Am 29. Juli 2011 luden die Floridsdorfer Grünen und das Team der Initiative „GrünRaum Donaufeld“ zu einem Rundgang durch Donaufeld und Mühlschüttel mit Mag. Gerhard Jordan, Historiker und stellvertretender Klubvorsitzender der Grünen in der Floridsdorfer Bezirksvertretung.
Die Veranstaltung sollte vor allem neu zugezogenen DonaufelderInnen die Möglichkeit geben, ihr „Grätzl“ kennen zu lernen und Informationen zu erhalten, die nicht so leicht in Büchern oder auch im Internet zu finden sind – über Bezirksentwicklung, über die Geschichte von Donaufeld, Architektur, Sehenswürdigkeiten, Muster-Wohnanlagen, schöne Plätze, und auch über einige „Geheimtipps“…
Der Besuch übertraf mit 25 Personen die Erwartungen. Aus allen neuen Wohnanlagen die in den letzten Jahren bezogen wurden (Wohnpark „Grüne Schanze“, „Heimbau“-Anlage Satzingerweg 8, ÖVW-Bau Donaufelder Straße 107 etc.) waren Interessierte gekommen, und auch aus dem benachbarten 22. Bezirk.
Aufgrund der vielen gestellten Fragen und einer längeren Rastpause wurde der ursprüngliche Zeitplan deutlich „überzogen“, dennoch hielt mehr als die Hälfte bis zum Ende durch. Ein gemütliches Beisammensein im Strandgasthaus Birner schloss den Rundgang ab.
Eine Fortsetzung – vom westlichen Mühlschüttel zum Bezirkszentrum Floridsdorf – wird am Samstag den 17. September stattfinden. Treffpunkt ist um 15 Uhr auf dem Kinzerplatz vor der Pfarrkirche Donaufeld.
Die Teilnahme ist gratis, Anmeldung (zur Abschätzung der Größe der Gruppe und zwecks kurzfristiger Verständigung im Fall einer wetterbedingten Absage) bitte unter: donaufeld@gruene.at
Hier einige Impressionen von dem Rundgang
Am Beginn des Rundgangs: Besichtigung von „Themen-Wohnprojekten“, z.B. der „FrauenWerkStadt“ (Margarete Schütte-Lihotzky-Hof) am Carminweg, errichtet 1995-97 nach Plänen von vier Architektinnen. Im Bild der Bauteil der Wohnbauvereinigung der Privatangestellten.
Auf der Donaufelder Straße, angelegt 1838-40 als Verkehrsweg nach Preßburg (damals Oberungarn). Seit ca. 15 Jahren wachsende Bebauung an der Nordkante, v.l.n.r.: „FrauenWerkStadt“ (ONr. 99, Bauteil der Gemeinde Wien), „CompactCity“ (ONr. 101, errichtet 1999-2001 als Projekt das Wohnen und Arbeiten integrieren soll) und neue Wohnanlagen Nr.103 („Neues Leben“) und Nr. 107 (ÖVW).
Höhepunkt des Rundgangs: Gärtnereien und Felder auf der „Leopoldauer Haide“. In der Nordmanngasse scheint stellenweise die „Zeit stehen geblieben zu sein“. Das Gebiet wird sich in den nächsten Jahren verändern – wir wollen zumindest einen Teil der landwirtschaftlichen Nutzung erhalten und in die Neubebauung integrieren.
Siehe dazu auch das „Alternative Leitbild Donaufeld“ der Grünen.
Bei der „Autofreien Mustersiedlung“ in der Nordmanngasse 25-27 (errichtet 1997-1999 nach einer Idee des damaligen Grün-Stadtrats Christoph Chorherr durch die Bauträger „domizil“ und GEWOG, 244 Wohnungen) gab es eine Rast. Die TeilnehmerInnen bewunderten das Biotop und waren beeindruckt, wie viele sinnvolle soziale und kommunikative Einrichtungen geschaffen werden können, wenn auf Autos und teure KFZ-Stellplätze verzichtet wird. Bei Neubauten im Grätzl sollte die Auto-Freiheit Schule machen!
Auf dem Mühlschüttel verändert sich das Erscheinungsbild des Grätzls rapide: Hier eine Baustelle der BUWOG in der Stephensongasse. Ein Waagen- und Gewichte-Betrieb und ein Gründerzeithaus wurden abgerissen, 80 Wohnungen entstehen.
Noch gibt es Reste der alten Bebauung: hier, in der Mühlschüttelgasse, das möglicherweise älteste Haus des Bezirksteils, wahrscheinlich um 1830 von einem Schiffsmühlen-Besitzer errichtet. Erhalten wir diese letzten Zeugen aus der Entstehungszeit des heutigen Bezirksteils!
Im „Herzen des Mühlschüttels“ liegt der Kinzerplatz mit der Donaufelder Pfarrkirche St. Leopold, der drittgrößten Kirche Wiens (und einem 96 Meter hohen Kirchturm, dem höchsten nördlich der Donau in Österreich), erbaut 1905-14.
Abschluss des Rundgangs im Strandgasthaus Birner. Die Besitzer-Familie hatte vor der Donauregulierung 1870-75, als die heutige Alte Donau noch der Hauptstrom war, Schiffsmühlen betrieben und dann auf andere Tätigkeiten umgestellt: Bootsvermietung, Strandbäder (z.B. das 1888 gegründete und 1920 von der Gemeinde Wien übernommene heutige Angelibad), Gastronomie, …








Es war ein sehr interessanter Nachmittag, an dem wir sehr viel Wissenswertes über unser neues Grätzel erfahren haben. Herzlichen Glückwunsch zu dieser Initiative und vielen Dank an Mag. Jordan.
Anna Fleischmann – Dr. Herbert Schwanda
[...] der Donaufeld-Rundgang am 29. Juli 2011 aus Zeitgründen nicht ganz zu Ende geführt werden konnte, gab es am 17. September ein „da [...]