„Donaufeld wird am meisten geliebt“ – Gespräch mit der GB*nord

Die Organisation der Beteiligung rund um das Entstehen des Stadtentwicklungsgebiets Donaufeld ging mit Anfang 2018 vom Büro „stadtland“ auf die „Gebietsbetreuung Stadterneuerung“ über. Gerhard Jordan sprach mit DIin Angela Salchegger und Mag.a Magdalena Hubauer vom GB*-Team über deren Vorhaben.

GJ: Was ist Ihr Zugang zum Donaufeld und seiner Entwicklung?

AS: Ich wohne eigentlich im 2. Bezirk, komme aber aus der Landschaftsplanung. In diesem Bereich habe ich mich vor sechs Jahren selbständig gemacht, mit dem Büro „stadtluft“. Bisher habe ich bei der Gebietsbetreuung Stadterneuerung für die Bezirke 9, 17 und 18 mitgearbeitet, jetzt wurde die Gebietsbetreuung Stadterneuerung für die Bezirke 21 und 22 neu ausgeschrieben und wir haben uns beworben. Unser Auftrag kommt von der MA 25 und gilt für drei Jahre, wobei eine Verlängerung möglich ist.
Die Bezirke jenseits der Donau sind die spannendsten – es gibt sowohl gewachsene Strukturen, wie jene rund um den Spitz, als auch viele große Bauvorhaben wie „Neu-Leopoldau“ im ehemaligen Gaswerk oder das Gebiet Berresgasse in der Donaustadt. Wir sind ein 15-köpfiges Team, das viele Kompetenzbereiche abdeckt – neben Stadtentwicklung und dem Sozialthema auch digitale Partizipation, neue Medien, Raumplanung, usw.

MH: Ich war bisher im Quartiersmanagement der Caritas aktiv, jetzt im 21. und 22. Bezirk.


Magdalena Hubauer (l.) und Angela Salchegger (r.) bei einem Vortrag in der „Autofreien Siedlung“ am 26. Mai 2018  (Fotos: Gerhard Jordan).

Wo sind Sie zu finden?

AS: Wir sind im April vom Lokal der bisherigen GB*21 im Dag-Hammerskjöld-Hof auf den Floridsdorfer Markt übersiedelt, in das Lokal eines ehemaligen Gasthauses im Schlingerhof. Das Lokal ist groß, und es kann auch von der Bevölkerung niederschwellig mitgenutzt werden. Wir bieten kostenlose Mietrechts-Beratung, sowohl für BewohnerInnen von privaten als auch von Genossenschaftswohnungen, stehen gerne auch mit Tipps zur Grün- und Freiraumplanung zur Verfügung. Regelmäßig findet gemeinsames Kochen am Markt statt, wir führen aber auch Projekte mit SchülerInnen durch.

MH: Was Donaufeld betrifft, so öffnet ab Ende Juni auch wieder der „Infopoint“, ein Container an der Ecke Dückegasse/An der Schanze. Jeden Dienstag stehen wir von 16-18 Uhr vor Ort für Fragen zur Verfügung und informieren über aktuelle Entwicklungen. Wir initiieren „Impuls-Tage“, organisieren spannende Veranstaltungen und bieten auch Stadtspaziergänge zu unterschiedlichen Thematiken an.

Was ist das Besondere an Donaufeld aus Ihrer Sicht?

AS: Wir haben den Eindruck, dass es in Donaufeld eine viel größere emotionale Verbindung zum eigenen Grätzl gibt als in anderen Bezirksteilen. Es gibt hier viele „tolle NachbarInnen“, die wir in diesem Prozess begleiten möchten. Die alten und neuen Stadtteile müssen sich mehr verzahnen, auch die alten sollen von den neuen Entwicklungen profitieren. Unsere Aufgabe ist es, Sorgen und Ideen aufzugreifen und Anregungen z.B. zur Gestaltung des öffentlichen Raums zu fördern und an richtiger Stelle zu deponieren.

MH: Donaufeld wird am meisten geliebt, das ist uns aufgefallen. Die gute Luft, die Gärtnereien, die ländliche Umgebung. Das wird als „Schatz“ gesehen. Wir wollen das Wissen über diese Identität weiter tragen.

Danke für das Gespräch und viel Erfolg bei Ihrer Tätigkeit.


Bei der Wieder-Eröffnung des Info-Containers am 26. Juni 2018 verhinderte Regen die Kräuterwanderung. Doch es kamen trotzdem Interessierte, um sich über die Entwicklung im Donaufeld zu informieren.

 

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Donaufeld-Widmung beschlossen – Grünzug gesichert!

Mit dem Beschluss des Gemeinderats über das Plandokument Nr. 8130 am 15. Dezember 2017, das die Umwidmung des Stadterweiterungsgebietes westlich der Dückegasse beinhaltet, trat eines der größten Planungs-Projekte links der Donau in eine entscheidende Phase ein. Mehrere Jahre hindurch wurden Leitbilder und Konzepte diskutiert, und hunderte BürgerInnen brachten sich bei einem Beteiligungsverfahren ein.

Die nunmehrige Widmung ermöglicht vorerst den Bau von rund 1.300 Wohnungen nördlich des Drygalskiwegs.


Der Bereich zwischen An der Schanze, Dückegasse, Drygalskiweg und Grünzug wird zuerst entwickelt  (Fotos: G. Jordan).

Was aber das Entscheidende ist:  Ein rund 14 Hektar großer zentraler Grünzug zwischen Donaufelder Straße und Alter Donau wird ebenfalls gewidmet, und zwar großteils als „Schutzgebiet Wald- und Wiesengürtel“!
Damit geht eine der zentralen Forderungen von BürgerInneninitiativen und Grünen in Erfüllung.

Die GEMEINDERATS-DEBATTE , kurz zusammengefasst von Gerhard Jordan

Zeitpunkt:  Freitag, 15.12.2017,  ab ca. 23:30 Uhr.

ZuhörerInnen:  (fast) keine.

Wortmeldungen:  Gemeinderat Stefan Gara (NEOS), GR Christoph Chorherr (GRÜNE), GR Michael Niegl (FPÖ), GR Rüdiger Maresch (GRÜNE).

Kritik von NEOS und FPÖ:  u.a. zu wenige Schulplätze und Gesundheitsversorgung, zu dichte Bebauung, zu wenige Parkplätze, keine Beachtung des Zustandes der Alten Donau, die Straßenbahnlinie 25 kommt zu spät.

FPÖ-Sager:  Autofreie Siedlungen sind Leitbilder einer linksideologischen Hippiebewegung; der Zuzug bringt keinen Wert, er erfolgt ausschließlich ins Sozialsystem.

Chorherr/GRÜNE:   Der bereits eröffnete Schulcampus Attemsgasse deckt die Bildungs-Infrastruktur ab. Zentral ist der Grünzug, doppelt so groß wie der Stadtpark.  Das Mobilitätskonzept ist zukunftsweisend, es soll urbane Qualitäten geben, auch ein Baugruppenprojekt. Die Mitwirkung der BürgerInnen war wichtig.

Maresch/GRÜNE:   Die FPÖ war bei den Beteiligungs-Angeboten nicht anwesend. Die Förderung von Gemeinschaftsgärten ist wichtig, positive Beispiele in der Umgebung sind das Paradeisgartl“, und auch die Gärtnerei Bioschanze. Im ÖV neue Wege gehen, Services wie die Mobilitätsmappe anbieten.

Beschlussantrag von Grün-Rot:  u.a. abgestufte Höhenentwicklung zu den bestehenden Siedlungen, ein Bauplatz für ein Baugruppenprojekt, Einrichtung eines Quartiersmanagements, Berücksichtigung eines Gewässerbiotops im Grünzug, öffentliche Zugänglichkeit nicht genutzter Grünflächen des Wohnfonds Wien.
Mehrheitlich angenommen (SPÖ, GRÜNE dafür; FPÖ, ÖVP, NEOS dagegen).

Zusätzliches Grün

In einem Abänderungsantrag zum Plandokument wurde außerdem (mit rot-grüner Mehrheit) beschlossen, in einem kleinen Bereich An der Schanze, in der Nähe der Brombeerplantage, ein Strukturgebiet einzurichten, das nur gemeinsam entwickelt werden kann. Sollten sich die GrundbesitzerInnen also nicht auf eine gemeinsame Vorgangsweise einigen, so bleibt der Status Quo – ohne neue Verbauung – bestehen.

Gegenüber dem in der Öffentlichen Auflage (27. April bis 8. Juni 2017) präsentierten Entwurf des Plandokuments wird in einem Bereich, der dort mit Bauklasse III festgelegt war, nunmehr eine gärtnerisch auszugestaltende Fläche festgelegt.
Dem Beschlussantrag (Faksimile oben) folgend, wird der Wohnfonds Wien den ihm gehörenden Teil – der derzeit weder landwirtschaftlich genutzt noch in nächster Zeit für einen Wohnbau benötigt wird – öffentlich zugänglich belassen.


Diese außerhalb des neu gewidmeten Grünzugs (an dessen Ostgrenze) liegende Grünfläche, im Besitz des Wohnfonds, wird bis auf Weiteres unbebaut und öffentlich zugänglich bleiben.

Kleingartenanlage An der Schanze erhält Ganzjähriges Wohnen

Die Kleingartenanlage zwischen Drygalskiweg und An der Schanze, eine Gruppe des Vereins „Donaufelder Kleingärtner“, wird von „Ekl“ auf „Eklw“ umgewidmet, also für ganzjähriges Wohnen. Diesem Wunsch war schon im Planungsausschuss des Gemeinderats am 29. November 2017 entgegengekommen worden – was der FPÖ entgangen sein dürfte, weil sie in einem eigenen Beschlussantrag (der gegen die Stimmen von FPÖ und NEOS abgelehnt wurde) u.a. genau dies forderte.


Die Kleingartenanlage im Bereich An der Schanze erhielt eine „Eklw“-Widmung.

Abgestufte Höhenentwicklung

Gegenüber, also östlich des Weges der Kleingartenanlage, wird die unmittelbar angrenzende Bebauung mit 9,5 Meter Traufenhöhe beschränkt. Der im Beteiligungsverfahren mehrfach geäußerte Wunsch nach einer abgestuften Höhenentwicklung zu den Siedlungsgebieten hin wird auch am Drygalskiweg berücksichtigt:  Gegenüber der GESIBA-Reihenhausanlage Weinwurmweg 1 beträgt die Traufenhöhe 7,5 Meter (was einer beschränkten Bauklasse I entspricht), im östlichsten Abschnitt, gegenüber Nr. 22, also der Nordseite der „Glorit“-Wohnanlage Siebeckstraße 2a, wurde Bauklasse II festgelegt (in der öffentlichen Auflage war es noch Bauklasse III gewesen).


Gewässerbiotop und Baugruppenprojekt

Die im Beschlussantrag enthaltene Berücksichtigung eines Gewässerbiotops im nördlichen Teil des künftigen Grünzugs zur Entlastung des Nutzungsdruckes auf die Alte Donau ging auf einen Grün-Antrag zurück, der in der Bezirksvertretungssitzung Floridsdorf am 14. September 2016 mehrheitlich beschlossen wurde (übrigens gegen die Stimmen der FPÖ, der die Alte Donau angeblich am Herzen liegt).

Der Wunsch nach Baugruppenprojekten kam aus der Bevölkerung und wird von zahlreichen interessierten DonaufelderInnen geteilt, es gab dazu bereits am 20. Februar 2015 eine gut besuchte Informationsveranstaltung in der „Autofreien Mustersiedlung“.
Mehr Infos unter  http://baugruppen-donaufeld.at/ .


Schul-Standorte

In der Diskussion im Gemeinderat wurde auch die mangelnde Schul-Versorgung des Gebietes kritisiert. Doch die Widmung erfolgte bewusst erst nach der Fertigstellung des von „querkraft architekten“ konzipierten Bildungscampus Attemsgasse 22, der mit Beginn des Schuljahres 2017/18 seinen Betrieb aufnahm. Er deckt die Versorgung des östlichen Teiles des Stadtentwicklungsgebietes ab. Im Norden – Donaufelder Straße 77 – gibt es bereits seit 2013 den Campus Donaufeld.  Ein weiterer Bildungscampus ist mittelfristig im sogenannten „Ereignisband“ des Stadterweiterungsgebietes vorgesehen, und zwar westlich des Grünzugs (in jenem Gebiet, das als nächster Schritt in den kommenden Jahren umgewidmet werden soll).


Der Bildungscampus Attemsgasse wurde im September 2017 eröffnet.

Beteiligung

Viele der nunmehrigen Verbesserungen wurden im Rahmen des mehrjährigen Beteiligungsprozesses von aktiven BürgerInnen vorgeschlagen und führten zur Erarbeitung eines Mobilitäts- und eines Freiraumkonzeptes, sowie zur Sammlung der Ideen in der „Charta Donaufeld“.

 

 

Bilanz des Donaufeld-Beteiligungsprozesses

Am 16. Dezember 2017 fand beim „Info-Container“ Ecke Dückegasse/An der Schanze die Abschluss-Veranstaltung eines seit Herbst 2013 laufenden intensiven Beteiligungs-Verfahrens in Form einer „Finissage“ statt. Das Team des LandschaftsplanerInnen-Büros „stadtland“ verabschiedete sich bei den interessierten DonaufelderInnen, die sie in den letzten Jahren mit Ideen, Engagement und Kritik begleitet hatten.


Vorweihnachtliche „Finissage“ am 16. Dezember 2017:  Die letzte Veranstaltung im „Info-Container“ an der Dückegasse  (Foto: G. Jordan).

Auf verschiedenste Weise wurden Themen angesprochen und diskutiert – von Verkehr und Wohnen bis zu Zusammenleben und Umweltschutz. Dabei wurden durchaus auch kontroverse Fragen wie jene der Baudichte oder der Sicherstellung öffentlicher Grün- und Freiräume angesprochen.

Am 18. Oktober 2017 beispielsweise wurde über das in Deutschland entstandene Instrument der „Internationalen Bauausstellung“ (IBA), das nun auch in Österreich – u.a. mit einem Projektgebiet im Donaufeld – zur Anwendung kommen soll, informiert.

Univ.-Prof. DI Rudolf Scheuvens, Dekan der Fakultät für Architektur und Raumplanung der TU Wien, präsentierte „best practices“ aus dem Ausland, von historischen Beispielen (Werkbundsiedlung Weißenhof in Stuttgart) bis zu aktuellen wie dem  „Energiebunker“  im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg, wo in den Jahren 2010-13 im Rahmen einer IBA ein Flakbunker aus dem Zweiten Weltkrieg zu einem regenerativen Kraftwerk umgebaut wurde.

DI Kurt Hofstetter, der stellvertretende Leiter des Teams der „IBA_Wien 2022“, referierte über Beispiele des sozialen Wohnbaus in Wien, erwähnte die Herausforderungen (z.B. Wachstum der Stadt und steigende Grundstückspreise), stellte die Struktur der IBA und den Zeitplan (2020 eine Zwischenpräsentation, 2022 Präsentation der Ergebnisse) vor. Es soll nicht nur um die Errichtung von Wohnungen gehen, sondern vor allem auch um soziale Qualitäten (Leistbarkeit, Gemeinwesenarbeit, Beteiligung, Schulprojekte, Angebote für Junge und Alte, etc.) und um gesellschaftliche Innovation.


Prof. Rudolf Scheuvens (oben) und DI Kurt Hofstetter (unten) bei der IBA-Informationsveranstaltung am 18. Oktober 2017  (Fotos: G. Jordan).

Die Bilanz des Beteiligungsprozesses kann sich sehen lassen:

Insgesamt hatten mehrere Dutzend Feldvorlesungen, Info-Veranstaltungen, Runde Tische und Workshops, ja sogar Grätzlspaziergänge (z.B. „Essbares Donaufeld“  am 20. September 2015), stattgefunden.


Exkursion „Essbares Donaufeld“ am 20. September 2015:  Besuch bei Biobauer Florian Kothny (Mitte) von der Gärtnerei „Bioschanze“, An der Schanze 17 (Foto: G. Jordan).

Engagierte BürgerInnen, PolitikerInnen, akademische und beamtete ExpertInnen, GrundeigentümerInnen, Wohnungssuchende und viele andere nützten die Möglichkeit, sich einzubringen und sich mit Andersdenkenden auszutauschen.
Außer in den Ferienzeiten stand auch an einem Nachmittag in der Woche eine Auskunftsperson vor Ort für Fragen zur Verfügung.

Der Weg zur „Charta Donaufeld“

Bezeichnend ist allerdings, dass von jenen rechten Parteien, die in der Bezirksvertretung (am 14. Juni 2017) und im Gemeinderat (am 15. Dezember 2017) gegen die Donaufeld-Widmung – Plandokument Nr. 8130 – gestimmt haben, kaum jemand bei den Veranstaltungen zu sehen war.

Nur so ist es erklärbar, dass von dieser Seite z.B. ein Mobilitätskonzept gefordert wurde, das es längst gab und das sogar mehrfach vorgestellt und öffentlich mit Interessierten diskutiert wurde (z.B. am 13. Dezember 2016 im Haus der Begegnung Floridsdorf), oder dass die fehlende Prüfung der Auswirkungen des Stadtentwicklungsgebiets auf die Alte Donau beklagt wurde, obwohl am 3. Juni 2015 genau zu diesem Thema eine Veranstaltung und Diskussion mit dem Input eines Fachexperten der MA 45 stattgefunden hatte.


DI Dr. Thomas Ofenböck (MA 45) bei der Veranstaltung zum Thema „Alte Donau“ am 3. Juni 2015  (Foto: Anna Karall).

Am Ende des Prozesses steht eine Sammlung der Ideen und Anregungen, die zu einer  „Charta Donaufeld“  zusammengefasst und im November 2017 in Form einer Ausstellung präsentiert wurde.


Tafel der „Charta Donaufeld“-Ausstellung  am 11. November 2017  (Foto: G. Jordan).

Ab 2018 wird ein Quartiersmanagement, das sich aus MitarbeiterInnen der Gebietsbetreuung GB*9/17/18 und der „Caritas Stadtteilarbeit“ gebildet hat, den Prozess weiterführen und hoffentlich auf den Ergebnissen und Erfahrungen aufbauen.

An dieser Stelle ein DANKE für das Engagement, die Geduld und die positive Einstellung des „stadtland“-Teams!


Das Team von „stadtland“, v.l.n.r.:  Christina Kirchmair, Herbert Bork und Philip Krassnitzer  (Foto: G. Jordan).

Donaufeld-Widmung: Heftige Diskussion über Bezirks-Stellungnahme

Am 14. Juni 2017 befasste sich die Bezirksvertretung Floridsdorf mit der Stellungnahme des Bezirks zum  Plandokument Nr. 8130,  das den östlichen Teil des Stadterweiterungsgebiets Donaufeld umfasst.

Es gab eine heftige und kontroverse Diskussion, das Abstimmungverhalten war jedoch leider zum Teil taktisch motiviert.


Die Floridsdorfer Bezirksvertretung diskutierte die Widmung für den ersten Teil des Stadterweiterungsgebiets Donaufeld.

Eine Stellungnahme, die Resultat von Vorberatungen im Bezirks-Bauausschuss am 30. Mai und am 14. Juni, also vor der Bezirksvertretungssitzung, war, und mehrere konkrete Punkte enthielt, die auch auf Verbesserungen der urbanen Qualität (und sogar auf eine teilweise Vergrößerung des zentralen Grünzugs) hinausliefen, wurde von den Oppositionsparteien mit einem Gegenantrag – der eine insgesamt wesentlich „dünnere“ Stellungnahme beinhaltete – verhindert. Da der von der FPÖ eingebrachte Antrag ohne Vorankündigung erst in der Sitzung selbst (!) gestellt und verteilt wurde, gab es nicht einmal die Möglichkeit, ihn ausführlich zu diskutieren. Auch bei den zahlreichen Veranstaltungen des Beteiligungsverfahrens zum Leitbild Donaufeld wurde die Gelegenheit, sich zu informieren und Ideen einzubringen, von den rechten Parteien selten bis kaum wahrgenommen.


Der Bereich westlich der Dückegasse ist Gegenstand von Plandokument Nr. 8130.

Die Abstimmung endete mit dem denkbar knappen Ergebnis von 29:28 Stimmen. Für den Gegenantrag stimmten 22 FPÖ-, 3 WIFF-, 2 ÖVP- und 2 NEOS-BezirksrätInnen, dagegen 23 SPÖ- und 4 GRÜNE-MandatarInnen sowie ein fraktionsloser Bezirksrat.  Dadurch konnte über den Vorschlag des Bauausschusses und über einen Zusatzantrag von GRÜNE-Bezirksrätin Gabriele Tupy auf Abhaltung einer Umweltverträglichkeitsprüfung nicht mehr abgestimmt werden.
Zwar ist eine solche im konkreten Fall nicht zwingend vorgeschrieben, auf freiwilliger Basis könnte aber z.B. der Projektwerber (also der Wohnfonds als Grundbesitzer) einen Feststellungsbescheid beantragen.
Die weitere Entscheidung über die Flächenwidmung und die Stellungnahme liegt nunmehr beim Gemeinderat.

Ein Kurzbericht über die Debatte in der Bezirksvertretung ist auf der  Website der Grünen Floridsdorf  zu finden.
Die Vorschläge aus der ersten Phase des Beteiligungsverfahrens wurden 2016 in einem sehr informativen  Bericht  veröffentlicht.
Eine Stellungnahme zum Plandokument hat auch die  Initiative Donaufeld  abgegeben.

Die beiden in der Bezirksvertretung behandelten Stellungnahmen vom 14. Juni 2017 im Wortlaut:

 

 

Frühjahr 2017: Es tut sich was in Donaufeld

Grüne „Radrettung“

Alle Jahre wieder freuen sich RadlerInnen auf die „Grüne Radrettung“ – ein  Gratis-Fahrradcheck, der von den Wiener Grünen an zahlreichen Plätzen der Stadt von Frühjahr bis Herbst angeboten wird. Auch der 21. Bezirk ist stets dabei.  Am 29. April waren die FahrradmechanikerInnen beim „Campus Donaufeld“ in der Donaufelder Straße 73 im Einsatz und hatten alle Hände voll zu tun.


Alle Hände voll zu tun für die „Radrettung“  (Fotos: Grüne Floridsdorf).


Besuch in der „Autofreien Mustersiedlung“

In der „Autofreien Mustersiedlung“, Nordmanngasse 25-27, haben wieder die an einem Samstag im Monat abgehaltenen  Ab Hof-Märkte  begonnen. Ende April besuchte eine Gruppe von Abgeordneten aus der Region Stuttgart, die sich Wohnprojekte in Wien (u.a. die Seestadt Aspern) ansah, die AFS und wurde von der engagierten Bewohnerin Gerda Daniel durch die Anlage geführt – vom Keller bis zum Dach. 20 Jahre nach der Grundsteinlegung ist das internationale Interesse an diesem Projekt immer noch ungebrochen.


Ausstellung über geplante Umwidmung

Der Entwurf der  neuen Flächenwidmung  für den Bereich westlich der Dückegasse – also die erste Phase des Stadtentwicklungsgebiets Donaufeld, im östlichen Teil der Leopoldauer Haide, ging am 27. April 2017 in die öffentliche Auflage, die bis 8. Juni dauert. In dieser Zeit können alle Interessierten ihre Stellungnahmen abgeben, auch online.


Am 4. und 5. Mai wurde am „Infopoint“ des Beteiligungsverfahrens, Ecke An der Schanze/Dückegasse, eine Ausstellung mit den Plänen gezeigt, die an diesen beiden Tagen von über 200 Interessierten besucht wurde. Auch ExpertInnen der Magistratsabteilung 21 standen für Auskünfte zur Verfügung.

 

Grätzl-Rundgang Mühlschüttel

Ein bezirksgeschichtlicher Grätzlrundgang mit Gerhard Jordan durch den Mühlschüttel, veranstaltet vom  Bildungszentrum Floridsdorf  am 25. März, musste diesmal wegen des großen Interesses am 22. April wiederholt werden.


Die insgesamt rund 50 TeilnehmerInnen wurden über die Entstehung und Entwicklung des heutigen Bezirksteils informiert, durch den bis vor rund 180 Jahren noch ein kleiner Donauarm floss (dessen Verlauf am Freiligrathplatz teilweise noch im Gelände erkennbar ist), erfuhren Details über interessante Bauwerke und entdeckten einige der leider immer weniger werdenden Spuren des „alten Mühlschüttels“.

 

Runder Tisch zum Freiraumkonzept westlich der Dückegasse

Das Freiraumkonzept für die erste Entwicklungsetappe des Stadterweiterungsgebiets Donaufeld (westlich Dückegasse) war Thema des „Runden Tisches“ im Rahmen des Beteiligungsverfahrens am 16. März 2016.
Rund 30 TeilnehmerInnen diskutierten unter der Moderation von Philip Krassnitzer (Raumplanungsbüro „stadtland“) mit den ExpertInnen DI Anna Detzlhofer, deren Büro „DnD Landschaftsplanung ZT KG“ das Freiraumkonzept entworfen hat, und DI Alexander Mrkvicka von der Magistratsabteilung MA 49 (Forst- und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien), die für Gestaltung und Pflege der öffentlichen Grün- und Freiflächen verantwortlich ist.


Philip Krassnitzer vom Büro „stadtland“ bei der Einleitung  (Fotos: G. Jordan).

Anwesend waren auch die für das Zielgebiet Donaufeld zuständige Beamtin DI Susanne Fabian (MA 21) und Bezirksvorsteher-Stellvertreterin Ilse Fitzbauer (SPÖ).
Zu Beginn der Veranstaltung verteilten Anna Karall und Evelyn Weber von der „Initiative Donaufeld“ ein Flugblatt, in dem die wichtigsten BI-Forderungen zusammengefasst sind.

Die Diskussion wurde, wie schon bei früheren Runden Tischen, im sogenannten „Fishbowl-Format“ geführt, d.h. dass sich jene TeilnehmerInnen, die etwas fragen oder anmerken wollten, in einen inneren Sesselkreis zu den ExpertInnen setzen konnten, während jene im Außenkreis zuhören.
Frau DI Detzlhofer stellte die Planungen bezüglich des Grünzugs vor:  Er soll, nachdem er schon „seit fast einer Generation“ in Diskussion ist, demnächst angegangen werden. Er verläuft Nord-Süd, und ein sog. „Ereignisband“ wird eine ihn querende West-Ost-Achse sein – mit Schulen, Geschäften, einer Promenade, etc.  – für „urbanes Leben“ also.


Frau DI Anna Detzlhofer erläutert die Lage von Grünzug und „Ereignisband“.

An dem Schnittpunkt dieser beiden Achsen soll ein zentraler Quartierspark entstehen, möbliert, und mit Beleuchtung (im Gegensatz zu den naturnah gestalteten und künftig als SWW-„Schutzgebiet Wald- und Wiesengürtel“ gewidmeten Bereichen des Grünzugs) und als „sozialer Sicherheitsraum“. Der vorhandene nutzbare Grünraum in der Umgebung des Planungsgebietes (vor allem Parks) sind nur „Einsprengsel“, wie auf einer Karte ersichtlich ist.


Die Lage der öffentlichen Parks und Grünflächen in der Umgebung des Zielgebiets.

DI Alexander Mrkvicka betonte, dass der Grünzug eine Verbindung für FußgängerInnen und RadfahrerInnen von der Alten Donau nach Norden sein soll, aber gleichzeitig auch ein Ruhe- und Erholungsraum. Die Gestaltung soll bewusst nicht im Detail festgelegt sein, um nutzungsoffen und flexibel zu sein. Es können sich da z.B. Wiesen befinden, auf denen erst später ein Selbsterntefeld entsteht, ein Nachbarschaftsgarten, o.ä.


DI Alexander Mrkwicka (MA 49) trat für Flexibilität bei der zukünftigen Nutzung ein.

Die erste Frage (und konkrete Anregung) kam von Michael Paulitsch, einem Anrainer aus der Kefedergrundgasse:  Er wünscht sich einen Weg für FußgängerInnen und RadfahrerInnen zwischen der Angyalföldstraße (Schicht-Gründe, „Paradeisgartl“) und der Donaufelder Straße neben der Anlage von „Neues Leben“ auf Nr. 115. Wenn die Stadt Wien dort einen Streifen von rund 1.000 m² ankaufen oder den EigentümerInnen einen Tausch vorschlagen würde, dann ließe sich eine öffentliche Verbindung zwischen der Hans-Czermak-Gasse und dem Grünzug südlich der Donaufelder Straße herstellen, die Umwege vermeidet.
Grün-Bezirksrat Heinz Berger appellierte, bei Entscheidungsfindungen auch VertreterInnen der BürgerInneninitiativen – als „ExpertInnen voir Ort“ – teilnehmen zu lassen, um das dort gesammelte lokale Wissen einfließen zu lassen und so den politischen und zivilgesellschaftlichen Prozess zusammenzuführen. BV-StVin Ilse Fitzbauer antwortete, dass der Bezirksvorsteher dafür keine Kompetenz habe, er könne Informationen nur weiterleiten.


Bezirksrat Heinz Berger bei seiner Wortmeldung.

Hier kurz zusammengefasst einige der angesprochenen Themen und die Antworten der ExpertInnen:

Klima:  Der Grünzug alleine wird für die Frischluft-Versorgung nicht reichen. Derzeit ist die Leopoldauer Haide eine Insel, die Kühlung bringt.
Antwort:  Auch auf Plätzen im Wohngebiet werden Bäume stehen, und die Innenhöfe der Blöcke werden begrünt.


Evelyn Weber (Initiative Donaufeld, rechts) im Gespräch mit Frau DI Detzlhofer.

Grünzug:  Welche Dimensionen hat der Grünzug? Was ist mit dem (kleineren) westlichen? Wird es Verschwenkungen geben, wenn nicht alle Grundstücke in öffentlichem Besitz sind?
Antwort: Die Breite des zentralen Grünzugs wird mindestens 30 Meter sein, für den westlichen gibt es noch keine Detailplanung. Im Endausbau soll der Grünzug jenes Gebiet umfassen das SWW gewidmet ist. Derzeit bewegt sich einiges, da der Grünzug nicht überall den Grundstücksgrenzen (z.B. von Flächen die Bauträgern gehören) entspricht.

Widmung:  Wie ist der Zeitplan für die Umwidmung?
Antwort:  Vor dem Sommer 2017 kommt die öffentliche Auflage, möglicherweise im Herbst der Beschluss im Gemeinderat, im Laufe des Jahre 2018 findet der Bauträgerwettbewerb statt. Auch „Fixstarter“, die bereits Grundflächen besitzen, müssen sich einer Jury stellen. Der Wohnfonds vergibt Förderungszusagen an jene, die Qualität anbieten.

Landwirtschaft:  Bleibt diese zum Teil erhalten?
Antwort:  Es gibt den „Agrarstrukturellen Entwicklungsplan für Wien“ (AgSTEP 2014), in dem ca. 900 Hektar als Bio-Landwirtschaftsflächen vorgesehen sind. Der Großteil liegt aber nicht im Donaufeld, sondern weiter nördlich – zwischen Bisamberg und Norbert-Scheed-Wald, und auch in der Lobau.

BürgerInnen-Anliegen:  Politiker sitzen in Aufsichtsräten von Bauträgern. Wer ist Ansprechperson für die Anliegen der BürgerInnen? Seit Beginn des Beteiligungsprozesses wurden über 2.500 Unterschriften für eine Petition gesammelt, aber es hat sich NICHTS bezüglich Dichte und Anzahl der Wohnungen verändert. Das sei demotivierend.


Elisabeth Marterbauer-Herdin, Initiatorin der Petition zur Bebauung des Donaufeldes.

Antwort:  Das Büro „stadtland“ kann Anliegen weiterleiten. Es ist ein Erfolg, dass das Format „Runder Tisch“ eingeführt wurde, dass die Widmung im Laufen ist, eine Zwischennutzung und die Information vor Ort funktioniere.

Durchwegung:  Wieso wird auf die Anschlusspunkte der Wege im Norden und Süden des Grünzugs vergessen?
Antwort:  Diese sind in der Natur noch nicht vorhanden. Die „Epk“ (Erholungsgebiet-Park) gewidmeten Flächen entlang der Oberen Alten Donau sollen in der nächsten Entwicklungsetappe frei gemacht werden.

Bodenqualität:  Die Anrainerin Elisabeth Tulla, die auf ihrer südlich der Donaufelder Straße gelegenen Streuobstwiese 23 Obstbäume gepflanzt hat (von denen 13 bereits ersetzt werden mussten) betonte die Qualität des Ackerlands im Donaufeld: der Boden sei besser als jener im Marchfeld, weil mit Pferdemist gedüngt wird und keine Pestizide verwendet werden. Sie verteilte an die TeilnehmerInnen des Runden Tisches von den Gärtnern angebauten Salat und Kräuter.
Antwort:  Der Boden wird nicht entsorgt und deponiert, sondern soll im Zuge der Umbauten in den Grünanlagen verwendet werden.

G. J.

„Runder Tisch“ in Donaufeld zum Thema Mobilität

Am Dienstag, 13. Dezember 2016 fand im Haus der Begegnung Floridsdorf ein „Runder Tisch“ zum Mobilitätskonzept im Zielgebiet, in der ersten Phase entlang der Dückegasse statt. Matthias Cremer von den Wiener Linien, Peter Lenz von der Magistratsdirektion und Martin Niegl von „komobile“ standen für die Diskussion zur Verfügung.

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Nach der Begrüßung durch Herbert Bork (stadtland) wurde das Mobilitäts- und Freiraumkonzept für die erste Entwicklungsphase von Martin Niegl präsentiert. Donaufeld wurde als autoreduzierter Stadtteil dargestellt, der in erster Linie mittels öffentlichem Verkehr, Rad- und FußgängerInnenverkehr erschlossen werden soll und weniger durch motorisierten Individualverkehr. Dazu sollte auch die Organisation der Garagen beitragen, da derzeit nur eine Quote von 0,5 Auto-Stellplätzen (zur einen Hälfte in Tiefgaragen, zur anderen in Sammelgaragen) pro Wohnung vorgesehen ist. Die Sammelgaragen befinden sich an den sogenannten Mobility-Points, wo auch Radverleih, Car Sharing, Elektro-Tankstellen und der öffentliche Verkehr geplant sind.

Im Endausbau sollen die Buslinie 33A und eine neu errichtete Straßenbahn quer durch das Stadtentwicklungsgebiet zu den nächsten Stationen hochrangiger Verkehrsmittel führen und damit eine sehr gute öffentliche Versorgung sicherstellen. Daneben führen auch wichtige, teilweise ebenfalls neu zu errichtende Radrouten durch die Region.
In der ersten Phase soll aber nur ein Bus entlang der Dückegasse (in beide Richtungen) geführt werden, da die Ost-West-Verbindungen mangels Erschließung der Grundstücke noch nicht möglich sind.

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Nach der Präsentation der Pläne hatten die TeilnehmerInnen die Gelegenheit, am Runden Tisch mit den PlanerInnen Fragen zur Mobilität im zukünftigen Donaufeld zu diskutieren.
Als Erstes wurde beklagt, dass die Kreuzung Donaufelder Straße
Dückegasse/Katsushikastraße bereits heute sehr überlastet ist, und durch 15.000 neue BewohnerInnen noch stärker belastet werden wird. Der Stau auf allen Zufahrtsstraßen reicht oft mehrere hundert Meter zurück, beeinträchtigt teilweise auch Bus und Straßenbahn, aber auch RadfahrerInnen und FußgängerInnen klagen über die langen Wartezeiten. Hier ist leider kurzfristig keine Lösung in Sicht, aber genau deshalb ist es auch unbedingt notwendig, dass möglichst viele der zukünftigen BewohnerInnen die öffentlichen Verkehrsmittel verwenden oder mit dem Rad fahren, da längerfristig nur darin die Lösung zu finden sein wird.

Thematisch daran anschließend wurde bei dieser Gelegenheit auch wieder von mehreren TeilnehmerInnen darauf hingewiesen, dass die Verdoppelung der Stellplätze von den ursprünglich geplanten 1.800 auf 3.600 die ohnehin schon sehr hohe Belastung durch den Autoverkehr weiter verschärfen wird. Außerdem wurde beklagt, dass dem aktuellen Trend weg vom privaten Autobesitz hier nicht genug Augenmerk geschenkt wurde, da die Tiefgaragen, die nach den Grundstückskosten die größten Preistreiber im Wohnbau sind, oftmals zu einem beträchtlichen Teil leer stehen und eigentlich schon heute ein antiquiertes Modell darstellen, was die BewohnerInnen Jahrzehnte lang finanziell belasten wird.

Ein weiteres Problem, das von mehreren TeilnehmerInnen angesprochen wurde, ist die Erschließung durch einen Autobus entlang der Dückegasse in der allerersten Entwicklungsphase (Phase 1a).

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Die Distanz zwischen einzelnen Wohnhäusern und den Busstationen würde nach den vorliegenden Plänen bis zu 400 Meter betragen, was erfahrungsgemäß den bereits überwunden geglaubten Trend zum Auto neuerlich fördern würde. Besonders schade ist, dass der Bus entlang der Wohnhäuser mit Tiefgaragen fahren wird, während die BewohnerInnen der westlich gelegenen Häuser mit dem zukunftsweisenderen Verkehrskonzept auf den geplanten Bus bei den Mobility-Points noch ein paar Jahre warten und vorerst zu Fuß zur Station gehen müssten.

Wenn man tatsächlich einen autoreduzierten  Stadtteil realisieren möchte, muss man die neuen BewohnerInnen dazu motivieren, von Anfang an möglichst wenig mit dem Auto zu fahren. Dafür sollte man hier nochmals alle Möglichkeiten prüfen, um doch noch den Bus vom ersten Tag an zu den Mobility-Points zu bringen.

Heinz Berger

 

 

Donaufeld: Ausstellung und Runder Tisch zur Ersten Entwicklungsphase

Am 20. und 21. Oktober 2016 fand bei der Infobox Donaufeld, Ecke Dückegasse/An der Schanze, die Ausstellung der Pläne für die erste Entwicklungsphase des Zielgebietes Donaufeld entlang der Dückegasse statt.

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Der städtebauliche Rahmenplan und das Mobilitäts- und Freiraumkonzept wurden von der Projektkoordinatorin DI Susanne Fabian und DI Anna Spreitzer von der MA 21, von Christina Kirchmair, BSc. und DI Philip Krassnitzer vom Planungsbüro „stadtland“ und von DI Martin Niegl vom Verkehrsplanungsbüro „Komobile“ vorgestellt.

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Auf Schautafeln wurde über die Planungen der ersten Entwicklungsphase westlich der Dückegasse informiert. (Fotos: Heinz Berger)

Beim Runden Tisch zur ersten Entwicklungsphase am 11. November 2016 wurde dann im Haus der Begegnung Floridsdorf unter der Leitung von DI Herbert Bork vom Planungsbüro „stadtland“ in erster Linie über den aktuellen Stand des Projektes, den weiteren Planungs- und Umsetzungsprozess sowie die konkrete Bebauung mit DI Susanne Fabian von der MA 21 und DI Markus Vogl von „querkraft architekten“ diskutiert.

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Bei beiden Gelegenheiten haben AnrainerInnen Fragen und Anregungen bezüglich Bauhöhe, Dichte, Abstufung zu Bestandsgebäuden, Parkgaragen, öffentlichem Verkehr, Grünflächen und bezüglich des zeitlichen Horizonts der Bebauung vorgebracht.

Besonders kritisch wurde von einigen BürgerInnen angemerkt, dass außer der Verlegung eines Radweges kaum etwas von den Vorschlägen aus der Beteiligung in die aktuellen Pläne eingeflossen sei. Die PlanungsexpertInnen legten klar, dass sie sich intensiv mit den Anregungen auseinandergesetzt haben, die die Flächenwidmung betreffen. Die vorgeschlagene abgestufte Höhenentwicklung zu den bestehenden Wohnbauten hin sei bereits eingeplant worden, für die gewünschte Nord-Süd-Durchwegung war vorerst leider keine Lösung möglich. Viele Vorschläge aus der Bevölkerung sind allerdings nicht in der Flächenwidmung umsetzbar, sondern gehören in die Ausschreibung für den städtebaulichen Wettbewerb, der erst nach der Umwidmung starten wird. Es sollte sichergestellt werden, dass die Anregungen aus der Beteiligung dann in den Rahmenbedingungen festgehalten werden.

Es wurde angeregt, dass weitere autofreie Siedlungen errichtet werden, und insbesondere wurde starke Kritik am geänderten Garagenkonzept geübt, das nun zusätzlich zu den 1.800 Stellplätzen an den „Mobility Points“ ebenso viele Stellplätze in Tiefgaragen vorsieht.  Frau Fabian hielt dagegen fest, dass dieser Kompromiss immer noch ein sehr ambitionierter Plan sei, da es „am anderen Ende des Meinungsspektrums“ auch die Forderung nach viel mehr Garagenplätzen gibt.

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Zusätzlich ist das Mobilitätskonzept aber auch noch dadurch gefährdet, dass der geplante Bus in der ersten Entwicklungsphase nur entlang der Dückegasse fahren soll, während die „Mobility Points“ aus verkehrstechnischen Gründen nicht angesteuert werden könnten. Um zu verhindern, dass die neuen BewohnerInnen gleich nach der Übersiedlung zur Verwendung des Autos gedrängt werden, was in der Folge möglicherweise den Ruf nach zusätzlichen Stellplätzen nach sich ziehen könnte, sollte hier rasch eine Lösung gefunden werden, wie etwa ein vorgezogener Betrieb des 33A über die Nordmanngasse in die verlängerte Arakawastraße, oder ein Kleinbus, als Shuttleverbindung  zum Zentrum Kagran, der keine aufwändigen Straßenausbauten notwendig machen würde.

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Auf die Kritik, dass in einem Auto-reduzierten Stadtteil derart breite Straßenquerschnitte mit mehreren Richtungsfahrspuren geplant seien, wurde entgegnet, dass diese Straßengestaltung nur bei den großen Aufschließungsstraßen geplant sei, während sonst überall Straßen ohne Niveauunterschiede mit hoher Aufenthaltsqualität geplant seien. Parken an der Oberfläche ist nicht vorgesehen (ausgenommen Ladetätigkeit).
Auf die Forderung nach einer Überbauung von Gewerbeparks (Beispiel Auhof) anstatt der Versiegelung fruchtbarer Böden wurde entgegnet, dass das sehr langwieriger und komplizierter Verhandlungen bedarf, da die Gewerbebetriebe nach der gültigen Rechtslage ja nicht dazu gezwungen werden können.

Sorge besteht auch um die geplanten Qualitäten im neuen Stadtteil, die aus heutiger Sicht aufgrund der vielen zusätzlichen Verpflichtungen der Bauträger aus den städtebaulichen Verträgen zur Finanzierung der gesamten Infrastruktur gefährdet scheinen. Hier wurde zugesichert, dass die Qualitäten (wie z. B. Dachbegrünungen, großzügige Freiflächen zwischen den Baufeldern, u.a.) in den Bauträgerwettbewerben vorgeschrieben werden. Zur geplanten Dichte im „Ereignisband“ wurde festgehalten, dass im Donaufeld kein neues Zentrum geschaffen werden soll, sondern nur eine lebendige Verbindungsachse mit höheren Erdgeschosszonen für Lokale und Gewerbebetriebe zwischen den regionalen Zentren Floridsdorf und Kagran.

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Der bisher größte Erfolg ist sicher der zentrale Grünzug, der in ungeschmälertem Umfang in den Plänen erhalten blieb. Weitere große Herausforderungen bleiben aber die Finanzierung des Ankaufs der Grünflächen, eine durchgängige Nord-Süd-Durchwegung, die geringe Breite des westlichen Grünzugs, der Erhalt der Gemüseproduktion, eine verträgliche Baudichte und angepasste Bauhöhe.

Noch 2016 – am Dienstag, den 13. Dezember (18 Uhr, Haus der Begegnung, Angerer Straße 14) – wird der nächste Runde Tisch zum Thema „Mobilitätskonzept“ stattfinden.

Bezirksrat Heinz Berger

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