeld im Februar 2015 vor Ort vorgestellt, um ihre Gedanken zu einem künftigen Gemeinschaftshaus zu formulieren. Ihr Motto lautet: „Jede_r für sich und manches zusammen…“ –  Que[e]rbau steht für Vielfalt und Offenheit: d.h. diverse Formen des Zusammenlebens, individuelles Mitgestalten bei der eigenen Wohnung und gemeinsame Erarbeitung der gemeinschaftlich genutzten Räume. Mit dem Augenmerk auf die Leistbarkeit der Wohnform, soll möglichst jede_r mitmachen können.

Wohnen in einer guten Nachbarschaft fördert im Alltag das Tauschen und Teilen. Wieviel jede_r zu gemeinschaftlichen Themen beitragen kann, ist aufgrund der privaten bzw. familiären Situation unterschiedlich. Es werden Methoden gefunden, wie Entscheidungen getroffen werden und welches Engagement jede_r aufbringen kann. In den gemeinsamen Treffen spielen neben den Gemeinschaftsthemen und der Diversität auch die Architektur, die Mobilität und der Freiraum im Donaufeld eine Rolle.

Ein wichtiges Ziel ist, mit Aktivitäten nach außen in die Nachbarschaft zu wirken und bestehende Initiativen im Donaufeld einzuladen. Dazu soll ein Nachbarschaftscafé als zentraler Ort für Kommunikation und Veranstaltungen im neuen Wohnprojekt errichtet werden.

„Que[e]rbau Wien“ unterstützt die Baugruppe bei der Gruppenbildung und beim Planen. Der Verein baut dabei auf die Erfahrung vorheriger Projekte auf und möchte damit zu einem vielfältigen Angebot für gemeinschaftliche Wohnformen beitragen.


Der „Yella Yella!“ Nachbar_innentreff als Beispiel für eine aktive Gemeinschaft  (Foto: „Que[e]rbau“).

Ein nächstes Gruppen- und Info-Treffen im „Que[e]rbau Seestadt“ (inkl. Besichtigung im Rahmen des Open-House Wien) findet am 15. September 2018 zwischen 14:00 und 17:00 Uhr, Eingang:  „Yella Yella!“ Nachbar_innentreff, Maria-Tusch-Straße 2/1, 1220 Wien, statt.

Anmeldung und Kontakt:  E-Mail  donaufeld@queerbau.at
Website:  www.queerbau.at

„Donaufeld wird am meisten geliebt“ – Gespräch mit der GB*nord

Die Organisation der Beteiligung rund um das Entstehen des Stadtentwicklungsgebiets Donaufeld ging mit Anfang 2018 vom Büro „stadtland“ auf die „Gebietsbetreuung Stadterneuerung“ über. Gerhard Jordan sprach mit DIin Angela Salchegger und Mag.a Magdalena Hubauer vom GB*-Team über deren Vorhaben.

GJ: Was ist Ihr Zugang zum Donaufeld und seiner Entwicklung?

AS: Ich wohne eigentlich im 2. Bezirk, komme aber aus der Landschaftsplanung. In diesem Bereich habe ich mich vor sechs Jahren selbständig gemacht, mit dem Büro „stadtluft“. Bisher habe ich bei der Gebietsbetreuung Stadterneuerung für die Bezirke 9, 17 und 18 mitgearbeitet, jetzt wurde die Gebietsbetreuung Stadterneuerung für die Bezirke 21 und 22 neu ausgeschrieben und wir haben uns beworben. Unser Auftrag kommt von der MA 25 und gilt für drei Jahre, wobei eine Verlängerung möglich ist.
Die Bezirke jenseits der Donau sind die spannendsten – es gibt sowohl gewachsene Strukturen, wie jene rund um den Spitz, als auch viele große Bauvorhaben wie „Neu-Leopoldau“ im ehemaligen Gaswerk oder das Gebiet Berresgasse in der Donaustadt. Wir sind ein 15-köpfiges Team, das viele Kompetenzbereiche abdeckt – neben Stadtentwicklung und dem Sozialthema auch digitale Partizipation, neue Medien, Raumplanung, usw.

MH: Ich war bisher im Quartiersmanagement der Caritas aktiv, jetzt im 21. und 22. Bezirk.


Magdalena Hubauer (l.) und Angela Salchegger (r.) bei einem Vortrag in der „Autofreien Siedlung“ am 26. Mai 2018  (Fotos: Gerhard Jordan).

Wo sind Sie zu finden?

AS: Wir sind im April vom Lokal der bisherigen GB*21 im Dag-Hammerskjöld-Hof auf den Floridsdorfer Markt übersiedelt, in das Lokal eines ehemaligen Gasthauses im Schlingerhof. Das Lokal ist groß, und es kann auch von der Bevölkerung niederschwellig mitgenutzt werden. Wir bieten kostenlose Mietrechts-Beratung, sowohl für BewohnerInnen von privaten als auch von Genossenschaftswohnungen, stehen gerne auch mit Tipps zur Grün- und Freiraumplanung zur Verfügung. Regelmäßig findet gemeinsames Kochen am Markt statt, wir führen aber auch Projekte mit SchülerInnen durch.

MH: Was Donaufeld betrifft, so öffnet ab Ende Juni auch wieder der „Infopoint“, ein Container an der Ecke Dückegasse/An der Schanze. Jeden Dienstag stehen wir von 16-18 Uhr vor Ort für Fragen zur Verfügung und informieren über aktuelle Entwicklungen. Wir initiieren „Impuls-Tage“, organisieren spannende Veranstaltungen und bieten auch Stadtspaziergänge zu unterschiedlichen Thematiken an.

Was ist das Besondere an Donaufeld aus Ihrer Sicht?

AS: Wir haben den Eindruck, dass es in Donaufeld eine viel größere emotionale Verbindung zum eigenen Grätzl gibt als in anderen Bezirksteilen. Es gibt hier viele „tolle NachbarInnen“, die wir in diesem Prozess begleiten möchten. Die alten und neuen Stadtteile müssen sich mehr verzahnen, auch die alten sollen von den neuen Entwicklungen profitieren. Unsere Aufgabe ist es, Sorgen und Ideen aufzugreifen und Anregungen z.B. zur Gestaltung des öffentlichen Raums zu fördern und an richtiger Stelle zu deponieren.

MH: Donaufeld wird am meisten geliebt, das ist uns aufgefallen. Die gute Luft, die Gärtnereien, die ländliche Umgebung. Das wird als „Schatz“ gesehen. Wir wollen das Wissen über diese Identität weiter tragen.

Danke für das Gespräch und viel Erfolg bei Ihrer Tätigkeit.


Bei der Wieder-Eröffnung des Info-Containers am 26. Juni 2018 verhinderte Regen die Kräuterwanderung. Doch es kamen trotzdem Interessierte, um sich über die Entwicklung im Donaufeld zu informieren.

 

Donaufeld-Widmung beschlossen – Grünzug gesichert!

Mit dem Beschluss des Gemeinderats über das Plandokument Nr. 8130 am 15. Dezember 2017, das die Umwidmung des Stadterweiterungsgebietes westlich der Dückegasse beinhaltet, trat eines der größten Planungs-Projekte links der Donau in eine entscheidende Phase ein. Mehrere Jahre hindurch wurden Leitbilder und Konzepte diskutiert, und hunderte BürgerInnen brachten sich bei einem Beteiligungsverfahren ein.

Die nunmehrige Widmung ermöglicht vorerst den Bau von rund 1.300 Wohnungen nördlich des Drygalskiwegs.


Der Bereich zwischen An der Schanze, Dückegasse, Drygalskiweg und Grünzug wird zuerst entwickelt  (Fotos: G. Jordan).

Was aber das Entscheidende ist:  Ein rund 14 Hektar großer zentraler Grünzug zwischen Donaufelder Straße und Alter Donau wird ebenfalls gewidmet, und zwar großteils als „Schutzgebiet Wald- und Wiesengürtel“!
Damit geht eine der zentralen Forderungen von BürgerInneninitiativen und Grünen in Erfüllung.

Die GEMEINDERATS-DEBATTE , kurz zusammengefasst von Gerhard Jordan

Zeitpunkt:  Freitag, 15.12.2017,  ab ca. 23:30 Uhr.

ZuhörerInnen:  (fast) keine.

Wortmeldungen:  Gemeinderat Stefan Gara (NEOS), GR Christoph Chorherr (GRÜNE), GR Michael Niegl (FPÖ), GR Rüdiger Maresch (GRÜNE).

Kritik von NEOS und FPÖ:  u.a. zu wenige Schulplätze und Gesundheitsversorgung, zu dichte Bebauung, zu wenige Parkplätze, keine Beachtung des Zustandes der Alten Donau, die Straßenbahnlinie 25 kommt zu spät.

FPÖ-Sager:  Autofreie Siedlungen sind Leitbilder einer linksideologischen Hippiebewegung; der Zuzug bringt keinen Wert, er erfolgt ausschließlich ins Sozialsystem.

Chorherr/GRÜNE:   Der bereits eröffnete Schulcampus Attemsgasse deckt die Bildungs-Infrastruktur ab. Zentral ist der Grünzug, doppelt so groß wie der Stadtpark.  Das Mobilitätskonzept ist zukunftsweisend, es soll urbane Qualitäten geben, auch ein Baugruppenprojekt. Die Mitwirkung der BürgerInnen war wichtig.

Maresch/GRÜNE:   Die FPÖ war bei den Beteiligungs-Angeboten nicht anwesend. Die Förderung von Gemeinschaftsgärten ist wichtig, positive Beispiele in der Umgebung sind das Paradeisgartl“, und auch die Gärtnerei Bioschanze. Im ÖV neue Wege gehen, Services wie die Mobilitätsmappe anbieten.

Beschlussantrag von Grün-Rot:  u.a. abgestufte Höhenentwicklung zu den bestehenden Siedlungen, ein Bauplatz für ein Baugruppenprojekt, Einrichtung eines Quartiersmanagements, Berücksichtigung eines Gewässerbiotops im Grünzug, öffentliche Zugänglichkeit nicht genutzter Grünflächen des Wohnfonds Wien.
Mehrheitlich angenommen (SPÖ, GRÜNE dafür; FPÖ, ÖVP, NEOS dagegen).

Zusätzliches Grün

In einem Abänderungsantrag zum Plandokument wurde außerdem (mit rot-grüner Mehrheit) beschlossen, in einem kleinen Bereich An der Schanze, in der Nähe der Brombeerplantage, ein Strukturgebiet einzurichten, das nur gemeinsam entwickelt werden kann. Sollten sich die GrundbesitzerInnen also nicht auf eine gemeinsame Vorgangsweise einigen, so bleibt der Status Quo – ohne neue Verbauung – bestehen.

Gegenüber dem in der Öffentlichen Auflage (27. April bis 8. Juni 2017) präsentierten Entwurf des Plandokuments wird in einem Bereich, der dort mit Bauklasse III festgelegt war, nunmehr eine gärtnerisch auszugestaltende Fläche festgelegt.
Dem Beschlussantrag (Faksimile oben) folgend, wird der Wohnfonds Wien den ihm gehörenden Teil – der derzeit weder landwirtschaftlich genutzt noch in nächster Zeit für einen Wohnbau benötigt wird – öffentlich zugänglich belassen.


Diese außerhalb des neu gewidmeten Grünzugs (an dessen Ostgrenze) liegende Grünfläche, im Besitz des Wohnfonds, wird bis auf Weiteres unbebaut und öffentlich zugänglich bleiben.

Kleingartenanlage An der Schanze erhält Ganzjähriges Wohnen

Die Kleingartenanlage zwischen Drygalskiweg und An der Schanze, eine Gruppe des Vereins „Donaufelder Kleingärtner“, wird von „Ekl“ auf „Eklw“ umgewidmet, also für ganzjähriges Wohnen. Diesem Wunsch war schon im Planungsausschuss des Gemeinderats am 29. November 2017 entgegengekommen worden – was der FPÖ entgangen sein dürfte, weil sie in einem eigenen Beschlussantrag (der gegen die Stimmen von FPÖ und NEOS abgelehnt wurde) u.a. genau dies forderte.


Die Kleingartenanlage im Bereich An der Schanze erhielt eine „Eklw“-Widmung.

Abgestufte Höhenentwicklung

Gegenüber, also östlich des Weges der Kleingartenanlage, wird die unmittelbar angrenzende Bebauung mit 9,5 Meter Traufenhöhe beschränkt. Der im Beteiligungsverfahren mehrfach geäußerte Wunsch nach einer abgestuften Höhenentwicklung zu den Siedlungsgebieten hin wird auch am Drygalskiweg berücksichtigt:  Gegenüber der GESIBA-Reihenhausanlage Weinwurmweg 1 beträgt die Traufenhöhe 7,5 Meter (was einer beschränkten Bauklasse I entspricht), im östlichsten Abschnitt, gegenüber Nr. 22, also der Nordseite der „Glorit“-Wohnanlage Siebeckstraße 2a, wurde Bauklasse II festgelegt (in der öffentlichen Auflage war es noch Bauklasse III gewesen).


Gewässerbiotop und Baugruppenprojekt

Die im Beschlussantrag enthaltene Berücksichtigung eines Gewässerbiotops im nördlichen Teil des künftigen Grünzugs zur Entlastung des Nutzungsdruckes auf die Alte Donau ging auf einen Grün-Antrag zurück, der in der Bezirksvertretungssitzung Floridsdorf am 14. September 2016 mehrheitlich beschlossen wurde (übrigens gegen die Stimmen der FPÖ, der die Alte Donau angeblich am Herzen liegt).

Der Wunsch nach Baugruppenprojekten kam aus der Bevölkerung und wird von zahlreichen interessierten DonaufelderInnen geteilt, es gab dazu bereits am 20. Februar 2015 eine gut besuchte Informationsveranstaltung in der „Autofreien Mustersiedlung“.
Mehr Infos unter  http://baugruppen-donaufeld.at/ .


Schul-Standorte

In der Diskussion im Gemeinderat wurde auch die mangelnde Schul-Versorgung des Gebietes kritisiert. Doch die Widmung erfolgte bewusst erst nach der Fertigstellung des von „querkraft architekten“ konzipierten Bildungscampus Attemsgasse 22, der mit Beginn des Schuljahres 2017/18 seinen Betrieb aufnahm. Er deckt die Versorgung des östlichen Teiles des Stadtentwicklungsgebietes ab. Im Norden – Donaufelder Straße 77 – gibt es bereits seit 2013 den Campus Donaufeld.  Ein weiterer Bildungscampus ist mittelfristig im sogenannten „Ereignisband“ des Stadterweiterungsgebietes vorgesehen, und zwar westlich des Grünzugs (in jenem Gebiet, das als nächster Schritt in den kommenden Jahren umgewidmet werden soll).


Der Bildungscampus Attemsgasse wurde im September 2017 eröffnet.

Beteiligung

Viele der nunmehrigen Verbesserungen wurden im Rahmen des mehrjährigen Beteiligungsprozesses von aktiven BürgerInnen vorgeschlagen und führten zur Erarbeitung eines Mobilitäts- und eines Freiraumkonzeptes, sowie zur Sammlung der Ideen in der „Charta Donaufeld“.