Gedenken an Roma mit internationaler Beteiligung

Vom 14. bis 17. Juni 2018 fand in Floridsdorf ein viertägiges Festival des Kulturvereins „Romano Svato“ mit dem Titel „E BISTARDE – VERGISS MEIN NICHT“ statt, vorwiegend auf der Wiese beim Romaplatz auf dem Bruckhaufen. Es sollte sowohl dem Vergessen der Geschichte der Roma entgegenwirken, als auch – 80 Jahre nach dem „Anschluss“ Österreichs an Nazi-Deutschland – der Opfer des NS-Terrors gedenken.


Organisatorin Simonida Selimović vom Verein „Romano Svato“ auf der Bühne  (Fotos: G. Jordan).

Zu dem vielfältigen Programm gehörten u.a. Konzert-Auftritte verschiedener MusikerInnen (Diknu Schneeberger, Moša Šišić etc.) und Bands, Performances von KünstlerInnen aus verschiedenen europäischen Ländern, Diskussionen, Lesungen, ein Stadtspaziergang mit Willi Silvester Horvath zu den ehemaligen Wohnorten der Lovara auf dem Mühlschüttel und die Aufführung des Theaterstücks „Roma Armee“ als Gastspiel an zwei Abenden im Volkstheater.

Gute Stimmung auf der Bühne und auf der Romawiese.


Künstlerische Aktivitäten (oben) und Grätzlspaziergang mit Willi S. Horvath auf dem Mühlschüttel (unten).

Und die Forderung der Community nach einem zentralen Mahnmal in Wien für die von den Nazis ermordeten Roma, Sinti und Lovara (an einem prominenten Platz im Stadtzentrum) sollte die Schaffung eines temporären Kunstwerks unterstreichen, das am 17. Juni auf der Romawiese enthüllt wurde. Bis jetzt gibt es ja nur lokale Erinnerungsstätten, wie den 1999 aufgestellten Gedenkstein bei der ehemaligen Hellerwiese im 10. Bezirk (heute Barankapark auf dem Belgradplatz), oder die am 15. Juni enthüllte Gedenkstele in der Franklinstraße im 21. Bezirk.

Errichtet wurde das temporäre Mahnmal von den KünstlerInnen Delaine Le Bas („Traveller“-Angehörige aus Großbritannien) und Alfred Ullrich (Sinto aus Bayern, aufgewachsen in einem Wohnwagen auf dem Ringelseeplatz). Bei der Enthüllung hielt die Grüne Europaparlamentsabgeordnete Monika Vana eine Ansprache, in der sie auch auf die Rolle der EU beim Kampf gegen Diskriminierung, Antiziganismus und Rassismus und auf konkrete Aktivitäten in diese Richtung hinwies.


Künstlerin Delaine Le Bas aus Sussex (England) im Gespräch mit Moderatorin Marion Dvorak. Sie zitierte die Mahnung von Ceija Stojka: „Ich habe Angst, dass Europa seine Vergangenheit vergisst und dass Auschwitz nur schläft“.


Alfred Ullrich (geb. 1946), dessen Mutter 1939 von den Nazis an ihrem Wohnort in der Kugelfanggasse 104 verhaftet wurde und das KZ Ravensbrück überlebte, lebt heute in Dachau – einem Ort, wo auch einige Mitglieder seiner Familie im KZ umkamen. Er las eine Grußadresse des Evangelischen Pfarrers von Dachau vor.


EP-Abgeordnete Monika Vana unterstrich die Forderung nach einem zentralen Mahnmal für die Holocaust-Opfer unter den Roma in Wien und wies auf Initiativen des Europaparlaments hin – vom Beschluss zur Erklärung des 2. August als Roma-Holocaust-Gedenktag (2015) bis zum Sammelband der Grünen Europafraktion „Der Kampf gegen Antziganismus in Europa“ (2017).


Monika, Delaine und Alfred bei der Enthüllung des temporären Mahnmals.


Zum Konzept des Kunstwerks:  Der Sockel soll mit dem gestreiften Muster und dem Stacheldraht an Häftlingskleidung und an die Konzentrationslager erinnern, die „Schwarzen Winkel“ an die Stigmatisierung der Roma und Sinti als „Asoziale“, das Bild des (stilisierten) Wohnwagen-Gerippes an die Zerstörung der Lebensweise, die Asche vor dem Sockel an die Krematorien von Auschwitz-Birkenau und anderen Vernichtungslagern. Die Blumentöpfe, die zu dem zwischen den Bäumen gespannten Banner mit der dreisprachigen Aufschrift „Vergiss Sie Nicht“ hinweisen, führen in die Gegenwart.


Das Abhalten einer Schweigeminute für die Opfer des Nazi-Terrors bildete den Abschluss.

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Gedenken an Roma auf Bezirksebene

Seit 15. Juni 2018 wird an die in Floridsdorf lebenden Lovara, Sinti und Roma nicht nur durch Straßennamen, sondern auch mit einer Gedenkstele erinnert – in der Franklinstraße, vor der „Business School“, auf dem Grünstreifen zwischen dem Hallenbad und dem Gymnasium Franklinstraße 26.


Die am 15. Juni 2018 enthüllte Gedenkstele in der Franklinstraße 24  (Fotos:  Gerhard Jordan).

Die Vorgeschichte

Dass der 21. Bezirk ein bevorzugter Aufenthalts- und Wohnort von Roma – vor allem der um 1920 aus Ungarn kommenden Lovara, die sich damals großteils als Pferdehändler betätigten – war, ist schon länger bekannt. Ein Antrag der Grünen aus dem Jahr 1996 in der Bezirksvertretung auf Benennung einer Verkehrsfläche nach dieser Volksgruppe führte 5 Jahre später zur Benennung von Lovaraweg – sowie auch von Romaplatz und Sintiweg – auf dem Bruckhaufen, nahe der Arbeiterstrandbadstraße.


1996 beantragt, 2001 benannt:  der von der Arbeiterstrandbadstraße zur Alten Donau führende Lovaraweg.

Romane Thana

Während sich ältere FloridsdorferInnen an die Roma auf dem Mühlschüttel und in anderen Teilen des Bezirkes noch erinnern können (noch heute leben Lovara bevorzugt in Floridsdorf, allerdings auf Wohnungen im ganzen Bezirk verteilt), so war dieser Teil der Bezirksgeschichte den jüngeren kaum bekannt. Hier leistete im Jahr 2015 die Ausstellung „Romane Thana. Orte der Roma und Sinti“ im „WIEN MUSEUM“ eine ganz wichtige Bewusstseinsarbeit. Zu den damaligen Rahmenveranstaltungen gehörten auch Spaziergänge, die Willi Silvester Horvath auf den Spuren der ehemaligen Wohnorte seiner Verwandten, die sich vor fast 100 Jahren als Pferdehändler auf dem Mühlschüttel niedergelassen hatten, abhielt.


Willi S. Horvath bei einer Exkursion des „WIEN MUSEUM“ in der Floridusgasse (2015).

Die „Überparteiliche Gedenkplattform Transdanubien“ schlug vor, eine Erinnerungsstätte zu schaffen, die auf den Ringelseeplatz (damals zwischen Ringelseegasse und Franklinstraße gelegen, dem bis 1965 dort befindlichen Fußballplatz des SR Donaufeld benachbart) hinweisen soll, der bis in die frühen 1960er-Jahre ein Treffpunkt verschiedener Roma-Gruppen aus mehreren Ländern Europas war. Nicht nur Lovara, sondern auch Sinti, Roma die entweder aus Jugoslawien oder 1956 nach der Niederschlagung der ungarischen Revolution nach Österreich kamen, Durchreisende, „Jenische“, Schausteller-Familien aus Italien usw. hielten sich für kürzere oder längere Zeit hier auf. Erst ab etwa 1963 verschwand dieser Sammelpunkt, und es wurden in der Umgebung öffentliche Gebäude errichtet:  das Gymnasium (Nr. 26, errichtet 1963-66), die Handelsakademie (Nr. 24, 1964-66), das Hallenbad (Nr. 22, 1964-67) und der Kindergarten (Nr. 28, 1969-72).

Am 17. März 2016 unterstrich die Gedenkplattform ihre Forderung mit einer Kundgebung in der Franklinstraße, an die sich ein Gespräch mit ZeitzeugInnen im Gasthaus Birner anschloss. Die Grünen hatten bereits am 10. Februar 2016 in der Bezirksvertretung Floridsdorf einen Antrag auf Schaffung einer Erinnerungsstätte gestellt, der (gegen die Stimmen der FPÖ) der Kultur- und Benennungskommission zugewiesen wurde.
Mit Unterstützung des Bezirks kümmerten sich der Vorsitzende der Kommission, Bezirksrat Kurt Schmidt (SPÖ) und Bezirksrat Gerhard Jordan (GRÜNE) in den folgenden beiden Jahren um die Umsetzung. Ein Antrag an die KÖR („Kunst im öffentlichen Raum GmbH“) zur Ausschreibung eines KünstlerInnen-Wettbewerbs wurde schließlich an die Magistratsabteilung 7 (Kulturamt der Stadt Wien) verwiesen, die die Errichtung einer Stele in ihrem bewährten sogenannten „WIENKL-Design“ vorschlug.

Mit Hilfe von Willi Horvath wurde Kontakt mit der Roma-Community aufgenommen, ein Text formuliert und abgestimmt, und die Dienststellen der Stadt Wien prüften bei einer Ortsverhandlung den Standort. Der Termin der Enthüllung wurde, nachdem die Bezirksvorstehung von einem geplanten viertägigen Fest des Kulturvereins „Romano Svato“ erfahren hatte, mit diesem zusammengelegt, um entsprechende Synergien zu nutzen.

Die Enthüllung

Die Enthüllung fand am 15. Juni 2018 statt, und es nahmen zwischen 100 und 200 Menschen daran teil – auch zwei Schulklassen aus dem GRG 21, Franklinstraße 21. Zahlreiche VertreterInnen aus der Roma-Community (Verein Lovara Österreich, Romano Centro, Kulturverein österreichischer Roma, Romano Svato, romblog.at, etc.), MandatarInnen von 5 Parteien der Floridsdorfer Bezirksvertretung, AktivistInnen der „Überparteilichen Gedenkplattform Transdanubien“ und interessierte AnrainerInnen waren gekommen.

Die Reden von Willi S. Horvath, Gerhard Jordan, Nuna Stojka (Schwiegertochter der 2013 verstorbenen Malerin und Autorin Ceija Stojka) und Bezirksvorsteher Georg Papai begleitete die Gruppe „Amenza Ketane“ (mit Hojda Stojka, dem Sohn von Ceija) musikalisch.


Auch Medieninteresse war gegeben  (Fotos: Molly Wurth).


Willi Silvester Horvath sprach über die Vergangenheit seiner Familie und über die gesellschaftliche Rolle der Lovara auf dem Mühlschüttel in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg.


„Amenza Ketane“ steuerte Musik der Lovara zu der Feier bei.


Gerhard Jordan erzählte, wie sich die Erinnerungskultur im Bezirk entwickelt hat und wies auf den günstigen Zeitpunkt der Enthüllung der Stele hin: einerseits rechtzeitig zum 25. Jahrestag der Anerkennung der österreichischen Roma, Sinti und Lovara als Volksgruppe, andererseits als wichtiges Zeichen in einer Zeit, wo wieder verstärkt „Sündenböcke“ gesucht werden.


Nuna Stojka erinnerte an ihre Schwiegermutter Ceija und appellierte an den gesellschaftlichen Zusammenhalt.


Bezirksvorsteher Georg Papai erläuterte die Rolle des Bezirks und der Kulturkommission beim Zustandekommen der Stele.


Die feierliche Enthüllung (v.l.n.r.: Bezirksvorsteher-Stellvertreterin Ilse Fitzbauer, Kulturkommissions-Vorsitzender Bezirksrat Kurt Schmidt, Bezirksrat Gerhard Jordan und Bezirksvorsteher Georg Papai aus Floridsdorf; ganz rechts Grüne Donaustadt-Klubobfrau Bezirksrätin Heidi Sequenz, Mitbegründerin der „Überparteilichen Gedenkplattform Transdanubien“).


AktivistInnen der „Überparteilichen Gedenkplattform Transdanubien“ mit Nuna Stojka nach der Enthüllung der Stele.

 

Tolle Stimmung beim Siedlungsfest in der „Autofreien“

„Für jede/n etwas“ gab es beim Fest der „Autofreien Siedlung“ in der Nordmanngasse am 26. Mai 2018.


Tanzen: Beliebt bei Groß und Klein  (Fotos: G. Jordan).

Ein Kinderprogramm mit Kasperl, Bastelstation und Spielbus sprach die Kleinsten an, „Bewegungs-Hungrige“ konnten sich bei israelischen Tänzen oder Gesellschaftstänzen austoben und Musik-Interessierte konnten sich Floridsdorf-spezifische Wienerlieder vom traditionsreichen „Nordbahnbund-Chor“ oder Hits aus den letzten Jahrzehnten von der „Siedlungsband“ zu Gemüte führen.


Wienerlied bis Rock: Musikalische Beiträge von Nordbahnbundchor und Siedlungsband.

Diesmal gab es auch Information „aus erster Hand“ von der „Gebietsbetreuung Wien-Nord“, die Anfang 2018 das Stadtteilmanagement Donaufeld übernommen hat und ihre Angebote – z.B. die Präsenz bei der „Infobox“ Ecke Dückegasse/An der Schanze an jedem Dienstag von 16-18 Uhr – vorstellte.


Das Stadtteilmanagement Donaufeld der Gebietsbetreuung stellt sich vor:  Magdalena Hubauer und Angela Salchegger mit Bewohner Stephan Fickl (v.l.).

Und natürlich gab es auch kulinarische Angebote und viel Vernetzung – das Siedlungsfest ist immer auch ein Anziehungspunkt für Interessierte aus anderen Bezirken sowie für FreundInnen und Bekannte von BewohnerInnen, durch die der sogenannte „Versunkene Platz“ alljährlich zu einem belebten und beliebten Treffpunkt wird.

Gedenkplattform Transdanubien: 80 Jahre nach dem 12. März 1938

Die 2011/12 von engagierten BürgerInnen, von AktivistInnen aus der Zivilgesellschaft und Initiativen sowie Mitgliedern politischer Parteien der Bezirke 21 und 22 gegründete „Überparteiliche Gedenkplattform Transdanubien“ organisiert auch 2018, im 80. Jahr des „Anschlusses“, eine Veranstaltung, die an die Ereignisse des Jahres 1938, die in der Folge in den Zweiten Weltkrieg und in den Mord an Millionen Menschen führen sollten, zu erinnern. Gerade in einer Zeit, in der Mitglieder deutschnationaler und rechtsextremer Burschenschaften in staatliche Funktionen aufrücken, ist Information über die Vergangenheit, über die Opfer und über die Rolle der Täter, mehr denn je vonnöten.

Das Gebiet der heutigen „Seestadt Aspern“, damals ein Flughafen, war der erste Schauplatz, an dem die Besetzung Österreichs in den frühen Morgenstunden ihren Anfang nahm – mit der Landung des „Reichsführer SS“ Heinrich Himmler, der sofort mit der rücksichtslosen Verfolgung von Oppositionellen und GegnerInnen des NS-Regimes begann.
Bei dem 1987 angelegten Gedenkwald nahe der Seestadtstraße mit dem 2017 errichteten „Gedenk-Steg“, sowie anschließend im „NachbarInnen-Treff“ der Baugruppe „que(e)rbau“ wird über die Vorgänge des Jahres 1938 informiert.

Treffpunkt:  Montag, 12. März 2018,  17 Uhr,  U2-Endstelle „Seestadt“.
Download:  EINLADUNG

Einige der BISHERIGEN AKTIVITÄTEN der Gedenkplattform:
2014.  Lesung mit Erinnerungen an Donaufeld  mit dem Zeitzeugen Univ.-Prof. Peter Weinberger
2015:  70 Jahre Befreiung Transdanubiens – Gedenkwanderung zu Stätten der Verfolgung und des Terrors
2016   Gedenken an die Lovara, Sinti und Roma im Bereich des Ringelseeplatzes  (voraussichtlich im Juni 2018 wird eine damals geforderte Erinnerungsstätte in Form einer Gedenkstele in der Franklinstraße errichtet werden – siehe unten, NACHTRAG)https://donaufeld.wordpress.com/2016/03/20/gedenken-an-die-lovara-sinti-und-roma-im-bereich-des-ringelseeplatzes/
2017:  Anni Haider – eine antifaschistische Widerstandskämpferin in Kaisermühlen  Videofilm aus 1983, in dem die Zeitzeugin interviewt wurde
NACHTRAG:

Floridsdorf-Tipps

Zwei interessante Neu-Erscheinungen befassen sich auf kritisch-originelle Weise mit dem 21. Bezirk und seinen sehens- und hörenswerten Seiten.

TIPP  1

Am 6. November 2017 wurde im Gasthaus Birner das vom Aktionsradius Augarten in der Reihe StadtFlanerien Wien herausgegebene HÖRBUCH FLORIDSDORF präsentiert.

Auf rund 68 Minuten gibt es allgemeine Infos und Fakten über den Bezirk (gesprochen von der Projekt-Initiatorin Carola Timmel) und dazwischen Interviews mit in Floridsdorf aufgewachsenen Persönlichkeiten sowie einige Auszüge aus Liedern, in denen ein Bezirksbezug vorkommt – z.B. von Ernst Molden („De Beag“ – Bisamberg), Willi Resetarits („Floridsdorfer Bahnhof“ – Franz-Jonas-Platz) oder dem Nino aus Wien („Am heißesten Tag des Sommers“ – Alte Donau).


Carola Timmel, Initiatorin der „Hörbuch-Reihe“, und Uschi Schreiber vom „Aktionsradius Augarten“ bei der Präsentation im Gasthaus Birner am 6. November 2017  (Fotos: Gerhard Jordan).

Die älteste interviewte „Zeitzeugin“ ist die 88-jährige Christiane Schönborn-Buchheim, Tochter von Manfred Mautner-Markhof, die im Gebäude des heutigen Bezirksmuseums aufgewachsen  ist und sich an die damals dort befindliche Brauerei St. Georg erinnert.
Inputs gibt es auch über die Industriegeschichte Floridsdorfs (Historiker Hans Hautmann), den Weinbau (Winzer Peter Ullreich), die Flora und Fauna des Bisambergs (Landschaftsplaner Heinz Wiesbauer), die Veränderung des Stadtbildes und den „Identifikationspunkt Donau“ (Zirkuspädagogin Ruth Schleicher), den Floridsdorfer Fußball (Trainer Peter Pacult) und über die Geschichte des Bruckhaufens der einst eine Mülldeponie war (von Willi Resetarits, der dort aufwuchs).

Ein weiteres Interview aus dem „Hörbuch“ – jenes mit dem Musikproduzenten Stefan Redelsteiner, der u.a. den „Nino aus Wien“ (der seine Wurzeln im 22. Bezirk hat) entdeckte – wurde auch bei der Präsentation im Gasthaus Birner „live“ geführt. Stefan Redelsteiner, geb. 1982, wuchs in Großjedlersdorf auf. Seine Kindheitserinnerungen sind positiv – vor allem wegen der vielen Grün- und Freiflächen die es gab -, dies ändert sich jedoch mit dem Teenager-Alter, als der Mangel an „guten Fortgehlokalen“ und für Jugendliche interessanten „Szene-Hot spots“ merkbar wurde. Mit 20 Jahren kehrte er Floridsdorf den Rücken. Heute lebt er im 5. Bezirk und merkt bei jedem Besuch, dass sich wieder irgendwo ein großes Stück verändert hat.
Interessant auch das anschließende Gespräch von Uschi Schreiber (Aktionsradius Augarten) mit Nino, den sie in den 1990er-Jahren, als das „Kulturnetz“, bei dem sie damals tätig war, im Stadterweiterungsgebiet Süßenbrunner Straße Veranstaltungen organisierte, erstmals traf (er war damals noch ein Kind).


Höhepunkt des Abends:  Der Auftritt des „Nino aus Wien“.

 

TIPP 2

Am 14. November 2017 stellte der im Gemeindebau Autokaderstraße aufgewachsene und heute in Großjedlersdorf wohnende Journalist Mag. Uwe Mauch im voll besetzten Festsaal des Amtshauses sein Buch DAS ALTE FLORIDSDORF (Edition Winkler-Hermaden) vor, in dem er historische Fotos – großteils aus dem Fundus des Bezirksmuseums – mit aktuellen und höchst interessanten Erklärungen versehen hat.


Uwe Mauch mit dem Cover seines Floridsdorf-Buchs bei der Präsentation am 14. November 2017.

In seiner Präsentation erwähnte er den aus Niedersachsen stammenden Statthalter Erich von Kielmannsegg (dessen Vision im ausgehenden 19. Jahrhundert die „Niederösterreichische Landeshauptstadt Floridsdorf“ war) und verschiedene wenig bekannte Fakten über den 21. Bezirk. Viele davon – z.B. dass der jüdische Fußballverein „Hakoah“ von 1909-1922 bei der Alten Donau spielte – sind in dem 96-seitigen Buch zu finden.
Hervorzuheben ist, dass sich die Texte von Uwe Mauch – etwa in den Kapiteln „Straßen.Züge“ oder „Kultur.Gut“ – durch ihre kritische Herangehensweise von einigen „konventionell-heimatkundlichen“ positiv abheben.

Bei der Buchpräsentation sprach auch der in der Schwarzlackenau wohnende Historiker und Kulturwissenschafter Univ.-Doz. Dr. Matthias Marschik.
Er stellte fest, dass JournalistInnen aus „Zentral-Wien“ oft über Floridsdorf Stereotype verbreiten, ohne den Bezirk zu kennen und kritisierte das „Flach-Machen der Flächenbezirke“. Seine Feststellung „Wir sind eigentlich Cisdanubien“ zeugt jedenfalls von einem selbstbewussten Herangehen an die Lokalgeschichte.


Im Gespräch mit dem Historiker Dr. Matthias Marschik.

Beide hier vorgestellten Werke können in der  Buchhandlung Am Spitz  erworben werden.

Gedenkveranstaltung im Goethehof am 22. März

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GEDENKVERANSTALTUNG

ZUR ERINNERUNG AN ANNI HAIDER (1902-1990)

Am 12. Februar 1934 kämpfen im Wiener Goethehof, einem 1929/30 errichteten Gemeindebau des „Roten Wien“, Schutzbündler gegen die faschistische Heimwehr.
Unter ihnen ist eine junge Frau, Anni Haider, Textilarbeiterin und politische Aktivistin. Als immer klarer wird, dass der Kampf verloren ist, deckt sie mit dem Maschinengewehr den Rückzug der fliehenden Männer. Verletzt und von der Polizei gesucht, verbirgt sie sich daraufhin einige Tage im damaligen Überschwemmungsgebiet der Donau, bis ihr aus der nahe gelegenen Armensiedlung „Brettldorf“ (die sich ungefähr an der Stelle der heutigen „Donau-City“ befand) Hilfe angeboten wird.

Die Historikerin  Dr. Karin Berger, die Anni Haider mit dem Film „Tränen statt Gewehre“ (1983) ein Denkmal setzte, wird nach der 20-minütigen Filmvorführung weitere spannende Geschichten aus dem Leben dieser beeindruckenden Frau erzählen. –  Am  22. März 2017 ab 19 Uhr im Lokal „Werkl“ im Goethehof, ca. 5 Gehminuten von der U1-Station Kaisermühlen-VIC entfernt.

In einer Zeit, da in mehr und mehr Ländern demokratische Rechte abgebaut werden und autoritäre Regime erstarken, hat dieser Film besondere Aktualität:  im Jahr 1934 unternahm die österreichische ArbeiterInnenbewegung den Versuch, dem Faschismus aktiv entgegenzutreten – besonders im Wien nördlich der Donau.

Für die Überparteiliche Gedenkplattform Transdanubien:
Heinz Berger, Hans Höllisch, Christine Hulatsch, Karl Inmann, Gerhard Jordan, Bernhard Koch, Heidi Sequenz, Franz Wagner, Hanni Wagner.

Anmeldung unter:  heidi.sequenz@chello.at


Über die  GEDENKPLATTFORM

Die „Überparteiliche Gedenkplattform Transdanubien“ wurde Ende 2011 gegründet, der Anlass war die Weigerung der FPÖ Donaustadt eine Straße im Bezirk nach Anne Frank zu benennen.

Im  März 2012  und  2013  fanden vor der Donaucity-Kirche in Kaisermühlen Kundgebungen anlässlich des Jahrestages des „Anschlusses“ statt, bei denen an den Einmarsch der Hitler-Truppen 1938 und an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert wurde.

Am  12. März 2014  wurde eine Lesung und Diskussion mit dem Zeitzeugen Univ.-Prof. Peter Weinberger aus dessen Buch „Wohlgeordnete Einsamkeit“ veranstaltet, bei der auch Erinnerungen an das Donaufeld der ersten Nachkriegsjahre zur Sprache kamen.

Am  12. April 2015  erinnerte die Plattform mit einer Gedenkwanderung an den 70. Jahrestag der Befreiung Transdanubiens. Gemeinsam mit dem Archäologen Mag. Thomas Pototschnig gedachten wir jener Opfer, die in der Militärschießstätte am Bruckhaufen sowie in den Floridsdorfer KZ-Nebenlagern, bei Zwangsarbeiten und Todesmärschen umkamen.

Am  17. März 2016  erinnerten wir mit einer Veranstaltung an die bis Anfang der 1960er-Jahre im Bereich Ringelseeplatz im 21. Bezirk lebenden Lovara, Sinti und Roma – mit Berichten von ZeitzeugInnen und vielen Fotos. In der Franklinstraße ist nun die Schaffung einer Erinnerungsstätte für die Lovara, Sinti und Roma, von denen viele Opfer der Verfolgung in NS-Zeit wurden, geplant.

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Der Goethehof (Schüttaustraße 1-39) nach den Kämpfen im Februar 1934.  Kaisermühlen gehörte vor 1938 noch zum 2. Bezirk Wiens. ( © INTERFOTO / Alamy Stock Photo )

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Der Goethehof heute.  (Foto: G. Jordan)

 

Ausstellung über die Geschichte Donaufelds im Bezirksmuseum

Am 25. September 2016 wurde die Sonderausstellung „Donaufeld. Gestern – Heute – Morgen“ im Bezirksmuseum Floridsdorf (Prager Straße 33) eröffnet. Sie ist noch bis 13. November zu sehen und bietet interessante Einblicke, wenngleich gerade bei Donaufeld ein „weniger traditioneller“ Zugang mit einer stärkeren Betonung des „Heute“ und „Morgen“ eine Chance geboten hätte.

Eindrücke von Gerhard Jordan

In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Sonderausstellungen über einzelne Bezirksteile Floridsdorfs im Bezirksmuseum. Donaufeld fehlte noch, dies wurde jetzt nachgeholt – als erste Sonderausstellung nach der kontrovers diskutierten „Neu-Übernahme“ der Museumsleitung Anfang 2016. „Historischer Anlass“ war, dass vor 130 Jahren, im Jahr 1886, die Umbenennung der selbständigen Gemeinde „Neu Leopoldau mit Mühlschüttel“ auf „Donaufeld“ bewilligt wurde (weil es immer wieder zu Verwechslungen mit Leopoldau gekommen war).

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Modell einer der „Schiffsmühlen“, die dem Mühlschüttel den Namen gaben.  (Fotos: G.J.)

Schon 2015 war das Buch „Donaufeld mit Bruckhaufen“ von Kustos Ing. Franz Uhlir erschienen, das um 12 € im Museum erhältlich ist und die Grundlage für die Ausstellung lieferte. Ergänzende Recherchen kamen auch vom neuen Museumsleiter Ing. Ferdinand Lesmeister, einem Leopoldauer mit einigen „Donaufeld-Bezügen“.

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Auf den Schautafeln ist Material zu vielfältigen Themenbereichen zu sehen:  Gebietsentwicklung (mit Karten und Luftaufnahmen), ehemalige Industriebetriebe (z.B. die „Lohner-Werke“ in der Donaufelder Straße, die Raffinerie Shell in der Pilzgasse oder die Eisenbettenfabrik Quittner in der Leopoldauer Straße) und Landwirtschaft, die Pfarrkirche, der Bruckhaufen (positiv hervorzuheben: die Roma, Sinti und Lovara wurden in diesem Zusammenhang erwähnt), Kleingartenvereine, Gemeindebauten, Verkehr, etc.

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Auf Luftbildern sind die baulichen Veränderungen gut nachvollziehbar.

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Einen zentralen Bestandteil der Ausstellung bilden Fotos und Dokumente aus der kurzen Zeit der selbständigen Gemeinde zwischen der Trennung von Leopoldau (1880/81) und der Eingliederung in die Großgemeinde Floridsdorf (1894), die ihrerseits wiederum 1904/05 als 21. Bezirk ein Teil Wiens wurde. Es gab in der Geschichte des heutigen Bezirksteils lediglich zwei Bürgermeister, nämlich Alois Bertl (bis 1887) und Franz Plankenbüchler.

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Museumsleiter Lesmeister mit den Gemeinderats-Protokollen. Er weist darauf hin, dass 1885 in der Diskussion über den neuen Namen der Gemeinde auch „Nordwien“ zur Wahl stand, aber sich letztlich „Donaufeld“ bei der Abstimmung durchsetzte.

Dennoch hätte das Thema „Donaufeld“ Chancen geboten, die zu wenig genutzt wurden:
Donaufeld ist der jüngste Teil des 21. Bezirks und wahrscheinlich der dynamischste – in vielfacher Hinsicht.  Die Geschichte der Besiedlung beginnt (im Gegensatz zu jener der einstigen Marchfelddörfer) erst im 19. Jahrhundert, als ab ca. 1830 der Mühlschüttel entstand und nach 1860 das Gebiet nördlich von Patrizigasse und Donaufelder Straße nach und nach verbaut wurde. Ab Anfang der 1990er-Jahre beschleunigte sich die Entwicklung durch Neubauten, die teilweise „Neuland“ beschritten, wie z.B. die „FrauenWerkStadt“ Ecke Donaufelder Straße/Carminweg.

Zwar stehen gleich beim Eingang einige Tafeln der Magistratsabteilung 21 mit Informationen zum Stadterweiterungsgebiet Donaufeld, doch die jüngsten Entwicklungen sind dennoch etwas „stiefmütterlich behandelt“.

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Schautafeln der MA 21 im Foyer.

Ein Beispiel:  Beim Thema „Verkehr“ werden zwar Straßenbahnlinien, die in den „Lohner-Werken“ hergestellten Fahrzeuge etc. ausführlich behandelt, aber dass es in Donaufeld auch die „Autofreie Mustersiedlung“ (ein weit über die Grenzen Österreichs hinaus beachtetes Pilotprojekt) gibt, oder dass die Idee der „Mobilitätsmappe“ in Donaufeld (bei den Wohnanlagen die auf dem Areal der früheren Lohner-Werke entstanden sind) umgesetzt wurden, bleiben unerwähnt.

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Die einstigen „Lohner-Werke“ (in denen u.a. der „Sissy-Roller“ hergestellt wurde) nehmen einen prominenten Platz ein.

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Auch angesichts des „Morgen“ im Titel der Ausstellung wäre es interessant gewesen, zu erfahren, dass sich seit geraumer Zeit auch BürgerInneninitiativen konstruktiv mit der zukünftigen Entwicklung des Donaufeldes auseinander setzen.

Es bleibt zu hoffen, dass das Bezirksmuseum bei zukünftigen Ausstellungen und Veranstaltungen einen „offeneren Zugang“ wählt, der auch TrägerInnen der Zivilgesellschaft einbezieht bzw. Anregungen aus diesem Bereich aufgreift.

Die Ausstellung ist aber dennoch sehenswert und kann noch bis zum 13. November 2016 besucht werden (Öffnungszeiten: an Dienstagen von 15-17 Uhr und an Sonntagen von 10-12 Uhr).

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Die Ausstellung kann noch bis 13. November 2016 besichtigt werden.

 

„KinderSommerTag“ im Donaupark

Der 8. Juli 2016 war für 55 Schützlinge aus zwei Caritas-Flüchtlingshäusern ein ganz besonderer Tag:
Die 2011 gegründete „World Culture Networks GmbH“ (WCN) hatte 30 Kinder vom Kleinkind- bis ins Teenageralter und ihre Elternteile ins  Korea-Kulturhaus  in den Donaupark (Arbeiterstrandbadstraße 122) eingeladen, um dort einen „KinderSommerTag“ mit Spiel- und Kulturprogramm zu verbringen. Für viele dieser Flüchtlingsfamilien war alleine die organisierte Busfahrt in den Donaupark eine große Aufregung, da sie sonst selten aus ihren Bezirken herauskommen.

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Die  WCN  hat der Flüchtlingshilfe der Caritas Wien die Auswahl der Familien und Kinder überlassen, welche ihre Schützlinge aus dem  Karwan-Haus  (8. Bezirk, Blindengasse) und aus dem Haus Zimbagasse (14. Bezirk) ausgewählt hat. Das Haus Zimbagasse ist ein durch die vergangenen Flüchtlingsströme neu gegründetes Heim ausschließlich für Mütter und Kinder, fast alle aus Syrien, Iran, Tschetschenien, Afghanistan und Nigeria. Vorsatz für die Geschäftsführerin der WCN, Frau Hyo Sook Song, ist es, den Kindern im Donaupark ganz einfach einen schönen Tag mit Spiel und Spaß schenken zu dürfen, damit sie „hinaus“ aus den Heimen kommen und ein bisschen das Vergangene vergessen können.

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Bei herrlichem Wetter, strahlend blauem Himmel und angenehmen Wind wurde der quirligen und aufgeregten Truppe der Donaupark bekannt gemacht. Natürlich gab es kein Halten bei der Liliputbahn, welche in zwei Zügen die Gäste aufnahm und den Park in seiner ganzen Pracht durchfahren konnte. Danach ging es zum Spielplatz, wo die Kinder ausschwärmen konnten, ziemlich alle Geräte ausprobierten und sich an einer „Schatzsuche“ mit versteckten Losen und bunten Bällen erfreuten, während die Erwachsenen lieber im Schatten der großen Bäume verweilten.

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Zu Mittag wurde in das gegenüber liegende Korea-Kulturhaus geladen: Ein speziell ausgesuchtes Buffet wurde vom „Café Arirang“ im Kulturhaus zur Verfügung gestellt und stellte für die Meisten einen allerersten Kontakt mit der koreanischen Esskultur dar.

Das Nachmittagsprogramm bot noch einmal zwei Besonderheiten:

Vor staunendem Publikum bot die junge österreichische K-Pop Tänzerin Niki (K-Pop steht für „Korean Pop“) ein Medley mit drei Liedern dar, und im Anschluss gab es eine eindrucksvolle Aufführung der Mitglieder des Korea Taekwondo Centers, 1170 Wien, unter der Führung ihres Meisters, Herrn Sung Gan Pak. Dies war besonders interessant, da ebenfalls Kinder verschiedenen Alters, Mädchen wie Burschen, die Gruppe stellten.

Es ist zu hoffen, dass die Bemühungen aller Beteiligten den in Wien lebenden Flüchtlingskindern und ihren Familien einen entspannten und unbeschwerten Spielenachmittag bieten zu können, Früchte tragen und ein bestmögliches Zusammenleben der verschiedenen Kulturen ermöglichen!

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Auch Bezirksrätin Heidi Sequenz (Grüne Donaustadt) nützte die Gelegenheit, um mit Flüchtlingen ins Gespräch zu kommen.

Frau Hyo Sook Song hatte sich zum Ziel gesetzt, durch die Organisation des KinderSommerTages, welcher nun schon zum zweiten Mal seit 2015 stattfand und und der für die Caritas kostenfrei ist, ihren Beitrag zu einer friedlichen und interkulturellen Gesellschaft zu leisten.

Das Gebäude des Korea-Kulturhauses ist übrigens eines der interessantesten Beispiele der Nachkriegsmoderne:  Der ehemalige Pavillon am Irissee wurde 1964 im Zuge der Errichtung des Donauparks für die „WIG 64“ (Wiener Internationale Gartenschau) von Architekt Kurt Schlauss (1924-2005) als Seerestaurant erbaut, mit einer verglasten Fassade zum Wasser hin. Nachdem es einige Jahre leer stand, wurde es ab 2010 hauptsächlich aus den Mitteln der Youngsan Group und seinem Geschäftsführer Jong-Bum Park renoviert und vom koreanischen Star-Architekten H-Sang Seung umgebaut. 2012 wurde das neue Kulturzentrum von UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon besucht und vom damaligen Bundespräsidenten Dr. Heinz Fischer feierlich eröffnet. Die Obfrau ist Mija-Chon, Geschäftsführerin der Restaurantkette Akakiko. Das Korea-Kulturhaus ist heute Sitz des Vereins der Koreaner und sieht seine Hauptbestimmung im Ausbau der interkulturellen Beziehungen zwischen Südkorea und Österreich.

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Das Korea-Kulturhaus im Donaupark (rechts) liegt direkt am Irissee.