Neues von der Baugruppe „Treibhaus Donaufeld“ – Infoabende

Die  Baugruppe Treibhaus Donaufeld  wächst  – wachse mit uns!

Nach der ersten erfolgreichen Erweiterung starten wir in die nächste Runde und freuen uns auf Interessent*innen. Bei den Infoabenden erzählen wir euch alles über unsere Baugruppe und unser gemeinsames Haus im Donaufeld (21. Bezirk) und beantworten eure Fragen.

Wann?

Dienstag, 16. Juni 2020 von 18:30 Uhr – 20:30 Uhr

Mittwoch, 1. Juli 2020 von 18:30 Uhr – 20:30 Uhr

Wo?

Die Treffen finden virtuell über Jitsi und einen eigenen Server statt
https://meet.treibhausdonaufeld.at/infoabend2020  (dieser Link ist erst eine halbe Stunde vor dem Termin verfügbar).

Bitte benutze einen aktuellen Browser mit aktualisierten Updates, am besten Chromium oder Chrome.

Wir freuen uns über deine Anmeldung unter
https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSfeEvNbL44ww5lVsuw8264rrIAcYAYYe1ceVGxmaSKo90-aoQ/viewform

Sollte es technische Probleme geben, besuche bitte diese Seite auf unserer Homepage:  https://treibhausdonaufeld.at/info/#termine

Wir werden dort bei Bedarf Informationen veröffentlichen, um das Treffen auf Zoom stattfinden zu lassen. Wir sind aber zuversichtlich, dass unsere Techniker das Treffen auf Jitsi gut managen werden.

 

Infotafeln über die Baugruppe „Treibhaus Donaufeld“ bei der Ausstellung „Quartier An der Schanze“ des Wohnfonds Wien Anfang März 2020. (Fotos: G.J.)

Die Baugruppe „Treibhaus Donaufeld“ stellt sich vor

Im Mai 2019 überzeugte die Baugruppe in der Ausschreibung für das Stadterweiterungsgebiet Donaufeld. Bis 2023 entsteht ein 9-stöckiges, fassadenbegrüntes Haus. Die Historie des Donaufelds lebt in der Architektur weiter: Im Winterfeld laden Gemeinschaftsflächen zu gemeinsamen Aktivitäten (Kochen, Veranstaltungen etc.) auch Bewohner_innen des gesamten Grätzls ein.

Das Sommerfeld beherbergt eine Werkstatt, einen Fahrradkeller, die „Lenkerbande“  sowie einen Bewegungsraum. Ganz oben befindet sich das Ruhefeld des Hauses: eine Bibliothek mit Teeküche und ein Balkon als Orte der Ruhe und des Verweilens. Wir wollen das Wohn-Umfeld gemeinsam gestalten, und das auf eine ressourcenschonende Art und Weise: wir teilen, reparieren und bewegen uns bevorzugt nicht-motorisiert. Die zukünftigen Bewohner_innen des Hauses sind Menschen in unterschiedlichen Lebensformen und Altersstufen. Die nächste Möglichkeit sich über das Projekt zu informieren und der Gruppe beizutreten, gibt es voraussichtlich im April 2020.

Kontakt und Info:  www.treibhausdonaufeld.at  und  https://www.facebook.com/Treibhaus.Donaufeld/


Die „Pionier_innen“ der Baugruppe „Treibhaus Donaufeld“ auf dem zukünftigen Baufeld  (Foto: „Treibhaus Donaufeld“).

Ein Buch erinnert an die „Donauwiese“

Allen, die sich noch an das Überschwemmungsgebiet erinnern können, aber auch all jenen, die wissen wollen, was „vor der Donauinsel war“, sei ein Buch empfohlen, das 2019 im Verlag Winkler-Hermaden erschienen ist:

„Die Donauwiese. Das Inundationsgebiet – Ein verschwundenes Wahrzeichen“ von Matthias Marschik.

Dr. Matthias Marschik, Historiker und Kulturwissenschaftler, Lehrbeauftragter an mehreren Universitäten und im 21. Bezirk wohnend, zeigte bei der Buchpräsentation am 6. Mai 2019 im Bezirksmuseum Floridsdorf, wie er sich dem Phänomen „Donauwiese“, das er bereits in seiner Kindheit als „Abenteuerspielplatz“ kennengelernt hatte, von verschiedensten Seiten angenähert hat.


Dr. Matthias Marschik (l.) bei der Präsentation seines Buches im Bezirksmuseum Floridsdorf am 6. Mai 2019 (Fotos: G. Jordan).

Entstanden im Zuge der Donauregulierung 1870-75, sollte der 475 Meter breite Wiesenstreifen am linken Ufer des neuen Strombettes die Stadt Wien vor Überschwemmungen schützen, indem er die Wassermassen bis zum Hubertusdamm aufnehmen sollte. Dies gelang zwar nur zum Teil – es kam auch danach noch zu legendären Hochwässern wie jenem im Jahr 1954 -, doch in den rund 100 Jahren ihres Bestehens wurde die über sechs Quadratkilometer große Fläche zu einem (nicht kommerziellen) Erholungsgebiet, welches sich die Bevölkerung auf verschiedenste Weise „aneignete“.

Der Autor schildert die Landschaft, die weit über ein bloße Wiese hinausging, und behandelt zahlreiche Aspekte wie Brücken, Verkehr (vom Dampfschiff bis zum Segelflugzeug), Auswirkungen der Hochwässer, Planungen (inklusive nicht realisierter) usw. bis zu den vielfältigen Arten der Freizeitgestaltung und der Donauwiese als Treffpunkt unterschiedlichster „Kulturen“.

Das „Ende“ des Inundationsgebiets kam mit der Schaffung der heutigen „Neuen Donau“ und Donauinsel in den Jahren 1973-87;  nur „an einem nebeligen Novembernachmittag auf der fast menschenleeren Insel“, so schreibt Marschik, könne man „noch ein wenig von der damaligen Atmosphäre erschnuppern“…

Das Buch – mit zahlreichen historischen Fotos aus unterschiedlichen Quellen – eignet sich auch gut als Weihnachtsgeschenk.

Gerhard Jordan

 

Meilenstein „Leitbild Grünräume“

1905 wurde der sogenannte „Wiener Wald- und Wiesengürtel“ vom damaligen Gemeinderat einstimmig beschlossen. Damals sicherte die schnell wachsende Stadt im Westen den Wienerwald.

Zum einen weil er als Naherholungsgebiet dienen sollte, zum anderen aber auch für die „Durchlüftung“ der Stadt – in Wien kommt der Wind meist aus dem Westen, was bis heute an heißen Sommertagen für eine Abkühlung mit frischer Luft aus dem Wienerwald sorgt.

Knapp 115 Jahre später treffen wir eine historische Entscheidung und legen für das gesamte Stadtgebiet Zonen fest, in denen zukünftig eine Siedlungsentwicklung ausgeschlossen ist. Dort wird Grünraum für die nächsten Generationen erhalten und in manchen Gebieten sogar ausgebaut (beispielsweise wenn Gärtnereien oder Glashäuser einmal nicht mehr gebraucht werden sollten.)

Das Leitbild Grünräume beinhaltet auch das Wiener Freiraumnetz. Ein engmaschiges Netz, das sich durch die Gassen und Straßen der Stadt zieht und von jedem Wiener, von jeder Wienerin in maximal 250 Metern erreichbar sein soll. Das kann von begrünten Straßen bis zu über 100 Meter breiten Landschaftsräumen gehen. Dieses Freiraumnetz stellt sicher, dass es begrünte Verbindungen zu den großen Grünräumen der Stadt gibt.

In neuen Stadtentwicklungsgebieten sollen darüber hinaus große Stadtparks mit über 10 Hektar Fläche entstehen.

Gegen den Flächenfraß

Der Wildwuchs an Bodenversiegelung ist eine große Herausforderung. Täglich wird in Österreich eine Fläche von 20 (!) Fußballfeldern verbaut – für Gebäude, Gewerbegebiete und Verkehrsflächen. Wien ist hier eine Ausnahme in Österreich. Nicht nur haben die Wienerinnen und Wiener den niedrigsten Bodenverbrauch pro Kopf, er nimmt auch ab – und zwar um 15% zwischen den Jahren 2005 und 2017.

Wenn wir verhindern wollen, dass die Bodenversiegelung ungesteuert weitergeht, dann müssen wir auf zwei wichtige Säulen setzen: Zum einen weiterhin eine urbane, dichte Bauweise in Wien verfolgen. Die städtische Bauweise in Wien ist in Sachen Energie, Bodenverbrauch, Klimaverträglichkeit, usw. um ein Vielfaches besser als ein Wildwuchs an Reihenhaussiedlungen im Speckgürtel. Zum anderen der langfristige Schutz von Grünräumen, welchen wir mit dem Leitbild Grünräume nun sicherstellen.

Die nächsten Schritte

Das „Leitbild Grünräume“ wurde in der nächsten Stadtentwicklungskommission am 10. Dezember 2019 beschlossen. Der finalisierte Plan wird 2020 den Gremien zum politischen Beschluss vorgelegt. Das detaillierte Leitbild wird nach dem Beschluss veröffentlicht und gilt dann als Grundlage für alle weiteren Planungen und Projekte in Wien.

Gemeinderat Peter Kraus,  Planungssprecher der Wiener Grünen und Vorsitzender des Gemeinderatsausschusses für Stadtentwicklung, Verkehr, Energieplanung und BürgerInnenbeteiligung

 

Frisches Grün im Mengergassen-Viertel

Noch 2019 wurden die ersten neuen Bäume gepflanzt, und im neuen Jahr geht es dann mit vollem Einsatz für das Mikroklima weiter.

Aufgrund einer Förderung durch das Büro von Vizebürgermeisterin Birgit Hebein konnten noch im Jahr 2019 zehn neue Bäume in der Ostmarkgasse gepflanzt werden.

Neu gesetzter Baum in der Ostmarkgasse 10, Ecke Bertlgasse  (Fotos: Heinz Berger).

Bei den Verhandlungen für das Bezirksbudget 2020 haben sich die Floridsdorfer Grünen – wie schon im Vorjahr – für verstärkte Klimaschutzmaßnahmen eingesetzt. Die Bezirksvertretung hat erfreulicherweise beschlossen, dass 2020 das Budget für Maßnahmen gegen die Hitzeinseln im Mengergassen-Viertel verdoppelt wird.


Auch vor der Ostmarkgasse 11 wurde begrünt.

Auch wenn das im Bezirk erst ein Anfang ist:  Für die betroffenen Gassen sind das wichtige Maßnahmen für das Mikroklima vor der Haustüre, die außerdem zur Verschönerung der Umgebung beitragen.

Bezirksrat und Klubobmann Heinz Berger

Gutes Klima in Donaufeld

Donaufeld könnte ein Pilotprojekt für klimafreundlichen Wohnbau werden.

Das Stadtwachstum ist eine große klimapolitische Herausforderung. Einerseits belastet der Bodenverbrauch das Klima, aber andererseits kann der Neubau aufgrund von gezielten Klimaschutzmaßnahmen auch zu einer klimatischen Entlastung beitragen.

„Neu-Donaufeld“ könnte aufgrund der vorgeschriebenen Dachbegrünungen, der nachhaltigen Energieversorgung und auch aufgrund des über 12 Hektar großen Grünzugs mit dem darin vorgesehenen Gewässer zu einem Klima-Vorzeigeprojekt werden!

Heinz Berger

Begrünte Idylle in Donaufeld  (Foto: Heinz Berger).

Endlich: Alt-Kagran wird Schutzzone!

Die zukünftige Schutzzone umfasst den Kagraner Ortskern, also vor allem den Kagraner Platz. Im Mittelalter entstand hier ein Linsenangerdorf, dessen Struktur noch heute erahnt werden kann.

Schon seit Langem setzen sich die Donaustädter Grünen für neue Ortsbild-Schutzzonen im 22. Bezirk ein, denn es war herzzerreißend, hilflos mitanzusehen, wie historisch wertvolle Gebäude abgerissen wurden. Vor allem entlang der Donaufelder Straße und in Alt-Kaisermühlen war dies schon fast „an der Tagesordnung“. Umso erfreulicher ist es, dass – spät, aber doch – nach der öffentlichen Auflage des Plandokuments Nr. 7444E im Sommer 2019 die Beschlussfassung im Gemeinderat 2020 erfolgen kann.

Leider ist an der Nordseite des Kagraner Platzes die ländliche Gebäudesubstanz fast zur Gänze zerstört, sodass dort nur zwei Objekte in die Schutzzone fallen. An der Südseite gibt es jedoch viel mehr erhaltenswerte Gebäude, vor allem zwischen dem aus der Barockzeit stammenden „Freihof“ (heute Bierlokal „Napoleon“) und der ehemaligen Gärtnerbank. Bei einigen Objekten soll auch die bisher gewidmete Bauhöhe reduziert werden, um Spekulation durch Abriss und Neubau weniger attraktiv zu machen.

Bezirksrätin Heidi Sequenz, Klubobfrau der Grünen Donaustadt

In der Mitte des Kagraner Platzes (Nr. 53/54) befindet sich das 1983 eröffnete Bezirksmuseum Donaustadt. Ein Teil des Gebäudes ist das ehemalige Spritzenhaus der Freiwilligen Feuerwehr, das 1904/05 an der Stelle des zugeschütteten Dorfteichs errichtet worden war.  (Fotos: G. Jordan)

 

Ehemalige Bauernhäuser aus der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts auf der Nordseite des Kagraner Platzes.  Das Foto stammt aus dem Jahr 2016;  inzwischen wurde das rechte Haus (Nr. 11) abgerissen. Eine Bausperre für einen Teil des Platzes zur Vorbereitung der Schutzzone trat erst im Frühjahr 2017 in Kraft.

 

Ein Teil der Südseite des Kagraner Platzes (Foto: Nr. 38ff) wird in die Schutzzone aufgenommen.

 

Die ehemalige Gärtnerbank (heute Volksbank) auf dem Kagraner Platz 48. Das Gebäude wurde um 1920 errichtet.

 

Das Donaufeld-Stadtteilmanagement geht in die „Winterpause“

Am 29. Oktober 2019 verabschiedete sich das „Stadtteilmanagement Donaufeld“ in die „Winterpause“:  Beim Infopoint Ecke An der Schanze/Dückegasse konnten Interessierte bei Maroni und Tee zum „Saisonabschluss“ Gespräche führen und erhielten die 20-seitige Publikation „Das Donaufeld machen. Perspektiven einer Stadtentwicklung“, die einige Grundlagen der Planungen zusammenfasst.


Tee und Maroni zum „Saisonausklang“ des Stadtteilmanagements Donaufeld  (Fotos: G. Jordan).

Derzeit wird ja das Quartier „An der Schanze“ zwischen der Dückegasse (Bezirksgrenze Floridsdorf-Donaustadt) und dem Grünzug Donaufeld entwickelt. Beides wurde vom Wiener Gemeinderat am 15. Dezember 2017 gewidmet.

Auf 10 Bauplätzen entstehen ca. 1.500 großteils geförderte Wohnungen für rund 3.300 Menschen. Im Mai 2019 hat eine Jury die GewinnerInnen des Bauträgerwettbewerbs ermittelt, danach folgte die „dialogische Phase“.  Im Frühjahr 2020 soll die Wettbewerbsentscheidung im Rahmen einer Ausstellung (möglicherweise vor Ort, also beim Info-Container) präsentiert werden. Der Baubeginn ist für Mitte 2021 vorgesehen, die Fertigstellung im Jahr 2023.

Die „Gebietsbetreuung Stadterneuerung“ für die Bezirke 21 und 22 (GB*nord), die 2018 das seit 2013 bzw. 2014 laufende Beteiligungsverfahren übernahm, hatte im Jahr 2019 mehrere Veranstaltungen zur Information und Beteiligung im Donaufeld angeboten, so z.B. eine  Erkundungstour im Rahmen der „Architekturtage 2019“  am 25. Mai, eine Bestandsaufnahme mit ExpertInnen unter dem Titel „Donaufeld – quo vadis?“ am 25. Juni, einen kostenlosen Fahrrad-Check am 9. Juli und eine naturkundliche Führung „Expedition Donaufeld“ durch die lokale Flora und Fauna am 17. September mit dem Wildbiologen Marcus Zuba.

Bei den meisten Veranstaltungen standen kompetente Fachleute vom Büro „raumposition“, vom Wohnfonds Wien, von der IBA_Wien 2022 (Internationale Bauausstellung), von Dienststellen der Stadt Wien usw. für Auskünfte zur Verfügung.

Interessant ist, dass die angebotenen Termine zunehmend auch von Menschen wahrgenommen werden, die sich für die neuen Wohnungen im künftigen „Neu-Donaufeld“ interessieren – sowohl solche, die bereits im 21. oder 22. Bezirk wohnen, als auch solche vom „anderen Ufer der Donau“.

Der Infopoint Ecke An der Schanze/Dückegasse wird auch 2020 wieder eine Anlaufstelle vor Ort sein, und das Stadtteilmanagement Donaufeld begleitet weiterhin das „Zusammenwachsen“ des bestehenden und des neuen Stadtteils, sammelt Ideen und Anregungen und lädt zu unterschiedlichen Aktionen ein.

Kontakt:  E-Mail  nord@gbstern.at , Tel. 01/270 60 43 (Stadtteilbüro für die Bezirke 21 und 22 am Floridsdorfer Markt),  Web:  https://www.gbstern.at/themen-projekte/stadtteilmanagement-in-neubaugebieten/stadtteilmanagement-donaufeld/ .

Gerhard Jordan