Widerstand gegen die Hochleistungsstraße B 232

Seit vielen Jahren wehren sich engagierte AnrainerInnen und verkehrspolitisch Aktive in Floridsdorf gegen den Bau der B 232 – ein völlig veraltetes Straßenbauprojekt, das völlig unnötigerweise eine neue Verkehrslawine für Donaufeld bedeuten würde.
Am 8. September 2018 fand eine Familien-Radfahrt gegen die B232 statt.

Ausgehend von der Angyalföldstraße/Ecke Hans-Czermak-Gasse fuhren die rund 100 TeilnehmerInnen entlang der geplanten Trasse nach Norden – durch den Teresa-Tauscher-Park, die Richard-Neutra-Gasse entlang und beim Gaswerk Leopoldau vorbei bis zum Kreisverkehr Gerasdorfer Straße. Bei der 1989/90 errichteten Reihenhaussiedlung Gerasdorfer Straße 153/Draugasse, in der unter BewohnerInnen schon lange Skepsis dem Straßenprojekt gegenüber herrscht, fand die Abschlusskundgebung statt.


Start an der Ecke Angyalföldstraße (B3)/Hans-Czermak-Gasse  (Fotos: G. Jordan).


Herbert Loder (r.), einer der Sprecher der BürgerInneninitiative, in der Hans-Czermak-Gasse vor der „Schicht-Villa“.


Im Teresa-Tauscher-Park, entlang dessen Westseite eines der wenigen noch nicht errichteten B232-Teilstücke gebaut würde.


Bei der Unterführung Richard-Neutra-Gasse.


TeilnehmerInnen der Radfahrt auf einer Wiese östlich des Gaswerks Leopoldau.


Auf dem Weg nach Norden zur Gerasdorfer Straße.

Beim Kreisverkehr Gerasdorfer Straße/Draugasse.


Abschlusskundgebung bei der Siedlung Draugasse.

Auch andere BürgerInnengruppen wie die „Initiative Donaufeld treten konsequent gegen die Errichtung der B232 auf. Denn diese Nord-Süd-Einfallsschneise ins Donaufeld würde den ohnehin schon überbordenden Verkehr und damit noch mehr Lärm und Schadstoffbelastung in die Wohngebiete an der Leopoldauer Haide bringen.

Nach diversen Medienberichten um die Jahreswende („Kronenzeitung“ vom 12. Dezember 2017, „Wiener Bezirksblatt“ vom 19. Dezember 2017, „Die Floridsdorfer Zeitung“ vom 26. Jänner 2018) und Anträgen von FPÖ und SPÖ in der Bezirksvertretung vom 4. April 2018 konstituierte sich im Frühling eine neue BürgerInneninitiative gegen die B 232.

Website:  https://b232.at/

Unterschreiben gegen die B 232:  https://b232.at/unterschreiben/

Bezirksrat Heinz Berger

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Schicht-Bus: Klares Meinungsbild!

Die neuen BewohnerInnen der Wohnhausanlagen am Schicht-Areal und die AnrainerInnen sprechen sich in einer Umfrage ganz klar für die Einrichtung einer Busverbindung aus!

Bereits im Jahr 2016 sind die ersten BewohnerInnen in den neu errichteten Wohnhausanlagen auf dem Areal der ehemaligen Schicht-Werke zwischen Angyalföldstraße (B3) und Satzingerweg eingezogen.


Im Westen des „Schicht-Areals“ werden weiter Wohnanlagen errichtet  (Foto: G. Jordan).

Leider gibt es bis heute noch immer kein öffentliches Verkehrsmittel in zumutbarer Geh-Distanz zu den Häusern. Auf einen von uns im November 2016 in der Floridsdorfer Bezirksvertretung eingebrachten Antrag für die Einrichtung einer Busverbindung zu den neuen Wohnhausanlagen antworteten die Wiener Linien, dass dieser von den AnrainerInnen abgelehnt würde.

Wir haben daher im Jänner 2018 auf  http://www.haekchen.at  eine Online-Umfrage unter den BewohnerInnen und AnrainerInnen gestartet, die erwartungsgemäß ein völlig anderes Bild ergab:

99,4% sprachen sich für einen Bus zum Schicht-Areal aus;

96,4% sprachen sich auch ganz konkret für die Errichtung einer Haltestelle an der Hans-Czermak-Gasse (nahe der Erna-Musik-Gasse) aus;
und
85,9% kündigten an, dass sie den Bus an Werktagen täglich benützen würden.

Angesichts der Dringlichkeit des Anliegens und der Klarheit dieses Ergebnisses ersuchen wir die zuständige Stadträtin Ulli Sima und die Wiener Linien, die Sachlage nochmals zu prüfen und möglichst rasch eine Busverbindung zur neuen Siedlung einzurichten!

Klubvorsitzender Heinz Berger
Grüne Floridsdorf

Erstmals Grüne Kandidatur bei Landwirtschaftskammerwahl in Wien!

Am 11. März: Frischer Wind (auch aus Donaufeld) in die Landwirtschafts-Kammer!

Am 11. März 2018 wird es erstmals eine Kandidatur der  Unabhängigen und Grünen Bäuerinnen und Bauern (GBB)  für die Wiener Landwirtschaftskammer geben.

20 Mandate werden direkt für die Vollversammlung gewählt. Bisher herrscht dort wenig Vielfalt:  2013 kandidierten nur der ÖVP-Bauernbund (16 Mandate mit 76,5% der Stimmen) und die SPÖ-Bauern (4 Mandate mit 23,5%).

Mit der Liste 3 und deren folgenden KandidatInnen – davon zwei aus dem Donaufeld! – gibt es jetzt eine Alternative:

1.  Florian Kothny, Gärtner
2.  Adi Hasch, Winzer
3.  Galina Hagn, Gärtnerin

Mehr zu den KandidatInnen und ihren Zielen – die nicht nur für LK-Wahlberechtigte, sondern auch für KonsumentInnen nachhaltig produzierter Lebensmittel interessant sind – weiter unten.

Veränderung wird es aber nur geben, wenn alle, die diese wollen auch zur Wahl gehen!

Wien-weit gibt es 1.206 Wahlberechtigte, die je nach Wohnsitz (Personen mit Wohnsitz außerhalb Wiens sind dann wahlberechtigt, wenn sie in Wien einen Betrieb bewirtschaften) in einem der 6 Lokale wählen können.

WAHLTAG:  Sonntag, 11. März 2018,  von 8:00 bis 15:00 Uhr.

WAHLLOKALE:
Sprengel I (10. Bezirk):  Volksschule Oberlaaer Platz 1 (neben der Pfarrkirche), 1100 Wien.
Sprengel II (2., 3. und 11. Bezirk sowie Politischer Bezirk Bruck/Leitha):  Volksschule Münnichplatz 6 (bei der Kaiserebersdorfer Kirche), 1110 Wien.
Sprengel III (12., 13. und 23. Bezirk sowie Bezirk Mödling):  Volksschule Bendagasse 1-2, beim Maurer Hauptplatz, 1230 Wien.
Sprengel IV (1., 4.-9. und 14.-19. Bezirk sowie Teile des Wiener Umlands und restliches Österreich):  Amtshaus Gatterburggasse 14, 1190 Wien.
Sprengel V (20. und 21. Bezirk sowie Bezirke Korneuburg und Mistelbach):  Volksschule Stammersdorf, Dr.-Skala-Straße 43-45. 1210 Wien.
Sprengel VI (22. Bezirk sowie Bezirk Gänserndorf):  Volksschule Schukowitzgasse 89 (Breitenlee), 1220 Wien.

In der Natur geht es um die Erhaltung der Bio-Diversität – schaffen Sie mit Ihrer Stimme auch Diversität in der Landwirtschaftskammer!

Zeitschrift „Grünes Land“:  Sondernummer zur Wiener Landwirtschaftskammer-Wahl 2018


FORDERUNGEN und ZIELE  der Liste 3 – Unabhängige und Grüne Bäuerinnen und Bauern (GBB)

Wir Unabhängige und Grüne Bäuerinnen und Bauern wollen einen Beitrag dazu leisten, dass die Landwirtschaft in Wien erhalten und weiterentwickelt wird. Wir wollen eine ökologisch nachhaltige Bewirtschaftung und vielfältige Betriebe fördern, die in engem Kontakt mit den Bürgerinnen und Bürgern hochwertige Lebensmittel produzieren.

Dafür werden wir uns konkret einsetzen:

  • Langfristige Sicherstellung der Flächenwidmungen für die Wiener Landwirtschaft; Maßnahmen gegen Grundstücksspekulation.
  • Unterstützung von Direktvermarktung durch Entbürokratisierung und Ausnahmeregelungen für kleine Betriebe.
  • Evaluierung der Bewirtschaftungsverpflichtung im Weinbau wie gesetzlich vorgeschrieben.
  • Landwirtschaft muss wirtschaften können – Akzeptanz durch AnrainerInnen fördern und fordern.
  • Keine Ausnahmeregelungen für die, die „es sich richten können“.
  • Förderung alternativer und innovativer (Stadt)Landwirtschaftsprojekte inkl. Entwicklung eines Stadtlandwirtschafts-Projekts Donaufeld.
  • Nachhaltiges Beschaffungswesen: mehr Wiener Agrarprodukte auf Wiener Märkte; bio UND regional in die Küchen von Wiens öffentlichen Einrichtungen.
  • Gastronomie in die Pflicht nehmen: mehr Wiener Produkte auf Wiener Teller.
  • Ausbau und Unterstützung von pädagogischen Programmen, die Einblick in Landwirtschaft und Gartenbau ermöglichen.
  • Praxisgerechte Anpassung der Teilnahmebedingungen für „Schule am Bauernhof“.
  • Bewusstsein für Leistungen der GärtnerInnen und LandwirtInnen schaffen.
  • Mehr Transparenz in der Landwirtschaftskammer.

    PORTRÄTS DER KANDIDAT/INN/EN:

    Florian Kothny und Galina Hagn
    Die Gärtnerei „Bioschanze“ auf der Leopoldauer Haide nördlich der Alten Donau (An der Schanze 17) ist seit 2010 biozertifiziert.
    Florian Kothny (41) und Galina Hagn (31) haben 2012 den Betrieb in Pacht übernommen und erweitert. Derzeit bewirtschaften sie zwei Hektar Land – sowohl mit Glashäusern als auch mit Gemüsefeldern. Rund 50 verschiedene Gemüsesorten und Sorten diverser Kräuter wachsen hier.
    Galina stammt aus Vorarlberg, studierte an der BOKU und arbeitete als Hauptschullehrerin. Florian ist Gärtnermeister und landwirtschaftlicher Facharbeiter. Beide engagierten sich vor dem Aufbau der Bioschanze-Gärtnerei in einem Projekt der „Sozialen Landwirtschaft“ auf dem Marchfeld. Dort betreuten sie auf einem Bauernhof Jugendliche mit besonderen Bedürfnissen.
    Galina und Florian arbeiten heute Vollzeit in der Gärtnerei „Bioschanze“, die durch den Ab-Hof-Verkauf eine wichtige Nahversorgerin für die Wohnanlagen im Donaufeld ist und die Produkte auch auf dem Kutschkermarkt in Währíng und dem Naschmarkt anbietet. Zusätzlich geht ein Teil der Produkte auch an Wiederverkäufer.  In der Bevölkerung besteht der Wunsch, die Gärtnerei bei den künftigen Schritten der Stadtentwicklung einzubeziehen.  MEHR INFOS


    Der grüne Europaparlamentsabgeordnete und Biobauer Thomas Waitz (links) mit den KandidatInnen Florian Kothny und Galina Hagn  (Foto: GBB/Paul Schwarzl).

    Adi Hasch
    Geboren 1957 in Kärnten, gelernter Offsetdrucker, derzeit Bezirksvorsteher-Stellvertreter in Wien Leopoldstadt.
    Bei Wanderungen auf den Bisamberg entstand in ihm schon früh der Wunsch nach einem eigenen Weingarten. Dieser wurde wahr, als sich im Jahr 2011 die Gelegenheit zur Pacht eines 4.000 m² großen verwilderten Weingartens beim Kallusweg in Stammersdorf, Wien 21, ergab. Nach der Sanierung wirft dieser einen jährlichen Ertrag von ein paar hundert Litern Wein ab – gemischter Satz und Blauburger/Zweigelt.
    Stammersdorf als traditionelles Weinbaugebiet zu erhalten, und der Schutz der historischen Kellergasse ist Adi Hasch ein besonderes Anliegen.


    GBB-Kandidat Adi Hasch in seinem Weingarten auf dem Bisamberg (Foto: Gerhard Jordan).


    Mit-GründerInnen der Liste 3:  Alexandra und Oliver Kaminek, „Biohof No.5“

    2010 übernahm Oliver Kaminek, ausgebildeter Musiker, den Stammersdorfer Hof und Weinbaubetrieb von seiner Großmutter. Nachdem der Hof längere Zeit still lag, begann er gemeinsam mit seiner Frau Alexandra, eine biologische Kreislaufwirtschaft aufzubauen – mit Weinbau, Gemüseanbau im Freiland, Ackerbau hauptsächlich für Futteranbau und artgerechte Nutztierhaltung insbesondere von Schweinen. Der Hof der Kamineks ist biozertifiziert, bietet Ab-Hof-Verkauf und „Schule am Bauernhof“ an. Und im Seminarraum oberhalb des Weinkellers schlug 2017 die „Geburtsstunde“ der Liste „Unabhängige und Grüne Bäuerinnen und Bauern“. Alexandra und Oliver unterstützen die Liste natürlich weiterhin aktiv.   MEHR zum „Biohof No. 5“


    Alexandra und Oliver Kaminek vor dem Eingang ihres Hofes in der Stammersdorfer Straße 5  (Foto: GBB/Paul Schwarzl).


    Die Wiener Stadtlandwirtschaft

    von Gemeinderat Rüdiger Maresch, Landwirtschaftssprecher der Grünen Wien

    In Wien gibt es über 600 landwirtschaftliche Betriebe, die ein breites Spektrum abdecken – von Weingärten über Felder bis Gemüsegärtnereien. Bei der Gemüseproduktion liegt Wien sogar an führender Stelle, was einzigartig unter den Großstädten Europas ist. Immer wichtiger wird erfreulicherweise die biologische Bewirtschaftung, und auch gemeinsame und „alternative“ Landwirtschaftsprojekte boomen. Wien fördert diese Entwicklung durch die Schaffung eines Kompetenzzentrums für biologisches Garteln, durch die Schaffung des „Bio-Cluster“ und durch andere Maßnahmen. Mit dem 2014 beschlossenen Agrarstrukturellen Entwicklungsplan wurde auch die nachhaltige Sicherung und Zukunft der Stadtlandwirtschaft in einem urbanen Umfeld gesichert.

    Doch es braucht die Grünen nicht nur in der Stadtregierung, sondern auch in der Landwirtschaftskammer.
    Weil mit uns geht was weiter, wir verändern die Stadt!

    Präsentation von Rüdiger Maresch:  Landwirtschaft in Wien – ein Überblick


    Gemeinderat Rüdiger Maresch  (Foto: Die Grünen).

Donaufeld-Widmung beschlossen – Grünzug gesichert!

Mit dem Beschluss des Gemeinderats über das Plandokument Nr. 8130 am 15. Dezember 2017, das die Umwidmung des Stadterweiterungsgebietes westlich der Dückegasse beinhaltet, trat eines der größten Planungs-Projekte links der Donau in eine entscheidende Phase ein. Mehrere Jahre hindurch wurden Leitbilder und Konzepte diskutiert, und hunderte BürgerInnen brachten sich bei einem Beteiligungsverfahren ein.

Die nunmehrige Widmung ermöglicht vorerst den Bau von rund 1.300 Wohnungen nördlich des Drygalskiwegs.


Der Bereich zwischen An der Schanze, Dückegasse, Drygalskiweg und Grünzug wird zuerst entwickelt  (Fotos: G. Jordan).

Was aber das Entscheidende ist:  Ein rund 14 Hektar großer zentraler Grünzug zwischen Donaufelder Straße und Alter Donau wird ebenfalls gewidmet, und zwar großteils als „Schutzgebiet Wald- und Wiesengürtel“!
Damit geht eine der zentralen Forderungen von BürgerInneninitiativen und Grünen in Erfüllung.

Die GEMEINDERATS-DEBATTE , kurz zusammengefasst von Gerhard Jordan

Zeitpunkt:  Freitag, 15.12.2017,  ab ca. 23:30 Uhr.

ZuhörerInnen:  (fast) keine.

Wortmeldungen:  Gemeinderat Stefan Gara (NEOS), GR Christoph Chorherr (GRÜNE), GR Michael Niegl (FPÖ), GR Rüdiger Maresch (GRÜNE).

Kritik von NEOS und FPÖ:  u.a. zu wenige Schulplätze und Gesundheitsversorgung, zu dichte Bebauung, zu wenige Parkplätze, keine Beachtung des Zustandes der Alten Donau, die Straßenbahnlinie 25 kommt zu spät.

FPÖ-Sager:  Autofreie Siedlungen sind Leitbilder einer linksideologischen Hippiebewegung; der Zuzug bringt keinen Wert, er erfolgt ausschließlich ins Sozialsystem.

Chorherr/GRÜNE:   Der bereits eröffnete Schulcampus Attemsgasse deckt die Bildungs-Infrastruktur ab. Zentral ist der Grünzug, doppelt so groß wie der Stadtpark.  Das Mobilitätskonzept ist zukunftsweisend, es soll urbane Qualitäten geben, auch ein Baugruppenprojekt. Die Mitwirkung der BürgerInnen war wichtig.

Maresch/GRÜNE:   Die FPÖ war bei den Beteiligungs-Angeboten nicht anwesend. Die Förderung von Gemeinschaftsgärten ist wichtig, positive Beispiele in der Umgebung sind das Paradeisgartl“, und auch die Gärtnerei Bioschanze. Im ÖV neue Wege gehen, Services wie die Mobilitätsmappe anbieten.

Beschlussantrag von Grün-Rot:  u.a. abgestufte Höhenentwicklung zu den bestehenden Siedlungen, ein Bauplatz für ein Baugruppenprojekt, Einrichtung eines Quartiersmanagements, Berücksichtigung eines Gewässerbiotops im Grünzug, öffentliche Zugänglichkeit nicht genutzter Grünflächen des Wohnfonds Wien.
Mehrheitlich angenommen (SPÖ, GRÜNE dafür; FPÖ, ÖVP, NEOS dagegen).

Zusätzliches Grün

In einem Abänderungsantrag zum Plandokument wurde außerdem (mit rot-grüner Mehrheit) beschlossen, in einem kleinen Bereich An der Schanze, in der Nähe der Brombeerplantage, ein Strukturgebiet einzurichten, das nur gemeinsam entwickelt werden kann. Sollten sich die GrundbesitzerInnen also nicht auf eine gemeinsame Vorgangsweise einigen, so bleibt der Status Quo – ohne neue Verbauung – bestehen.

Gegenüber dem in der Öffentlichen Auflage (27. April bis 8. Juni 2017) präsentierten Entwurf des Plandokuments wird in einem Bereich, der dort mit Bauklasse III festgelegt war, nunmehr eine gärtnerisch auszugestaltende Fläche festgelegt.
Dem Beschlussantrag (Faksimile oben) folgend, wird der Wohnfonds Wien den ihm gehörenden Teil – der derzeit weder landwirtschaftlich genutzt noch in nächster Zeit für einen Wohnbau benötigt wird – öffentlich zugänglich belassen.


Diese außerhalb des neu gewidmeten Grünzugs (an dessen Ostgrenze) liegende Grünfläche, im Besitz des Wohnfonds, wird bis auf Weiteres unbebaut und öffentlich zugänglich bleiben.

Kleingartenanlage An der Schanze erhält Ganzjähriges Wohnen

Die Kleingartenanlage zwischen Drygalskiweg und An der Schanze, eine Gruppe des Vereins „Donaufelder Kleingärtner“, wird von „Ekl“ auf „Eklw“ umgewidmet, also für ganzjähriges Wohnen. Diesem Wunsch war schon im Planungsausschuss des Gemeinderats am 29. November 2017 entgegengekommen worden – was der FPÖ entgangen sein dürfte, weil sie in einem eigenen Beschlussantrag (der gegen die Stimmen von FPÖ und NEOS abgelehnt wurde) u.a. genau dies forderte.


Die Kleingartenanlage im Bereich An der Schanze erhielt eine „Eklw“-Widmung.

Abgestufte Höhenentwicklung

Gegenüber, also östlich des Weges der Kleingartenanlage, wird die unmittelbar angrenzende Bebauung mit 9,5 Meter Traufenhöhe beschränkt. Der im Beteiligungsverfahren mehrfach geäußerte Wunsch nach einer abgestuften Höhenentwicklung zu den Siedlungsgebieten hin wird auch am Drygalskiweg berücksichtigt:  Gegenüber der GESIBA-Reihenhausanlage Weinwurmweg 1 beträgt die Traufenhöhe 7,5 Meter (was einer beschränkten Bauklasse I entspricht), im östlichsten Abschnitt, gegenüber Nr. 22, also der Nordseite der „Glorit“-Wohnanlage Siebeckstraße 2a, wurde Bauklasse II festgelegt (in der öffentlichen Auflage war es noch Bauklasse III gewesen).


Gewässerbiotop und Baugruppenprojekt

Die im Beschlussantrag enthaltene Berücksichtigung eines Gewässerbiotops im nördlichen Teil des künftigen Grünzugs zur Entlastung des Nutzungsdruckes auf die Alte Donau ging auf einen Grün-Antrag zurück, der in der Bezirksvertretungssitzung Floridsdorf am 14. September 2016 mehrheitlich beschlossen wurde (übrigens gegen die Stimmen der FPÖ, der die Alte Donau angeblich am Herzen liegt).

Der Wunsch nach Baugruppenprojekten kam aus der Bevölkerung und wird von zahlreichen interessierten DonaufelderInnen geteilt, es gab dazu bereits am 20. Februar 2015 eine gut besuchte Informationsveranstaltung in der „Autofreien Mustersiedlung“.
Mehr Infos unter  http://baugruppen-donaufeld.at/ .


Schul-Standorte

In der Diskussion im Gemeinderat wurde auch die mangelnde Schul-Versorgung des Gebietes kritisiert. Doch die Widmung erfolgte bewusst erst nach der Fertigstellung des von „querkraft architekten“ konzipierten Bildungscampus Attemsgasse 22, der mit Beginn des Schuljahres 2017/18 seinen Betrieb aufnahm. Er deckt die Versorgung des östlichen Teiles des Stadtentwicklungsgebietes ab. Im Norden – Donaufelder Straße 77 – gibt es bereits seit 2013 den Campus Donaufeld.  Ein weiterer Bildungscampus ist mittelfristig im sogenannten „Ereignisband“ des Stadterweiterungsgebietes vorgesehen, und zwar westlich des Grünzugs (in jenem Gebiet, das als nächster Schritt in den kommenden Jahren umgewidmet werden soll).


Der Bildungscampus Attemsgasse wurde im September 2017 eröffnet.

Beteiligung

Viele der nunmehrigen Verbesserungen wurden im Rahmen des mehrjährigen Beteiligungsprozesses von aktiven BürgerInnen vorgeschlagen und führten zur Erarbeitung eines Mobilitäts- und eines Freiraumkonzeptes, sowie zur Sammlung der Ideen in der „Charta Donaufeld“.

 

 

Bilanz des Donaufeld-Beteiligungsprozesses

Am 16. Dezember 2017 fand beim „Info-Container“ Ecke Dückegasse/An der Schanze die Abschluss-Veranstaltung eines seit Herbst 2013 laufenden intensiven Beteiligungs-Verfahrens in Form einer „Finissage“ statt. Das Team des LandschaftsplanerInnen-Büros „stadtland“ verabschiedete sich bei den interessierten DonaufelderInnen, die sie in den letzten Jahren mit Ideen, Engagement und Kritik begleitet hatten.


Vorweihnachtliche „Finissage“ am 16. Dezember 2017:  Die letzte Veranstaltung im „Info-Container“ an der Dückegasse  (Foto: G. Jordan).

Auf verschiedenste Weise wurden Themen angesprochen und diskutiert – von Verkehr und Wohnen bis zu Zusammenleben und Umweltschutz. Dabei wurden durchaus auch kontroverse Fragen wie jene der Baudichte oder der Sicherstellung öffentlicher Grün- und Freiräume angesprochen.

Am 18. Oktober 2017 beispielsweise wurde über das in Deutschland entstandene Instrument der „Internationalen Bauausstellung“ (IBA), das nun auch in Österreich – u.a. mit einem Projektgebiet im Donaufeld – zur Anwendung kommen soll, informiert.

Univ.-Prof. DI Rudolf Scheuvens, Dekan der Fakultät für Architektur und Raumplanung der TU Wien, präsentierte „best practices“ aus dem Ausland, von historischen Beispielen (Werkbundsiedlung Weißenhof in Stuttgart) bis zu aktuellen wie dem  „Energiebunker“  im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg, wo in den Jahren 2010-13 im Rahmen einer IBA ein Flakbunker aus dem Zweiten Weltkrieg zu einem regenerativen Kraftwerk umgebaut wurde.

DI Kurt Hofstetter, der stellvertretende Leiter des Teams der „IBA_Wien 2022“, referierte über Beispiele des sozialen Wohnbaus in Wien, erwähnte die Herausforderungen (z.B. Wachstum der Stadt und steigende Grundstückspreise), stellte die Struktur der IBA und den Zeitplan (2020 eine Zwischenpräsentation, 2022 Präsentation der Ergebnisse) vor. Es soll nicht nur um die Errichtung von Wohnungen gehen, sondern vor allem auch um soziale Qualitäten (Leistbarkeit, Gemeinwesenarbeit, Beteiligung, Schulprojekte, Angebote für Junge und Alte, etc.) und um gesellschaftliche Innovation.


Prof. Rudolf Scheuvens (oben) und DI Kurt Hofstetter (unten) bei der IBA-Informationsveranstaltung am 18. Oktober 2017  (Fotos: G. Jordan).

Die Bilanz des Beteiligungsprozesses kann sich sehen lassen:

Insgesamt hatten mehrere Dutzend Feldvorlesungen, Info-Veranstaltungen, Runde Tische und Workshops, ja sogar Grätzlspaziergänge (z.B. „Essbares Donaufeld“  am 20. September 2015), stattgefunden.


Exkursion „Essbares Donaufeld“ am 20. September 2015:  Besuch bei Biobauer Florian Kothny (Mitte) von der Gärtnerei „Bioschanze“, An der Schanze 17 (Foto: G. Jordan).

Engagierte BürgerInnen, PolitikerInnen, akademische und beamtete ExpertInnen, GrundeigentümerInnen, Wohnungssuchende und viele andere nützten die Möglichkeit, sich einzubringen und sich mit Andersdenkenden auszutauschen.
Außer in den Ferienzeiten stand auch an einem Nachmittag in der Woche eine Auskunftsperson vor Ort für Fragen zur Verfügung.

Der Weg zur „Charta Donaufeld“

Bezeichnend ist allerdings, dass von jenen rechten Parteien, die in der Bezirksvertretung (am 14. Juni 2017) und im Gemeinderat (am 15. Dezember 2017) gegen die Donaufeld-Widmung – Plandokument Nr. 8130 – gestimmt haben, kaum jemand bei den Veranstaltungen zu sehen war.

Nur so ist es erklärbar, dass von dieser Seite z.B. ein Mobilitätskonzept gefordert wurde, das es längst gab und das sogar mehrfach vorgestellt und öffentlich mit Interessierten diskutiert wurde (z.B. am 13. Dezember 2016 im Haus der Begegnung Floridsdorf), oder dass die fehlende Prüfung der Auswirkungen des Stadtentwicklungsgebiets auf die Alte Donau beklagt wurde, obwohl am 3. Juni 2015 genau zu diesem Thema eine Veranstaltung und Diskussion mit dem Input eines Fachexperten der MA 45 stattgefunden hatte.


DI Dr. Thomas Ofenböck (MA 45) bei der Veranstaltung zum Thema „Alte Donau“ am 3. Juni 2015  (Foto: Anna Karall).

Am Ende des Prozesses steht eine Sammlung der Ideen und Anregungen, die zu einer  „Charta Donaufeld“  zusammengefasst und im November 2017 in Form einer Ausstellung präsentiert wurde.


Tafel der „Charta Donaufeld“-Ausstellung  am 11. November 2017  (Foto: G. Jordan).

Ab 2018 wird ein Quartiersmanagement, das sich aus MitarbeiterInnen der Gebietsbetreuung GB*9/17/18 und der „Caritas Stadtteilarbeit“ gebildet hat, den Prozess weiterführen und hoffentlich auf den Ergebnissen und Erfahrungen aufbauen.

An dieser Stelle ein DANKE für das Engagement, die Geduld und die positive Einstellung des „stadtland“-Teams!


Das Team von „stadtland“, v.l.n.r.:  Christina Kirchmair, Herbert Bork und Philip Krassnitzer  (Foto: G. Jordan).

Auch in Donaufeld: Wahlkampf-Endspurt!

AKTUELL

Das Ergebnis in FLORIDSDORF:   3,13%  GRÜNE (inkl. Wahlkarten).

Teil-Ergebnisse der GRÜNEN (ohne Wahlkarten):
Stadterweiterungsgebiet Donaufeld (Leopoldauer Haide) und Umgebung zwischen Fultonstraße, Bessemerstraße, Siegfriedgasse, Satzingerweg, B3, Bezirksgrenze und Alter Donau – Sprengel 18, 21, 25, 26 und 84:  7,06%
Mühlschüttel zwischen Broßmannplatz, Freytaggasse, Schlosshofer Straße-Donaufelder Straße, Fultonstraße und Alter Donau – Sprengel 10, 11, 17, 19 und 20:  4,13%
„Mengerviertel“ und Umgebung zwischen Angererstraße-Patrizigasse-Donaufelder Straße, Bessemerstraße, Steinheilgasse und Schnellbahn – Sprengel 14, 15, 22-24 und 27:  3,72%
Satzingerweg-Ost und Umgebung
zwischen B3, Ichagasse, Leopoldauer Straße, Eipeldauer Straße und Bezirksgrenze – Sprengel 96-98:  4,74%
Siedlung Bruckhaufen – Sprengel 16 und 125:  3,05%

Das Ergebnis in der DONAUSTADT:   3,21%  GRÜNE (inkl. Wahlkarten).

Teil-Ergebnisse der GRÜNEN (ohne Wahlkarten):
Tokiostraße/Attemsgasse und Umgebung – Sprengel 33-36 und 148:  4,30%
„Sun City“ und Umgebung – Sprengel 48-50 und 52:  3,18%
„Kagraner Spange“ und Umgebung – Sprengel 32:  4,90%

Die Ursachen für das schwache Ergebnis werden aufgearbeitet werden.

Allen, die diesmal trotzdem die Grünen unterstützt haben, ein

Und ein Danke auch an Ulrike Lunacek für ihren Einsatz unter schwierigsten Bedingungen!

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Eines der  Themen, bei dem die Grünen „Flagge zeigen“, ist  Umwelt- und Klimaschutz.  Die Auswirkungen des Klimawandels sind von Jahr zu Jahr stärker zu spüren, aber wenn es um den Bau von Flughafenpisten, Autobahnen usw. geht, leisten meist nur Grüne Widerstand.

Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek steht außerdem für eine Politik des Zusammenhalts, der sozialen Gerechtigkeit und für eine Europapolitik, die sich aktiv in Brüssel einbringt anstatt auf das „Feindbild EU“ zu schimpfen.  Jüngstes Beispiel ist der Beschluss im Nationalrat gegen das Pflanzengift Glyphosat.


Eines der  Themen, bei dem die Grünen „Flagge zeigen“, ist  Umwelt- und Klimaschutz.  Die Auswirkungen des Klimawandels sind von Jahr zu Jahr stärker zu spüren, aber wenn es um den Bau von Flughafenpisten, Autobahnen usw. geht, leisten meist nur Grüne Widerstand.

Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek steht außerdem für eine Politik des Zusammenhalts, der sozialen Gerechtigkeit und für eine Europapolitik, die sich aktiv in Brüssel einbringt anstatt auf das „Feindbild EU“ zu schimpfen.  Jüngstes Beispiel ist der Beschluss im Nationalrat gegen das Pflanzengift Glyphosat.

 

WER KANDIDIERT IN TRANSDANUBIEN?

Die Bezirke 21 und 22 bilden den Regionalwahlkreis Wien-Nord.  In diesem Wahlkreis stellen die Grünen 12 KandidatInnen, denen Sie durch Ankreuzen des Namens eine Vorzugsstimme geben können.

Wir stellen sie vor – für nähere Infos die Namen anklicken:

Die GRÜNEN im Regionalwahlkreis WIEN NORD:

1:   Dipl.-Ing. Wolfgang Orgler

2:   Mag. Susanne Dietl

3:   Mag. Heidi Sequenz

4:   Mag. Heinz Berger

5:   Dr. Christina Kastner-Frank

6:   Gabriele Tupy

7:   Dipl.-Päd. Julia Sachs

8:   Mag. Gerhard Jordan

9:   Dr. Barbara Boll

10:   Molly Wurth

11:   Johannes Lager

12:   Dipl.-Ing. Angelika Pauer

Auch in Donaufeld und Umgebung sind die Grünen auf der Straße zu finden und kämpfen um jede Stimme – ob in der Franklinstraße, auf dem Hoßplatz oder beim „City Gate“ in Leopoldau, zumeist auf dem „Drahtesel“.


Grüne unterwegs in Transdanubien (Fotos: G. Jordan).

Eine Premiere war der sogenannte „Barrierarme Infostand“ (BIS) am 4. Oktober auf dem Franz-Jonas-Platz:  Eine Gebärdendolmetscherin, ein „Scout“ für blinde Menschen und rollstuhlgerechte Tische sorgten dafür, dass auch Menschen mit Behinderung angesprochen werden konnten.


Der „barrierearme Infostand“ der Floridsdorfer Grünen (Foto: Birgit Meinhard-Schiebel).

 

GEGEN  RECHTSRUCK

Und noch etwas:  Für die Zeit nach dem 15. Oktober hat keine der beiden Regierungsparteien eine Koalition mit der FPÖ ausgeschlossen.
Die Grünen haben sich in dieser Frage klar und eindeutig positioniert!

 

Regionalwahlkreis Wien-Nord: Wolfgang Orgler im Gespräch

Die KandidatInnenliste der GRÜNEN für die Nationalratswahl 2017 im Regionalwahlkreis Wien-Nord (Bezirke 21 und 22) umfasst 12 Personen. Der Spitzenkandidat kommt aus Donaufeld – Dipl.-Ing. Wolfgang Orgler. Er steht auch auf Platz 10 der Liste im Landeswahlkreis Wien, die von Ulrike Lunacek vor dem Klubobmann im Parlament Albert Steinhauser angeführt wird.
W
ir stellen Wolfgang Orgler vor. Das Gespräch mit ihm führte Gerhard Jordan.

Wolfgang Orgler  wurde 1964 in Wien geboren. Aufgewachsen in Essen (Deutschland) und Maria Enzersdorf, 1982-1986 Studium der Informatik an der Technischen Universität Wien. Danach selbständig als Softwareentwickler, u.a. für Programme zur Kundendatenverwaltung (CRM-Customer Relationship Management). Seit 2013 wohnt er in der Donaustadt, an der Grenze zum 21. Bezirk.


Woher stammt Dein politisches Interesse?

W.O.:  Als Jugendlicher habe ich Politik – zumindest Kommunalpolitik – aus erster Hand mitbekommen, weil meine Mutter Erika Orgler – sie war Lehrerin – Ende der 1970er-Jahre die „Südstadtliste“ gegründet hat, um die absolute Mehrheit der ÖVP im Gemeinderat von Maria Enzersdorf zu brechen. Damals gab es ja noch keine Grünen. Wir haben auch mitbekommen, was „dirty campaigning“ heißt, aber meine Mutter ließ sich davon nicht beeindrucken. Beim ersten Antreten 1980 gelang der Einzug in den Gemeinderat, 1985 kam es zu weiteren Gewinnen und sie wurde für zweieinhalb Jahre Vizebürgermeisterin. Fast jeden Samstag stand sie mit einem Stand vor dem Supermarkt und sprach mit den Menschen, sammelte Unterschriften oder verteilte Infomaterial. Auch Hausbesuche wurden manchmal gemacht. Das hat sich auch ausgezahlt. Eine Nachfolge-Liste, „Die Aktiven“, die sie 1990 mitbegründete, legte von Wahl zu Wahl zu – von 3 Mandaten auf 11 im Jahr 2010. Im Jahr 2014 zog sich meine Mutter nach über 30 Jahren aus der Politik zurück.

Wie kamst Du nach Donaufeld?

W.O.:  Ich bin zwar in Wien geboren, ging aber auch einige Jahre im Ruhrgebiet zur Schule, weil mein Vater, der bei einem internationalen Getränkekonzern tätig war, zu der Zeit in Essen arbeitete. 1976 zogen wir wieder nach Österreich, in die Südstadt. 1999 übersiedelte ich nach Wien, wo ich zuerst in Liesing wohnte.
Auf den Drygalskiweg zogen wir, weil meine Frau, die an einem Fluss aufgewachsen ist, gerne in der Nähe eines Gewässers wohnen wollte. 2008 hatten wir geheiratet. Die Alte Donau gefiel uns, und so landeten wir im 22. Bezirk.


Wolfgang Orgler im Donaufeld  (Fotos: G. Jordan).

Welche Qualitäten schätzt Du an Deiner Wohnumgebung?

W.O.:  Natürlich die Alte Donau, wo ich gerne mit meinen beiden Kindern – 6 und 9 Jahre alt –  schwimmen und tauchen gehe. Es gibt dort Platz, und es ist nicht notwendig, mit einem Handtuch Liegestühle zu reservieren, wie dies auf anderen Stränden der Fall ist. Und auch die Landwirtschaft ist eine Qualität, z.B. die Gärtnerei „Bioschanze“ oder die Blumenhandlung „Rosengarten“ an der Dückegasse.

Was wünschst Du Dir für die Entwicklung des Donaufeldes?

W.O.:  Natürlich ist es schade, dass auch hier gebaut werden muss. Aber mir ist wichtig, dass eine sozial verträgliche Wohnstruktur entsteht, sozial durchmischt, also mit leistbaren und frei finanzierten Wohnungen. Baugruppenprojekte sollten auf jeden Fall Platz finden, weil das das Zusammenleben dynamischer und abwechslungsreich macht. Es soll viele Bereiche für FußgängerInnen geben, möglichst ohne Konsumzwang, und der freie Zugang zur Alten Donau muss unbedingt erhalten bleiben.

Du bist auch Mandatar der „Grünen Wirtschaft“. Was wäre für die Betriebe in und um Donaufeld wichtig?

W.O.:  Ich bin Mandatar in der Fachgruppe UBIT (Unternehmensberatung, Buchhaltung und Informationstechnologie) der Wiener Wirtschaftskammer, das ist die größte Fachgruppe Österreichs, mit rund 20.000 Mitgliedern. Es gibt da immer wieder interessante Veranstaltungen, aber wir kritisieren, dass zu viel Geld für Eigenwerbung ausgegeben wird. Deshalb hat die „Grüne Wirtschaft“ auch dem Budget der Fachgruppe für 2018 nicht zugestimmt. Was das Stadterweiterungsgebiet Donaufeld betrifft, so hoffe ich auf das sogenannte „Ereignisband“, das ja auch Teil des derzeit laufenden Widmungsverfahrens ist. Dort muss Platz sein für kleine, lokale Betriebe, z.B. in den Erdgeschoßzonen. Ich habe Unternehmen in der Seestadt Aspern besucht, da können wir von dem was dort gut läuft, lernen. Betriebe, die es vor Ort gibt, sollen stärker bekannt gemacht und den alten und neuen BewohnerInnen näher gebracht werden. Die BewohnerInnen sollten auch befragt werden, welche Betriebe sie brauchen. Eine Fahrradwerkstatt würde sicher gut gehen, auch Dienstleistungsbetriebe. Der Stadtteil soll lebendig sein, auch außerhalb der Arbeitszeiten. In dem künftigen Grünzug sollten neben kindergerechten Bereichen wie Spielplätzen auch Fitnessgeräte für alle Generationen bereitgestellt werden.

Was wünschst Du Dir im Verkehrs-Bereich?

W.O.:  Im Donaufeld hat eine „Wirtschaft der kurzen Wege“ gute Chancen, also fußläufige Erreichbarkeit und Durchgänglichkeit. Eine gute Straßenbahnverbindung, so früh als möglich, ist auch wichtig. Hier sollte ein Rasengleis kommen, allerdings nicht so wie in der Tokiostraße – wo die Grünen dies gefordert haben, aber die Umsetzung nicht optimal war. Sondern eines, wo die Trasse zur Gänze auf einer Ebene begrünt ist.


Rasengleise in der Tokiostraße (oben) und in Straßburg/Frankreich (unten).

Und Deine Erwartungen für die Nationalratswahl am 15. Oktober?

W.O. (lacht):  Dass die Konkurrenz sehr groß ist, ist natürlich eine große Herausforderung. Trotzdem freue ich mich über jede Vorzugsstimme. Sogar Peter Pilz hat mir seine bei der Bezirksvertretungswahl 2015 gegeben, wie er mir gesagt hat.

Runder Tisch zum Freiraumkonzept westlich der Dückegasse

Das Freiraumkonzept für die erste Entwicklungsetappe des Stadterweiterungsgebiets Donaufeld (westlich Dückegasse) war Thema des „Runden Tisches“ im Rahmen des Beteiligungsverfahrens am 16. März 2016.
Rund 30 TeilnehmerInnen diskutierten unter der Moderation von Philip Krassnitzer (Raumplanungsbüro „stadtland“) mit den ExpertInnen DI Anna Detzlhofer, deren Büro „DnD Landschaftsplanung ZT KG“ das Freiraumkonzept entworfen hat, und DI Alexander Mrkvicka von der Magistratsabteilung MA 49 (Forst- und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien), die für Gestaltung und Pflege der öffentlichen Grün- und Freiflächen verantwortlich ist.


Philip Krassnitzer vom Büro „stadtland“ bei der Einleitung  (Fotos: G. Jordan).

Anwesend waren auch die für das Zielgebiet Donaufeld zuständige Beamtin DI Susanne Fabian (MA 21) und Bezirksvorsteher-Stellvertreterin Ilse Fitzbauer (SPÖ).
Zu Beginn der Veranstaltung verteilten Anna Karall und Evelyn Weber von der „Initiative Donaufeld“ ein Flugblatt, in dem die wichtigsten BI-Forderungen zusammengefasst sind.

Die Diskussion wurde, wie schon bei früheren Runden Tischen, im sogenannten „Fishbowl-Format“ geführt, d.h. dass sich jene TeilnehmerInnen, die etwas fragen oder anmerken wollten, in einen inneren Sesselkreis zu den ExpertInnen setzen konnten, während jene im Außenkreis zuhören.
Frau DI Detzlhofer stellte die Planungen bezüglich des Grünzugs vor:  Er soll, nachdem er schon „seit fast einer Generation“ in Diskussion ist, demnächst angegangen werden. Er verläuft Nord-Süd, und ein sog. „Ereignisband“ wird eine ihn querende West-Ost-Achse sein – mit Schulen, Geschäften, einer Promenade, etc.  – für „urbanes Leben“ also.


Frau DI Anna Detzlhofer erläutert die Lage von Grünzug und „Ereignisband“.

An dem Schnittpunkt dieser beiden Achsen soll ein zentraler Quartierspark entstehen, möbliert, und mit Beleuchtung (im Gegensatz zu den naturnah gestalteten und künftig als SWW-„Schutzgebiet Wald- und Wiesengürtel“ gewidmeten Bereichen des Grünzugs) und als „sozialer Sicherheitsraum“. Der vorhandene nutzbare Grünraum in der Umgebung des Planungsgebietes (vor allem Parks) sind nur „Einsprengsel“, wie auf einer Karte ersichtlich ist.


Die Lage der öffentlichen Parks und Grünflächen in der Umgebung des Zielgebiets.

DI Alexander Mrkvicka betonte, dass der Grünzug eine Verbindung für FußgängerInnen und RadfahrerInnen von der Alten Donau nach Norden sein soll, aber gleichzeitig auch ein Ruhe- und Erholungsraum. Die Gestaltung soll bewusst nicht im Detail festgelegt sein, um nutzungsoffen und flexibel zu sein. Es können sich da z.B. Wiesen befinden, auf denen erst später ein Selbsterntefeld entsteht, ein Nachbarschaftsgarten, o.ä.


DI Alexander Mrkwicka (MA 49) trat für Flexibilität bei der zukünftigen Nutzung ein.

Die erste Frage (und konkrete Anregung) kam von Michael Paulitsch, einem Anrainer aus der Kefedergrundgasse:  Er wünscht sich einen Weg für FußgängerInnen und RadfahrerInnen zwischen der Angyalföldstraße (Schicht-Gründe, „Paradeisgartl“) und der Donaufelder Straße neben der Anlage von „Neues Leben“ auf Nr. 115. Wenn die Stadt Wien dort einen Streifen von rund 1.000 m² ankaufen oder den EigentümerInnen einen Tausch vorschlagen würde, dann ließe sich eine öffentliche Verbindung zwischen der Hans-Czermak-Gasse und dem Grünzug südlich der Donaufelder Straße herstellen, die Umwege vermeidet.
Grün-Bezirksrat Heinz Berger appellierte, bei Entscheidungsfindungen auch VertreterInnen der BürgerInneninitiativen – als „ExpertInnen voir Ort“ – teilnehmen zu lassen, um das dort gesammelte lokale Wissen einfließen zu lassen und so den politischen und zivilgesellschaftlichen Prozess zusammenzuführen. BV-StVin Ilse Fitzbauer antwortete, dass der Bezirksvorsteher dafür keine Kompetenz habe, er könne Informationen nur weiterleiten.


Bezirksrat Heinz Berger bei seiner Wortmeldung.

Hier kurz zusammengefasst einige der angesprochenen Themen und die Antworten der ExpertInnen:

Klima:  Der Grünzug alleine wird für die Frischluft-Versorgung nicht reichen. Derzeit ist die Leopoldauer Haide eine Insel, die Kühlung bringt.
Antwort:  Auch auf Plätzen im Wohngebiet werden Bäume stehen, und die Innenhöfe der Blöcke werden begrünt.


Evelyn Weber (Initiative Donaufeld, rechts) im Gespräch mit Frau DI Detzlhofer.

Grünzug:  Welche Dimensionen hat der Grünzug? Was ist mit dem (kleineren) westlichen? Wird es Verschwenkungen geben, wenn nicht alle Grundstücke in öffentlichem Besitz sind?
Antwort: Die Breite des zentralen Grünzugs wird mindestens 30 Meter sein, für den westlichen gibt es noch keine Detailplanung. Im Endausbau soll der Grünzug jenes Gebiet umfassen das SWW gewidmet ist. Derzeit bewegt sich einiges, da der Grünzug nicht überall den Grundstücksgrenzen (z.B. von Flächen die Bauträgern gehören) entspricht.

Widmung:  Wie ist der Zeitplan für die Umwidmung?
Antwort:  Vor dem Sommer 2017 kommt die öffentliche Auflage, möglicherweise im Herbst der Beschluss im Gemeinderat, im Laufe des Jahre 2018 findet der Bauträgerwettbewerb statt. Auch „Fixstarter“, die bereits Grundflächen besitzen, müssen sich einer Jury stellen. Der Wohnfonds vergibt Förderungszusagen an jene, die Qualität anbieten.

Landwirtschaft:  Bleibt diese zum Teil erhalten?
Antwort:  Es gibt den „Agrarstrukturellen Entwicklungsplan für Wien“ (AgSTEP 2014), in dem ca. 900 Hektar als Bio-Landwirtschaftsflächen vorgesehen sind. Der Großteil liegt aber nicht im Donaufeld, sondern weiter nördlich – zwischen Bisamberg und Norbert-Scheed-Wald, und auch in der Lobau.

BürgerInnen-Anliegen:  Politiker sitzen in Aufsichtsräten von Bauträgern. Wer ist Ansprechperson für die Anliegen der BürgerInnen? Seit Beginn des Beteiligungsprozesses wurden über 2.500 Unterschriften für eine Petition gesammelt, aber es hat sich NICHTS bezüglich Dichte und Anzahl der Wohnungen verändert. Das sei demotivierend.


Elisabeth Marterbauer-Herdin, Initiatorin der Petition zur Bebauung des Donaufeldes.

Antwort:  Das Büro „stadtland“ kann Anliegen weiterleiten. Es ist ein Erfolg, dass das Format „Runder Tisch“ eingeführt wurde, dass die Widmung im Laufen ist, eine Zwischennutzung und die Information vor Ort funktioniere.

Durchwegung:  Wieso wird auf die Anschlusspunkte der Wege im Norden und Süden des Grünzugs vergessen?
Antwort:  Diese sind in der Natur noch nicht vorhanden. Die „Epk“ (Erholungsgebiet-Park) gewidmeten Flächen entlang der Oberen Alten Donau sollen in der nächsten Entwicklungsetappe frei gemacht werden.

Bodenqualität:  Die Anrainerin Elisabeth Tulla, die auf ihrer südlich der Donaufelder Straße gelegenen Streuobstwiese 23 Obstbäume gepflanzt hat (von denen 13 bereits ersetzt werden mussten) betonte die Qualität des Ackerlands im Donaufeld: der Boden sei besser als jener im Marchfeld, weil mit Pferdemist gedüngt wird und keine Pestizide verwendet werden. Sie verteilte an die TeilnehmerInnen des Runden Tisches von den Gärtnern angebauten Salat und Kräuter.
Antwort:  Der Boden wird nicht entsorgt und deponiert, sondern soll im Zuge der Umbauten in den Grünanlagen verwendet werden.

G. J.