Letzte Chance für unser Klima

Sechs neue Bäume im Mengergassen-Viertel sind zwar durchaus gut gemeint, aber damit sind wir noch Lichtjahre von einer wirkungsvollen Klimaschutzpolitik entfernt. Immerhin ist jetzt der Floridsdorfer Umweltausschuss damit beauftragt worden, die Bedingungen und Abläufe für den Betritt des Bezirks zum Klimabündnis Österreich in Erfahrung zu bringen.

Bereits im Jahr 2009 wurde von den Floridsdorfer Grünen ein erster Antrag für einen Beitritt zum Klimabündnis eingebracht, aber leider von den anderen Parteien abgelehnt. Dennoch haben wir auch in den folgenden Jahren mehrfach Aktivitäten für den Klimaschutz im Bezirk gesetzt, die immerhin im Jahr 2016 dazu führten, dass die MA 22 (Wiener Umweltschutzabteilung) 31 Häuser im Bereich der Achse Brünner Straße für eine Vertikalbegrünung vorschlug. Geschehen ist aber leider nichts.


Beispiel für eine Fassaden-Begrünung auf einem Haus in Basel, Schweiz  (Foto: Heinz Berger).

Nach langen Diskussionen im Vorfeld wurde dann für das Floridsdorfer Budget 2019 ein Betrag von 100.000 Euro zur Begrünung im Mengergassen-Viertel beschlossen. Bei der Vorstellung der konkreten Maßnahmen durch die Fachdienststellen stellte sich aber heraus, dass mit dieser Summe vermutlich nur sechs Bäume gepflanzt werden können und ein Pilotprojekt für die Begrünung einer Hausfassade durchgeführt werden kann – kaum ein Tropfen auf dem heißen Stein.


Das Mengergassen-Viertel in Donaufeld – im Bild die Schenkendorfgasse:  Viel Beton und Asphalt, wenig Grün. Wenn sich daran etwas ändern soll, dann muss „Geld in die Hand genommen“ werden (Foto: Heinz Berger).

Während weltweit inzwischen die Erkenntnis greift, dass wir der Klimakrise nicht mehr tatenlos zusehen dürfen und in vielen Regionen bereits der Klima-Notstand ausgerufen wurde, läuft Österreich Gefahr, Milliardenbeträge an Strafzahlungen für verpasste Klimaziele entrichten zu müssen. Unser Bezirk glaubt nun, sich mit kleinen Behübschungsaktionen aus der Affäre ziehen zu können.


Grüne fordern:  Auch Floridsdorf soll aktiver beim Klimaschutz werden (Foto: Brigitte Parnigoni).

Es ist höchste Zeit, dass auch wir von den gut gemeinten Pilotprojekten zu flächendeckend wirksamen Maßnahmen für den Klimaschutz umsteigen – sowohl für das Mikroklima vor der eigenen Haustüre als auch zur Rettung des Weltklimas.

Bezirksrat Heinz Berger

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2 Kommentare zu “Letzte Chance für unser Klima

  1. Sehr geehrtes Team !

    Das alles sind doch nur Alibiaktionen. Was bringt es, wenn die Anbauflächen (Grünflächen) in Donaufeld zubetoniert werden. Diese hätte man erhalten sollen. Und hier muss ich sagen, ich bin extrem enttäuscht, denn die Grünen sind seit Jahren in der Stadtregierung und haben all das mitgetragen.
    Die Neugestaltung vom Pius-Parsch-Platz ist schlicht und einfach Geldvernichtung. Man hat eine Steinwüste geschaffen. Wo sind die versprochenen Grünflächen? Das Wasserspiel verursacht nur hohe Luftfeuchtigkeit und die Steinplatten heizen sich auf.
    Ich könnte noch einige Beispiele anführen.
    Mit freundlichen Grüßen
    A.Riha

    • Sehr geehrte Frau Riha,

      Danke sehr für Ihren Kommentar!
      Wir Grüne treten grundsätzlich immer für einen möglichst geringen Flächenverbrauch bei allen Bauvorhaben ein. Daher ist es wichtig, dass die Entwicklung neuer Wohngebiete in gut erschlossenen städtischen Räumen stattfindet und nicht irgendwo im Weinviertel oder im Marchfeld, wo ein vergleichsweise deutlich höherer Flächenverbrauch stattfindet. Im zukünftigen Donaufeld werden die Bauträger glücklicherweise auch zur Begrünung der Dachflächen verpflichtet, was eine sehr positiven Effekt auf das Mikroklima der Region hat.
      Zum Pius-Parsch-Platz ist Folgendes festzuhalten: Natürlich würden wir Grüne uns im Zuge einer neuen Platzgestaltung deutlich mehr Grünflächen wünschen, aber dennoch sollten wir nicht aus den Augen verlieren, dass der Platz vor der Neugestaltung wirklich eine Blech- und Betonwüste war, während jetzt zumindest ein paar Bäume und Stauden gepflanzt wurden und auch ein paar kleinere grüne Flecken geschaffen wurden.
      Aber natürlich haben Sie recht, dass wir für die Rettung des Weltklimas noch deutlich größere Maßnahmen brauchen, weshalb wir ja seit Jahrzehnten für ein viel stärkeres Engagement für Klimaschutz eintreten.

      Mit besten Grüßen,
      Heinz Berger

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