Seit 1989 hat Floridsdorf eine Bezirkspartnerschaft mit dem 13. Bezirk Budapests, Angyalföld. Die beiden Bezirke haben viel gemeinsam. Beide liegen an der Donau, haben eine Donauinsel (die in Angyalföld nennt sich Margareteninsel), sind ehemalige Industriebezirke, gehören zu den einwohnerInnenstärksten Bezirken Wiens bzw. Budapests (Floridsdorf: Platz 3 mit ca. 140.000, Angyalföld: Platz 4 mit ca. 110.000 Ew.) und sind sozialdemokratisch dominiert – Angyalföld übrigens als einziger aller 23 Budapester Bezirke!
Seit Herbst 2010 gibt es Grüne – sie heißen in Ungarn LMP (Lehet Más a Politika), abgekürzt für “Eine andere Politik ist möglich” – auch im Bezirksparlament von Angyalföld. Ihr Wahlergebnis war mit 8,5% der Stimmen ident mit dem der Grünen in Floridsdorf, allerdings haben sie auf Grund des mehrheitsfreundlichen Wahlrechts leider nur 1 Mandat in der 20 (mit Bürgermeister 21) köpfigen Bezirksvertretung.
Für 5./6. November 2011 lud Bezirksrat Gerhard Jordan, der als Europareferent im Grünen Rathausklub seit Jahren grenzüberschreitende Kontakte pflegt, eine Delegation von LMP Angyalföld nach Floridsdorf ein – dabei war Donaufeld ein Hauptziel.

Beim Biomarkt in der Nordmanngasse im Gespräch mit Ex-Bezirksrat Wolfgang Parnigoni, Bewohner der "Autofreien Siedlung".
Das günstige Wetter wurde für eine Fahrradtour genutzt, die zum Biomarkt in der “Autofreien Siedlung” führte. Dort stand auch eine Besichtigung der Wohnanlage mit dem engagierten Bewohner und ehemaligen Grün-Bezirksrat Wolfgang Parnigoni auf dem Programm, wobei vor allem die Gemeinschaftseinrichtungen auf Begeisterung stießen.
Anschließend führte die Tour durch das künftige Stadterweiterungsgebiet Donaufeld (Leopoldauer Haide) und auch zur Angyalföldstraße, deren Errichtung übrigens, damals noch unter dem Namen “B3″, seinerzeit nicht unumstritten war. Immerhin konnte der Protest von engagierten BürgerInnen und Grünen damals wenigstens einige Begleitmaßnahmen (vom Lärmschutz bis zur Sperre der Straße An der Oberen Alten Donau für den Durchzugsverkehr) erreichen.
Kontakte zwischen ungarischen und österreichischen Grünen haben sich übrigens stark intensiviert, seit die im Februar 2009 gegründete Partei LMP ins ungarische Parlament, in den Gemeinderat von Budapest (sowie anderer Städte) und in 20 der 23 Budapester Bezirksvertretungen eingezogen ist.

