Auch in Donaufeld: Wahlkampf-Endspurt!

Der Nationalrats-Wahlkampf geht in die Zielgerade.

Aktuelle Infos für die Entscheidung am 15. Oktober finden Sie  HIER


Eines der  Themen, bei dem die Grünen „Flagge zeigen“, ist  Umwelt- und Klimaschutz.  Die Auswirkungen des Klimawandels sind von Jahr zu Jahr stärker zu spüren, aber wenn es um den Bau von Flughafenpisten, Autobahnen usw. geht, leisten meist nur Grüne Widerstand.

Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek steht außerdem für eine Politik des Zusammenhalts, der sozialen Gerechtigkeit und für eine Europapolitik, die sich aktiv in Brüssel einbringt anstatt auf das „Feindbild EU“ zu schimpfen.  Jüngstes Beispiel ist der Beschluss im Nationalrat gegen das Pflanzengift Glyphosat.

 

WER KANDIDIERT IN TRANSDANUBIEN?

Die Bezirke 21 und 22 bilden den Regionalwahlkreis Wien-Nord.  In diesem Wahlkreis stellen die Grünen 12 KandidatInnen, denen Sie durch Ankreuzen des Namens eine Vorzugsstimme geben können.

Wir stellen sie vor – für nähere Infos die Namen anklicken:

Die GRÜNEN im Regionalwahlkreis WIEN NORD:

1:   Dipl.-Ing. Wolfgang Orgler

2:   Mag. Susanne Dietl

3:   Mag. Heidi Sequenz

4:   Mag. Heinz Berger

5:   Dr. Christina Kastner-Frank

6:   Gabriele Tupy

7:   Dipl.-Päd. Julia Sachs

8:   Mag. Gerhard Jordan

9:   Dr. Barbara Boll

10:   Molly Wurth

11:   Johannes Lager

12:   Dipl.-Ing. Angelika Pauer

Auch in Donaufeld und Umgebung sind die Grünen auf der Straße zu finden und kämpfen um jede Stimme – ob in der Franklinstraße, auf dem Hoßplatz oder beim „City Gate“ in Leopoldau, zumeist auf dem „Drahtesel“.


Grüne unterwegs in Transdanubien (Fotos: G. Jordan).

Eine Premiere war der sogenannte „Barrierarme Infostand“ (BIS) am 4. Oktober auf dem Franz-Jonas-Platz:  Eine Gebärdendolmetscherin, ein „Scout“ für blinde Menschen und rollstuhlgerechte Tische sorgten dafür, dass auch Menschen mit Behinderung angesprochen werden konnten.


Der „barrierearme Infostand“ der Floridsdorfer Grünen (Foto: Birgit Meinhard-Schiebel).

 

GEGEN  RECHTSRUCK

Und noch etwas:  Für die Zeit nach dem 15. Oktober hat keine der beiden Regierungsparteien eine Koalition mit der FPÖ ausgeschlossen.
Die Grünen haben sich in dieser Frage klar und eindeutig positioniert!

 

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Regionalwahlkreis Wien-Nord: Wolfgang Orgler im Gespräch

Die KandidatInnenliste der GRÜNEN für die Nationalratswahl 2017 im Regionalwahlkreis Wien-Nord (Bezirke 21 und 22) umfasst 12 Personen. Der Spitzenkandidat kommt aus Donaufeld – Dipl.-Ing. Wolfgang Orgler. Er steht auch auf Platz 10 der Liste im Landeswahlkreis Wien, die von Ulrike Lunacek vor dem Klubobmann im Parlament Albert Steinhauser angeführt wird.
W
ir stellen Wolfgang Orgler vor. Das Gespräch mit ihm führte Gerhard Jordan.

Wolfgang Orgler  wurde 1964 in Wien geboren. Aufgewachsen in Essen (Deutschland) und Maria Enzersdorf, 1982-1986 Studium der Informatik an der Technischen Universität Wien. Danach selbständig als Softwareentwickler, u.a. für Programme zur Kundendatenverwaltung (CRM-Customer Relationship Management). Seit 2013 wohnt er in der Donaustadt, an der Grenze zum 21. Bezirk.


Woher stammt Dein politisches Interesse?

W.O.:  Als Jugendlicher habe ich Politik – zumindest Kommunalpolitik – aus erster Hand mitbekommen, weil meine Mutter Erika Orgler – sie war Lehrerin – Ende der 1970er-Jahre die „Südstadtliste“ gegründet hat, um die absolute Mehrheit der ÖVP im Gemeinderat von Maria Enzersdorf zu brechen. Damals gab es ja noch keine Grünen. Wir haben auch mitbekommen, was „dirty campaigning“ heißt, aber meine Mutter ließ sich davon nicht beeindrucken. Beim ersten Antreten 1980 gelang der Einzug in den Gemeinderat, 1985 kam es zu weiteren Gewinnen und sie wurde für zweieinhalb Jahre Vizebürgermeisterin. Fast jeden Samstag stand sie mit einem Stand vor dem Supermarkt und sprach mit den Menschen, sammelte Unterschriften oder verteilte Infomaterial. Auch Hausbesuche wurden manchmal gemacht. Das hat sich auch ausgezahlt. Eine Nachfolge-Liste, „Die Aktiven“, die sie 1990 mitbegründete, legte von Wahl zu Wahl zu – von 3 Mandaten auf 11 im Jahr 2010. Im Jahr 2014 zog sich meine Mutter nach über 30 Jahren aus der Politik zurück.

Wie kamst Du nach Donaufeld?

W.O.:  Ich bin zwar in Wien geboren, ging aber auch einige Jahre im Ruhrgebiet zur Schule, weil mein Vater, der bei einem internationalen Getränkekonzern tätig war, zu der Zeit in Essen arbeitete. 1976 zogen wir wieder nach Österreich, in die Südstadt. 1999 übersiedelte ich nach Wien, wo ich zuerst in Liesing wohnte.
Auf den Drygalskiweg zogen wir, weil meine Frau, die an einem Fluss aufgewachsen ist, gerne in der Nähe eines Gewässers wohnen wollte. 2008 hatten wir geheiratet. Die Alte Donau gefiel uns, und so landeten wir im 22. Bezirk.


Wolfgang Orgler im Donaufeld  (Fotos: G. Jordan).

Welche Qualitäten schätzt Du an Deiner Wohnumgebung?

W.O.:  Natürlich die Alte Donau, wo ich gerne mit meinen beiden Kindern – 6 und 9 Jahre alt –  schwimmen und tauchen gehe. Es gibt dort Platz, und es ist nicht notwendig, mit einem Handtuch Liegestühle zu reservieren, wie dies auf anderen Stränden der Fall ist. Und auch die Landwirtschaft ist eine Qualität, z.B. die Gärtnerei „Bioschanze“ oder die Blumenhandlung „Rosengarten“ an der Dückegasse.

Was wünschst Du Dir für die Entwicklung des Donaufeldes?

W.O.:  Natürlich ist es schade, dass auch hier gebaut werden muss. Aber mir ist wichtig, dass eine sozial verträgliche Wohnstruktur entsteht, sozial durchmischt, also mit leistbaren und frei finanzierten Wohnungen. Baugruppenprojekte sollten auf jeden Fall Platz finden, weil das das Zusammenleben dynamischer und abwechslungsreich macht. Es soll viele Bereiche für FußgängerInnen geben, möglichst ohne Konsumzwang, und der freie Zugang zur Alten Donau muss unbedingt erhalten bleiben.

Du bist auch Mandatar der „Grünen Wirtschaft“. Was wäre für die Betriebe in und um Donaufeld wichtig?

W.O.:  Ich bin Mandatar in der Fachgruppe UBIT (Unternehmensberatung, Buchhaltung und Informationstechnologie) der Wiener Wirtschaftskammer, das ist die größte Fachgruppe Österreichs, mit rund 20.000 Mitgliedern. Es gibt da immer wieder interessante Veranstaltungen, aber wir kritisieren, dass zu viel Geld für Eigenwerbung ausgegeben wird. Deshalb hat die „Grüne Wirtschaft“ auch dem Budget der Fachgruppe für 2018 nicht zugestimmt. Was das Stadterweiterungsgebiet Donaufeld betrifft, so hoffe ich auf das sogenannte „Ereignisband“, das ja auch Teil des derzeit laufenden Widmungsverfahrens ist. Dort muss Platz sein für kleine, lokale Betriebe, z.B. in den Erdgeschoßzonen. Ich habe Unternehmen in der Seestadt Aspern besucht, da können wir von dem was dort gut läuft, lernen. Betriebe, die es vor Ort gibt, sollen stärker bekannt gemacht und den alten und neuen BewohnerInnen näher gebracht werden. Die BewohnerInnen sollten auch befragt werden, welche Betriebe sie brauchen. Eine Fahrradwerkstatt würde sicher gut gehen, auch Dienstleistungsbetriebe. Der Stadtteil soll lebendig sein, auch außerhalb der Arbeitszeiten. In dem künftigen Grünzug sollten neben kindergerechten Bereichen wie Spielplätzen auch Fitnessgeräte für alle Generationen bereitgestellt werden.

Was wünschst Du Dir im Verkehrs-Bereich?

W.O.:  Im Donaufeld hat eine „Wirtschaft der kurzen Wege“ gute Chancen, also fußläufige Erreichbarkeit und Durchgänglichkeit. Eine gute Straßenbahnverbindung, so früh als möglich, ist auch wichtig. Hier sollte ein Rasengleis kommen, allerdings nicht so wie in der Tokiostraße – wo die Grünen dies gefordert haben, aber die Umsetzung nicht optimal war. Sondern eines, wo die Trasse zur Gänze auf einer Ebene begrünt ist.


Rasengleise in der Tokiostraße (oben) und in Straßburg/Frankreich (unten).

Und Deine Erwartungen für die Nationalratswahl am 15. Oktober?

W.O. (lacht):  Dass die Konkurrenz sehr groß ist, ist natürlich eine große Herausforderung. Trotzdem freue ich mich über jede Vorzugsstimme. Sogar Peter Pilz hat mir seine bei der Bezirksvertretungswahl 2015 gegeben, wie er mir gesagt hat.

Kündigung von Kleingärten am Satzingerweg angekündigt

KleingärtnerInnen am Satzingerweg bangen um ihre schönen Erholungsoasen. Wohnbaustadtrat Ludwig kündigt ihren Rauswurf an.
Von Bezirksrat Heinz Berger

Im Frühjahr 2017 wurden die Grundstücke der Kleingartensiedlung zwischen Satzingerweg, Siegfriedgasse, Karl-Nieschlag-Gasse und Karl-Humenberger-Gasse neu parzelliert. Leider haben die meisten NutzerInnen nur Prekariatsvereinbarungen mit der Stadt Wien, die jederzeit kündbar sind. Bei einer Parzelle ist schon im Grundbuch die Anmerkung  „Änderung in Vorbereitung“ eingetragen und ein Grundstück gehört bereits seit 2015 einer Immobiliengesellschaft. Derzeit hat das Gebiet aber noch eine Widmung als Gartensiedlungsgebiet.

Auf eine Anfrage der Grünen in der Bezirksvertretungssitzung am 13. September 2017 antwortete Wohnbaustadtrat Michael Ludwig dahin gehend, dass von der Stadt Wien „die Baureifgestaltung der städtischen Bereiche in Angriff genommen“ wurde. Andererseits stellte er aber auch fest, die „MA 69 – Immobilienmanagement beabsichtigt zurzeit keine Umwidmung zu beantragen„.

In diesem Gartensiedlungsgebiet gibt es sehr schöne Gärten, die nicht nur für die NutzerInnen, sondern auch für die AnrainerInnen und das lokale Mikroklima ein echter Gewinn sind.


Kleingärten beim Satzingerweg, nördlich der Bombardier-Gründe  (Foto: Heinz Berger).

Da in der unmittelbaren Umgebung ohnehin schon sehr intensiv gebaut wurde und wird, sollten diese wertvollen Grünflächen nicht ohne öffentliche Diskussion eliminiert werden. Es wäre ewig schade, wenn auch diese Kleingärten Wohnbauten weichen müssten, aber noch viel unverständlicher ist es, eine Baureifgestaltung vorzunehmen, wenn die Flächen gar nicht umgewidmet werden sollen. Warum wirft man dann die derzeitigen NutzerInnen überhaupt hinaus?

Man darf gespannt sein, wie die Geschichte weitergeht!  Wir Grüne stehen jedenfalls auch nach der Wahl nicht für eine Gefälligkeitswidmung für Immobilieninvestoren zur Verfügung, sondern hoffen mit den KleingärtnerInnen auf den Erhalt des Gartensiedlungsgebietes.

 

Mehr Grün für das Mengerviertel!

Derzeit präsentieren sich die Schenkendorfgasse und auch manche Nebenstraßen als reine Asphalt- und Betonwüsten. Eine Begrünung und Belebung ist aber bereits geplant!

Die Bewohnerinnen und Bewohner der Schenkendorfgasse beklagen zu Recht das gänzliche Fehlen von Grünraum in ihrer und den angrenzenden Gassen und wünschen sich eine Aufwertung durch Bäume und blühende Staudenbepflanzungen, oder auch durch Fassadenbegrünungen des öffentlichen Freiraums.


Derzeit Mangel an Grün:  Der westliche Bereich der Schenkendorfgasse, Blick Richtung Leopoldauer Straße  (Fotos: Heinz Berger).

Damit sollen die Straßenzüge nicht nur attraktiver, grüner und belebter werden, sondern mit der Begrünung sollte auch die zunehmende sommerliche Hitze wieder etwas eingedämmt werden.

Bei einem Rundgang der „Arbeitsgruppe Öffentlicher Raum 21“ am Mittwoch, dem 6. September 2017, an der FachexpertInnen, zuständige Magistratsabteilungen und alle Fraktionen der Bezirksvertretung außer der FPÖ teilnahmen, wurde auch die von der BewohnerInnenschaft geforderte Begrünung der Schenkendorfgasse diskutiert. Vor Ort konnten sich die TeilnehmerInnen ein Bild vom fehlenden Grün machen. In der Diskussion wurde festgehalten, dass auch Nebenstraßen im Viertel um die Mengergasse, wie etwa die Bertlgasse, durch eine Begrünung deutlich aufgewertet werden könnten.


Ein Beispiel, wie es auch geht: Blick von der Schenkendorfgasse in die – begrünte – Andreas-Hofer-Straße.

Aber nicht nur Begrünungen würden eine Aufwertung des Grätzels bewirken: In der bereits heute sehr intensiv begrünten Andreas-Hofer-Straße würde die Errichtung von Sitzgelegenheiten (ohne Konsumzwang) eine spürbare Verbesserung der Aufenthaltsqualität bedeuten.

Nachdem Bezirksvorsteher Georg Papai die Realisierung der geforderten Maßnahmen für 2018/2019 zugesagt hat, haben wir den für die Sitzung der Bezirksvertretung am 13. September 2017 von uns eingebrachten Antrag zur Straßenraumbegrünung der Schenkendorfgasse wieder zurückgezogen.  Unsere Klubobfrau Susanne Dietl ergriff diese Gelegenheit, um eine Einbindung der betroffenen BewohnerInnen in die Ausarbeitung der Pläne vorzuschlagen, was ebenfalls einhellig befürwortet wurde.

So sollte es gelingen, in den nächsten Jahren eine echte Aufwertung des öffentlichen Raums im Mengerviertel zu erreichen.

Heinz Berger,  Bezirksrat GRÜNE Floridsdorf

 

Grüne Sommertour an der Alten Donau

Die Wiener Grünen sind auch im Sommer 2017 nicht untätig – mit Gratis-Eis auf dem „Foodbike“, Frisbee-Scheiben, Federball-Schlägern, Boccia-Kugeln, Liegestühlen und Sonnenbrillen „ausgerüstet“ werden Badeplätze, Parks, Feste usw. besucht, und auch der „Hunger auf Politik“ wird gestillt.

Am 9. Juli ging es zum „ArbeiterInnenstrand“ in der Arbeiterstrandbadstraße 89 im 22. Bezirk – an der Alten Donau, nahe der Siedlung Bruckhaufen, gegenüber dem Donaupark.


Der „ArbeiterInnenstrand“ im 22. Bezirk.  (Fotos: G. Jordan)

Seit Mai 2015 ist dieser Teil des ehemaligen Arbeiterstrandbads eine frei zugängliche Liegewiese mit kostenlos benützbarem Badeplatz. Die Gestaltung des Geländes wurde auch von der EU gefördert, über das  Projekt „LIFE+ Alte Donau“.

Es dauerte nicht lange, bis sich Schlangen vor dem grünen „Foodbike“ bildeten.


Großer Andrang beim Gratis-Eis:  Zur Auswahl standen die Sorten Holunderblüte, Marille, Ribisel und Kürbiskernöl.

Doch auch die anderen Freizeitangebote der Grünen Sommertour wurden angenommen.

Die Donaustädter Grünen hatten übrigens bei der Diskussion über die Gestaltung des „ArbeiterInnenstrands“ in der Bezirksvertretung den Antrag gestellt, einen Trinkbrunnen zu installieren – was auch umgesetzt wurde.


Klubobfrau Heidi Sequenz und Aktivist Christopher Huber von den Donaustädter Grünen mit dem Trinkbrunnen.

Ein weiterer Standort in der Donaustadt war am 14. Juli 2017 das Kaiserwasser nahe der Wagramer Straße. Auch Ulrike Lunacek, Europa-Abgeordnete und Spitzenkandidatin der Grünen für die Nationalratswahl, war dabei.

Ulrike Lunacek zu Besuch in Kaisermühlen  (Fotos: Brigitte Parnigoni).

Dementsprechend größer war an diesem Tag auch das Medieninteresse.

Nach den Interviews und Gesprächen mit der Bevölkerung durfte auch sie sich ein Bio-Eis schmecken lassen.


Bis Ende August wird es noch weitere Besuche der „Sommertour“ im Bereich der Alten und Neuen Donau geben.

 

„Station der Erinnerung“ in der Donaufelder Straße

Der  Verein „Steine der Erinnerung“  widmet sich seit 2005 dem Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus, die er durch metallene Tafeln (an Hauswänden oder im Gehsteig eingesetzt) mit Namen und Geburts-/Sterbe-Datum an Orten, wo sie gewohnt hatten, vor dem Vergessenwerden bewahrt.


Daliah Hindler und Matthias Beier vom Verein „Steine der Erinnerung“  (Foto: Gerhard Jordan).

Die Initiative geht zumeist von Angehörigen aus. Bis heute wird auf diese Weise an rund 1.600 vom NS-Regime Ermordete erinnert.

Während es in der Leopoldstadt Dutzende solcher „Stationen der Erinnerung“ gibt, sind diese in Floridsdorf nur vereinzelt zu finden – eine zentrale wurde  im November 2013  auf dem Hoßplatz vor dem Joseph-Samuel-Bloch-Park eröffnet.

Eine weitere folgte nun am 21. Juni 2017, und zwar in der Donaufelder Straße 19.

An dieser Adresse befand sich vor dem „Anschluss“ 1938 das Möbelhaus von Bernhard Herškovics, der mit seiner Frau Hermine fünf Kinder hatte und schon 1933 starb.


Das Möbelgeschäft Herškovics vor 1938  (Foto: privat/Verein „Steine der Erinnerung“).

Seine jüngste Tochter, Sidonie, wurde am 3. April 1915 geboren. Sie war das einzige Mitglied dieser Floridsdorfer jüdischen Familie, das während der Nazi-Herrschaft in Wien blieb, weil sie auf die Freilassung ihres Verlobten, der zur Zwangsarbeit eingezogen worden war, hoffte.


Sidonie Herškovics, 1915-1942  (Foto: privat/Verein „Steine der Erinnerung“).

Die vier Geschwister und die Mutter (alle lebten zunächst in der Donaufelder Straße) waren ab den späten 1920er-Jahren bis 1938 in die USA, nach Palästina, nach China bzw. in die Schweiz und von dort nach Australien emigriert.

Bald kam Sidonie unter die Räder der NS-Terrormaschinerie. Zunächst wurde sie in eine Sammelwohnung im 2. Bezirk übersiedelt und schließlich am 17. August 1942 in einem Viehwaggon nach Maly Trostinec (bei Minsk, heute Weißrussland) deportiert, wo sie in einem Wald am 21. August erschossen wurde.

Bei der Gedenkfeier, bei der Bezirksvorsteher-Stellvertreterin Ilse Fitzbauer Grußworte überbrachte und VertreterInnen des Vereins die Bedeutung des Erinnerns betonten, sprach auch Gary Hearst, der Neffe von Sidonie Herškovics. Er war mit seiner Frau aus Australien, wohin sein Vater Johannes (ein Bruder von Sidonie) im Jahr 1939 ausgewandert war, nach Wien gekommen.


Neffe Gary Hearst bei seiner Ansprache  (Foto: Gerhard Jordan).

Ein berührender Moment war, als er für seine Tante, die er nicht mehr persönlich kennenlernen konnte, das jüdische Totengebet Kaddisch sprach.


Gary Hearst (2.v.l.), Mitglieder des Vereins „Steine der Erinnerung“ und BezirkspolitikerInnen bei der Eröffnung  (Foto: Brigitte Parnigoni).

Danach wurden bei der neuen Tafel Blumen niedergelegt.


Gary Hearst mit seiner Frau bei der „Station der Erinnerung“  (Foto: Gerhard Jordan).

Das Haus, in dem sich das Möbelgeschäft der Famile Herškovics befand, wurde im Krieg zerstört und 1962/63 wieder aufgebaut. Heute befindet sich im Erdgeschoß eine Pizzeria.


Das Gebäude Donaufelder Straße 19 heute  (Foto: Gerhard Jordan).

Garteln in Donaufeld immer beliebter

Ein Frühsommer-Tag in Donaufeld. In der Nähe des Schicht-Schlösschens, an der Angyalföldstraße, ziehen zwei Falken ihre Kreise am Himmel. Sie blicken hinunter auf eine Handvoll Menschen, die sich sichtlich zufrieden mit Pflanzen und deren Pflege beschäftigen. Wir befinden uns beim „Paradeisgartl Donaufeld“.
Lokalaugenschein von Gerhard Jordan.

Dieses Nachbarschaftsgarten-Projekt wurde von einem Verein, in dem sich „Bio-AnhängerInnen“ aus Donaufeld und Umgebung zusammengefunden hatten, nach langer Vorarbeit  im Jahr 2015 angelegt. Mittlerweile sind die Anfangs-Schwierigkeiten überwunden und das Stückchen Land blüht auf – im wahrsten Sinn des Wortes.

Anna Karall, gemeinsam mit Stefan Köstenbauer seit Juni 2016 Vorsitzende des Vereins, erklärt die Beschaffenheit der Liegenschaft: Direkt an der Angyalföldstraße liegt ein sogenannter „Naschgarten“, den die Gebietsbetreuung Floridsdorf (GB*21) angelegt hat und der für alle öffentlich zugänglich ist. Sowohl kleine Obstbäume als auch Beeren-Sträucher wie z.B. Ribiseln befinden sich dort und können „geerntet“ werden.


Der öffentliche „Naschgarten“.

Richtung Süden, also zur Donaufelder Straße hin, schließt sich der gemeinschaftlich bewirtschaftete Teil des „Paradeisgartl“ an – auch hier gibt es einige Obstbäume (Apfel, Pfirsich, etc.), eine Blumenecke, zwei Hügelbeete für Kürbisse und Zucchini, einen „Kartoffelacker“ und einen Komposthaufen.

Außerdem haben drei kleine Weinstöcke aus der „Essbaren Stadt“ Andernach am Rhein  ihren Weg nach Donaufeld gefunden, mitgebracht von einer Delegation der Floridsdorfer Grünen.


Weinrebe, aus Andernach mitgebracht.

Der Brunnen bildet schließlich den Übergang zu den individuellen Beeten. Angelegt wurde er im Frühjahr 2016, der Grundwasserspiegel ist in 5 Metern Tiefe. Vor kurzem wurde die wasserrechtliche Bewilligung von der MA 58 erteilt. Die Materialien – vom Wassercontainer über Schläuche bis zur Handpumpe – wurden umweltschonend und CO2-sparend mit Zug, Fahrradanhänger usw. transportiert. Dies gilt auch für das Photovoltaik-Modul (um 90 €), das vom Paradeisgartl-Team demnächst montiert wird, um die derzeitige Handpumpe mit einer solar-betriebenen zu ergänzen. Um die Konzeption der Bewässerungsanlage hat sich Christian Almeder verdient gemacht und dabei sowohl auf Energieeffizienz als auch auf Sparsamkeit geachtet. Auch Erfahrungen anderer „urban gardening“-Projekte waren dabei hilfreich.

Die Pionierphase ist jetzt abgeschlossen“, meint Anna Karall, „und das Unkraut – wir nennen es ‚Beikräuter‘ – ist von Gräsern, z.B. von der ‚Mäusegerste‘, abgelöst worden. Wir haben Arbeitsgruppen für verschiedene Aufgaben gebildet: Brunnen, Kompost, Betreuung der Gemeinschaftsfläche, usw. Die Vielfalt der GärtnerInnen spiegelt sich in der Vielfalt der Beete wider“.


Anna Karall (rechts) beim Beet der Familie Riss.

Derzeit gibt es knapp 40 Beete, auch zwei Familien aus der kürzlich errichteten „Neues Leben“-Wohnanlage Donaufelder Straße 115 (dort stand bis vor wenigen Jahren das Geschäft der Gärtnerei Augustin Lechner) machen mit.


Die Gartenseite der Wohnanlage Donaufelder Straße 115.

In Anna’s Beet wachsen Spinat, Broccoli, Salbei, Karotten, Tomaten, Grünkohl, sogar Mais. Seit dem Vorjahr stehen am Rand des Gartens auch Bienenstöcke, die eine Mutter mit ihrem Sohn statt eines Beetes betreut. Zum Bestäuben müssen die Bienen jedenfalls nicht weit ausschwärmen…

Es gibt einen sehr großen Bedarf an Nachbarschaftsgärten“, stellt Anna Karall fest, „viele Interessierte haben sich am Anfang gemeldet und es gibt laufend weitere Anfragen. Bei der Stadterweiterung im Donaufeld sollen die Bauträger das berücksichtigen und auf ihren Freiflächen und Flachdächern das Garteln ermöglichen.“.

Auch Frau Ping Wang ist eine der „GärtnerInnen“ in dem Projekt. Vor 20 Jahren kam sie aus Peking nach Österreich, gründete eine Familie und arbeitet als Krankenschwester in einem Pensionistenheim in Döbling. Die Umgebung der Alten Donau ist ihre Lieblings-Wohngegend im 21. Bezirk. Das „Paradeisgartl“ erinnert sie an ihre Kindheit.


Frau Wang beim Gießen ihres Beetes.

„In jedem Menschen steckt eigentlich ein Bauer“ vermutet sie, während sie Mangold, Kopfsalat, Kohlrabi und die anderen „Schätze“ auf ihrem Beet gießt. „Und dieses Stück Erde gibt uns viel zurück, es verdoppelt die Freude am Leben!“.

Dem ist nichts hinzuzufügen – außer, dass noch viele ähnliche Projekte entstehen mögen!

 

Imame verurteilen Extremismus, Gewalt und Terror

Ein erfreuliches Zeichen für Toleranz in einer Welt der Gewalt ist am 14. Juni 2017 von Floridsdorf ausgegangen: Im Islamischen Zentrum der Moschee auf dem Bruckhaufen trafen sich über 150 österreichische Imame und präsentierten eine von insgesamt mehr als 300 Imamen unterzeichnete Deklaration gegen Extremismus, Gewalt und Terror, in der unterstrichen wird, dass der Islam die Menschenwürde als einen unverzichtbaren Wert betrachtet, und in der das Festhalten an verfassungsrechtlichen Prinzipien der Republik Österreich betont wird. Diese wurde auch auf der Website der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) veröffentlicht.

Auch wenn es vielleicht einzelne Radikalisierte gibt, die sich davon nicht beeindrucken lassen, so ist dieses Auftreten (und die Klarstellung, dass Morden im Namen der Religion unzulässig ist) dennoch ein wichtiger und begrüßenswerter Beitrag in Richtung Integration und für gesellschaftlichen Frieden.

 


Die Moschee im 21. Bezirk, Am Bruckhaufen 3, wurde 1977-79 als erste in Österreich errichtet  (Foto: G. Jordan).